Bernd Hesse

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Bernd Hesse bei seiner Lesung zu "Durch die Hölle – Wahre Kriminalfälle" auf der Leipziger Buchmesse 2019
Bernd Hesse: Druck nach einem Linolschnitt des Dresdner Künstlers Steffen Büchner
Bei der E.T.A. Hoffmann-Tagung 2022 der Staatsbibliothek zu Berlin Foto: Norbert Kron

Bernd Hesse (* 1962 in Bad Saarow) ist ein deutscher Rechtsanwalt, Strafverteidiger und Autor.[1]

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Schulzeit, Abitur und Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenmonteur arbeitete Bernd Hesse als Rohrleitungsmonteur für Erdölanlagen. Später studierte er Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin und promovierte mit einer von Klaus Adomeit betreuten Arbeit über das Outsourcing zum Dr. iur. Nach seiner Zulassung als Rechtsanwalt in Frankfurt (Oder) studierte er Kulturwissenschaften mit den Schwerpunkten Literaturwissenschaft und Linguistik an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und promovierte mit einer von Anselm Haverkamp betreuten Arbeit über E. T. A. Hoffmann zum Dr. phil.[2][3]

Bernd Hesse betreibt eine Rechtsanwaltskanzlei in Frankfurt (Oder) und eine Zweigstelle in Berlin. Bei seiner anwaltlichen Tätigkeit ist er auf Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht und Strafrecht spezialisiert und als Strafverteidiger tätig. Das Brandenburgische Oberlandesgericht bestellte ihn zum Ausbilder und an der Europa-Universität in Frankfurt (Oder) hat er einen Lehrauftrag.[4]

Bernd Hesse hat bereits in seiner Schulzeit damit begonnen, Gedichte, Kurzgeschichten und Romane zu schreiben.[5] Neben einer Vielzahl juristischer Publikationen veröffentlichte er die Kriminalromane »Rubel, Rotlicht und Raketenwerfer« und »Wodka, Weiber, Wasserleiche« beim Gmeiner-Verlag. Im Verlag Das Neue Berlin erschienen die Sammlungen authentischer Kriminalfälle „Die Hinrichtung“ und „Durch die Hölle“.

Zusammen mit der Autorin Silvia Walter schrieb er 2019 die Drehbücher für eine Hörspielreihe nach seinem gleichnamigen Buch „Die Hinrichtung: Authentische Kriminalfälle“ für den Sender Pure FM.[6]

In der Spielzeit 2020/21 war er Mitinitiator, Organisator und Kommentator der Reihe „VORDENKEN.NACHDENKEN“ der Bürgerbühne des Kleist Forums Frankfurt (Oder), in der er mit Gästen wie Eva Horn, Heiner Fangerau und Dirk Baecker zu meist sozialpolitischen, aber auch historischen, wissenschaftstheoretischen und philosophischen Fragestellungen zur COVID-19-Pandemie diskutierte.[7] Im Sommer 2021 wurde die Reihe um Themen zu den Transformationsprozessen in den neuen Bundesländern mit Gästen wie Bernd Stegemann, Steffen Mau und dem Schriftsteller Ingo Schulze erweitert.[8][9][10]

Nach Abschluss der literaturwissenschaftlichen Dissertation zu E.T.A. Hoffmann forschte, sammelte und arbeitete er weiter zu diesem Dichter und der Epoche der Romantik. Der Staatsbibliothek zu Berlin überließ er Originalbriefe Hoffmanns als Dauerleihgaben.[11][12] Er ist Mitglied der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, weiterer literarischer Gesellschaften und des wissenschaftlichen Beirats der länder- und institutionsübergreifenden Ausstellung zum 200. Todestag E.T.A. Hoffmanns „Unheimlich Fantastisch“.[13] Mit dem Germanisten und Historiker Jörg Petzel ergab sich eine überaus produktive Zusammenarbeit. Sie veröffentlichten u. a. Forschungsergebnisse im E.T.A. Hoffmann-Jahrbuch beim Erich Schmidt Verlag, einen Anekdotenband beim Eulenspiegel Verlag und einen Auswahlband zu E.T.A. Hoffmann beim Marix Verlag.[14][15]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erzwungene Selbstständigkeit von Arbeitnehmern – Outsourcing. Frankfurt am Main/New York, Peter Lang Verlag, 2001, ISBN 3-631-37718-5.
  • Querulatorischer Terrorist oder Kämpfer um's Recht? Heinrich von Kleists "Michael Kohlhaas". Vortrag, gehalten an der Europa-Universität Viadrina, abgedruckt in NJW, Neue Juristische Wochenschrift 2003 (Heft 9), S. 621626, ISSN 0341-1915.
  • Das Notizbuch (Ein Gerichtsbericht), Kriminalnovelle, unter dem Pseudonym Michael Boz, abgedruckt in Maskenball, Zeitschrift für Kunst-Kultur und Literatur, 2004 (Heft 4), S. 10–13, ISSN 1616-0118.
  • Die Kriminalerzählung "Das Fräulein von Scuderi" als Spiegel des Richteramts E. T. A. Hoffmanns. Vortrag, gehalten an der Europa-Universität Viadrina, abgedruckt in NJW, Neue Juristische Wochenschrift 2008 (Heft 11), S. 698–704, ISSN 0341-1915.
  • Co-Autor bei: Gegen den Strich – Arbeitsrecht und anderes kritisch gesehen: Festschrift für Klaus Adomeit. Hrsg. von Peter Hanau und Jens T. Thau und Harm Peter Westermann, Hermann Luchterhand Verlag, Köln 2008, ISBN 978-3472068761.
  • Reflexion und Wirkung juristischer Tätigkeit im Werk E.T.A. Hoffmanns: »Dem im irdischen Leben befangenen Menschen ist es nicht vergönnt, die Tiefe seiner eigenen Natur zu ergründen.« Peter Lang GmbH, 2009, ISBN 978-3631585108.
  • Arbeitsrechtliches Outsourcing: 3. neu bearbeitete Auflage. Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften, 2010, ISBN 978-3838121598.
  • Arbeitnehmer, Scheinselbstständige und Selbstständige: Eine Studie zu historischen, rechtstheoretischen und rechtspraktischen Aspekten des Arbeitnehmerbegriffs. Saarbrücker Verlag für Rechtswissenschaften, 2012, ISBN 978-3861941095.
  • Betriebsbedingte Kündigung und Leiharbeit: Sind mit Leiharbeitnehmern besetzte Dauerarbeitsplätze freie Arbeitsplätze i.S.d. § 1 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1b KSchG? Saarbrücker Verlag für Rechtswissenschaften, 2012, ISBN 978-3861941132.
  • Co-Autor bis 2007: Steuerberater Branchenhandbuch (Steuerberater Handbücher). Stollfuß, 2016, ISBN 978-3082562505.
  • Blutende Oder: Privatdetektiv Rübels zweiter Fall. Selbstverlag, 2017, ISBN 978-1521495599.
  • Rubel, Rotlicht und Raketenwerfer: Privatdetektiv Rübels erster Fall. Gmeiner-Verlag, 2018, ISBN 978-3839222515.
  • Die Hinrichtung: Authentische Kriminalfälle. Das Neue Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3360013347.
  • Wodka, Weiber, Wasserleiche: Privatdetektiv Rübels zweiter Fall. Gmeiner-Verlag, 2018, ISBN 978-3839223529.
  • Durch die Hölle: Wahre Kriminalfälle. Das Neue Berlin, Berlin 2019, ISBN 978-3360013453.
  • mit Jörg Petzel: E.T.A. Hoffmann - Ein Lebensbild in Anekdoten. Eulenspiegel Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3359030133.
  • mit Jörg Petzel (Hrsg.): E.T.A. Hoffmann - Mit dem Kopf im Himmel und den Füßen auf dem Boden, Texte eines Universalkünstlers, S. Marix Verlag, Wiesbaden 2021, ISBN 978-3737411752.
  • mit Jörg Petzel: „Aus Überzeugung der Notwendigkeit studiere ich mein jus“ oder E.T.A. Hoffmanns Studienzeit in Königsberg, in: Claudia Liebrand, Harald Neumeyer und Thomas Wortmann (Hrsg.), E.T.A. Hoffmann-Jahrbuch, Band 29, Erich Schmidt Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3503194643.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frauke Adesiyan: Kriminalfälle: Buchreifer Totschlag. In: moz.de. 26. April 2018, abgerufen am 20. März 2021.
  2. Bernd Hesse - Eulenspiegel Verlagsgruppe. In: eulenspiegel.com. Abgerufen am 20. März 2021.
  3. Jan-Henrik Hnida: Krimiautor: Schicksale zwischen Aktendeckeln. In: moz.de. 9. Februar 2019, abgerufen am 20. März 2021.
  4. Jörg Kotterba: Gesichter (m)einer Stadt. oderfrankfurt-medien, Frankfurt (Oder) 2017, S. 18.
  5. Bernd Hesse: Lebenslauf, Bücher und Rezensionen bei LovelyBooks. In: lovelybooks.de. Abgerufen am 20. März 2021.
  6. pure fm Radiokrimi – pure fm. In: www.pure-fm.de. Archiviert vom Original am 29. September 2020; abgerufen am 30. September 2020.
  7. Nancy Waldmann: Corona-Lockdown: Bürgerbühne in Frankfurt (Oder) geht online und diskutiert über die Corona-Krise. In: moz.de. 6. Dezember 2020, abgerufen am 6. September 2021.
  8. Hartmut Kelm: Kultur Kleist Forum: Kleines Festival in Frankfurt (Oder) über Ostdeutschland findet große Resonanz. In: moz.de. 12. Juli 2021, abgerufen am 6. September 2021.
  9. Hartmut Kelm: Kleist Forum Kultur: Autor Steffen Mau eröffnet Festival über die ostdeutsche Seele in Frankfurt (Oder). In: moz.de. 4. Juli 2021, abgerufen am 6. September 2021.
  10. Peggy Lohse: DDR und Deutsche Einheit: „Wer schreibt eigentlich Geschichte?“ – Ingo Schulze spricht in Frankfurt (Oder) über Wende-Erfahrungen. In: moz.de. 12. Juli 2021, abgerufen am 6. September 2021.
  11. Staatsbibliothek zu Berlin: Dauerleihgabe eines Hoffmann-Briefes. In: Staatsbibliothek zu Berlin / E.T.A. Hoffmann Portal. 16. Juni 2020, abgerufen am 28. Oktober 2021.
  12. Staatsbibliothek Bamberg: Neu erworbener Brief von E. T. A. Hoffmann online. 25. Juni 2020, abgerufen am 28. Oktober 2021.
  13. Staatsbibliothek zu Berlin: Unheimlich Fantastisch E.T.A. Hoffmann 2022, Das Projekt. 29. Juni 2021, abgerufen am 28. Oktober 2021.
  14. Henny Levin: Neuerscheinungen der Herausgeber Jörg Petzel und Bernd Hesse. 4. Oktober 2021, abgerufen am 28. Oktober 2021.
  15. E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft: Neue Publikationen von Mitgliedern. 2021, abgerufen am 28. Oktober 2021.