Bernd Sösemann

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Bernd Sösemann (* 8. Oktober 1944 in Göttingen) ist ein deutscher Historiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernd Sösemann studierte Geschichte, Deutsche Philologie, Philosophie und Pädagogik an der Universität Göttingen. Er legte das Erste und Zweite Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Er wurde 1974 zum Thema Liberale Publizistik in der Endphase der Weimarer Republik zum Dr. phil. promoviert.

Vier Jahre lang war er für die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften tätig, für die er die Tagebücher Theodor Wolffs edierte. 1985 berief ihn die Freien Universität Berlin primo loco als Gründungsdirektor auf den Lehrstuhl für Geschichte der öffentlichen Kommunikation und der Publizistikwissenschaft. Er lehrte und forschte dort bis zu seiner Pensionierung im März 2010. Er leitete weiterhin die Arbeitsstelle für Kommunikationsgeschichte und interkulturelle Publizistik (AKiP) am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Er nahm Gastdozenturen in Cagliary, Trient, Sydney und Rom wahr. Von 1988 bis 2010 war er Mitglied der Preußischen Historischen Kommission. Von 1989 bis 2009 war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft zur Preußischen Geschichte. Von 1991 bis 2010 gab er das Jahrbuch der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft heraus. 2014 forschte er als Senior Fellow am Historischen Kolleg in München.

In seinen in der Historischen Zeitschrift (1983 und 2014), im Böhlau-Verlag (1996, 2006) und im Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte (2008) publizierten Forschungen zu den Tagebüchern von Kurt Riezler aus dem Ersten Weltkrieg (Karl Dietrich Erdmann), zum Nachlass des preußischen Reformers Theodor von Schön und den täglichen Dienstnotaten von Joseph Goebbels (Horst Möller, Elke Fröhlich) behauptete er editorische Schwächen, Fehler und sachliche Verfälschungen dieser Editionen.

2010 erschien zu seinen Ehren Geschichte, Öffentlichkeit, Kommunikation. Festschrift für Bernd Sösemann zum 65. Geburtstag (hrsg. von Patrick Merziger u.a.). Er ist Mitglied im Kuratorium des Theodor-Wolff-Preises, Vorstandsmitglied der Erhard Höpfner Stiftung (Berlin), der Arbeitsgemeinschaft zur Preußischen Geschichte und der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft sowie Vorsitzender der „Friedrich-Meinecke Gesellschaft“ in Berlin.

Hauptforschungsgebiete:

  • Geschichte der öffentlichen Kommunikation und der Medien
  • Theodor Wolff, Leben und Werk des Chefredakteurs des Berliner Tageblatts (Biographie und 7 Bde. Dokumente)
  • Deutsche Geschichte vom Kaiserreich bis zur frühen Bundesrepublik
  • Geschichte Preußens
  • Geschichte des Liberalismus
  • Geschichte der Propaganda in neuzeitlichen Diktaturen
  • Editionswissenschaften

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Ende der Weimarer Republik in der Kritik demokratischer Publizisten. Theodor Wolff, Ernst Feder, Julius Elbau, Leopold Schwarzschild. (Abhandlungen und Materialien zur Publizistik 9). Berlin 1976, ISBN 3-7678-0410-7. Zugleich Dissertation an der Unversität Göttingen unter dem Titel Liberaldemokratische Publizisten in der Auflösungskrise der Weimarer Republik , Göttingen 1977.
  • Theodor Wolff: Tagebücher 1914 - 1919 – Der Erste Weltkrieg u.d. Entstehung der Weimarer Republik in Tagebüchern, Leitartikeln u. Briefen des Chefredakteurs am "Berliner Tageblatt" und Mitbegründers der "Deutschen Demokratischen Partei". Eingeleitet und hrsg. von Bernd Sösemann. Boldt, Boppard am Rhein, ISBN 3-7646-1835-3. In zwei Bänden. Deutsche Geschichtsquellen des 19. und 20. Jahrhunderts; Bd. 54.
  • Theodor Wolff - in Leben mit der Zeitung. Econ, München 2000, ISBN 3-430-18569-6. In völlig überarbeiteter Fassung und um ausgewählte Artikel Wolffs erweiterte Neuausgabe unter dem Titel:
Theodor Wolff - Ein Leben mit der Zeitung. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-515-10174-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]