Berliner Volksblatt

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Berliner Volksblatt
Berliner Volksblatt
Beschreibung Organ für die Interessen der Arbeiter
Verlag Redaktion und Expedition Berlin (Deutschland)
Erstausgabe 1884
Einstellung 1890
Erscheinungsweise sechs Mal wöchentlich
Chefredakteur Wilhelm Blos, Paul Singer
ZDB 961824-7

Das Berliner Volksblatt war ein Organ für die Interessen der Arbeiter in Berlin. Die Zeitung erschien am 30. März 1884 als Probenummer und als periodische Zeitschrift sechs Mal wöchentlich vom 1. April 1884 (1. Jahrgang) bis zum 31. Dezember 1890 (7. Jahrgang). Vorgänger war die Berliner Arbeiter-Zeitung von 1882 bis 1883. Ab 1888 war das Berliner Volksblatt Sonntagsbeilage für das Sonntagsblatt fuer Wissenschaft, Belehrung und Unterhaltung in Berlin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Parteibasis mit einem sozialdemokratischen Blatt zu versorgen, benötigte man eine lokale Zeitung in Berlin. Im Auftrag des SPD-Vorstandes begründete und finanzierte Paul Singer 1884 das Berliner Volksblatt und war mit Wilhelm Blos dessen Herausgeber. Die Zeitschrift wurde während des sogenannten Sozialistengesetzes, das von 1878 bis 1890 galt, gegründet. Während dieser Zeit musste man mit kritischen Äußerungen gegen die Regierung vorsichtig sein, denn das Sozialistengesetz, auch Ausnahmegesetz, erlaubte Verbote sozialistischer Parteien, Organisationen und Druckschriften sowie politischer Versammlungen. In dieser Zeit wurden unzählige sozialdemokratische Zeitschriften verboten. Durch geschicktes Agieren entkam das Berliner Volksblatt dem Verbot.

Nach dem Auslaufen des Sozialistengesetzes 1890 war diese Zeitung Grundlage für die Wiedergründung des Vorwärts, des Zentralorgans der SPD. Sie nannte sich ab dem 1. Januar 1890 „Vorwärts – Berliner Volksblatt – Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“. Der erste Chefredakteur war Wilhelm Liebknecht.[1]

Mitarbeiter waren (Auswahl): Curt Baake, Wilhelm Hasenclever, Otto Zonschitz, Franz Mehring, Georg Ledebour

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vorwärts. Berliner Volksblatt Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. 7. Extraausgabe: Die Einigung zwischen den beiden sozialdemokratischen Parteien ist vollzogen. Mitwirkende Friedrich Ebert, Hugo Haase, Philipp Scheidemann, Wilhelm Dittmann, Otto Landsberg, Emil Barth. 1918.
  • Werner Saerbeck. Die Presse der deutschen Sozialdemokratie unter dem Sozialistengesetz. Centaurus-Verlagsgesellschaft, 1986 - 271 Seiten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschichte der revolutionären Berliner Arbeiterbewegung. Band 1. Dietz Verlag, Berlin 1987, ISBN 3-320-00825-0, S. 340.