Bernardino Ramazzini

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Ramazzini
De Morbis Artificum Diatriba, 1713

Bernardino Ramazzini (* 4. Oktober 1633 in Carpi; † 5. November 1714 in Padua) war ein italienischer Arzt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De morbis artificum diatriba, 1745

Sein Medizinstudium schloss er 1659 in Parma ab.

1682 erhielt er einen Lehrstuhl für Medizin an der Universität von Modena. Von 1700 bis zu seinem Tod arbeitete er als Professor der Medizin an der Universität Padua. Er veröffentlichte im Jahr 1700 mit seiner Schrift De morbis artificum die erste geschlossene Darstellung wichtiger Krankheiten von über 50 Berufsgruppen und forderte gesundheitliche Vorsorge. Er gilt als einer der Pioniere der Arbeitsmedizin und befasste sich auch mit den Berufskrankheiten von Frauen.[1]

1712 veröffentlichte Ramazzini die erste detaillierte Beschreibung der Rinderpest. Auf der Grundlage dieser Arbeit entwickelte Giovanni Maria Lancisi später das erste Bekämpfungsprogramm gegen diese Tierseuche. Ramazzini war ein entschiedener Gegner des Chininmißbrauchs, der aufgrund der gehäuft auftretenden Malaria, in seiner Gegend üblich geworden war.[2]

In einem Kommentar„De principum valetudine tuenda“ befasste sich Ramazzini im Jahr 1720 mit der höfischen Medizin. Das Buch stieß bei den Leib- und Hofmedici in ganz Europa auf große Beachtung und erlebte in den ersten beiden Jahren des Erscheinens zwei Nachdrucke. 1724 folgte eine französische Übersetzung.[3]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1693 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.[4] Seit 1707 war Ramazzini auswärtiges Mitglied der Königlich Preußischen Sozietät der Wissenschaften. Ramazzini korrespondierte mit bedeutenden Gelehrten seiner Zeit, so beispielsweise mit Giovanni Battista Morgagni, Antonio Vallisnieri, Giovanni Maria Lancisi und Gottfried Wilhelm Leibniz.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang U. Eckart: Bernardino Ramazzini. In: Wolfgang U. Eckart und Christoph Gradmann (Hrsg.): Ärztelexikon. Von der Antike bis zur Gegenwart, 1. Aufl. 1995 C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München S. 295+296, 2. Aufl. 2001 S.258+259, 3. Aufl. 2006 Springer Verlag Heidelberg, Berlin, New York S. 269+270. Ärztelexikon 2006, doi:10.1007/978-3-540-29585-3.
  2. vgl. Wolfgang U. Eckart 1995, 2001, 2006.
  3. Ralf Bröer: Höfische Medizin. Strukturen der medizinischen Versorgung eines frühneuzeitlichen Fürstenhofes am Beispiel des Wiener Kaiserhofes (1650-1750), Habilitationsschrift Institut Geschichte der Medizin, Institutsdirektor Wolfgang U. Eckart, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 2008, S. 370-379. Bröer: Höfische Medizin
  4. Mitgliedseintrag von Bernardo Ramazzini bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 28. November 2016.
  5. vgl. Wolfgang U. Eckart 1995, 2001, 2006.