Berliner Schloss

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Berliner Schloss
Westflügel an der Schloßfreiheit mit dem Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal, um 1900

Westflügel an der Schloßfreiheit mit dem Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal, um 1900

Daten
Ort Spreeinsel
Baumeister Auswahl:
Bauherr
Baustil
Baujahr 1443–1894
Abriss 1950
Höhe
  • Bis zum Dach: 35 m
  • Bis zur Kuppel: 60 m
Koordinaten 52° 31′ 0,5″ N, 13° 24′ 2,7″ OKoordinaten: 52° 31′ 0,5″ N, 13° 24′ 2,7″ O
Besonderheiten
Wiederaufbau seit 2013
Berliner Schloss und Umgebung auf dem Straubeplan, 1910

Das Berliner Schloss (eigentlich: Königliches Schloss, fälschlich auch: Stadtschloss)[1] auf der Spreeinsel im heutigen Berliner Ortsteil Mitte war von 1443 bis 1918 die Winterresidenz der Hohenzollern. Umgebaut im Auftrag des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III. und späteren preußischen Königs Friedrich I. nach Plänen des Architekten und Bildhauers Andreas Schlüter in den Jahren 1698–1713, galt es als ein Hauptwerk des norddeutschen Barock.[2] Das Schloss war eines der größten Bauwerke Berlins und prägte mit seiner 60 Meter hohen Kuppel das Stadtbild. Im Zweiten Weltkrieg bei einem alliierten Luftangriff 1945 größtenteils ausgebrannt, ließ es die SED-Diktatur 1950 sprengen. Auf Beschluss des Deutschen Bundestags erfolgt seit 2013 der Wiederaufbau des Berliner Schlosses zum Humboldt-Forum.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurfürstenzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berliner Schloss (Buchstabe A) auf dem Memhardtplan, 1652
Das Renaissanceschloss der Kurfürstenzeit auf einem Gemälde von A. J. Begeyn, 1690

Kurfürst Friedrich II., genannt „Eisenzahn“, wählte im Gegensatz zu seinem Vorgänger Friedrich I., bei dem noch die altmärkische Burg Tangermünde sowie Brandenburg als Hauptorte eine Rolle spielten, die Doppelstadt Kölln und Berlin zu seiner Residenz und Sitz des Hofes, da sich diese Ansiedlung an der Spree zu einem wirtschaftlichen und teilweise bereits auch politischen Zentrum der Mark Brandenburg entwickelte.[3] Zuvor hatten die brandenburgischen Markgrafen seit Mitte des 13. Jahrhunderts das Hohe Haus in der Klosterstraße für ihre Berliner Aufenthalte benutzt.

Friedrich II. legte am 31. Juli 1443 („wurde der Erste stein gelegt am newen Sloss zu Cöln“)[4] den Grundstein für den ersten Schlossbau, der erst 1451 fertiggestellt war. Der Kurfürst setzte sich damit gegen heraufbeschworene Proteste der Ratsherren, dem sogenannten Berliner Unwillen durch; die Doppelstadt büßte infolge ihrer Ablehnung des Schlossbaus politische und ökonomische Freiheiten ein. Wie weit allerdings die Einschränkungen für Kölln und Berlin wirklich gingen, ist umstritten, da alle Informationen hierüber aus einer einzigen Quelle, auf einer etwa 60 Jahre später „in bestem Humanistenstil mit sichtlicher Glorifizierung der patrizischen Autonomie“[5] vom Chronisten Albertus Cran(t)zius beziehungsweise Krantzius (mehrere Schreibweisen des Namens i. d. Literatur) angefertigten Niederschrift beruhen.[6] Dieses an der Stelle des späteren Schlüterhofes und des Hofes III errichtete erste Schlossbauwerk hatte als kurfürstlichen Residenz auch die Funktion einer Wehranlage, von der aus die auf der Spreeinsel kreuzenden Handelswege kontrolliert werden sollten. Das Aussehen des damaligen Schlosses ist unbekannt.

Das Schloss ist in mehreren zeitgenössischen Dokumenten ab 1431 benannt, im Codex diplomaticus brandenburgensis allein zweimal: Zur Abgabe eines Gebiets in Berlin durch das Kloster Lehnin an den Kurfürsten im Jahr 1431 zum Schlossbau „in unser Stat zu Colen [Kölln] by der Mure gein dem Closter darselbst an der Sprewe [Spree] gelegen dar wir denn Nu unser Nuwe Sloß un wonunge meynen zu buwen […]“[7] und zur Grundsteinlegung für das Schloss: „Nach gots geburt Tausend virhundert unnd im dreyunndvirczigstenn Jarenn an Sand Peters abennd ad vincula zu vespertzeyt wurd der Erste stein gelegt am newnn Sloß zu Cöln, und tet mein gnediger Herre Marggrave Fridrich kurfürste etc. mit seiner eigenen handt […]“[8][9]

Am 15. Dezember 1451 – anlässlich der Verleihung eines Burglehens – sprach der Kurfürst davon, dass er das Schloss „befestiget“ habe. Der Bau der Jahre 1443–1451 war eine befestigte Burg und Zitadelle gegen die Städte Berlin und Kölln mit wahrscheinlich allen zeittypischen Befestigungsanlagen einer Burg. Beim Schlossneubau ab 1537 wurde das zitadellenartige Burgschloss geschleift, um auf seinen Grundmauern ein unbefestigtes Wohnschloss zu errichten.[10] Im Jahr 1465 wurde die Schlossanlage um die bedeutende spätgotische Erasmuskapelle ergänzt.

Kurfürst Joachim II. ließ im 16. Jahrhundert die spätmittelalterliche Anlage weitgehend abtragen und an ihrer Stelle einen Renaissancebau nach dem Vorbild des Schlosses in Torgau errichten. Dessen Architekt Konrad Krebs lieferte die Pläne, die sein Schüler Caspar Theiss verwirklichte. Der Neubau wurde mit der ersten Berliner Domkirche verbunden, die fortan als Schlosskirche diente. Sie war durch Umbauten aus einem schlichten Gotteshaus der Berliner Dominikaner hervorgegangen und lag unmittelbar südlich der kurfürstlichen Residenz, ungefähr an der heutigen Einmündung der Breiten Straße in den Schlossplatz.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts veranlasste Kurfürst Johann Georg durch den Hofbaumeister Rochus Graf zu Lynar den Bau des Westflügels und Hofabschluss sowie die nördlich anschließende Hofapotheke. Kurfürst Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, ließ das nach dem Dreißigjährigen Krieg ziemlich verfallene Schloss wieder herrichten. In der Spätzeit seiner Herrschaft entstanden bedeutende Innenräume wie die Kugelkammer oder die Braunschweigische Galerie. Letztere wurde in den durch Johann Arnold Nering ausgeführten Galerietrakt an der Spree eingebaut.

Königszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Barockschloss der Königszeit auf einer Zeichnung von P. Schenk, 1702
Schloss und Reiterstandbild des Großen Kurfürsten auf einem Stich von J. G. Rosenberg, 1781
Ansicht des Schlüterhofs des Berliner Schlosses, Gemälde von Eduard Gaertner, 1830
Ansicht der Rückseite der Häuser an der Schlossfreiheit, Gemälde von Eduard Gaertner, 1855

Unter Kurfürst Friedrich III. (ab 1701: König Friedrich I. in Preußen) kam es zum Ausbau des Schlosses zur Königsresidenz. Nach Arnold Nering und Martin Grünberg erhielt Andreas Schlüter 1699 die Stelle als Bauleiter am Zeughaus und wurde noch im gleichen Jahr zum Schlossbaumeister ernannt. Schlüter baute das Schloss zu einem bedeutenden Profanbau des protestantischen Barocks um. Sein Entwurf blieb eher konservativ und wurde vom alten Schloss bestimmt. Er war stark von Berninis Entwurf für den Louvre beeinflusst.[11] Zu der von ihm beabsichtigten Vierflügelanlage kam es nicht. Schlüter konnte nur die Flügel zum Lustgarten und zur Stadt sowie um den später nach ihm benannten Schlüterhof fertigstellen. Vorbild der Gestaltung des Baus zum Schlossplatz war die Fassade des Palazzo Madama in Rom, die Schlüter um das monumentale Kolossalportal I ergänzte. Die Repräsentations- und Privaträume des Schlosses schmückte er bildhauerisch sowie durch Deckengemälde, unter anderem von Augustin Terwesten. Wegen seiner hauptsächlich von Andreas Schlüter geschaffenen Fassaden und Innenräume galt das Schloss als ein Hauptwerk des Barock.[12]

Auf Wunsch des Königs sollte der Münzturm[13] genannte Bau an der Nordwestecke des Schlosses, mit einem für 12.000 Gulden in Holland erworbenen Glockenspiel versehen, bis zu einer Höhe von 94 Meter aufgestockt werden. Dafür erwiesen sich aber die Fundamente des mittelalterlichen Baus als unzureichend, obwohl Schlüter mit damals neuartigen Eisenarmierungen sie zu verstärken versuchte. Schließlich musste der unfertige Turm aus statischen Gründen aufwendig abgetragen werden, und Schlüter wurde 1706 als Hofbaumeister entlassen, blieb aber als Hofbildhauer im Amt.[14] Schlüters Posten übernahm sein Konkurrent Johann Friedrich Eosander, der einen neuen Erweiterungsplan für das Schloss vorlegte. Der Plan konnte nur zum Teil ausgeführt werden, hauptsächlich rund um den späteren Eosanderhof, weil nach dem Tod Friedrichs I. dessen Nachfolger Friedrich Wilhelm I. in einem programmatischen Akt das künstlerische Leben am Berliner Hof zum Erliegen brachte. Er ließ das Schloss vom weniger bedeutenden Schüler Schlüters, Martin Heinrich Böhme, äußerlich in vereinfachter Form vollenden, die Repräsentationsräume aber prunkvoll ausstatten.[15] Auf die Südostdecke kam eine kleiner Kuppelturm für das Geläut der Schlosskapelle hinzu.[16] Anfang des 18. Jahrhunderts war das im Auftrag von Friedrich I. geschaffene Bernsteinzimmer Bestandteil des Schlosses. Friedrich Wilhelm I. schenkte es 1716 dem russischen Zaren Peter dem Großen, der es im Katharinenpalast in Zarskoje Selo nahe Sankt Petersburg einbauen ließ.

Nach seiner Thronbesteigung im Jahr 1840 bezog Friedrich Wilhelm IV. eine Zimmerflucht im ersten Obergeschoss entlang der Spree und dem Lustgarten. Sein Arbeitszimmer ließ er bereits als Kronprinz im Jahr 1826 in dem Chor und ehemaligen Gemeinderaum der spätgotischen Erasmuskapelle einrichten. Die Bücher- und Zeichenschränke des Raumes wurden von Karl Friedrich Schinkel entworfen. Das mittelalterliche Schlingrippengewölbe, das Friedrich II. überbauen ließ, wurde unter Friedrich Wilhelm IV. wieder freigelegt.[17] Einen Eindruck dieses Ambientes vermittelt das Porträt von Franz Krüger.[18] Das Arbeitszimmer war der Raum im Berliner Stadtschloss, in dem Friedrich Wilhelm IV. nicht nur die meiste Zeit verbrachte und Gäste empfing, sondern auch seine Regierungsgeschäfte führte und Bauprojekte plante.[19]

Neben dem Arbeitszimmer spielten im Berliner Stadtschloss vor allem drei Räume eine wichtige Rolle: das Sternzimmer als Festsaal, der anschließende Speisesaal und der 100 Quadratmeter große Teesalon als Gesellschaftszimmer.[20] Der Teesalon als ehemaliges Konzertzimmer Friedrichs II. wurde von Schinkel nach den Entwürfen Friedrich Wilhelms im Stil des Klassizismus umgestaltet. Der Raum war mit zwei dutzend Sesseln und Stühlen, zwei nach antiken Vorbildern nachempfundenen Klinen und einer Raum einnehmenden halbrunden Bank ausgestattet. Friedrich Wilhelm und seine Frau luden vor allem Gelehrte und Künstler zum ungezwungenen geistigen Austausch in diesen Raum ein.[21] So soll hier der Naturforscher Alexander von Humboldt dem Kronprinzenpaar den ersten Band seines Werkes Kosmos vorgelesen haben.[20]

Mit Ausnahme des zentralen, 60 Meter hohen Kuppelbaus über dem Eosanderportal fanden im 19. und 20. Jahrhundert an der Außenansicht nur noch kleinere Änderungen statt. Der Architekt Friedrich August Stüler und sein Bauleiter Albert Dietrich Schadow errichteten die Kuppel mit oktogonalem, pilastergeschmücktem Tambour in den Jahren 1845–1853. Der Bau erfolgte nach einem durch den klassizistischen Baumeister Karl Friedrich Schinkel bearbeiteten Entwurf von Friedrich Wilhelm IV.[22] Der von 24 gerade schließenden, hochrechteckigen Fenstern belichtete Kuppelbau beherbergte die Schlosskapelle, die im Januar 1854 geweiht wurde. Das Tambouroktogon wurde von einer Balustrade abgeschlossen, wobei die Eckpunkte des Oktogons mit acht Statuen akzentuiert waren. Hinter der Balustrade begann ein weiterer, eingezogener runder Tambourteil. Um diesen eingezogenen Tambourteil lief unterhalb des Kranzgesimses ein preußischblaues Schriftband mit dem Text: „Es ist in keinem anderen Heil, es ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, denn der Name Jesu, zu Ehren des Vaters, dass im Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erden sind.“[23][24] Die Kuppelkonstruktion mit einem metallenen Dachstuhl war durch Wulstrippen vertikal in 24 Felder und horizontal durch zwei Reihen von Okuli gegliedert. An ihrem höchsten Punkt wurde sie von einer Laterne bekrönt: Acht Engel mit gespreizten Flügeln auf einer runden Balustergalerie trugen eine offene Kuppelkonstruktion aus acht Palmzweigen, oberhalb der sich ein Kreuz über einem Kugelknauf zentral erhob.

Kaiserzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über den Lustgarten, um 1900
Blick über den Schlossplatz, um 1900

Als Wilhelm II. den Thron bestieg, wählte er das Schloss zu seinem Wohnsitz. Zu diesem Zweck ließ er es technisch modernisieren und Wohnräume für seine Familie einrichten. Den umgestalteten Weißen Saal erweiterte auf Kosten des Eosanderhofs eine Galerie. Ihre Fortsetzung, die den Besuchern erlauben sollte, im gesamten zweiten Stock zu zirkulieren, blieb 1914 liegen. Der kleine Kuppelturm des Soldatenkönigs erhielt ein Pendant als Uhrtürmchen. Es diente zur Blickverdeckung auf den erhöhten Dachfirst des Weißen Saals.[25] Für die bis dahin frei zugänglichen Schlossportale schufen namhafte Kunstschmiede verglaste Gitter. Es lieferten Eduard Puls die Tore für die Portale I und II sowie III (Eosanderportal), Schulz und Holdefleiß das Tor für das Portal IV und die Gebrüder Armbruster das Tor für Portal V.[26]

Wenngleich das Berliner Schlossumfeld unvollendet im Sinne der Planungen Schlüters und Eosanders blieb, wo es als Teil einer zu errichtenden größeren städtebaulichen Anlage gedacht war, ergab sich mit den umliegenden Gebäuden in der Mitte Berlins ein repräsentatives städtebauliches Ensemble, zumal sich die Gebäude im direkten Umfeld des Schlosses hinsichtlich Größe, Proportion und Ausrichtung auf das Schloss als maßstabsgebendes Gebäude bezogen.

Auch war das Schloss als bedeutsames Barockgebäude und größtes Bauwerk des Berliner Stadtzentrums der Endpunkt der Prachtstraße Unter den Linden. Mehrere Straßen wurden auf das Stadtschloss ausgerichtet, was auch der städtebauliche Hobrecht-Plan von 1862 berücksichtigt hatte. Zunächst waren nicht alle Fassaden auf Fernwirkung gestaltet, die Westfassade blieb bis 1894 durch die Schlossfreiheit verdeckt. Ab 1894 wurde die Häuserzeile für den Bau des Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals abgerissen, wodurch der freie Blick auf die Westfassade und das Eosanderportal des Schlosses entstand. Der zweimalige Neubau des Doms am Lustgarten, 1747 durch Boumann den Älteren und 1905 durch Julius Carl Raschdorff, Schinkels Schlossbrücke und das Königliche Museum von 1824 und 1830, der Neptunbrunnen und das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal, beide von Reinhold Begas 1891 und 1898, werteten die städtebauliche Position des Schlosses auf.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portal IV des Schlosses mit den Rossebändigern, um 1900
„Liebknechtportal“ des Staatsratsgebäudes, 2015

Monarchie: Hohenzollernresidenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss war Schauplatz und mitunter Symbol bedeutender Ereignisse in der deutschen Geschichte. Ab 1701 diente es als königlich-preußische und ab 1871 als kaiserlich-deutsche Winterresidenz. In dem Gebäude wurde Friedrich der Große geboren, dessen Politik den deutschen Dualismus verursachte. Der Preußische Staatsrat tagte von 1817 bis 1848 im Staatsratssaal des Berliner Stadtschlosses. Die von Karl Friedrich Schinkel zu diesem Zweck gestalteten Räumlichkeiten beherbergten ab 1910 den Präsidenten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften. Auslöser der Märzrevolution in Preußen war eine friedliche Demonstration auf dem Schlossplatz am 18. März 1848. König Friedrich Wilhelm IV. hatte versucht, durch eine Rede vom Balkon über Portal I durch Zugeständnisse die Massen zu beruhigen, dann aber befohlen, den Platz zu räumen. Dabei entwickelte sich ein spontaner Barrikadenaufstand, der in die Revolution überging.

Bei Beginn des Ersten Weltkriegs hielt Kaiser Wilhelm II. vom Balkon des Portals V[27] am 31. Juli und 1. August 1914 zwei Balkonreden an zehntausende im Lustgarten versammelte Berliner. Die Ansprachen sollten die Menschen auf den beginnenden Krieg einstimmen und die nationale Einheit beschwören. Die zweite Rede fand durch eine später angefertigte Schallplattenaufnahme große Verbreitung.[28]

Wegen seiner Verbindung mit Johann Sebastian Bach gilt das Schloss auch als „Bachort“. Im Jahr 1719 lernte der Komponist hier den Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg kennen und widmete ihm die berühmten Brandenburgischen Konzerte, die wahrscheinlich 1721 im Schloss aufgeführt wurden.[29]

Weimarer Republik: Schlossmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Anfang der Weimarer Republik stand ein Ereignis der Novemberrevolution im Berliner Schloss.[30] Nachdem am frühen Nachmittag des 9. November 1918 Philipp Scheidemann am Reichstagsgebäude die Abdankung Wilhelms II. bekanntgegeben und die Republik ausgerufen hatte, verließ die Schlosswache ihre Posten. Nur wenige Hofbeamte und die Kastellane blieben im Gebäude.

Vor einer sich ums Schloss ansammelnden Menschenmenge proklamierte gegen 15.30 Uhr der Spartakusführer Karl Liebknecht die „freie sozialistische Republik Deutschland“. Anschließend begab er sich ins Schloss und soll vom Balkon des Portals IV der Ansprachen des Kaisers erneut die „freie sozialistische Republik Deutschland“ ausgerufen haben.[31] Inzwischen waren zahlreiche Menschen in das unbewachte Schloss eingedrungen und hatten mit einer Plünderung begonnen. Liebknechts Ausrufung der Räterepublik blieb folgenlos, ging aber als symbolischer Akt in die Überlieferung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) ein, zu deren Gründern er wenige Wochen später gehörte.

Durch das Inkrafttreten des Groß-Berlin-Gesetzes 1920 verlor das Schloss seinen Status als Gutsbezirk im Landkreis Niederbarnim[32] (der allerdings in älteren Gemeindestatistiken noch nicht auftaucht)[33] und wurde erst von da an Teil der Stadt Berlin.

Als Schlossmuseum beheimatete das Schloss ab 1921 das Kunstgewerbemuseum Berlin und andere Institutionen; im Schlüterhof fanden Konzerte der Berliner Philharmoniker statt.[34]

Berliner Republik: Humboldt-Forum (ab 2020)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Wiederaufbau (voraussichtlich Ende 2020) soll das Berliner Schloss eine museale Nutzung durch das Humboldt Forum bekommen und sich somit in das Gesamtkonzept der Museumsinsel einfügen.[35] Hierzu sollen die Sammlungen der außereuropäischen Kunst der Stiftung Preußischer Kulturbesitz aus dem Museumszentrum Dahlem in das Schloss verlegt werden und in Kombination mit den Beständen an europäischer Kunst auf der Museumsinsel einen Ort der Weltkultur bilden. Ein „Agora“ genanntes Veranstaltungszentrum soll Kulturen der Welt vereinen,[36] womit an die wissenschaftlich-kulturelle Vergangenheit des Ortes angeknüpft wird. Außerdem wird eine Berlin-Ausstellung im Auftrag des Landes Berlin als Koproduktion zwischen Kulturprojekte Berlin und dem Stadtmuseum Berlin entstehen.[37] Sie soll die Kulturen der Welt in den Obergeschossen thematisch mit der Stadt Berlin verknüpfen, wobei ein Schwerpunkt dabei auf die internationale Geschichte Berlins gelegt wird.[38] Im April 2015 berief Kulturstaatsministerin Monika Grütters den Briten Neil MacGregor zum Leiter der Gründungsintendanz, die innerhalb der nächsten zwei Jahre inhaltliche Schwerpunkte für das Humboldt Forum herausarbeiten soll.[39]

Das Berliner Schloss hatte als Residenz der Hohenzollern grundsätzlich eine andere Funktion als das Humboldt Forum. Es bildete damals mit dem Alten Museum (Kultur), Berliner Dom (Evangelische Kirche), Zeughaus (Militär) ein programmatisches Gebäudeensemble im Mittelpunkt der preußischen Hauptstadt. Heute befindet sich das politische Zentrum der Bundesrepublik Deutschland, abgesehen von den Ministerien, seit dem Umzug des Bundeskanzleramtes aus dem Staatsratsgebäude an seinen heutigen Platz westlich des Reichstagsgebäudes und dem Abriss des Palastes der Republik überwiegend am Spreebogen. Der Bundespräsident hat als deutsches Staatsoberhaupt seinen Amtssitz im Schloss Bellevue. Dennoch wird mit dem Neubau bewusst an die Tradition und Bedeutung des Hohenzollernhauses sowohl architektonisch als auch städtebaulich angeknüpft, da der Neubau – wie früher – die Sichtachse des Boulevards Unter den Linden vom Tiergarten aus beendet und zugleich die kubische Stadtplanung der historischen Mitte Berlins vervollkommnet.

Historische Innenräume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundriss des Hauptgeschosses mit den Paradekammern, 1875

Das Berliner Schloss umfasste einschließlich Kellergeschoss, Nebenräumen und Dachgeschoss zuletzt insgesamt rund 1200 Innenräume, davon ca. 100 Repräsentationsräume der brandenburgischen Kurfürsten, preußischen Könige und deutschen Kaiser.

Erdgeschoss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polnische Kammern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Polnischen Kammern lagen im Lustgartenflügel östlich von Portal V und waren nach August dem Starken benannt, dem König von Polen. Sie wurden vermutlich um 1700 von Andreas Schlüter erbaut. Zu den wichtigsten Räumen zählten der Korridor und das Schlafzimmer.

Mecklenburgische Kammern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mecklenburgischen Kammern lagen im Westflügel nördlich von Portal III und waren nach Alexandrine von Mecklenburg benannt, einer Schwester Wilhelms I. Zu den bedeutendsten Räumen zählten das Schlafzimmer, der Salon, das Schreibzimmer und der Salon der Petit Appartements.

Staatsratszimmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsratszimmer lagen im Schlossplatzflügel westlich von Portal II und dienten als Behördensitz. Hervorzuheben waren hier das Arbeitszimmer des Präsidenten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und der Sitzungssaal des Preußischen Staatsrats.

Erstes Obergeschoss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königskammern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Königskammern Friedrich Wilhelms II. gehörten zu den Meisterwerken des deutschen Klassizismus. Erbaut 1787–1789 von Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff und Carl von Gontard, lagen sie im Lustgartenflügel westlich von Portal V. Die gartenseitige Raumabfolge bestand aus dem Garde-du-Corps-Saal über Portal V, der Rotdamastenen Kammer, der Gründamastenen Kammer, dem Thronzimmer, dem Großen Säulensaal über Portal IV, dem Speisesaal, der Grünen Französischen Kammer und der Blauen Französischen Kammer. Die hofseitige Raumabfolge bestand aus dem Bunten Gang, dem Parolesaal (mit der Prinzessinnengruppe von Johann Gottfried Schadow), dem Weißen Zimmer und dem Konzertzimmer.

Wohnung Königin Friederikes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wohnung Königin Friederikes war ein weiteres Meisterwerk des deutschen Klassizismus. Sie wurde in den Jahren 1789–1791 nach Plänen von Carl Gotthard Langhans erbaut und lag im Schlossplatzflügel westlich von Portal II. Zu den wichtigsten Räumen zählten der Pfeilersaal über Portal II, die Rote Marmorkammer, das Gesellschaftszimmer und der Marmorsaal.

Wohnung Friedrich Wilhelms IV.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Wilhelm IV. in seinem Arbeitszimmer, Gemälde von Franz Krüger, um 1846 – In seinem Arbeitszimmer verbrachte der König die meiste Zeit und empfing er auch Gäste. Seine dort ausgestellte Privatsammlung erhellt die Mittelalterverehrung und -rezeption des Monarchen.[40]

Die Wohnung Friedrich Wilhelms IV. gehörte ebenfalls zu den Meisterwerken des deutschen Klassizismus. Erbaut in den Jahren 1824–1828 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel, reichte sie von der Mitte des Ostflügels bis Portal I des Schlossplatzflügels. Zu den bedeutendsten Räumen zählten die als Arbeitszimmer des Königs dienende Erasmuskapelle (ehemalige Schlosskapelle, ursprünglich 1465 angelegt, ab 1538 überarbeitet von Caspar Theiss), das Schreibzimmer (ehemaliges Schreibzimmer Friedrichs des Großen), das Wohnzimmer, der Teesalon, das Speisezimmer und der Sternsaal über Portal I.

Kaiserliche Wohnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kaiserliche Wohnung lag im Schlossplatzflügel westlich von Portal I und diente als Wohnung Kaiser Wilhelms II. Sie bestand aus dem Empfangszimmer (ehemaliges Audienzzimmer Friedrichs des Großen), dem Arbeitszimmer (ehemaliges Arbeitszimmer Friedrichs des Großen), dem Vortragszimmer, dem Kleinen Ankleidezimmer, dem Vorzimmer der Kaiserin, der Marmortreppe, dem Speisesaal, der Bibliothek des Kaiserpaars, dem Großen Ankleidezimmer, der Fürstentreppe und dem Joachimsaal, der als einziger Raum der Wohnung im zweiten Obergeschoss über Portal II lag.

Hohenzollernwohnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hohenzollernwohnung lag im Südteil des Westflügels und diente als Wohnung Karl Antons von Hohenzollern, des preußischen Ministerpräsidenten während der Neuen Ära. Zu den wichtigsten Räumen zählten der Salon, das Kabinett und das Wohnzimmer.

Wilhelmsche Wohnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wilhelmsche Wohnung lag im Nordteil des Westflügels und diente als Wohnung des Prinzen Wilhelm. Zu den bedeutendsten Räumen zählten das Prinz-Wilhelm-Zimmer, das Erste Schlafzimmer, der Salon, das Zweite Schlafzimmer, das Badezimmer und das Gästeschlafzimmer (ehemalige Bibliothek Friedrich Wilhelms II.).

Hausbibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hausbibliothek lag im Spreeflügel des Schlosses. Sie war auf mehrere Bibliotheksräume im Turm Kurfürst Friedrichs II., in der Galerie des Großen Kurfürsten, im Herzoginhaus und im Grünen Hut verteilt.

Zweites Obergeschoss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paradekammern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Paradekammern Friedrichs I. gehörten zu den Meisterwerken des europäischen Barock. Erbaut in den Jahren 1698–1713 nach Plänen von Andreas Schlüter und Johann Friedrich Eosander, reichten sie von der Mitte des Ostflügels über den gesamten Lustgartenflügel bis zur Mitte des Westflügels. Als östlicher Zugang diente das Große Treppenhaus (auch Wendeltreppe genannt) hinter dem Schlüterportal, als westlicher Zugang die Weiße-Saal-Treppe neben dem Eosanderportal. Den Auftakt der Paradekammern bildeten der Schweizersaal, die Erste Paradevorkammer und die Zweite Paradevorkammer im Ostflügel. Im Lustgartenflügel folgten das Königszimmer, die Drap-d’or-Kammer, die Rote-Adler-Kammer, der Rittersaal, die Schwarze-Adler-Kammer, die Rote-Samt-Kammer, der Kapitelsaal, die Bildergalerie, der Grüne Salon und das Königinzimmer. Den Abschluss der Paradekammern bildeten der Weiße Saal und die Schlosskapelle im Westflügel.

Höhepunkt der Paradekammern war der besonders prachtvolle Rittersaal über Portal V. Er war 17 Meter lang, 13 Meter breit, 9,75 Meter hoch und lag in der Sichtachse Unter den Linden. Die Türwand im Süden schmückte der Trompeterchor, die Fensterwand im Norden eine Wappenkartusche mit dem königlichen Monogramm „FR“. An der Ostwand stand das Silberbuffet (aktuell im Schloss Köpenick ausgestellt), an der Westwand ein Königsthron. Das Deckengemälde von Johann Friedrich Wentzel stellte die Verherrlichung der Regierung Friedrichs I. dar, die Sopraporten zeigten die vier damals bekannten Erdteile Amerika, Asien, Afrika und Europa.

Elisabethkammern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Elisabethkammern waren nach der Königin Elisabeth Christine benannt und reichten von der Mitte des Ostflügels bis Portal I des Schlossplatzflügels. Sie wurden vermutlich um 1700 von Andreas Schlüter begonnen und umfassten das vom Schweizersaal der Paradekammern aus zugängliche Vorzimmer, das Rote Zimmer, das Samtzimmer, das Eckzimmer, das Blaubartzimmer und den Elisabethsaal über Portal I.

Prinzess-Marie-Kammern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Prinzess-Marie-Kammern waren nach einer Großnichte Friedrich Wilhelms IV. benannt und reichten von Portal I bis Portal II des Schlossplatzflügels. Sie folgten auf den Elisabethsaal und bestanden aus dem Kabinett (ehemaliges Geburtszimmer Friedrichs des Großen), dem Östlichen Zimmer, dem Mittelzimmer und dem Westlichen Zimmer (auch Prinzess-Marie-Saal genannt) über Portal II.

Kurfürstenzimmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kurfürstenzimmer lagen im Nordteil des Spreeflügels und waren nach dem Großen Kurfürsten benannt, unter dessen Herrschaft ihr Bau begann. Zu den wichtigsten Räumen zählten die Kleine Galerie, die Kugelkammer, die Betkammer, die Brautkammer, das Kronkabinett und das Chinesische Kabinett. Sie wurden seit Friedrich Wilhelm I. zum Trauungszeremoniell der preußischen Könige benutzt.

Braunschweigische Kammern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Braunschweigischen Kammern lagen im Südteil des Spreeflügels und waren nach den Herzögen von Braunschweig benannt, die sie als Gästezimmer nutzten. Zu den bedeutendsten Räumen zählten die Braunschweigische Galerie und die ehemalige Kapelle der Kurfürstin, die als erster Barockraum Norddeutschlands galt.

Drittes Obergeschoss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im dritten Obergeschoss lagen vor allem Nebenräume, aber auch geschossübergreifende Innenräume. Dazu gehörten der Elisabethsaal über dem Portal I, der Joachimsaal über dem Portal II, die Schlosskapelle über dem Eosanderportal, der Weiße Saal, die Bildergalerie, der Kapitelsaal, der Rittersaal über dem Portal V und der Schweizersaal der Paradekammern.

Historische Außenräume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild des Berliner Schlosses, um 1920. Oben die Schlossfreiheit mit dem Nationaldenkmal, rechts der Lustgarten, unten die Spree und links der Schlossplatz mit dem Schlossbrunnen.

Nordseite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Nordseite am Lustgarten wurde 1844–1846 die Schlossterrasse erbaut. Sie glich den Höhenunterschied des Geländes aus und schirmte das Schloss vom Straßenverkehr ab. Die Terrasse bestand aus einem kürzeren Ostteil, der von Portal V bis Portal IV reichte, und einem längeren Westteil, der sich von Portal IV bis zur Ecke Schlossfreiheit erstreckte. In der Terrassenmitte verlief ein 6 Meter breiter Pflasterweg, den zwei je 6 Meter breite Rasenflächen mit Pflanzen und Blumen säumten. Auf der Balustrade wurden 1846 vor Portal IV die Rossebändiger und an der Ecke Schlossfreiheit die Adlersäule aufgestellt. Die Rossebändiger waren Meisterwerke des in Sankt Petersburg tätigen Bildhauers Peter Clodt von Jürgensburg. An der Adlersäule wirkte der berühmte französische Bildhauer Christophe Fratin mit. 1907 kamen auf der Balustrade noch die Oranierfürsten hinzu.

Westseite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Westseite an der Schlossfreiheit wurde 1897 das vom Bildhauer Reinhold Begas geschaffene Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal enthüllt. Für den Bau der monumentalen Anlage musste eine ganze Häuserzeile weichen. Die angrenzenden Grünflächen erhielten 1898 eine ähnlich repräsentative Gestaltung wie der Schlossplatz.

Südseite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Südseite am Schlossplatz wurde 1891 der vom Bildhauer Reinhold Begas geschaffene Schlossbrunnen enthüllt. Er war ein Geschenk Berlins an den Kaiser und lag vor Portal II in der Achse der Breiten Straße. Die Idee, an dieser Stelle einen Brunnen zu bauen, stammte schon von Karl Friedrich Schinkel. 1901 wurde der Schlossplatz zum zeitgenössischen Schmuckplatz mit Teppichbeeten, Mosaikpflaster und Eisenkandelabern umgestaltet. In engen Zusammenhang mit dem Schloss stand auch das 1703 von Andreas Schlüter geschaffene und als Meisterwerk der Barockkunst geltende Reiterstandbild des Großen Kurfürsten auf der Kurfürstenbrücke.

Zerstörung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht des beschädigten Südflügels am Schlossplatz, 1945
Ansicht des beschädigten Nordflügels am Lustgarten, 1946

Während des Zweiten Weltkriegs brannte das Schloss bei dem schweren Luftangriff vom 3. Februar 1945 auf das Berliner Stadtzentrum bis auf den Nordwestflügel aus. Das Feuer hatte nahezu alle Prunkräume im Nord- und Südflügel vernichtet. Weitere Schäden an der Schlossplatzfassade entstanden Ende April während der Schlacht um Berlin durch Artilleriebeschuss.

Erhalten blieben die Außenmauern mitsamt dem plastischen Schmuck, die tragenden Wände und größtenteils die Haupttreppenhäuser. Der gering beschädigte Flügel mit dem Weißen Saal diente weiterhin dem Kunstgewerbemuseum Berlin als Magazin und Verwaltungssitz. In anderen erhalten gebliebenen Teilen des Schlosses befanden sich Abteilungen des Landesdenkmalamtes und der vormals preußischen Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten. Im unzerstörten Erdgeschoss des Schlossplatzflügels mit Schinkels Staatsratssaal hatte eine Baufirma ihren Sitz, die Sicherungs- und Bergungsarbeiten im Schloss und seiner Umgebung ausführte.[41]

Stadtbaurat Hans Scharoun beantragte sofort Maßnahmen zur Erhaltung des Schlosses. Doch dem stimmte der Magistrat Werner, der im Mai 1945 von der sowjetischen Militärregierung eingesetzt worden und von der KPD dominiert war, nur widerwillig und teilweise zu. Dadurch entstanden durch Witterungseinflüsse weitere Schäden. Im demokratisch gewählten Magistrat Ostrowski war ab Dezember 1946 Karl Bonatz Scharouns Nachfolger. Auch er sah, in seinem „Bonatzplan“ für den Wiederaufbau Berlins, die Erhaltung des Schlosses vor.[42] Im Weißen Saal fanden zwischen August 1946 und März 1948 vier Ausstellungen statt, die von vielen Menschen besucht wurden.

Seit der Teilung Berlins im Sommer und Herbst 1948 verhinderte der nun für das Schloss verantwortliche SED-geführte Ost-Berliner Magistrat nach und nach die weitere Benutzung sowie Sicherungsarbeiten und Beheizung. Die Volkspolizei kündigte im Oktober 1948 den im Schloss untergebrachten Institutionen die Räumung an. Nachdem ihre Proteste nichts bewirkt hatten, verlegten sie ihre Dienstsitze nach West-Berlin.[43] Im März 1949 sperrte die Bauaufsichtsbehörde das Schloss, obwohl eine Sachverständigenkommission es für nicht einsturzgefährdet erklärt hatte.

Im Oktober 1949 zerstörten Sowjetsoldaten bei Dreharbeiten zum sowjetischen Film Die Schlacht um Berlin mehrere Skulpturen und noch erhaltene Ausstattungsstücke sowie hunderte Glasfenster des Schlosses.[44]

Deutsche Demokratische Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abriss des erhaltenen Eosanderportals, 1950
Abriss des erhaltenen Schlüterhofs, 1950

Nachdem die Berliner Öffentlichkeit im Winter 1948/1949 die Anzeichen des offenbar bevorstehenden Abrisses des Schlosses diskutiert hatte, streute die SED-gesteuerte Presse zunächst im Februar 1950 Desinformationen aus.[44] Während der Führungszirkel der SED den Wiederaufbau des Schlosses einhellig ablehnte, stellte er zunächst den amtlichen Wiederaufbauplan nicht in Frage und duldete interne Diskussionen des Kulturbundes über die Neugestaltung der Mitte Berlins.[45]

Mit Gründung der DDR war die Zuständigkeit für den Wiederaufbau des Berliner Stadtzentrums an eine Abteilung des Ministeriums für Aufbau übergegangen. Auf dem III. Parteitag der SED gab am 23. Juli 1950 Walter Ulbricht, der neue Generalsekretär des ZK (Zentralkomitee) der SED, den bevorstehenden Abriss des Schlosses bekannt. An der Stelle des Schlosses selbst, wie auch des Lustgartens, der Schlossfreiheit und des Schlossplatzes sollte ein Kundgebungsplatz entstehen, „auf dem der Kampfwille und Aufbauwille unseres Volkes Ausdruck finden können.“ Dies kündigte Ulbricht an, ohne dass zuvor Diskussionen oder Absprachen im Politbüro, im Ministerrat oder mit dem Oberbürgermeister stattgefunden hatten.[46]

In den folgenden Wochen bekamen Ulbrichts Ideen Gesetzesform. Der entsprechende Ministerratsbeschluss wurde Ende August 1950 veröffentlicht. Den Kundgebungsplatz umgeben sollten im Westen ein FIAPP-Denkmal anstelle des zu beseitigenden Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals, im Süden ein neues Opernhaus und im Osten eine Zuschauertribüne. Stehenbleiben sollten Altes Museum, Dom und Marstall. Auf der anderen Seite der Spree sollte sich hinter der Tribüne ein „repräsentatives Hochhaus“ erheben. Neben der Vernichtung des Schlosses sah der Plan auch die flächenhafte Abräumung der nur zum Teil zerstörten Mitte Alt-Berlins und des Nordens Alt-Köllns zugunsten einer zentralen Verkehrsachse von der Stalinallee über den Alexanderplatz zum Brandenburger Tor vor.

Führende Vertreter des Berliner Kulturlebens verwarfen auf einer Veranstaltung des Aufbauministeriums am 30. August 1950 einhellig den Plan und versuchten angesichts der für den 6. September vorgesehenen Abstimmung der Volkskammer eine öffentliche Diskussion in Gang zu bringen.[47] Richard Hamann nannte das Schloss „in allen Kunstgeschichten der Welt genannt und abgebildet […] ein Repräsentant eines spezifisch norddeutschen Barock, der sich Michelangelos St. Peter in Rom, dem Louvre in Paris würdig zu Seite stellt“,[48] Walter Hentschel „eines der bedeutendsten Baudenkmäler Deutschlands, ja der ganzen Welt“.[49] Walter Friedrich schrieb, es gehört „zu den bedeutendsten Schöpfungen deutscher Baukunst“,[50] für Ragnar Josephson war es „in großgeformter, kraftvoller Ganzheit […] ein Denkmal der souveränen Barockkunst in Europa“,[51] für Ernst Gall „eines der gestaltreichsten baulichen Kunstwerke, die unsere Welt […] ihr eigen nennen darf“.[52] Für Johannes Stroux galt das Schloss als „eines der bedeutendsten Baudenkmäler nationaler Kunst und des Spätbarock überhaupt“[53] und für Horst-Wolf Schubert (1903–1977), Kunsthistoriker und Landeskonservator von Sachsen-Anhalt, „eine der bedeutendsten Schöpfungen der deutschen Baukunst; es hat Weltgeltung“.[54] Hans Scharoun meinte speziell zum Schlüterhof: „von einmaliger Bedeutung … [erlangte] Weltruhm“.[55] Die verantwortlichen SED-Politiker gingen auf die zahlreichen, kunsthistorisch oder geschichtspolitisch begründeten Proteste nicht ein oder führten Kostenargumente an. Beispielhaft war die Antwort, die Ulbricht einem protestierenden SED-Genossen erteilte. Dessen „Stellungnahme“ sei ihm „bereits aus Westberliner Zeitungen bekannt“, er empfehle ihm, „eine Protestbewegung gegen jene zu organisieren, die das Schloss durch ihren Bombenterror zerstört haben“ und kündigte an, dass „architektonisch wichtige Partien im Innern des Schlosses, soweit sie den amerikanischen Bombenterror überstanden haben“, in ein Museum überführt werden.[56]

Am 7. September 1950, dem Tag nach dem Volkskammerbeschluss, begannen die abschnittsweisen Sprengungen des Schlosses.[57] Diese Vernichtung von einzigartigem Kulturgut wurde weltweit kritisiert.[58] Von erfolglosen Protesten begleitet, endeten sie am 30. Dezember 1950 mit der Niederlegung des Eosanderportals. Zerkleinerungssprengungen von Kapitellen, anderen größeren plastischen Teilen und von Kelleranlagen endeten im März 1951.

Ohne ausreichende Planung hatte ein wissenschaftliches Aktiv etwa 2000 künstlerisch wertvolle plastische Arbeiten und Architekturteile geborgen und den Bau vor seiner Vernichtung in der Eile nur unsystematisch dokumentieren können. Dies war, wie die Zukunft erwies, zur Beruhigung der Öffentlichkeit geschehen. Die wissenschaftliche Bearbeitung der Dokumentation kam nicht zustande und die erhaltenen Teile verwahrlosten auf einem Lagerplatz, wo sich ihre Spur nach 1965 verlor.[59] Die Schuttmassen des gesprengten Schlosses gelangten auf Trümmerbahnen und Spreekähnen zu Trümmerbergen am Rand des Tierparks Friedrichsfelde und im Volkspark Friedrichshain, in ehemalige Kiesgruben auf dem Gelände des Stadtforstes Köpenick unweit des Seddinsees und auf ein Privatgrundstück in Berlin-Schmöckwitz.[60]

Obwohl das SED-Organ Neues Deutschland den Abriss im August 1950 unter dem Motto „es soll uns nichts mehr an unrühmlich Vergangenes erinnern“ angekündigt hatte, unterblieb in der DDR eine offizielle Erörterung der historischen und kulturellen Bedeutung des Schlosses. Eine entsprechende Veröffentlichung mit Argumenten für den Abriss wurde 1952 zurückgezogen.[61] In den folgenden Jahrzehnten der SED-Herrschaft in der DDR galt das Thema Berliner Schloss als tabu. Die für die wissenschaftliche Erforschung erforderlichen Akten wurden unter Verschluss gehalten.[62]

Folgebebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marx-Engels-Platz auf dem ehemaligen Schlossgelände, 1951
Palast der Republik auf dem östlichen Geländeteil, 1986

Bis zur Feier am 1. Mai 1951 war der Platz abgeräumt, eingeebnet und mit rotem Ziegelsplitt bedeckt. An seiner Ostseite erhob sich mit dem Rücken zur Spree eine Tribüne. Der um den bisherigen Schlossplatz und den Lustgarten aufgeweitete Platz erhielt zu Ehren der Theoretiker des Kommunismus Karl Marx und Friedrich Engels den Namen Marx-Engels-Platz. Die in den folgenden Jahren ausgearbeiteten Pläne zur Neugestaltung des Marx-Engels-Platzes blieben 20 Jahre unausgeführt. Abgesehen von gelegentlicher Nutzung durch Demonstrationen, Militärparaden und Massenveranstaltungen blieb der Platz bis in die 1970er Jahre ungenutzt.

Das 1963 an seinem südlichen Rand errichtete Staatsratsgebäude erhielt als Eingang das geborgene Portal IV als „wichtige Gedenkstätte der Arbeiterbewegung“.[63] Nachdem die Bergung des Portals V, von dessen Balkon aus Karl Liebknecht am 9. November 1918 die „sozialistische Republik“ ausgerufen hatte, bei der Sprengung des Schlosses 1951 fehlgeschlagen war, wurde stattdessen das ähnliche Portal IV geborgen. Dieses wurde dann als „Liebknechtportal“ ausgegeben und ins Staatsratsgebäude eingebaut.[64]

Erst nach der Absetzung Walter Ulbrichts veranlasste sein Nachfolger Erich Honecker 1971 als programmatische Geste die Errichtung eines Mehrzweckgebäudes auf dem Marx-Engels-Platz.[65] Von 1973 bis 1976 entstand auf dem östlichen Schlossgelände der Palast der Republik. Unter anderem diente das Gebäude als Sitz der Volkskammer.

Nach der politischen Wende erfolgten im unbebauten Bereich des Schlossareals archäologische Grabungen, wobei ein Teil der Schlossfundamente und Kellerbereiche freigelegt wurden. Ein Metallzaun umgab die Fundamente und Erklärungstafeln verdeutlichten etwa das Heizungssystem im Kellerbereich. Im Jahr 1991 erhielt der nördliche Teil des Marx-Engels-Platzes wieder seinen ursprünglichen Namen Lustgarten zurück, während es 1994 zur Umbenennung des restlichen Marx-Engels-Platzes in Schlossplatz kam. Nach seiner Asbestsanierung von 1997 bis 2002 erfolgte zwischen 2006 und 2008 der Abriss des Palastes der Republik. Zum Ausgleich der entnommenen Baumassen erhielt das Fundament eine Betonwanne, in welche entsprechend der abgefahrenen Materialien nasser Kies als Ausgleichsgewicht eingebracht wurde. Mit dieser Maßnahme konnte ein Aufschwimmen der restlichen Fundamente verhindert werden.

Wiederaufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moderne Rückseite des Humboldt-Forums, 2019

Nach der Gründung des Fördervereins Berliner Schloss im Jahr 1992 unter der Leitung Wilhelm von Boddiens erfolgte 2002 der Beschluss des Deutschen Bundestags zum Wiederaufbau des Berliner Schlosses. Seit der Grundsteinlegung am 12. Juni 2013 entsteht an ursprünglicher Stelle unter Verwendung geborgener Teile ein modernes Museumsgebäude mit drei rekonstruierten Fassaden des Schlosses, die durch private Spendengelder finanziert werden. Als Humboldt Forum soll es ab Ende 2020 mit außereuropäischen Sammlungen, weiteren Ausstellungen und öffentlichen Veranstaltungen die Berliner Museumsinsel ergänzen. Über das Projekt und die Geschichte des Bauwerks informiert ein Besucherzentrum am Lustgarten.[66]

Aus dem internationalen Realisierungswettbewerb 2008 ging der italienische Architekt Franco Stella als Sieger hervor. Beim Wiederaufbau werden drei der vier Fassaden, die Kuppel mitsamt Kreuz, ein Eckrondell an der Ostfassade, drei von vier Seiten des Schlüterhofs, die Innenseite des Eosanderportals sowie die Innenportale des Stellahofs (Schlossforum) rekonstruiert. Die Innenarchitektur wird zeitgemäß – weiß, schlicht und rein funktional – ebenso die Ostfassade (auch „Wasserfassade“ genannt) zur Spree (eine Betonwand mit einfachen, aber großen Fenstern) und eine Seite des Schlüterhofes. Nicht rekonstruiert werden die zwei flankierenden Türmchen (oder Nebenküppelchen) über der Westfassade und die historische Burganlage an der Spree. Auch die Innenräume werden vorerst nicht wiederhergestellt. Langfristig ist aber die Rekonstruktion der monumentalen „Wendeltreppe“ am Schlüterhof geplant. Darüber hinaus ist der Lustgartenflügel im Innern so gebaut, dass eine Wiederherstellung einzelner Schlossräume möglich sein wird.[67]

Die Bauarbeiten begannen im März 2013. Am 12. Juni 2013 legte Bundespräsident Joachim Gauck den Grundstein.[68] Am 12. Juni 2015 wurde das Richtfest für den vollendeten Rohbau des Schlosses samt Dachstuhl gefeiert.[69] Die im September 2020 geplante Eröffnung des Humboldt-Forums musste aufgrund der COVID-19-Pandemie bis Jahresende verschoben werden.[70] Am 29. Mai 2020 wurde die Laterne der Schlosskuppel aufgesetzt.[71]

Nachdem das bisherige Spendenziel von 80 Millionen Euro schon früher als geplant erreicht wurde, erhöhte der Förderverein es auf 105 Millionen Euro. Bis April 2020 gingen 99 Millionen Euro Spenden für die Rekonstruktion der Schlossfassaden ein. Für die Balustradenfiguren werden weitere 12 Millionen Euro Spenden benötigt, wovon bis April 2020 bereits 3 Millionen Euro beim Förderverein eingingen.[72] Die Gesamtkosten für das Bauprojekt belaufen sich auf 595 Millionen Euro. Der Baubeginn erfolgte im Jahr 2012, die etappenweise Fertigstellung ist 2020 geplant. Die Bruttogrundfläche beträgt rund 93.600 Quadratmeter, die Nutzfläche circa 44.300 Quadratmeter.[73]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(chronologisch aufsteigend geordnet)

19. Jahrhundert

20. Jahrhundert

  • Goerd Peschken, Hans-Werner Klünner: Das Berliner Schloss. Das klassische Berlin. Propyläen, Berlin 1982, ISBN 3-549-06652-X.
  • Bodo Rollka, Klaus-Dieter Wille: Das Berliner StadtSchloss. Geschichte und Zerstörung. Haude & Spener, Berlin 1987, ISBN 3-7759-0302-X.
  • Lieselotte Wiesinger: Das Berliner Schloss. Von der kurfürstlichen Residenz zum KönigsSchloss. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, ISBN 3-534-09234-1.
  • Erich Konter: Das Berliner Schloss im Zeitalter des Absolutismus. Architektursoziologie eines Herrschaftsortes. Berlin 1991, ISBN 3-7983-1375-X.
  • Liselotte Wiesinger: Deckengemälde im Berliner Schloss. Propyläen, Frankfurt-Berlin 1992, ISBN 3-549-05259-6.
  • Renate Petras: Das Schloss in Berlin. Von der Revolution 1918 bis zur Vernichtung 1950. Verlag für Bauwesen, Berlin 1992, ISBN 3-345-00538-7.
  • Goerd Peschken: Das königliche Schloss zu Berlin. Deutscher Kunstverlag, München.
  • Förderverein Berliner Schloss, Kristin Feireiss (Hrsg.): Das Schloss? Eine Ausstellung über die Mitte Berlins. Redaktion: Kristin Feireiss und Wilhelm von Boddien (Ausstellungskatalog). Ernst, Berlin 1993, ISBN 3-433-02431-6.
  • Förderverein Berliner Schloss, Kristin Feireiss (Hrsg.): Das Schloss? Eine Ausstellung über die Mitte Berlins. Redaktion: Kristin Feireiss und Wilhelm von Boddien (Ausstellungskatalog). Ernst, Berlin 1993, ISBN 3-433-02431-6.
  • Eberhard Cyran: Das Schloss an der Spree. Die Geschichte eines Bauwerks und einer Dynastie. Blanvalet, Berlin 1962. 6. Aufl. Arani, Berlin 1995, ISBN 3-7605-8502-7.
  • Liselotte Wiesinger: Zu dem verschollenen Bilderzyklus von Christian Bernhard Rode in der Alten Kapelle im Berliner Schloss. In: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Jahrbuch 2 (1997/1998), S. 119–132 (Digitalisat auf perspectivia.net, abgerufen am 25. Februar 2013).
  • Dietmar Arnold, Ingmar Arnold: Schlossfreiheit. Vor den Toren des Stadtschlosses. be.bra-Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-930863-33-2.
  • Wilhelm von Boddien, Helmut Engel (Hrsg.): Die Berliner Schlossdebatte. Pro und Contra. Berlin-Verlag Spitz, Berlin 2000, ISBN 3-8305-0106-4.
  • Bernd Maether: Die Vernichtung des Berliner Stadtschlosses. Eine Dokumentation. Berlin Verlag Arno Spitz, Berlin 2000, ISBN 3-8305-0117-X.

21. Jahrhundert

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Berliner Stadtschloss – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Abriss des Berliner Schlosses zu DDR-Zeiten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berliner Schloss – Verein für die Geschichte Berlins e. V.
  2. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Berlin. Hrsg.: Sibylle Badstübner-Gröger, Michael Bollé. 3. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München 2006, ISBN 978-3-422-03111-1, S. 63.
  3. Winfried Schich: Anfänge und Ausbau zweier „Hauptstädte“ der mittelalterlichen Mark Brandenburg In: Wirtschaft und Kulturlandschaft. Berliner Wissenschaftsverlag. Berlin 2007, ISBN 978-3-8305-0378-1, S. 341 f.
  4. Ulrich Schütte: Das Schloss als Wehranlage – befestigte Schlossbauten der frühen Neuzeit. Artikel: Das Schloß in Berlin, S. 118; Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1994
  5. Hans Rothfels, Theodor Eschenburg (Hrsg.): Berlin in Vergangenheit und Gegenwart. In: Tübinger Studien zur Geschichte und Politik, Ausgaben 13–14. Verlag J. C. B. Mohr, Tübingen 1961, S. 318.
  6. Richard Schneider: Das Berliner Schloss. Lukasverlag für Kunst- und Geistesgeschichte Berlin, 2013. S. 7. ISBN 978-3-86732-164-8.
  7. LXXI. 1431 „Der Abt von Lehnin tritt dem Churfürsten ein Haus in Berlin ab“. Codex diplomaticus brandenburgensis continuatus. In: Georg Wilhelm von Raumer (Hrsg.): Sammlung ungedruckter Urkunden zur Brandenburgischen Geschichte, Erster Theil. Berlin 1831, S. 213–214.
  8. Zitat aus dem Codex diplomaticus brandenburgensis. In: Wolfgang Ribbe: Schloss und Schlossbezirk in der Mitte Berlins: Das Zentrum der Stadt als politischer und gesellschaftlicher Ort. Berliner Wissenschafts-Verlag. Berlin, 2005. S. 25. ISBN 978-3-8305-0180-0.
  9. Hansjürgen Vahldiek: Das erste Berliner Schloß, ein Rekonstruktionsversuch. In: Berlin und Cölln im Mittelalter. Books on Demand, Norderstedt 2011, S. 68 ff. ISBN 978-3-8448-8699-3.
  10. Ulrich Schütte: Das Schloss als Wehranlage - befestigte Schlossbauten der frühen Neuzeit; Artikel: Das Schloß in Berlin, S. 121, 124; Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1994
  11. Christian Norberg-Schulz: Barock. In: Pier-Luigi Nervi (Hrsg.): Weltgeschichte der Architektur. DVA, Stuttgart 1985, ISBN 3-421-02830-3, S. 208.
  12. Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Berlin. 3. Aufl. Deutscher Kunstverlag, München 2006, ISBN 978-3-422-03111-1, S. 63.
  13. Der Bau – ursprünglich ein Kanonenturm – beherbergte eine Wasserkunst, mit dem das Reservoir der Wasserspiele im Lustgarten befüllt wurde. Ab 1680 trieb die Wasserkraft auch die Prägemaschine der Münze an, daher der Name.
  14. Hildebrandt: Das Berliner Schloss. Hanser, München 2011, S. 76–86.
  15. Zu den Prachträumen Friedrich Wilhelms I. siehe Albert Geyer: Geschichte des Schlosses zu Berlin. 2. Band. Vom Königsschloss zum Schloss des Kaisers (1698–1918). Bearbeitet von Sepp-Gustav Gröschel. Aus dem Nachlass herausgegeben. Mit einer Einführung von Jürgen Julier. Der Text. Nicolai, Berlin 1993², ISBN 3-87584-431-9, S. 28–31.
  16. Goerd Peschken, Hans-Werner Klünner: Das Berliner Schloß. Das klassische Berlin. Propyläen, Berlin 1982, ISBN 3-549-06652-X, S. 435.
  17. Rolf Thomas Senn: In Arkadien: Friedrich Wilhelm IV. von Preußen. Eine biographische Landvermessung. Lukas Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-86732-163-1. S. 168.
  18. Frank-Lothar Kroll: Das geistige Preußen – Zur Ideengeschichte eines Staates. Schöningh, Paderborn 2001, ISBN 3-506-74829-7, S. 115–124.
  19. Catharina Hasenclever: Gotisches Mittelalter und Gottesgnadentum in den Zeichnungen Friedrich Wilhelms IV. Herrschaftslegitimierung zwischen Revolution und Restauration (= Quellen und Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte. Band 30). Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 3-428-11916-9, S. 182.
  20. a b Bernhard Schulz: Wo Humboldt mit dem König plaudert. (tagesspiegel.de [abgerufen am 2. August 2017]).
  21. Richard Schneider: Das Berliner Schloss in historischen Photographien. Lukas Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-86732-164-8, S. 132.
  22. Jahrbuch Stiftung Preußische Schlösser und Gärten
  23. Zusammensetzung aus Apostelgeschichte Kapitel 4, Vers 12 und Philipperbrief Kapitel 2, Vers 10
  24. Helmut Caspar: Tuet auf die Pforten. In: Berlinische Monatsschrift (Luisenstädtischer Bildungsverein). Heft 2, 2001, ISSN 0944-5560, S. 66–71 (luise-berlin.de).
  25. Zu den Umbauten Wilhelms II. siehe Albert Geyer: Geschichte des Schlosses zu Berlin. 2. Band. Vom Königsschloss zum Schloss des Kaisers (1698–1918). Bearbeitet von Sepp-Gustav Gröschel. Aus dem Nachlass herausgegeben. Mit einer Einführung von Jürgen Julier. Der Text. Nicolai, Berlin 1993, ISBN 3-87584-431-9, S. 122–131.
  26. Die neuen schmiedeisernen Thore am königlichen Schlosse zu Berlin In: Deutsche Bauzeitung, 25. Jahrgang 1891, Nr. 91 (vom 14. November 1891), S. 549 f (PDF), abgerufen am 26. Januar 2020.
  27. clioberlin.de
  28. Zu hören auf der CD-Produktion des Deutschen Historischen Museums Berlin und des Deutschen Rundfunkarchivs Frankfurt/M. und Potsdam-Babelsberg: Der Kaiser kommt – der Kaiser geht. Tondokumente 1900–1918.
  29. Volker Blech: Johann Sebastian Bachs Spuren führen ins Berliner Schloss. 16. Juli 2019, abgerufen am 26. August 2019 (deutsch).
  30. Zu den Vorgängen am 9. November 1918 siehe Goerd Peschken, Hans-Werner Klünner: Das Berliner Schloß. Das klassische Berlin. Propyläen, Berlin 1982, ISBN 3-549-06652-X, S. 113 f., mit Nachweisen und Literaturkritik, zum Portal IV und zur „Räterepublik“ S. 453.
  31. Stefan Reinecke: Liebknechts Ausrufung der Republik: Ende Legende. In: Die Tageszeitung: taz. 8. November 2018, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 6. Dezember 2018]).
  32. Kreis Niederbarnim, Eintrag 1920 territorial.de; auch Wortlaut des Groß-Berlin-Gesetzes, § 1, Aufzählung der Gutsbezirke, Nummer 1)
  33. Kreis Niederbarnim, Gemeindeverzeichnis 1908. territorial.de; auch Stand von 1910 und späteren Nachträgen, wo die Bildung eines solchen Gutsbezirks nicht verzeichnet ist gemeindeverzeichnis.de; vgl. auch Anlage II Nr. 1 des Groß-Berlin-Gesetzes, wo bei der Beschreibung des Verwaltungsbezirks Mitte ein solcher Gutsbezirk nicht aufgeführt ist
  34. Des Kaisers Nachmieter. Abgerufen am 13. Oktober 2019.
  35. Siehe: V. Empfehlungen. In: Historische Mitte Berlin. Abschlussbericht. (Memento vom 4. April 2012 im Internet Archive; PDF; 1,5 MB)
  36. Letzte Ausfahrt Agora. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Dezember 2010.
  37. Projekt. Kulturprojekte Berlin, abgerufen am 5. April 2018.
  38. Paul Spies: „Wir zeigen die internationale Vernetzung Berlins“. Deutsche Welle, 19. Juli 2016, abgerufen am 5. April 2018.
  39. Merkels Wunschkandidat: Direktor des British Museum wird Intendant im Berliner Stadtschloss. In: Spiegel Online. 8. April 2015, abgerufen am 8. April 2015.
  40. Catharina Hasenclever: Gotisches Mittelalter und Gottesgnadentum in den Zeichnungen Friedrich Wilhelms IV. Herrschaft zwischen Revolution und Restauration. In: Quellen und Forschungen zur Brandenburgischen und Preussischen Geschichte. Duncker & Humblot, Band 30, Berlin 2005, ISBN 978-3-42811-916-5, S. 167, 182
  41. Zur Nachkriegsnutzung: Maether: Die Vernichtung des Berliner Stadtschlosses. 2000, S. 35–44.
  42. Maether: Die Vernichtung des Berliner Stadtschlosses. 2000, S. 41–44.
  43. Zum Protest Margarete Kühns und Hinnerk Schepers und den Folgen siehe: Petras: Das Schloß in Berlin. 1992, S. 108 f.
  44. a b Petras: Das Schloß in Berlin. 1992, S. 110.
  45. Zur Taktik der SED: Maether: Die Vernichtung des Berliner Stadtschlosses. 2000, S. 56–63.
  46. Petras: Das Schloß in Berlin. 1992, S. 113.
  47. Zu den Protesten: Maether: Die Vernichtung des Berliner Stadtschlosses. 2000, S. 82; Petras: Das Schloß in Berlin. 1992, S. 114.
  48. Petras (Lit.), S. 137.
  49. Petras (Lit.), S. 144.
  50. Petras (Lit.), S. 141.
  51. Petras (Lit.), S. 152 f.
  52. Petras (Lit.), S. 154
  53. Petras (Lit.), S. 140.
  54. Petras (Lit.), S. 138.
  55. Petras (Lit.), S. 135.
  56. Wortlaut: Maether: Die Vernichtung des Berliner Stadtschlosses. 2000, S. 279.
  57. Das Schloß muß fallen. In: Der Spiegel. Nr. 42, 1950, S. 37–38 (online).
  58. Kriegszerstörung 1945 und Sprengung 1950. Bei: Förderverein Berliner Schloß e. V.
  59. So sind unter den Augen der Öffentlichkeit geborgene Stücke später mit dem übrigen Schutt abtransportiert worden und die geborgenen Metallgitter wurden eingeschmolzen. Zur Rettungsaktivität und ihren Folgen: Maether: Die Vernichtung des Berliner Stadtschlosses. 2000, S. 121–133.
  60. Übersicht bei Maether, S. 135 f.
  61. Maether: Die Vernichtung des Berliner Stadtschlosses. 2000, S. 119 f.
  62. Petras (Lit.), S. 6.
  63. Maether zitiert eine „Einschätzung“ vom Dezember 1959, mit Nachweis: Maether: Die Vernichtung des Berliner Stadtschlosses. 2000, S. 127.
  64. Marc Metzger: Das Berliner Schloss. Geschichte, Wiederaufbau, Humboldt-Forum. Berlin Story Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-95723-101-7, S. 40–41.
  65. Zu den entscheidenden Planungen siehe Peter Müller: Symbolsuche: die Ost-Berliner Zentrumsplanung zwischen Repräsentation und Agitation. In: Berliner Schriften zur Kunst. Band 19. Gebrüder Mann, Berlin 2005, ISBN 3-7861-2497-3, S. 307 ff.
  66. Mit großem Stadtmodell um 1900: Der Förderverein öffnet neues Schloss-Infocenter direkt an der Lustgarten-Fassade vom Berliner Schloss. In: Berliner Schloss. 11. Dezember 2019, abgerufen am 13. Dezember 2019.
  67. tagesspiegel.de
  68. Gauck legt Grundstein für Berliner Schloss. am 2. Juni 2013, abgerufen am 13. Juni 2013
  69. Berliner Schloss feiert Richtfest. In: Bild Online, 12. Juni 2015.
  70. humboldtforum.org
  71. Kreuz auf Humboldt-Forum aufgesetzt. In: Berliner Zeitung
  72. berliner-schloss.de
  73. bbr.bund.de