Bernd Fischer (MfS)

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Bernd Fischer (* 20. Mai 1940 in Chemnitz) ist ein ehemaliger Oberst des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Er war von 1987 bis 1990 Leiter der Abteilung I der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA), des Auslandsnachrichtendienstes der DDR, zuständig für den „Staatsapparat der Bundesrepublik Deutschland“.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abschluss der Oberschule und einer Ausbildung zum Kraftfahrer besuchte Fischer eine Arbeiter-und-Bauern-Fakultät und legte 1958 das Abitur ab. 1957 wurde er Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Bis 1965 studierte er Staatswissenschaften am Institut für Internationale Beziehungen in Moskau und legte das Diplom ab.

1965 wurde Fischer vom MfS eingestellt und wurde Mitarbeiter der HVA-Abteilung III, zuständig für „legal abgedeckte Residenturen“. 1979 wurde Fischer stellvertretender Abteilungsleiter, 1984 erster stellvertretender Abteilungsleiter und Oberst. 1984/85 absolvierte er einen Lehrgang am Institut für marxistisch-leninistische Weiterbildung des Ministerium des Innern (MdI) der DDR und wurde 1987 Leiter der HVA-Abteilung I, zuständig für den „Staatsapparat der Bundesrepublik Deutschland“.

Nach der Wende und der friedlichen Revolution in der DDR war Fischer Mitarbeiter der Gruppe zur Auflösung der HVA und war hier für die systematische Vernichtung einer Vielzahl von MfS-Akten verantwortlich. Am Tag der Deutschen Wiedervereinigung wurde er in Berlin wegen des „Verdachts auf geheimdienstliche Agententätigkeit“ festgenommen, kam aber schnell wieder frei.[1]

Später war er zeitweise in einer Anwaltskanzlei beschäftigt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Ende einer Legende. In: Der Spiegel. Nr. 3, 1999 (online).