Berliner Bäder-Betriebe

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Berliner Bäder-Betriebe

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Rechtsform Anstalt des öffentlichen Rechts
Gründung 1996
Sitz Berlin, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Johannes Kleinsorg (Vorstandsvorsitzender),
Annette Siering (Vorstand)[1]
Mitarbeiterzahl 706 (Jahresdurchschnitt 2017)[1]
Umsatz 16,1 Mio. € (2017)
(Landeszuschuss: 50,9 Mio. €)[1]
Website www.berlinerbaederbetriebe.de
Stand: September 2019

Die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) sind der größte kommunale Bäderbetreiber Europas. Sie verwalten 26 Schwimmhallen, 4 Kombibäder (Hallen- und Sommerbad) für den öffentlichen Badebetrieb, weitere 7 nichtöffentliche Schwimmeinrichtungen für den Schul- und Vereinsbetrieb sowie 26 Frei- und Sommerbäder, wobei von den letzteren etwa ein Drittel an private Betreiber verpachtet sind (insgesamt unterstehen den BBB 61 Bäder). Zudem gehören den Berliner Bäder-Betrieben 22 Saunen, von denen drei verpachtet sind.[2] Jährlich besuchen etwa sechs Millionen Menschen diese Einrichtungen (Stand: Geschäftsjahr 2016/2017).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berliner Bäder-Betriebe wurden 1996 als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet. Sie übernahmen die Trägerschaft der Bäder von den bis dahin zuständigen Berliner Bezirken. Die finanzielle Ausstattung des Zuschussbetriebs geht seither kontinuierlich zurück. Während die Bezirke 1995 für ihre Bäder noch rund 79 Millionen Euro erhielten, reduzierte das Land Berlin im Jahr 2000 den Zuschuss auf 55,8 Millionen Euro und im Jahr 2006 auf 37,3 Millionen Euro. In den Jahren 2001 und 2002 mussten deshalb elf Bäder geschlossen werden. Im Jahr 2002 wurden die Eintrittspreise erhöht und Ermäßigungen reduziert. 2014 sind die Preise erneut angehoben worden.

In den Erhalt oder gar die technische Erneuerung der Schwimmhallen wurde so gut wie gar nicht investiert, es besteht ein hoher Sanierungs-Stau. Dieser wird im Frühjahr 2019 mit rund 230 Millionen Euro beziffert.[3] Deshalb musste im Sommer 2018 die Schwimmhalle Holzmarktstraße für immer schließen. Gutachter hatten festgestellt, dass das Dach einsturzgefährdet ist und den Sanierungsbedarf mit zwölf Millionen Euro ermittelt. Das wäre damit teurer als ein Neubau. Die Halle war bereits im Jahr 2008 für die Benutzung durch die Allgemeinheit gesperrt worden und diente anschließend noch Schulen und Vereinen zur Sicherung des Pflichtfachs Schwimmen. Der Fortbestand weiterer Schwimmhallen ist gefährdet.

Der nichtöffentliche Badebetrieb für das Schul- und Vereinsschwimmen hat einen Anteil von rund 50 Prozent des gesamten Badebetriebs.

Bemerkenswert ist, dass die Bäderbetriebe mit dem im Jahr 2018 beschlossenen Investionspaket neben den im folgenden Abschnitt dargestellten Sanierungsarbeiten auch zwei Bäder komplett neu errichten werden:[4]

  • Multifunktionsbad Mariendorf: soll das alte Kombibad ersetzen; Kosten: 31 Millionen Euro; voraussichtliche Inbetriebnahme: 2024Vorlage:Zukunft/In 4 Jahren (im März 2019 noch in der Planungs- und Abstimmungsphase)
  • Multifunktionsbad Pankow: Erweiterungsbau zum bestehenden Sommerbad; Kosten: 29 Millionen Euro; voraussichtliche Inbetriebnahme: 2024Vorlage:Zukunft/In 4 Jahren (im März 2019 noch in der Planungs- und Abstimmungsphase)

Sanierung und Modernisierung ab 2019[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des Jahres 2018 erhielten die Bäder-Betriebe vom Senat eine Kapitalzusage, so dass ab 2019 drei dringende Investitionen begonnen werden können: Ab Juni 2019 können Sanierungsarbeiten im Stadtbad Tiergarten und im Paracelsusbad beginnen, Anfang 2020 wird das Spreewaldbad im Ortsteil Kreuzberg für zwei Jahre zwecks Komplettsanierung geschlossen. Bereits im Sommer 2018 wurden Schüler mit Bussen zu Schwimmhallen in Tempelhof und Schöneberg gebracht.[5] Kleinere Baumaßnahmen erfolgen im Jahr 2019 auch in anderen Bädern, ohne dass diese dafür geschlossen werden müssen.[3]

Das Sanierungsprogramm soll bis Ende 2021 dauern.[4] Im Einzelnen handelt es sich um folgende Maßnahmen (Auswahl der Objekte, die mehr als eine Million Euro kosten):

  • Tiergarten: Grundinstandsetzung und Bau eines Außenbeckens; Beginn der Arbeiten: Juni 2019; Kosten: 12,1 Millionen Euro
  • Paracelsus in Reinickendorf: umfassende Instandsetzung; Dauer der Arbeiten: voraussichtlich von Juni 2019 bis Juni 2021; Kosten: ca. 8 Millionen Euro
  • Wellenbad am Spreewaldplatz in Kreuzberg: Grundinstandsetzung und barrierefreier Ausbau; Dauer der Arbeiten: voraussichtlich von Anfang 2020 bis Sommer 2022Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren; Kosten: ca. 15 Millionen Euro
  • Schwimmhalle Marzahn am Helene-Weigel-Platz: Einbau eines Edelstahlbeckens; Dauer der Arbeiten: Mai bis November 2019; Kosten: 2 Millionen Euro
  • Stadtbad Schöneberg: Austausch Lüftungsanlagen, Beseitigung von Fliesenschäden, Wiederaufbau der Sauna; Dauer der Arbeiten: Juni bis November 2019; Kosten: rund 3,5 Millionen Euro
  • Schwimmhalle Buch: umfassende Modernisierung der Wasseranlagen und des Gebäudes, Erweiterung der Sauna; voraussichtlicher Abschluss: Frühjahr 2020; Kosten: 6,2 Millionen Euro
  • SSE, Prenzlauer Berg: Abschluss Sanierung Wettkampfbecken bis Juni 2019; Kosten: 1,2 Millionen Euro
  • Schaffung von Zwischenlösungen für das Prinzenbad (Bau einer Interims-Schwimmhalle) und für das Kombibad Seestraße (Errichtung einer Traglufthalle über zwei Außenbecken im Dezember 2019)

Freibäder und Schwimmhallen im Bestand (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(alphabetisch sortiert nach Ortsteilen)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uta Maria Bräuer und Jost Lehne: Bäderbau in Berlin. Architektonische Wasserwelten von 1800 bis heute. Lukas Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-86732-129-7.
  • Susanne Rost, Gerhard Lehrke: Schöner schwimmen. In: Berliner Zeitung, 21. März. S. 9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Geschäftsbericht 2017 (PDF), 52 S., abgerufen am 20. August 2019.
  2. Homepage der Bäderbetriebe mit einigen Daten
  3. a b BBB aktuell, Informationsbroschüre der Berl. Bäder-Betriebe, Ausgabe 1/2019.
  4. a b Schöner schwimmen… (s. Literatur)
  5. Susanne Lenz: Die Schwimmhalle an der Holzmarktstaße schließt. In: Berliner Zeitung, 19. April 2018, S. 15.