Berliner Verlag

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DuMont Berliner Verlag
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1945
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung Michael Braun, Jens Kauerauf[1]
Branche Medien
Website http://www.dumont-berlin.de/

Der Berliner Verlag gibt vorrangig Zeitungen und Zeitschriften heraus. Er hatte bis 2017 seinen Sitz im Haus des Berliner Verlages in der Karl-Liebknecht-Straße 29 in Berlin-Mitte. Der Berliner Verlag wurde im Jahr 2017 zur Umgehung des Kündigungsrechtes aufgelöst[2] und firmiert als Neugründung seither als DuMont Berliner Verlag und für die Zeitungen Berliner Zeitung und Berliner Kurier als Berliner Newsroom GmbH mit Sitz in Berlin-Kreuzberg[3]. Im Handelsregister wurde die Berliner Newsgroup GmbH in Köln eingetragen[4]. Offiziell existiert der Berliner Verlag als GmbH weiter.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge 1945–1990

Der Berliner Verlag wurde im Jahre 1945 im Ostteil Berlins als Zeitungs- und Zeitschriftenverlag gegründet.[6]

Der Verlag war spezialisiert auf Zeitungen und Zeitschriften aus und für Berlin und gab folgende Zeitungen und Zeitschriften heraus:

Verlagsleiter war bis zu seinem Tod 1967 Hermann Leupold und danach bis 1983 Rudolf Barbarino.

1990–2009

1990, nach der politischen Wende, ging der Verlag in ein Joint Venture aus Maxwell Communications und Gruner + Jahr. 1992 übernahm Gruner + Jahr den Verlag allein und verkaufte ihn 2002 an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Das Bundeskartellamt untersagte diesen Verkauf wegen einer marktbeherrschenden Stellung, denn Holtzbrinck gibt in Berlin bereits den Tagesspiegel heraus. Deshalb gehörte der Verlag bis 2005 formal noch zu Gruner + Jahr, de facto trug jedoch Holtzbrinck die Verantwortung.

Im Oktober 2005 verkaufte die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck den Verlag an die BV Deutsche Zeitungsholding, die zur Mecom Group gehörte. Die Mitarbeiter des Verlags protestierten bis zuletzt gegen die Übernahme, da Stellenstreichungen befürchtet wurden. Der Verkauf wurde im November 2005 vom Bundeskartellamt genehmigt.[7][8]

2009–2015

Am 12. Januar 2009 verkaufte die überschuldete Mecom Group den Verlag und ihre weiteren deutschen Verlagsaktivitäten an die Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg.[9] Seitdem war der Berliner Verlag eine Tochtergesellschaft im PMB Presse- und Medienhaus Berlin von M. DuMont Schauberg (65 %) und dem Heinen-Verlag (35 %).[10]

2016 bis Februar 2017

Zum Jahresende 2015 übernahm die DuMont Mediengruppe die Anteile des Kölner Heinen-Verlags an der PMB Presse- und Medienhaus Berlin GmbH & Co KG. Damit ist die der DuMont Berliner Verlag 100-prozentige Tochter der DuMont Mediengruppe[10]

Seit März 2017

DuMont Berliner Verlag ist die neue Dachmarke unter der die Mediengruppe Berliner Verlag seit Anfang April operiert. Gleichzeitig bezieht das Medienhaus sein neues Domizil, das Feratti Gebäude zwischen Spittelmarkt und Moritzplatz. Genau dort, wo einmal die Mauer verlief und eine Welt trennte.[10]

Portfolio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im DuMont Berliner Verlag erscheinen:

  • Berliner Zeitung, Tageszeitung
  • Berliner Kurier, Boulevardzeitung
  • tip, Stadtmagazin (bis 2013)
  • Berliner Abendblatt und Warnow Kurier (Anzeigenzeitungen)
  • Auf’s Land, Magazin
  • Marco Polo Berliner, Magazin
  • Unser Berlin, Magazin
  • U.N.V.E.U., Magazin
  • V. U. E. Berlin, Magazin

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berliner Verlag GmbH ist Tochter der BV Deutsche Zeitungsholding, die wiederum Tochter der BVZ Deutsche Mediengruppe Holding ist.

  • BVZ Anzeigenzeitung GmbH
  • BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH
  • BVZ Berliner Verlag Beteiligungen GmbH
  • TIP Verlag GmbH & Co. KG
  • Berliner Zustell- und Vertriebsgesellschaft für Druckerzeugnisse mbH (BZV) – Zeitungszustellung (33,3 %).

Das Feratti Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Berlin-Kreuzberg, zwischen der Bundesdruckerei und dem Waldeckpark in der Alten Jakobstraße, liegt seit 2016 der Sitz von DuMont Berliner Verlag und Berliner Newsroom. Das Gebäude wurde vom Architektenbüro deluse arcitects entworfen und 2016 fertiggestellt. Feratti ist ein Kunstbegriff, gebildet aus den Namen der nahegelegenen „Muratti“ – Höfe und des Wohnkomplexes „Fellini“ – Residenz.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschäftsführung des Berliner Verlags berliner-verlag.de
  2. Dumont: Im Berliner Verlag gilt Kontaktverbot zu den neuen Chefs. In: Horizont. (horizont.net [abgerufen am 17. Juli 2017]).
  3. Wir über uns. In: DuMont Berlin (Hrsg.): DuMont Berlin. 23. April 2017 (dumont-berlin.de [abgerufen am 17. Juli 2017]).
  4. Registerportal. Abgerufen am 17. Juli 2017.
  5. handelsregister.de
  6. Verlagsgeschichte. berliner-verlag.de
  7. Protest gegen Übernahme: Berliner Verlag geht auf die Straße. In: Spiegel Online. 19. Oktober 2005, abgerufen am 19. Dezember 2014.
  8. Berliner Verlag – Weg frei für Montgomery. manager-magazin.de, 25. November 2005.
  9. DuMont Schauberg: Verlag kauft Zeitungen der Mecom-Gruppe. In: fr-online.de. 13. Januar 2009, abgerufen am 19. Dezember 2014.
  10. a b c Unternehmen – Geschichte. DuMont Berlin, abgerufen am 19. September 2017.
  11. Unternehmen – Das Feratti Gebäude. DuMont Berlin, abgerufen am 19. September 2017.