Bernd Kauffmann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bernd Kauffmann (* 30. Dezember 1944 in Ahaus) ist ein deutscher Kulturmanager und Jurist. Nach über zehnjähriger Tätigkeit in leitenden Funktionen im Niedersächsischen Kultusministerium und dem Aufbau der Stiftung Niedersachsen als deren erster Generalsekretär war er von 1992 bis 2001 u.a. als Präsident der Stiftung Weimarer Klassik, als Intendant des Kunstfestes Weimar und als Generalbeauftragter der „Weimar 1999 – Kulturhauptstadt Europas GmbH“ in der Stadt Weimar tätig. Von Juni 2001 bis Dezember 2014 war er Generalbevollmächtigter der Stiftung Schloss Neuhardenberg; seit 2003 ist er Künstlerischer Leiter der „Movimentos Festwochen“ der Autostadt in Wolfsburg.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernd Kauffmann wurde 1944 als viertes Kind des Arztes Clemens Kauffmann und seiner Ehefrau Edith, geb. Tyrell, geboren. Schulbesuch des Aloisiuskollegs in Bad Godesberg und des Canisius-Kollegs Berlin. Während des Studiums der Publizistik und der Rechtswissenschaften in Berlin und Hamburg (Abschluss: I. und II. Staatsexamen) arbeitete Kauffmann als Regieassistent und in der Dramaturgie des Thalia Theaters Hamburg. 1975 war er neben Rechtsanwaltstätigkeit in Hamburg wissenschaftlicher Mitarbeiter im Niedersächsischen Landtag in Hannover. 1976 übernahm er die Leitung des Referats Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Niedersächsischen Kultusministerium. Von 1978 bis 1984 leitete er das Ministerbüro.

1984 wurde Bernd Kauffmann Abteilungsleiter im Niedersächsischen Kultusministerium und 1987 Generalsekretär der Stiftung Niedersachsen.[1] In dieser Funktion gründete er 1990 das Festival Theaterformen.[2] 1992 wurde Kauffmann als Präsident der Stiftung Weimarer Klassik nach Weimar berufen. Von 1996 bis Anfang 2000 war er vom Präsidentenamt beurlaubt, um als Generalbevollmächtigter der „Weimar 1999 - Kulturhauptstadt Europas GmbH“ zu wirken. Während dieser Zeit war er auch Vorsitzender des Kulturrates der Weltausstellung Expo 2000 Hannover. Von April 2000 bis Mai 2001 kehrte er in das Präsidentenamt zurück. Von 1993 bis 2001 war er zusätzlich Intendant des Kunstfestes Weimar. Im Jahr 1999 gründete Kauffmann zusammen mit dem Dirigenten Daniel Barenboim und dem Literaturwissenschaftler Edward Said das West-Eastern Divan Orchestra in Weimar[3][4] und machte es sich im darauffolgenden Jahr zur Aufgabe, Finanzierungsmöglichkeiten für die Fortführung des Projektes zu erschließen.[5]

Von Juni 2001 bis Dezember 2014 war Bernd Kauffmann Generalbevollmächtigter der Stiftung Schloss Neuhardenberg.[2] Von 2003 bis 2007 war er zusätzlich ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender der Kleist-Gedenk- und Forschungsstätte e. V. (Kleist-Museum) in Frankfurt (Oder). Seit 2003 ist er Künstlerischer Leiter der Movimentos Festwochen der Autostadt in Wolfsburg (von 2009 bis 2016 gemeinsam mit Maria Schneider). Daneben ist Bernd Kauffmann seit 2015 Gesellschafter und Consortialmitglied der Moving Points GmbH, die u. a. für die Planung und Realisierung internationaler Kulturprojekte verantwortlich ist.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Klaus Jörk und Rocque Lobo (Hrsg.): Was macht den Menschen krank? 18 Kritische Analysen. Birkhäuser Verlag, Basel 1991, ISBN 3-7643-2583-6.
  • mit Wolfgang Welsch, Ivo Frenzel, Bernd Olaf Küppers u. a. (Hrsg.): Die Aktualität des Ästhetischen. Wilhelm Fink Verlag, München 1993, ISBN 3-7705-2896-4.
  • mit Gert Theile u. a. (Hrsg.): Weimarer Editionen.
    • Norbert Bolz (Hrsg.): Das Pathos der Deutschen. Wilhelm Fink Verlag, München 1996, ISBN 3-7705-3101-9.
    • Hans-Georg Pott (Hrsg.): Liebe und Gesellschaft. Wilhelm Fink Verlag, München 1997, ISBN 3-7705-3245-7.
    • Norbert Bolz (Hrsg.): Weltbürgertum und Globalisierung. Wilhelm Fink Verlag, München 2000, ISBN 3-7705-3510-3.
  • mit anderen (Hrsg.): Edition Stiftung Schloss Neuhardenberg.
  • mit Basil Kerski (Hrsg.): Antisemitismus und Erinnerungskulturen im postkommunistischen Europa. fibre Verlag, Osnabrück 2006, ISBN 3-938400-14-5.
  • mit Heinz Bude und Joachim Fischer (Hrsg.): Bürgerlichkeit ohne Bürgertum. Wilhelm Fink Verlag, München 2010, ISBN 978-3-7705-4627-5.
  • mit Basil Kerski und Tomasz Dabrowski (Hrsg.): Europa, ein unvollendetes Abenteuer. Deutsch-Polnische Dialoge. Dokumentation. Berlin 2010, DNB 1009833820.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katholische Akademie in Berlin: Theater, Stadt, Religion: Berlin als Bühne. Veranstaltungsinformation, 2013, abgerufen am: 11. Oktober 2017
  2. a b Peter von Becker: Der Schlossgeist geht. In: Der Tagesspiegel, 30. Dezember 2014; abgerufen am: 11. Oktober 2017
  3. Reinhard Schau: Das Musikgymnasium Schloss Belvedere in Weimar: Geschichte und Gegenwart. 2010, Böhlau Verlag, ISBN 978-3412205560, S.255
  4. Georg Diez: Eine sehr deutsche Angelegenheit. In: Der Spiegel, 40/2017, S.120
  5. Daniel Barenboim: Music Quickens Time. 2009, Verso Books, ISBN 978-1844674022, S.56