Bernard Tissier de Mallerais

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Bishop Bernard Tissier de Mallerais (2316888957).jpg
Wappen

Bernard Tissier de Mallerais (* 14. September 1945 in Sallanches, Haute-Savoie, Frankreich) ist ein Bischof der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Absolvierung eines Universitätsstudiums der Biologie erwarb Bernard Tissier de Mallerais den Grad eines Magisters und trat im Oktober 1969 in das Priesterseminar der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) im schweizerischen Freiburg im Üechtland ein. Am 29. Juni 1975 wurde er in Ecône zum Priester geweiht. Dort wirkte er anschließend als Professor, später als Regens des Seminars. Danach wurde er Generalsekretär der FSSPX (1984–1996).

Am 30. Juni 1988 wurde er mit drei anderen Priestern durch den Gründer der FSSPX, Erzbischof Marcel Lefebvre, zum Bischof geweiht. Weil diese Weihen aber gegen den Willen des Papstes erfolgten, erließ Papst Johannes Paul II. ein Dekret, das die Exkommunikation Lefebvres und der vier geweihten Bischöfe erklärt. Am 28. Juli 1991 weihte er seinerseits unerlaubt den brasilianischen Priester Licínio Rangel zum Bischof.[1]

Die Priesterbruderschaft bestreitet das Eintreten der Exkommunikation mit Berufung auf eine angeblich existierende Kirchenkrise und einen angeblich existierenden Kirchennotstand, weswegen Bernard Tissier de Mallerais innerhalb der FSSPX auch weiterhin Sakramente, vor allem Firmungen, Weihen und die einem Bischof vorbehaltenen Segnungen spendet.

Seine Aufgaben innerhalb der Priesterbruderschaft St. Pius X. lagen von 1979 bis 1983 bei der Leitung des Seminars von Ecône. Von 1984 bis 1996 war er Generalsekretär der Bruderschaft. Seine Hauptaufgabe bestand ab 1996 in der Erforschung und Dokumentation des Lebens des verstorbenen Erzbischofs Marcel Lefebvres. 2008 publiziert er eine Lebensbiographie des Erzbischofs, verfasst in deutscher Sprache.

Tissier de Mallerais bezeichnete Papst Benedikt XVI. in einem Zeitungsartikel vom Dezember 2008 als Häretiker und Modernisten und lehnte jede Versöhnung mit dem „besetzten Rom“ ab.[2] Papst Benedikt XVI. ließ am 21. Januar 2009 die Exkommunikation Bischof Tissier de Mallerais’ durch ein Dekret der Bischofskongregation aufheben.[3]

Am 1. Februar 2009 erklärte Tissier de Mallerais gegenüber der italienischen Zeitung La Stampa, über die kommende Einigung mit der römisch-katholischen Kirche: „Wir ändern unsere Positionen nicht, aber wir haben die Intention, Rom zu bekehren, das heißt, Rom zu unseren Positionen zu führen.“[4]

Tissier de Mallerais hat sich die kritische Analyse der Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Religionsfreiheit zu seiner besonderen Aufgabe erwählt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alexander Pytlik: Der Papst hat sich von keinerlei Provokation abhalten lassen, kath.net, 26. Januar 2009
  2. Piusbruderschaft: Papst ist „Häretiker“ und „Modernist“; Meldung auf kath.net vom 11. Dezember 2008.
  3. Vatikan: Exkommunikation aufgehoben; Radio Vatikan, 24. Januar 2009
  4. Originalzitat: „No, assolutamente no. Noi non cambiamo le nostre posizioni ma abbiamo intenzione di convertire Roma, cioe’ di portare il Vaticano verso le nostre posizioni“. Zitiert nach: Alain Elkann: Domenica con Bernard Tissier de Mallerais Vescovo lefebvriano, rettore del seminario di Econe “Saremo noi a convertire il Vaticano”. In: La Stampa, Ausgabe vom 1. Februar 2009, S. 20. Übersetzung bei kath-info.de.