Bernard Dietz

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Bernard Dietz
Spielerinformationen
Voller Name Bernard Dietz
Geburtstag 22. März 1948
Geburtsort Bockum-HövelDeutschland
Größe 1,78 m
Position Abwehr
Vereine in der Jugend
1958– SV Bockum-Hövel
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
0000–1970
1970–1982
1982–1987
SV Bockum-Hövel
MSV Duisburg
FC Schalke 04

396 (70)
135 0(8)
Nationalmannschaft
1974–1975
1974–1981
Deutschland B
Deutschland
03 0(0)
53 0(0)
Stationen als Trainer
1987–1992
1992–1994
1994–2001
1999, 2001
2002–2006
2002
2006
2012
ASC Schöppingen
SC Verl
VfL Bochum (Jugend)
VfL Bochum (interim)
MSV Duisburg II
MSV Duisburg (interim)
Rot Weiss Ahlen
MSV Duisburg (Co-Trainer; interim)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Bernard „Ennatz“ Dietz (* 22. März 1948 in Bockum-Hövel) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und -trainer. Er hatte den Beruf des Schmieds erlernt, bevor er Karriere als Profifußballer machte.[1] Sein größter internationaler Erfolg war der Sieg bei der Europameisterschaft 1980, bei der er die deutsche Nationalmannschaft als Mannschaftskapitän anführte.

Karriere als Amateur[Bearbeiten]

Sein Heimatverein ist der SV Bockum-Hövel, dessen Ehrenmitglied er ist. Für diesen Verein spielte er ab 1965 in der Landesliga Westfalen.

Nachdem er in den ersten zehn Spielen 1969 19 Tore schoss wurde er erst zu einem Probetraining beim 1. FC Köln bestellt und danach zu einem Probetraining beim MSV Duisburg, der ihn 1970 unter Vertrag nahm.[2] Dietz entschied sich gegen den 1.FC Köln, weil dieser ihn zunächst an den Lüner SV ausleihen wollte und er nicht in der Bundesliga eingesetzt würde.[1]

Im Jahr 1970 war Dietz zu einem Testspiel der Deutschen Amateur-Nationalmannschaft gegen Österreich eingeladen worden; dabei war er aber nur Ersatzspieler. Für die Olympischen Sommerspiele 1972 war er als Spieler der Nationalmannschaft der Amateure vorgesehen, entschied sich dann aber doch für den sofortigen Karrierebeginn beim MSV Duisburg.[3]

Profikarriere[Bearbeiten]

Er spielte als Abwehrspieler von 1970 bis 1982 für den MSV Duisburg und von 1982 bis 1987 für den FC Schalke 04 in der Fußball-Bundesliga. In 495 Einsätzen erzielte er 77 Tore, 70 für den MSV und 7 für Schalke 04. Am 5. November 1977 gelangen ihm beim 6:3 seines MSV gegen Bayern München vier Treffer gegen den damaligen Nationaltorwart Sepp Maier, obwohl Bayern bis zur 75. Minute noch 3:2 führte. Nach diesem Spiel wurde die Bezeichnung MSV Dietzburg geprägt.[4] Bis heute ist er der zweitbeste Bundesliga-Torschütze des MSV. In seiner gesamten Laufbahn erhielt er in der Bundesliga ganze 11 gelbe Karten, vom Platz gestellt wurde er nie. Sein größter Erfolg im Verein war das Erreichen des Endspiels um den DFB-Pokal 1975, das der MSV mit 0:1 gegen Eintracht Frankfurt verlor.

In der Deutschen Nationalmannschaft war er von 1974 bis 1981 in 53 Spielen aktiv und nahm an der Weltmeisterschaft 1978 teil. Als Kapitän führte er die Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft 1980 zum Titel. Zuvor wurde er bei der Europameisterschaft 1976 mit Deutschland Vizeeuropameister. Am 19. Mai 1981 in Stuttgart gegen Brasilien wurde er das letzte Mal in der Nationalmannschaft eingesetzt. Wegen angeblich unangemessener Äußerungen in einem Interview teilte ihm der Bundestrainer Jupp Derwall schriftlich mit, von ihm enttäuscht zu sein.[5]

Am 10. Mai 1988 nahm er vor 25.000 Zuschauern im Duisburger Wedaustadion Abschied von seiner aktiven Karriere. An diesem Abschiedsspiel nahmen zahlreiche prominente Fußballer teil, u. a. Uwe Seeler, Gerd Müller und Petar Radenković.

Dietz ist der Bundesligaspieler, der in seiner Karriere die meisten Pflichtspiele verloren hat. Insgesamt ging er in 221 Begegnungen als Verlierer vom Platz.[1]

Tätigkeit als Trainer[Bearbeiten]

Nach seiner aktiven Zeit war er zunächst von 1987 bis 1992 als Trainer beim ASC Schöppingen tätig, 1992 bis 1994 dann beim Drittligisten SC Verl, später im Jugendbereich des VfL Bochum, wo er zweimal als Interimstrainer der Profimannschaft aushalf. Anschließend wechselte er zurück zum MSV Duisburg, wo er die Amateurmannschaft der „Zebras“ betreute und sich in beratender Funktion in das Management des Vereins einbrachte. Auch hier war Bernard Dietz als Übergangstrainer des Profiteams in der 2. Bundesliga im Einsatz. Am 14. Mai 2006 wurde Bernard Dietz neuer Trainer des Fußballregionalligisten Rot Weiss Ahlen. Am 29. Oktober 2006 erklärte Dietz seinen Rücktritt, nachdem die Mannschaft vier Spiele in Folge nicht gewonnen hatte und in der Tabelle immer weiter abgerutscht war. Zur Begründung sagte Dietz, er erreiche die Spieler nicht mehr. Zugleich erklärte er, dass Ahlen seine letzte Trainerstation gewesen sei und er in Rente gehen werde.

Im September 2007 gründete Bernard Dietz gemeinsam mit seinem Sohn Christian die „Fußballschule Bernard Dietz“. In Kooperation mit seinem Freund Ludger Wilkinghoff bietet Dietz Fördertraining für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren an. Stützpunkte seiner Schule sind Duisburg, Werne, Hoetmar, Wettringen und Dortmund.

Ende August 2012 kehrte Dietz als Co-Trainer von Interimstrainer Ivica Grlić beim MSV Duisburg für einige Spiele an den Platzrand zurück. [6]

Privates[Bearbeiten]

Ende September 2010 kehrte Dietz in der Funktion als "Berater und Repräsentant" zum MSV Duisburg zurück. Zu Beginn der Saison 2010/11 wurde er als Legende des MSV ausgezeichnet. Durch seine bodenständige Art ist Bernard Dietz bei den Fans im ganzen Ruhrgebiet bis heute sehr beliebt und als Identifikationsfigur im Besonderen beim MSV Duisburg hoch angesehen. Als spezielle Würdigung tauften die Fans des MSV im August 2005 ihr Maskottchen, ein Zebra, auf den Namen „Ennatz“. Außerdem wurde der Verein zu seiner Zeit von den Fans nicht nur des MSV anerkennend als „MSV Dietzburg“ bezeichnet.

Dietz ist verheiratet und lebt in Drensteinfurt-Walstedde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietrich Schulze-Marmeling: Fußball für Millionen: Die Geschichte der deutschen Nationalmannschaft; Verlag Die Werkstatt, Göttingen 1999; ISBN 9783895332746; S. 258–260.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bernard Dietz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c "Haue für den Schmied", Kicker-Bundesliga Sonderheft 2012/13, S. 176
  2. Interview mit Bernard Dietz in 11 Freunde, März 2011, Seite 102
  3. Interview in "Reviersport" 57/2011, S. 24f.
  4. Hinweis in: Der finale Wahnsinn, Saison 1977/78, in: RevierSport 43/2013, S. 52 f.
  5. Interview mit Bernard Dietz in 11 Freunde, März 2011, Seite 102
  6. Ennatz Dietz unterstützt die Zebras - Homepage MSV Duisburg abgerufen am 3. September 2012