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Bermudadreieck

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Karte
Bermudadreieck

Als Bermudadreieck, teilweise auch Teufelsdreieck genannt,[1] wird ein hypothetisches und geographisch nur relativ grob umrissenes Seegebiet im westlichen Atlantik vor der Ostküste der Vereinigten Staaten bezeichnet.[1] Folgt man gängigen Umschreibungen in der Populärkultur so liegt das betreffende Gebiet nordöstlich der Karibik, etwa im Dreieck zwischen der Südspitze Floridas, Puerto Rico und Bermuda.

Etwa ab der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde dem Gebiet von manchen Autoren nachgesagt, wobei sich häufig Phantastik, Science-Fiction und pseudowissenschaftliche Themenfelder vermischten, dass sich dort nicht nur eine unerklärliche Häufung von Flugzeugabstürzen und Schiffsunglücken ereignet habe und ereignen würde, sondern dass die verunglückten Schiffe und Flugzeuge zugleich oftmals spurlos „verschwunden“ seien. Es entspricht zwar der Tatsache, dass einige der Vorfälle, bei denen Schiffe, Flugzeuge oder ihre Besatzungen verschwunden sind, nicht zur Gänze aufgeklärt oder nur anhand von Indizien rekonstruiert werden konnten, indessen jedoch ist die Zahl der Unglücke, die sich im Bermudadreieck abgespielt haben (oder haben sollen), nicht auffällig oder ungewöhnlich hoch im Vergleich zu anderen Seegebieten weltweit. Laut der US-Küstenwache ist das Gebiet nicht als spezifische Gefahrenzone bekannt oder ausgewiesen.[1] Zudem gilt es anzumerken, dass beispielsweise die Wracks von Schiffen, die zunächst als verschwunden gemeldet wurden und deren Verlust als mysteriös bezeichnet wurde, zum Teil Jahrzehnte später aufgefunden wurden (siehe Vorkommnisse).

Die Legende vom Bermudadreieck ist heutzutage immer noch ein beliebter Topos in der Trivialliteratur, in der Popkultur und in der Unterhaltungsindustrie. Sie wurde die Grundlage für eine Vielzahl von literarischen Werken, von Filmen und auch von Internetseiten.

Rezeptionsgeschichte

Eine der frühesten Karten, die einige Unglücksfälle im Gebiet des späteren Bermudadreiecks zeigt (Miami Herald, Associated Press, 1950).

Ein erster Bericht mit dem Titel „Sea's Puzzles Still Baffle Men In Pushbutton Age“[A 1] über angeblich ungewöhnliche Unglücksfälle im Seegebiet um die Bermudas, inklusive eine zugehörigen Karte des betreffenden Gebietes, erschien am 16. September 1950 auf Seite 6 im Miami Herald.[2] Der Verfasser, der Associated-Press-Reporter Edward Van Winkle Jones, bezog sich in seiner Geschichte vor allem auf das Verschwinden des Flight 19, das Verschwinden der Star Tiger und den Untergang des Frachters Sandra (siehe Vorkommnisse). Die Geschichte wurde von verschiedenen US-Zeitungen, unter anderem vom Arizona Daily Star, aufgegriffen und weiterverbreitet.[3] Der Begriff „Bermudadreieck“ wurde hierbei jedoch noch nicht verwendet.

Im Jahr 1952 erschien ein kleinerer Artikel mit dem Titel „Sea Mystery at Our Back Door“[A 2] von George X. Sand im US-Magazin Fate,[4][5] wobei Sand zwar auch nur die bisherigen genannten Fälle von Jones erneut aufgriff und wiederholte, aber zugleich erstmals für das betreffende Seegebiet eine Dreieck-Form annahm und diese auch geographisch umriss.[6] Allerdings verwendete auch Sand den Begriff „Bermudadreieck“ noch nicht.

Erstmals direkt verwendet wurde der Begriff „Bermudadreieck“ im Februar 1964, als Vincent Gaddis im Pulp-Magazin Argosy eine Geschichte mit dem Titel „The Deadly Bermuda Triangle“ (deutsch „Das tödliche Bermudadreieck“) veröffentlichte, in welcher er über 20 Fälle von in betreffendem Gebiet verschwundenen Flugzeugen und Schiffen aufzählte (wobei auch Gaddis jedoch in Teilen bereits früher genannte Vorfälle nur neu aufbereitete).[7]

Im Jahr 1969 erschien bei Bantam Books das im deutschen Sprachraum weniger bekannte Buch „Limbo of the Lost. Actual Stories of Sea Mysteries“[A 3] von John Wallace Spencer, welcher sich in einigen Fällen auf Gaddis stützte und der das vermeintlich spurlose Verschwinden von Schiffen und Flugzeugen im Bermudadreieck primär auf das Wirken von unterseeisch aktiven Aliens zurückführte.[8]

Das Interesse an den vermeintlich übernatürlichen Phänomenen erreichte zu Mitte der 1970er Jahre seinen Höhepunkt, nachdem Charles Berlitz und J. Manson Valentine im Jahr 1974 mit ihrem Buch „The Bermuda Triangle“ (im deutschen Sprachraum 1975 beim Paul Zsolnay Verlag unter dem Titel „Das Bermuda-Dreieck. Fenster zum Kosmos?“ erschienen) einen Bestseller hatten landen können, der weltweit Millionenauflagen erzielte. Ebenso zu erwähnen wären die beiden 1974 und 1975 bei Bantam Books erschienenen Bücher „The Devil's Triangle“ und „The Devil's Triangle 2“ von Richard Winer (im deutschen Sprachraum beide 1977 unter den Titeln „Das Teufelsdreieck“ beziehungsweise „Das Teufelsdreieck. Neue Untersuchungen über die geheimnisvolle Todesfalle Bermuda-Dreieck“ beim Heyne Verlag erschienen).

Auch in diesen Publikationen werden die zuvor bereits genannten Vorfälle erneut aufgegriffen, wobei jedoch Berlitz und Valentine zudem noch Erklärungsansätze versuchen zu liefern, die sich teilweise auf pseudowissenschaftliche Themenfelder stützen, auch John Wallace Spencer wird hierbei mehrfach erwähnt, und die auch den Bereich der Phantastik zumindest streifen, hierzu zählen etwa Aspekte der Ufologie, Out-of-place-Artefakte, Atlantistheorien sowie Ideen, die den möglichen Kollaps von angenommenen präantiken submarinen Zivilisationen zum Inhalt haben.[A 4] Bei Winer hingegen finden sich zumindest in seinem zweiten Buch von 1975 durchaus selbstkritische Punkte und er korrigiert manche Aussagen aus seinem ersten Buch. Auch lässt er in seinem zweiten Buch den Skeptiker Lawrence Kusche (siehe Absatz weiter unten) mit einer kritischen Erklärung zu Wort kommen.[9]

Die Geschichten aus dem Bermudadreieck ähneln sich auffallend: Entweder Schiffe oder Flugzeuge verschwinden bei besten Wetterbedingungen, bei ruhiger See und trotz erfahrener Piloten und Mannschaft spurlos und ohne erkennbaren Grund. Oder ein verlassenes, aber ansonsten intaktes Geisterschiff wird treibend oder gestrandet aufgefunden, während die Mannschaft aus vermeintlich unbekannten Gründen verschollen bleibt. In einigen Fällen spielen auch unklare und merkwürdige Funksprüche eine Rolle. Auffallend ist auch, dass viele der mysteriösen Geschichten von Veröffentlichung zu Veröffentlichung (die entsprechenden Autoren beziehen sich in der Regel auf ihresgleichen) noch mysteriöser und nicht selten immer detaillierter und fantastischer werden (auch wenn sie schon lange zurückliegen).

Ein Jahr nach dem Bestseller von Berlitz und Valentine erschien 1975 das Buch „The Bermuda Triangle Mystery – Solved!“ von Lawrence Kusche (im deutschen Sprachraum 1980 beim Rowohlt Verlag unter dem Titel „Die Rätsel des Bermudadreiecks sind gelöst!“ erschienen). Dieses Werk, das noch heute als Klassiker der skeptischen Recherche gilt, räumte mit einer ganzen Reihe von Vermutungen, Halbwahrheiten und Erdichtetem zum Thema auf. Kusche zeigte, dass nichts an diesem Teil des Atlantiks ungewöhnlich ist. Die Zahl der verschwundenen Schiffe und Flugzeuge ist nicht höher als in anderen, in Bezug auf das Verkehrsaufkommen vergleichbaren Gebieten auf den Weltmeeren, und die überwiegende Mehrzahl der Fälle verliert bei Betrachtung der im Buch zur Verfügung gestellten Originalquellen ihren mysteriösen Anschein völlig. Insgesamt wird geschätzt, dass jedes Jahr etwa 150.000 Schiffe und Boote das Gebiet des Bermudadreiecks durchqueren beziehungsweise (teils auch mehrfach) befahren, von diesen gehen weniger als 100 aus verschiedenen Gründen verloren und von diesen wiederum bleiben etwa 20 bis 30 Fälle, zumeist handelt es sich dabei um kleinere Boote oder Fischereifahrzeuge, tatsächlich ungeklärt.[8] Eine Studie des WWF aus dem Jahr 2013, welche unter anderem Seeunfälle in den Jahren von 1999 bis 2011 auswertete, nannte die zehn gefährlichsten Seegebiete für die Schifffahrt weltweit (gemessen an der Zahl der Unfälle) – das Bermudadreieck befand sich nicht darunter.[10]

Im Jahr 1980 präsentierte Berlitz einige neue unerklärliche Unfälle, die sich jedoch als überhaupt nicht unerklärlich herausstellten und außerdem – bis auf drei Ausnahmen – gar nicht dem Bermudadreieck zuzuordnen waren. Auch in Winers zweitem Buch finden sich Geschichten, die Zwischenfälle auf See thematisieren, die sich weit außerhalb des Bermudadreiecks abgespielt haben, etwa nahe Galveston oder vor Yucatán.[11] Inzwischen ist es um das Thema merklich ruhiger geworden. Obwohl auch weiterhin Schiffs- und Flugzeugunfälle im Atlantik geschehen, werden diese nur noch selten mit dem Bermudadreieck in Verbindung gebracht.

Geographische Lage

Geografische Lage von Bermuda

Die Ausrichtung und Lage des Bermudadreiecks im westlichen Atlantik ist nur ungefähr umrissen und es gibt in der Literatur und von Autor zu Autor teilweise abweichende Größenangaben und Gebietszuordnungen. Im Allgemeinen gelten jedoch für das Bermudadreieck die folgenden Positionsangaben:

  • Im Norden begrenzen die Bermudainseln bei etwa 32° nördlicher Breite ⊙ das Dreieck.
  • Im Westen begrenzt die in Florida liegende Stadt Miami ⊙ dieses Gebiet.
  • Im Süden ist es die Stadt San Juan ⊙ auf der Insel Puerto Rico.

Je nach Urheberdefinition bedeckt das Bermudadreieck eine Meeresfläche von 1,3 bis 3,9 Millionen km², liegt also in der Größe zwischen Angola und Indien.[12]

In der einschlägigen Literatur zum Thema werden allerdings auch vermeintlich mysteriöse Vorgänge dem Bermudadreieck zugeordnet, die sich nachweislich außerhalb des oben beschriebenen Seegebiets ereigneten. So bleiben beispielsweise von den dem Mysterium Bermudadreieck zugeschriebenen Verlusten in der Luftfahrt gerade mal zwei übrig, die sich innerhalb des Gebiets ereignet haben. Für ein Gebiet, das bis zu 90 % der Fläche aller EU-Staaten umfasst, ist dies eine außergewöhnlich niedrige Unfallquote.

Chronologische Übersicht von Ereignissen (Auswahl)

1800: Schoner USS Pickering

Der Schoner Pickering der US-Marine, der im Jahr 1800 angeblich dem Bermudadreieck zum Opfer fiel.

Einer der ersten Schiffsverluste, der von Autoren wie Berlitz mit dem Bermudadreieck in Verbindung gebracht wird, ist jener des Schoners Pickering der United States Navy, welcher im August 1800 auf dem Weg von New Castle nach Guadeloupe mit 90 Mann an Bord spurlos verschwand.[13] Die genauen Hintergründe des Verlustes sind tatsächlich bis heute unklar, allerdings wird angenommen, dass das Schiff einem schweren Sturm Ende August 1800 im Gebiet der Bahamas zum Opfer gefallen ist.[14]

1814: Sloop USS Wasp

Die Sloop Wasp der US-Marine verschwand im Oktober 1814 vermutlich im Gebiet des Bermudadreiecks beziehungsweise nördlich der Bahamas. Von dem Schiff, auf dem Weg vom Ärmelkanal in die Karibik, und den 140 Besatzungsangehörigen wurden keine Spur mehr gefunden. Während Proponenten der Bermudadreieck-Legende einen übernatürlichen Hintergrund vermuten, gehen offizielle Stellen der US-Marine davon aus, dass das Schiff Mitte Oktober 1814 in einem Sturm verloren ging.[15]

1880: Britisches Schulschiff Atalanta

Im Februar 1880 ging das britische Schulschiff Atalanta, das ursprünglich 1845 als Fregatte und unter dem Namen Juno in Dienst gestellt worden war, auf dem Weg von Bermuda nach Falmouth im Nordatlantik aus ungeklärten Gründen verloren. Beim Untergang kamen 281 Personen ums Leben, darunter rund 200 Seekadetten. Während Proponenten des Bermudadreieck-Mythos von einem Verschwinden des Schiffes nahe der Bermudainseln sprechen und einen Kontext zum Bermudadreieck herstellen,[16] ist es wahrscheinlicher, dass das überladene Schiff zwischen dem 12. und dem 16. Februar 1880 nahe der Azoren in einen schweren Sturm geriet und in diesem sank.[17]

1902: Deutsche Bark Freya

Im Oktober 1902 soll die deutsche Bark Freya in teils entmastetem Zustand und ohne Besatzung treibend im Bermudadreieck beziehungsweise südwestlich von Florida aufgefunden worden sein.[18] Angeblich soll das Schiff sich auf dem Weg von Manzanillo auf Kuba nach Punta Arenas befunden haben. Tatsächlich jedoch befand sich die Bark auf dem Weg von Manzanillo (Westküste Mexikos) nach Punta Arenas und wurde nicht in der Karibik oder vor Florida, sondern im Pazifik treibend aufgefunden. Sehr wahrscheinlich wurden das Schiff und die Crew entweder Opfer eines Seebebens vor Chiapas Ende September 1902[19] oder, wie später (1903) vom Seeamt Brake in entsprechender Seeamtsverhandlung festgestellt wurde, eines starken Sturmereignisses.

1918: Versorgungsschiff USS Cyclops

Das Versorgungsschiff Cyclops der United States Navy verschwand am oder nach dem 4. März 1918 beziehungsweise nach dem Auslaufen aus Barbados und auf dem Weg nach Baltimore unter bislang ungeklärten Umständen im Gebiet des Bermudadreiecks. Es ist jedoch bekannt, dass der mit Manganerz beladene Transporter unter einem Maschinenschaden litt und zudem überladen war. Wahrscheinlich ging das Schiff mitsamt der 309 Personen[20] an Bord zwischen dem 5. und dem 9. März 1918 in einer Sturmfront verloren; ein Wrack wurde nie gefunden.[21]

1921: US-Gaffelschoner Carroll A. Deering

Im Januar 1921 strandete in einem starken Orkan der Fünfmastgaffelschoner Carroll A. Deering auf den Sandbänken vor Cape Hatteras. Die elf Mann starke Besatzung war spurlos verschwunden,[22] das Rettungsboot sowie das Chronometer, das Logbuch und sämtliche Navigationsinstrumente waren ebenso nicht mehr an Bord, als die US-Küstenwache das Schiff untersuchte. Das Schicksal der Crew konnte nie zur Sicherheit aufgeklärt werden, vermutlich hatte diese jedoch das Schiff entweder vor dem Auflaufen oder direkt nach der Strandung im Beiboot verlassen und war im Sturm umgekommen. Berlitz und Gaddis führen den Vorfall der verschwundenen Besatzung hingegen im Kontext des Bermudadreiecks an.[23][21]

1925: Japanischer Frachter Raifuku Maru

Der Frachter Raifuku Maru (japanisch 來福丸) soll 1924 oder 1928 angeblich westlich der Bahamas verschwunden sein. Sein letzter Funkspruch soll in gebrochenem Englisch gelautet haben “now very danger come quick” (deutsch: „Jetzt viel Gefahr kommt schnell“) bzw. im Kontext des Mythos auch “Danger like a dagger now! Come quick!” (deutsch: „Gefahr wie ein Dolch! Kommt schnell!“).[24] Tatsächlich sank das Schiff am 21. April 1925 auf dem Weg von Boston nach Hamburg in einem schweren Sturm weit nördlich des Bermuda-Dreiecks beziehungsweise vor Nova Scotia auf Position 41° 43′ N, 61° 39′ W, wie der zu Hilfe eilende und den Untergang beobachtende britische Passagierdampfer Homeric funkte.[25][26]

1925: US-Trampschiff Cotopaxi

Das Trampschiff befand sich mit einer Ladung Kohlen auf dem Weg von Charleston nach Havanna, als es Anfang Dezember 1925 spurlos östlich von Florida verschwand. Zuvor hatte das Schiff einen Funkspruch abgesetzt, in welchem die Crew einen Wassereinbruch im Sturm gemeldet hatte. Das Schiff galt zunächst als über Jahrzehnte hinweg als verschollen, und das Verschwinden wurde mit dem Bermudadreieck in Verbindung gebracht.[27] Im Jahr 2020 indessen konnte das Wrack eines Schiffes, das in rund 30 Metern Tiefe und etwa 65 Kilometer östlich von St. Augustine lag, zur Sicherheit als jenes der Cotopaxi identifiziert werden (dass sich dort ein Wrack befand, war seit den 1980er Jahren bekannt gewesen, die Identifikation gelang jedoch erst 2020).[28]

1926: US-Frachtschiff Suduffco

Vermutlich Mitte März 1926 ging das 102 Meter lange US-Frachtschiff Suduffco, auf dem Weg von Newark nach Los Angeles, mit der gesamten Besatzung von 28 Personen aus ungeklärten Gründen im Gebiet des Bermudadreiecks verloren.[29] Das Schiff setzte am 14. März 1926 eine letzte Funkmeldung ab, zu diesem Zeitpunkt befand es sich etwa 130 Seemeilen südlich von Sandy Hook, es verschwand danach aber spurlos.[30] Berlitz und Spencer nennen den Vorfall im Kontext des Bermudadreiecks, wobei jedoch Kusche anmerkt, dass das Schiff inmitten einer Sturmperiode unterwegs war. Die genaue Verlustursache und der Untergangsort sind bis heute tatsächlich unbekannt.

1938: Britischer Frachter Anglo Australian

Im Mittelatlantik verschwand im März 1938 aus nicht genau geklärten Gründen der britische Frachter Anglo Australian, mit einer Kohlenladung auf dem Weg von Cardiff nach Kanada, mit der gesamten Besatzung von 39 Mann. Berlitz gibt an, dass das Schiff westlich der Azoren noch einen Funkspruch abgesetzt hätte, in welchem davon berichtet wurde, dass alles in Ordnung sei, danach aber spurlos verschwunden sei.[31] Gleichwohl stellte ein britisches Untersuchungsgericht später fest, dass die Kohle an Bord im Hafen von Cardiff ungleichmäßig verstaut worden war und dass das Schiff seit der Indienstnahme (1927) immer wieder unter Rissen im Rumpf und unter strukturellen Festigkeitsproblemen gelitten hatte,[32] was das Gericht zu dem Schluss kommen ließ, dass der Frachter sehr wahrscheinlich in stürmischem Wetter auseinanderbrach.

1944: Kubanischer Frachter Rubicon

Der kubanische Frachter Rubicon wurde im Oktober 1944 ohne Besatzung treibend etwa 200 Seemeilen nordöstlich von Havanna aufgefunden. Angeblich befand sich nur noch ein Hund an Bord.[31] Das Schiff wurde später nach Miami eingeschleppt. Während Berlitz einen Zusammenhang mit dem Bermuda-Dreieck herstellt, geben andere Quellen an, dass sich der Frachter möglicherweise von seinem Liegeplatz losgerissen hatte, während die Besatzung auf Landgang war.[33]

1945: US-Navy-Flugformation Flight 19

Dieser Vorfall ist der bestdokumentierte und meisterwähnte in der Geschichte des Bermudadreiecks, bei dem am 5. Dezember 1945 fünf amerikanische Bomber und ein Suchflugzeug vermisst und nicht wieder aufgefunden wurden. Die fünf Bomber mit ihrem Ausbilder Lieutenant Taylor, der in diesem Gebiet zum ersten Mal flog, hatten sich bei einem Trainingsflug östlich von Florida nach eigenen (Funk-)Angaben verirrt und befanden sich Funkpeilungen zufolge im Norden der Bahamas, als ihnen der Treibstoff ausgegangen sein muss. Zu dieser Zeit herrschten im fraglichen Gebiet schwerer Seegang und hohe Windgeschwindigkeiten, die ein Notwassern gefährlich machten; von den fünf Flugzeugen wurde keine Spur entdeckt. Das später gestartete Suchflugzeug ging ebenfalls verloren, allerdings mehr als 200 Kilometer nordnordwestlich der Grenzen des Bermudadreiecks, also sehr weit außerhalb davon. An der Stelle, an der es vermutlich abstürzte, wurde auf See eine große Öllache gefunden, aber keine Überlebenden (siehe auch Verschwinden der Martin PBM-5 59225 der US Navy).[21]

1948: Passagierflugzeug Star Tiger

Am 30. Januar 1948 verschwand eine mit 31 Personen besetzte Passagiermaschine vom Typ Avro 688 Tudor Mark IV der British South American Airways (BSAA) auf einem nächtlichen Flug vom Flughafen Santa Maria auf den Azoren zum Kindley Field in Bermuda. Die Position der Maschine konnte noch per Funkpeilung an den Flugkapitän übermittelt werden, kurz darauf brach der Funkkontakt ab. Die Maschine flog auf dem Transatlantikflug in einer außergewöhnlich niedrigen Flughöhe von nur 2000 Fuß (ca. 610 Meter). Die Besatzung hatte vor dem Verschwinden keinerlei Probleme mit der Maschine gemeldet.

Die Sichtung eines niedrig fliegenden Flugzeugs durch ein Handelsschiff in der Nacht des Absturzes ließ vermuten, dass die Maschine von ihrem Kurs abgekommen und in Richtung der Ostküste der USA geflogen wurde. Zudem wurde im Rahmen einer großangelegten Suchaktion zwei Tage nach dem Verschwinden Treibgut im Meer gesichtet, das jedoch nicht eindeutig der Maschine zugeordnet werden konnte. Einer jüngeren Theorie zufolge könnte Treibstoffmangel zum Verschwinden der Maschine beigetragen haben.

Aufgrund ihres Flugziels Bermuda und des zu dieser Zeit bereits großen Mythos um das Bermudadreieck wird das Verschwinden der Star Tiger von Verfechtern der Mysteriums-Hypothese als diesem zugehöriges Rätsel bezeichnet, auch wenn die Maschine nördlich von Bermuda und damit weit außerhalb des Bermudadreiecks verloren ging.

1948: Passagiermaschine vom Typ Douglas DC-3

Die DC-3 war am 28. Dezember 1948 mit 32 Personen auf dem Weg von Puerto Rico nach Miami. In seinem letzten Funkspruch soll der Pilot Bob Linquist gesagt haben, die Maschine sei 50 Meilen südlich von Miami entfernt und er könne die Lichter der Stadt sehen. Kurz darauf verschwand er mit seinem Flugzeug und den Passagieren spurlos.[21]

Kritiker weisen darauf hin, dass der Pilot schon vor dem Start in Puerto Rico bemerkte, dass sein Funk nicht in Ordnung war. Es wäre möglich, dass er die Meldung über eine Änderung der Windrichtung während des Flugs nicht erhalten hat und sich somit zum Zeitpunkt des letzten Funkspruchs rund 50 Meilen südlich des geplanten Kurses befand, also rund 100 Meilen von Miami entfernt. Zudem wurden Linquist die Worte, er könne die Lichter der Stadt schon sehen, erst nachträglich in den Mund gelegt.

1949: Passagierflugzeug Star Ariel

Am 17. Januar 1949 verschwand erneut eine Passagiermaschine vom Typ Avro 688 Tudor Mark IV der British South American Airways (BSAA). Das Flugzeug mit seinen 20 Insassen war morgens zu einem Flug vom Kindley Field in Bermuda zum Flughafen Kingston in Jamaika gestartet. Zum Zeitpunkt des Verschwindens herrschte ausgezeichnetes Wetter, weshalb sich der Flugkapitän zu einem Flug auf einer Höhe von 18.000 Fuß (ca. 5500 Meter) und damit auf einer weitaus höher gelegenen Flugfläche als auf dieser Strecke üblich entschied. Nachdem der Kapitän eine Stunde nach dem Start bei der Flugsicherung ankündigte, die Funkfrequenz zu wechseln, ging der Kontakt verloren. Die Besatzung hatte vor dem Verschwinden keinerlei Probleme mit der Maschine gemeldet. Während das Wetter am fraglichen Tag ausgezeichnet war, wurde über einen allgemein schlechten Funkempfang in dem Gebiet des Verschwindens der Star Ariel berichtet.

1950: Küstenfrachter Sandra

Laut Berlitz verschwand im Juni 1950 der unter der Flagge Costa Ricas fahrende 108-Meter-Frachter Sandra, mit einer Ladung DDT auf dem Weg von Savannah nach Puerto Cabello, spurlos und bei angeblich gutem Wetter auf der Höhe von Sankt Augustine.[34] Diese Darstellung beinhaltet jedoch einige erhebliche Unschärfen. Bei der Sandra handelte es sich um einen lediglich 56 Meter langen Küstenfrachter, der auch nicht im Juni, sondern im April 1950 verlorenging.[35] Zudem herrschte in jenem Gebiet auch kein gutes Wetter, sondern das Schiff steuerte mitten in eine Gewitterfront hinein, wo Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h gemessen wurden. Das Wrack des Schiffes wurde 2020 von einem Team um den US-Taucher Michael C. Barnette aufgefunden, die Suche nach dem Schiff und die Identifikation des Wracks wurden später (2021) in der Dokumentation History's Greatest Mysteries: Expedition Bermuda Triangle auf dem Sender History Channel gezeigt.[36]

1955: Motoryacht Connemara IV

Etwa 400 Seemeilen südlich von Bermuda wurde am 26. September 1955 die treibende 22-Meter-Luxusyacht Connemara IV von dem Tankschiff Olympic Cloud aufgefunden. Eine Besatzung befand sich nicht an Bord. Berlitz und Winer führten den Vorfall der angeblich verschwundenen Crew auf das Bermudadreieck zurück.[37][38] Tatsächlich jedoch war die Yacht am 23. September 1955 auf Barbados vertäut und verankert worden, um den vorbeiziehenden Hurrikan Janet abzuwarten. Der starke Sturm riss die Yacht jedoch von ihren Verankerungen los und ließ sie ohne Besatzung an Bord auf den Atlantik abtreiben. Zumindest Winer räumte diesen Irrtum später ein, nachdem er einen Brief des Eigentümers der Yacht erhalten hatte, in welchem die Umstände des Abhandenkommens geschildert worden waren.[39]

1958: Segelyacht Revonoc

Anfang Januar 1958 verschwand die 14 Meter lange Segelyacht Revonoc des Millionärs und Präsidenten des Cruising Club of America, Harvey Conover,[A 5] mit ihm und vier weiteren Personen an Bord spurlos auf der Route von Key West nach Miami. Während Berlitz einen Bezug zum Bermudadreieck herstellt und es für schwierig ansieht, das Verschwinden zu erklären, da die Segelyacht (angeblich) „für alle Wetterbedingungen geeignet“[34] gewesen sei, vermeldeten Presseberichte aus jener Zeit in dem betreffenden Seegebiet eine der schlimmsten Mittwintersturmlagen in der Geschichte von Südflorida.[40] Es ist von auszugehen, dass die Yacht dieser Sturmlage zum Opfer fiel.

1963: US-Tankschiff Marine Sulphur Queen

Der Schwefeltransporter Marine Sulphur Queen, der 1963 in Verlust geriet.

1963 verschwand das Tankschiff Marine Sulphur Queen mit 39 Mann Besatzung. Fundstücke und die letzten Funkverbindungen deuten darauf hin, dass das Schiff westlich von Key West und damit außerhalb des als Bermudadreieck bezeichneten Gebiets sank.[21] Der über 20 Jahre alte Tanker war mit 15.000 Tonnen flüssigem Schwefel beladen und nach Angaben der US-Küstenwache bereits in den Monaten zuvor bei mehreren Wetterereignissen schwer beschädigt worden. Eine eingehende Untersuchung und Reparatur des Schiffs und seiner Tanks auf Schäden war allerdings erst für den März 1963 geplant. Es hatte auch eine Vielzahl meist kleinerer Brände an Bord gegeben, die sich nach Informationen der US-Küstenwache ab Oktober 1962 häuften und nach Zeugenaussagen ab Dezember des Jahres nahezu ständig auftraten.

Der Tanker legte am 2. Februar 1963 in Beaumont ab, der letzte Funkkontakt war am 4. Februar um etwa 1:30 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Schiff etwa zwei Drittel des Wegs zwischen Beaumont und Floridas Südspitze zurückgelegt, war also vom Bermudadreieck noch weit entfernt. Um 11:23 Uhr des 4. Februar schlug ein Versuch, Funkkontakt mit dem Schiff aufzunehmen, fehl. Zu diesem Zeitpunkt hätte es sich in der Nähe der Dry Tortugas, einer Inselgruppe im Golf von Mexiko, befinden müssen.[41] Als das Schiff nicht wie geplant am 7. Februar in Norfolk (Virginia) ankam, begann am nächsten Tag eine große Suchaktion, in deren sechstägigem Verlauf knapp 350.000 Quadrat-Seemeilen abgesucht wurden, und die mit einer errechneten Wahrscheinlichkeit von 95 % den Tanker gefunden hätte, wenn er sich noch an der Wasseroberfläche befunden hätte.

Am 21. Februar fand ein Boot der US Navy 12 Seemeilen südwestlich von Key West ein Nebelhorn und eine Rettungsweste der Marine Sulphur Queen. In der Folgezeit wurden von verschiedenen Schiffen im Golf von Mexiko weitere Rettungswesten, Rettungsringe und andere Kleinteile geborgen. 1978 erschien das Science-Fiction-Hörspiel Das Geheimnis des Bermuda-Dreiecks von H. G. Francis unter dem Pseudonym Peter Bars mit René Genesis und Horst Stark in den Hauptrollen, in dem eine Möglichkeit beschrieben wird, was auf der Marine Sulphur Queen geschehen sein könnte.[42][43]

1963: KC-135-Unglück

Am 28. August 1963 stießen rund 250 Seemeilen westlich der Bermudainseln zwei US-Tankflugzeuge des Typs KC-135 Stratotanker zusammen. Beide Maschinen stürzten ab, wobei alle elf Besatzungsangehörigen ums Leben kamen.[44] Als Unglücksursache wird von offizieller Seite vermutet, dass die beiden Maschinen infolge von Turbulenzen, nachdem sie in ein Tiefdruckgebiet eingedrungen waren, miteinander kollidierten.[45] Das Unglück wird in Bezug auf das Bermudadreieck allerdings von Vertretern der Legende bemüht und als übernatürlich dargestellt, weil angeblich die beiden Absturzstellen rund 160 Seemeilen weit auseinandergelegen hätten, was jedoch nicht möglich gewesen sein könne, da die Strömung hierzu nicht ausreichend stark gewesen wäre.[46] Tatsächlich handelte es sich, wie Larry Kusche später nachwies, bei dem zweiten „Trümmerfeld“ um eine Ansammlung von Seetang.

Erklärungsversuche

Blowout

Methanhydratblock

Einige Geowissenschaftler aus Japan, Deutschland und den USA haben riesige „Methaneis“-Vorkommen im Gebiet des Bermudadreiecks gefunden, die das spurlose Verschwinden von Schiffen verursacht haben könnten.

Unter dem Druck in Wassertiefen von 300 bis 2000 Metern kann sich aus Methan bei bestimmten Temperaturen metastabiles Methanhydrat am Meeresboden bilden[47]. Durch Druck- und Temperaturänderungen kann das Methan aus den Hydratbrocken entweichen. Das kann allerdings auch explosionsartig mit großen Gasmengen gleichzeitig erfolgen, einem Methanausbruch (engl. blowout). So ein Ausbruch kann durch ein Seebeben (in küstennahen Regionen auch Erdbeben) oder tektonische Verschiebungen hervorgerufen werden.

Das gasförmige Methan steigt hierbei in vielen winzigen Blasen zur Wasseroberfläche auf. Dieses Ereignis ist vergleichbar mit dem Aufsteigen von CO2-Blasen beim Öffnen einer Mineralwasserflasche. Die Dichte des Gas-Wasser-Gemisches ist geringer als die von normalem Meerwasser. Befände sich ein Schiff nun auf See direkt oder teilweise über einem solchen Gas-Wasser-Gemisch, könnte es durch den wegfallenden Auftrieb schlagartig unter die Meeresoberfläche fallen und keinen Notruf mehr absetzen. Ist einmal das Deck des Schiffes unter die Oberfläche geraten, dringt Wasser ein, und das Schiff sinkt, wenn sich das Innere mit zu viel Wasser füllt. Dies ist besonders dann zu befürchten, wenn das Methan nur an Bug oder Heck aufsteigt. Das Methangas könnte sich auch am Schiff entzünden und eine Explosion oder Feuer das Schiff zerstören, würde dann aber erheblich mehr Spuren des Unglücks hinterlassen, als wenn das Schiff einfach „vom Meer verschluckt“ würde. Siehe dazu auch Hexenloch (Seegebiet).

Nach dem Verschwinden von Flug 19 gaben mehrere Zeugen an, eine Explosion am Himmel gesehen zu haben.[21] Im Sinne dieses Erklärungsversuchs hat sich aufgestiegenes Methangas an den Motoren der Flugzeuge entzündet, was zu einer großen Verpuffung geführt hat, der die Maschinen schließlich zum Opfer fielen. Allerdings gibt es bisher keinen Hinweis, dass Methangas aus dem Meer in Flughöhe Verpuffungen verursachen kann.

Weißes Wasser

Dieses Phänomen soll häufig im Gebiet der Bahamabänke beobachtet werden. Der Ozeanforscher J. Manson Valentine und der Pilot Jim Richardson sollen einmal mit einem Wasserflugzeug inmitten eines weißen Wassers gelandet sein, um Proben zu entnehmen. Bei der Analyse wurden den Berichten zufolge besondere chemische Eigenheiten festgestellt, die darauf hindeuteten, dass durch Spalten am Meeresboden einige Stoffe austreten und vulkanische Tätigkeit bestehe. Unter anderem seien ungewöhnlich hohe Konzentrationen von Schwefel gefunden worden, aber auch Spuren von Strontium und Lithium seien enthalten gewesen. Diese können vielleicht auch durch die verschwundenen Objekte ausgetreten sein. Eine belastbare Quelle für diese Behauptungen gibt es jedoch nicht. Die Mutmaßungen der Autoren konnten bisher wissenschaftlich nicht bestätigt werden.[24]

Magnet-Anomalien

Häufig wird im Zusammenhang mit dem Bermudadreieck auch von Anomalien des Erdmagnetfeldes gesprochen. Entweder soll der Kompass vollkommen versagen oder sich drehen und somit eine Positionsbestimmung unmöglich machen. Dieses Phänomen soll sowohl bei Schiffen als auch bei Flugzeugen auftreten. Auch wird behauptet, auf heute gültigen offiziellen Luftkarten werde vor plötzlich auftretenden Störungen des Magnetfelds in diesem Gebiet gewarnt. Durch das Project Magnet der US Navy, bei dem über 20 Jahre lang das Magnetfeld der Erde untersucht wurde, konnte diese Vermutung jedoch widerlegt werden.[21]

Riesenwellen

In bestimmten Regionen der Ozeane ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten sich überlagernder Wellen erhöht. Die Amplituden dieser Wellen summieren sich auf, so dass extrem hohe Wellen (Kaventsmänner bzw. Freakwaves) auftreten können. Es ist denkbar, dass derartige Überlagerungen im Bermudadreieck aus geologischen Gründen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auftreten. Nachgewiesen ist eine solche erhöhte Wahrscheinlichkeit für dieses Seegebiet nicht. Computermodelle an der englischen Universität Southampton (am ozeanographischen Institut von Simon Boxall) legen dies jedoch nahe und erwarten ähnliche Phänomene wie an der Südspitze Afrikas.[48]

Solche Wellen würden allerdings das Verschwinden von Flugzeugen kaum erklären.

Meteorologische Bedingungen

In dieser Gegend herrschen oft Stürme, die ebenfalls für einen Teil der verschwundenen Objekte verantwortlich sein könnten. Auch hierfür gibt es Belege, wie bei der Geschichte des Schoners Glorisko. Die Segel waren zerfetzt und der Laderaum war bis oben hin mit Wasser gefüllt. Das Ruder war zertrümmert. Anhand von Zeitungsberichten aus dem Jahr 1940 konnte man nachweisen, dass zu der fraglichen Zeit schwere Stürme in dem Gebiet wüteten.

Auch von der amerikanischen United States Navy als Downbursts bezeichnete, überraschende Stürme, Gewitterabwinde (Weiße Bö), die mit unglaublicher Gewalt hereinbrechen und weniger als fünf Minuten dauern können, kann man als Ursache für das Verschwinden zahlreicher Objekte verantwortlich machen.

Infraschall

Andere Erklärungsversuche gehen von der Entstehung von Infraschall durch Stürme bei hohem Wellengang aus. Dieser löse bei Menschen und Tieren Angstreaktionen aus, ohne dass die Ursache erkannt wird. Das erkläre Panik und nicht rational begründbare Reaktionen von Schiffsbesatzungen. Infraschall breite sich auch ungehindert über große Entfernungen aus, so dass damit auch Havarien in Regionen mit gutem Wetter erklärbar wären. Weder die Entstehung von Infraschall in nennenswerter Stärke noch dessen Wirkung in der beschriebenen Weise lässt sich belegen, ebenso gibt es keine ungehinderte Ausbreitung über große Entfernungen.

Fehlinterpretationen

Bei einigen mysteriösen Begebenheiten im Bermudadreieck kann man auch davon ausgehen, dass Funksprüche oder Aussagen falsch interpretiert wurden. Hierfür kann man mit Sicherheit ebenfalls den Vorfall 'Flight 19' nennen, da man die Funksprüche auch anders interpretieren kann. Setzt man die Funksprüche in eine andere Reihenfolge, ergibt sich ein anderes Bild des Vorfalls.

Jemand aus der Staffel fragte Captain Edward Powers, den Piloten von 'Flight 19' mit der zweitgrößten Erfahrung, was sein Kompass anzeige. Powers antwortete daraufhin:

„Ich weiß nicht, wo wir sind, wir müssen nach dem letzten Schwenk abgekommen sein.“

Lieutenant Cox schaltete sich in den Funkverkehr ein und fragte:

„Was ist bei Ihnen los?“

Die Antwort von Lieutenant Taylor:

„Meine Kompasse sind beide defekt. Ich versuche Fort Lauderdale zu finden. Bin sicher, dass ich über den Keys bin, aber ich weiß nicht, auf welcher Höhe.“

In dieser Reihenfolge würden die Funksprüche bedeuten, dass 'Flight 19' einen falschen Schwenk gemacht hatte und dadurch vom Kurs abkam. Die Flugzeuge befänden sich dann über Great Sale Cay auf den Bahamas. Da aber Lieutenant Taylor dort nie geflogen war, täuschte ihn die Ähnlichkeit der dortigen Umgebung mit den Florida Keys, und er ließ sich dadurch in die Irre leiten. Daraus resultierte, dass er nicht mit Bestimmtheit wusste, ob er sich westlich (Golf von Mexiko) oder östlich (Atlantik) von Florida befand. Die Kompasse waren defekt oder er glaubte dies zumindest, wodurch eine genaue Positionsbestimmung erschwert wurde. Die hereinbrechende Dunkelheit tat ein Übriges.

Fehlende Wrackteile

Durch die schnelle Strömung des Golfstroms ist es durchaus möglich, dass Wrackteile innerhalb sehr kurzer Zeit weit abgetrieben werden. Später können diese dann auf den Meeresgrund gesunken und von Treibsand bedeckt worden sein.

Schwierige Navigation über offenem Meer

In den Kriegszeiten waren die Piloten bei Weitem nicht so gut ausgebildet wie heute. Es waren junge Männer, denen theoretische Grundlagen wie der Kompassdrehfehler und andere nicht geläufig waren. Auch die Ausbilder waren nicht sonderlich erfahren – sie waren 25, maximal 30 Jahre alt und mehr oder weniger im Schnellverfahren zu Fluglehrern gemacht worden.

Bei starken Cumuluswolken bilden sich deren Schatten zudem scharf auf der Wasseroberfläche ab, so dass es gerade in den seinerzeit üblichen Flughöhen von 3.000 Metern nur schwer möglich ist, zwischen Wolkenschatten und Inseln zu unterscheiden. Die Sichtnavigation – über Wasser bereits schwierig genug – wird also noch komplexer.

Siehe auch

Film und Fernsehen

Literatur

  • Charles Berlitz: Das Bermuda-Dreieck. Fenster zum Kosmos? Zsolnay, Wien, Hamburg 1975, ISBN 3-552-02735-1.
  • David Group: Beweise: Das Bermudadreieck. Droemersche Verlagsanstalt Knaur, München 1987, ISBN 3-426-03784-X.
  • Lawrence Kusche: Die Rätsel des Bermuda Dreiecks sind gelöst. Greven (Pölking) 1978. ISBN 3-921427-66-5, Neuauflage des Originals The Bermuda Triangle Mystery Solved. Galahad Books, 2006, ISBN 1-57866-156-0. Originalausgabe New York u. a. (Harper & Row) 1975. ISBN 0-06-012475-X
  • Richard Winer: Das Teufelsdreieck. Erstausgabe. Wilhelm Heyne Verlag. München 1977.
  • Richard Winer: Das Teufelsdreieck. Neue Untersuchungen über die geheimnisvolle Todesfalle Bermuda-Dreieck. Erstausgabe. Wilhelm Heyne Verlag. München 1977.
  • Eintrag Bermuda Triangle – UFO link. In: Ron Story (Hrsg.): The Encyclopedia of UFOs. New York (Doubleday & Company, Inc.) 1980, S. 51f. ISBN 0-450-04118-2
Commons: Bermudadreieck – Sammlung von Bildern

Anmerkungen

  1. ↑ In etwa frei übersetzbar mit „Meeresrätsel verblüfft Menschen auch noch im automatisierten Zeitalter“.
  2. ↑ In etwa frei übersetzbar mit „Das Meeresgeheimnis in unserem Hinterhof“.
  3. ↑ In etwa frei übersetzbar mit „Fegefeuer der Verschollenen. Wahre Geschichten über die Geheimnisse des Meeres“.
  4. ↑ So spekuliert Berlitz etwa, dass es die Möglichkeit geben würde, dass UFOs die Schiffe und Flugzeuge in andere Dimensionen überführt haben könnten; ebenso stellt er eine Verbindung zwischen dem Bermudadreieck und Überresten des angeblich im Atlantik versunkenen Atlantis her; vgl. z. B. hierzu: Charles Berlitz: Das Bermuda-Dreieck. Fenster zum Kosmos? Paul Zsolnay Verlag Gesellschaft m. b. H., Wien, Hamburg 1975, S. 153 und S. 186.
  5. ↑ Der Yachtname Revonoc ist die Rückwärtslesung des Namens des Eigentümers Conover.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Does the Bermuda Triangle really exist? United States Coast Guard, U.S. Department of Homeland Security, 2026, abgerufen am 27. September 2026 (englisch).
  2. ↑ Edward V. W. Jones: Sea's Puzzles Still Baffle Men In Pushbutton Age. Miami Herald, 16. September 1950, abgerufen am 28. September 2026 (englisch).
  3. ↑ Arizona Daily Star (Tucson, Arizona). Air, Sea Mysteries Show It Is Still a Big World. 17. September 1950, S. 32.
  4. ↑ Has the 'Mystery' of the Bermuda Triangle Finally Been Solved?, October 1952 (englisch), abgerufen am 14. Februar 2020.
  5. ↑ George X. Sand: Sea Mystery at Our Back Door. In Fate.
  6. ↑ The Bermuda Triangle. thecaptainslog.org.uk, 18. September 2014, abgerufen am 28. September 2026 (englisch).
  7. ↑ Vincent Gaddis: The Deadly Bermuda Triangle. Argosy, Februar 1964, abgerufen am 5. März 2022.
  8. 1 2 Dean Miller: Beliefs, Rituals, and Symbols of the Modern World. Cavendish Square Publishing. New York 2015, S. 14.
  9. ↑ Winer: Das Teufelsdreieck. Neue Untersuchungen über die geheimnisvolle Todesfalle Bermuda-Dreieck, S. 113.
  10. ↑ Matt McGrath: Study finds shipwrecks threaten precious seas. British Broadcasting Corporation, 13. Juni 2013, abgerufen am 13. Oktober 2026 (englisch).
  11. ↑ Winer: Das Teufelsdreieck. Neue Untersuchungen über die geheimnisvolle Todesfalle Bermuda-Dreieck, S. 54 und S. 134.
  12. ↑ US Navy: Bermuda Triangle Fact Sheet, FAQ (englisch), abgerufen am 14. Februar 2020.
  13. ↑ Charles Berlitz: Das Bermuda-Dreieck. Fenster zum Kosmos? Paul Zsolnay Verlag Gesellschaft m. b. H., Wien, Hamburg 1975, S. 58.
  14. ↑ Terence Grocott: Shipwrecks of the Revolutionary and Napoleonic Eras. Chatham Publishing. New York 1997, S. 97.
  15. ↑ Wasp. Naval History and Heritage Command, 8. August 2024, abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
  16. ↑ Berlitz: Das Bermuda-Dreieck, S. 50.
  17. ↑ Tony, Allen: HMS Atalanta (+1880). In: Wrecksite. 2. September 2011, abgerufen am 4. März 2024 (englisch).
  18. ↑ Berlitz: Das Bermuda-Dreieck, S. 64.
  19. ↑ Larry Kusche: The Bermuda Triangle Mystery – Solved. Prometheus Books. Buffalo (NY) 1995, S. 47.
  20. ↑ Hannah Hirzel: USS Cyclops - The Deadliest Unsolved Mystery in the Navy. U.S. Naval Institute, 2021, abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
  21. 1 2 3 4 5 6 7 Vincent H. Gaddis: The Deadly Bermuda Triangle. In: Argosy. 1964.
  22. ↑ Ingrid Grenon: Lost Maine Coastal Schooners. From Glory Days to Ghost Ships. History Press. Charleston (SC) 2010, S. 67.
  23. ↑ Berlitz: Das Bermuda-Dreieck, S. 66.
  24. 1 2 Roland M. Horn: Menschheitsrätsel: Von Atlantis bis zum Sirius. epubli, 2016, ISBN 978-3-7418-3767-8 (google.de).
  25. ↑ Spurgeon G. Roscoe: Radio Stations Common? Not This Kind. (PDF) 3. November 2007, abgerufen am 10. März 2014 (englisch).
  26. ↑ Larry Kusche: The Bermuda Triangle Mystery – Solved
  27. ↑ Berlitz: Das Bermuda-Dreieck, S. 68.
  28. ↑ Katherine J. Wu: Lost Ship Rediscovered After Disappearing Near Bermuda Triangle 95 Years Ago. Smithsonian Magazine, 3. Februar 2020, abgerufen am 9. März 2025 (englisch).
  29. ↑ The New York Times (New York City). Abandon Hope For Ship. Newark Owners Believe the Suduffco With Crew of 28 Is Lost. 28. April 1926, S. 27.
  30. ↑ Jan Lettens: SS Suduffco (+1926). In: Wrecksite. 10. November 2023, abgerufen am 12. Oktober 2026 (englisch).
  31. 1 2 Berlitz: Das Bermuda-Dreieck, S. 51.
  32. ↑ S.S. "Anglo Australian", The Merchant Shipping Act, 1894, Report of Court. In: Wrecksite. 1938, abgerufen am 25. September 2026 (englisch).
  33. ↑ The Argus (Melbourne, Australien). Ship Found In Gulf Stream Without Crew. 24. Oktober 1944, S. 1.
  34. 1 2 Berlitz: Das Bermuda-Dreieck, S. 69.
  35. ↑ Phil Gothro, Jan Lettens: MV Sandra (+1950). In: Wrecksite. 30. Juni 2025, abgerufen am 26. September 2026 (englisch).
  36. ↑ Seit 71 Jahren vermisstes Frachtschiff Sandra entdeckt. In: History's Greatest Mysteries: Expedition Bermuda Triangle. History Channel, 31. August 2021, abgerufen am 26. September 2026.
  37. ↑ Berlitz: Das Bermuda-Dreieck, S. 67.
  38. ↑ Richard Winer: The Devil's Triangle. Bantam Books. New York 1974, S. 180f.
  39. ↑ Winer: Das Teufelsdreieck. Neue Untersuchungen über die geheimnisvolle Todesfalle Bermuda-Dreieck, S. 90.
  40. ↑ Bermuda-Dreieck: Versunken und erlogen. Der Spiegel, 10. Dezember 2010, abgerufen am 26. September 2026.
  41. ↑ Disappearance of the SS Marine Sulphur Queen at sea on or about 4 February 1063 with the presumed loss of all persons on board. (PDF) United States coast Guard – Treasury Department, 17. März 1964, abgerufen am 30. November 2019.
  42. ↑ Martin Bothmann: P. Bars – Das Geheimnis des Bermuda Dreieck. In: ffm-rock.de. 3. Oktober 2019, abgerufen am 5. Dezember 2025.
  43. ↑ P. Bars – Das Geheimnis des Bermuda-Dreiecks. In: hoerspielforscher.de. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
  44. ↑ Accident Boeing KC-135A Stratotanker 61-0322, Wednesday 28. August 1963. In: Aviation Safety Network. Abgerufen am 25. September 2026 (englisch).
  45. ↑ Boeing KC-135 Stratotanker. In: Bureau of Aircraft Accidents Archive. Abgerufen am 25. September 2026 (englisch).
  46. ↑ Berlitz: Das Bermuda-Dreieck, S. 40.
  47. ↑ Tina Treude: Methanhydrat – das brennende Eis. Abgerufen am 21. Dezember 2017
  48. ↑ Yasemin Saplakoglu: The Bermuda Triangle: A Breeding Ground for Rogue Waves or a Pit of Human Mistakes? ilovescience, 2. August 2018 (englisch).

Koordinaten: 27° N, 71° W