Berliner Morgenpost

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Berliner Morgenpost
Berlinermorgenpostlogo.jpg
Beschreibung Berliner Tageszeitung
Verlag Berliner Morgenpost GmbH
Erstausgabe 20. September 1898
Erscheinungsweise Montag bis Sonntag
Verkaufte Auflage
(IVW 1/2016, Mo–So)
84.927 Exemplare
Reichweite (MA 2015 I) 0,28 Mio. Leser
Chefredakteur Carsten Erdmann
Weblink morgenpost.de
Artikelarchiv Mai 2002 ff.
ZDB 749437-3
Probeausgabe vom 19. September 1898
Werbetafel für die Berliner Morgenpost in Berlin
Werbeplakat von 1901, gestaltet von Edmund Edel

Die Berliner Morgenpost ist eine Berliner Tageszeitung der Funke Mediengruppe.[1] Sie wurde 1898 gegründet und erscheint von Montag bis Sonntag. Chefredakteur ist Carsten Erdmann. Die verkaufte Auflage beträgt 84.927 Exemplare, ein Minus von 52,9 Prozent seit 1998.[2] Die Berliner Morgenpost erreicht damit im Durchschnitt 280.000 Leser.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Kaiserreich bis zur Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Ausgabe erschien am 20. September 1898. Ihr Gründer und Verleger war Leopold Ullstein.

Nach HitlersMachtergreifung“ im Jahr 1933 wurde der Ullstein-Verlag schrittweise „arisiert“ und 1937 in Deutscher Verlag umbenannt. Zwar erschien die Berliner Morgenpost weiter, doch nun de facto als ein Organ des Nazi-Pressetrusts Franz Eher Nachf. München, des Zentralverlages der NSDAP. Zahlreiche jüdische Mitarbeiter von Verlag und Redaktion der Berliner Morgenpost wurden entlassen und verfolgt, in die Emigration getrieben oder deportiert und ermordet. Stellvertretend für sie alle genannt seien Paul Hildebrandt (1870–1948), der von 1943 bis 1945 im KZ Buchenwald eingekerkert war, und Elise Münzer (1869–1942), die im Vernichtungslager Maly Trostinez umgebracht wurde.[4] Im Zweiten Weltkrieg wurde der Berliner Lokal-Anzeiger mit der Berliner Morgenpost vereinigt.

Nachkriegsdeutschland Springerpresse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Niederlage des Deutschen Reichs wurde das Weitererscheinen 1945 vom Alliierten Kontrollrat verboten, bis die Berliner Morgenpost im September 1952 von Rudolf Ullstein, einem Sohn des Verlagsgründers, im wiederhergestellten Ullstein-Verlag neu herausgebracht wurde. Der Verlag wurde schrittweise 1956 bis 1959 von Axel Springer übernommen.

Die Traditionszeitung bietet neben ihrer überregionalen Berichterstattung einen großen Regionalteil. Darüber hinaus hat die Berliner Morgenpost den größten Immobilien- und Stellenmarkt unter Berlins Tageszeitungen sowie einen umfangreichen Automarkt. Samstags liegt der Zeitung seit 2006 die Berliner Kinderpost bei. Am Sonntag erscheint die Berliner Morgenpost mit der traditionsreichen Berliner Illustrirten Zeitung. Seit September 2008 erscheint zudem jeden Sonnabend Berliner Morgenpost Wochenend-Extra, eine Wochenzeitung in Millionenauflage, die kostenlos an die Berliner Haushalte verteilt wird.

Im Jahr 2006 wurde eine Gemeinschaftsredaktion der bundesweiten Tageszeitung Die Welt und deren Sonntagsausgabe Welt am Sonntag mit der Berliner Morgenpost eingerichtet, die im Axel-Springer-Hochhaus in der Berliner Kochstraße (heute: Rudi-Dutschke-Straße) zuhause war.

Am 26. Oktober 2012 gab der Verlag Axel Springer bekannt, dass auch das Hamburger Abendblatt von dieser Gemeinschaftsredaktion beliefert werden sollte. In Hamburg blieb dann seit Ende 2012 nur noch eine Abendblatt-Lokalredaktion bestehen.

Zur Funke-Mediengruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. Mai 2014 übertrug der Axel-Springer-Verlag die Zeitung an die Funke Mediengruppe.[5]

Zwar zog die Berliner Morgenpost bald aus dem Axel-Springer-Haus um in eigene Räume am Kurfürstendamm, aber die Gemeinschaftsredaktion mit Welt und Welt am Sonntag blieb zunächst erhalten.[6] Erst Ende 2014 wurde der Content-Liefervertrag zum 30. April 2015 gekündigt.[7][8] Inzwischen hat die Funke Mediengruppe ihre eigene Funke Zentralredaktion Berlin eingerichtet, die die Zeitungen der Gruppe mit zentralen Inhalten beliefert, außer – derzeit – der Braunschweiger Zeitung und den Funke-Blättern in Thüringen.

Die bundesweite Anzeigenvermarktung von der Welt und den Funke-Tageszeitungen wurde im Juni 2015 vom Bundeskartellamt genehmigt.[9]

Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berliner Morgenpost hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 52,9 Prozent gesunken.[10] Sie beträgt gegenwärtig 84.927 Exemplare.[11] Das entspricht einem Rückgang von 95.492 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 69,1 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[12]


Chefredakteure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bisherige Chefredakteure der Berliner Morgenpost (ab 1952):

1952–1953 Wilhelm Schulze
1953–1959 Helmut Meyer Dietrich
1960–1972 Heinz Köster
1973–1976 Walter Brückmann
1976–1978 Werner Marquardt
1978–1981 Wolfgang Kryszohn
1981–1987 Johannes Otto
1988–1996 Bruno Waltert
1996–1999 Peter Philipps
1999–2001 Herbert Wessels
2001–2002 Wolfram Weimer
2002–2004 Jan-Eric Peters
seit 2004 Carsten Erdmann

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Medienwandel: Springer-Verlag verkauft Hamburger Abendblatt, Berliner Morgenpost, Hörzu Spiegel Online, 25. Juli 2013
  2. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  3. Deutsche Media-Analyse 2015, abgerufen am 11. Februar 2015
  4. Gerhard Fischer: 100 Jahre Berliner Morgenpost. In: Berlinische Monatsschrift, 9/1998, beim Luisenstädtischen Bildungsverein.
  5. Meldung (Memento vom 12. Mai 2014 im Internet Archive) der FAZ vom 30. April 2014. Heise Online: Axel Springer stößt Regionalzeitungen, Programm- und Frauenzeitschriften ab. 25. Juli 2013, abgerufen am 25. Juli 2013.
  6. Welt und Funke: Artikeltausch geht weiter – Meedia. In: meedia.de. 30. Juli 2013, 8:07 Uhr. Abgerufen am 15. Dezember 2015: „Ein Sprecher sprach gegenüber dem Handelsblatt von ‚ökonomischen Realitäten‘. Alles andere als eine Fortführung der Kooperation – nun allerdings zwischen zwei Verlagen – wäre eine Überraschung gewesen.“
  7. W&V/dpa: W&V: 'Welt' plant wieder eigene Berichterstattung. In: wuv.de. 1. Dezember 2014. Abgerufen am 16. Dezember 2015: „"Der Content-Liefervertrag mit der Funke-Gruppe wird nicht fortgesetzt", sagte eine Sprecherin von Axel Springer am Freitag, berichtet die Nachrichtenagentur DPA.“
  8. Daniel Bouhs, Jürn Kruse: Endlich frei. In: taz.de. 6. Dezember 2014. Abgerufen am 15. Dezember 2015: „Bei diesem Kulturclash scheint es nur konsequent, dass die Beteiligten nun auch die letzten redaktionellen Verbindungsbrücken kappen. Bislang sind die Welt und ihre früheren Schwestertitel noch eng miteinander verwoben: Springer liefert seinen einstigen Titeln Überregionales aus Politik, Wirtschaft und Buntem - wobei der latente Zwang, dies doch bitte auch in der Morgenpost mitzunehmen, raus ist, seit die Welt-KollegInnen nicht mehr ein paar Meter entfernt sitzen. Umgekehrt produzieren auch heute noch Morgenpost und Abendblatt die Regionalteile für Welt und WamS - druckfertig. Von Mai 2015 an gehen beide Häuser endgültig getrennte Wege. Funke will das Überregionale selbst liefern und Springer will künftig eigene Lokalteile für die Welt produzieren.“
  9. Markus Weber: W&V: Springer/Funke: Kartellamt erlaubt Vermarktungs-Joint-Venture. In: wuv.de. 11. Juni 2015. Abgerufen am 16. Dezember 2015.
  10. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  11. laut IVW, erstes Quartal 2016, Mo–So (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  12. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)