Berndmark Heukemes

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Berndmark Heukemes (* 26. Februar 1924 in Aachen; † 16. Januar 2009 in Heidelberg) war ein deutscher Archäologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lobdengau-Museum in Ladenburg
Jupitergigantensäule vor dem Museum

Nach dem Schulbesuch in Aachen war Heukemes Kriegsteilnehmer am Zweiten Weltkrieg. Er wurde sechsmal verwundet, darunter einmal so schwer, dass er kurzzeitig erblindete. Nach dem Krieg studierte er von 1945 bis 1951 Architektur und Baugeschichte an der Technischen Hochschule Karlsruhe und Kunstgeschichte, Archäologie und Frühgeschichte an der Universität Heidelberg.

Noch als Student begann Heukemes 1948 in Ladenburg (Lopodunum) zu forschen, womit seine bedeutenden Forschungen in der Rhein-Neckar-Region, vor allem aber in Ladenburg und Heidelberg, begannen. Als einer der Pioniere der Luftbildarchäologie im Nachkriegsdeutschland begann er 1952 mithilfe eines amerikanischen Militärflugzeugs Aufklärungsflüge im Rhein-Neckar-Raum und fand 17 römische Villae rusticae. 1960 wurde Heukemes an der Universität Heidelberg mit dem Thema „Heidelberger Keramik der Römerzeit“ promoviert. Von 1962 bis 1992 war er Leiter der archäologischen Abteilung des Kurpfälzischen Museums der Stadt Heidelberg.

Daneben engagierte Heukemes sich jahrzehntelang ehrenamtlich. Ab 1949 war er amtlicher Denkmalpfleger für Heidelberg und den Landkreis Heidelberg. In Ladenburg wohnte er ab 1959 im Bischofshof, in dem im Jahr darauf das von ihm wissenschaftlich betreute Lobdengau-Museum eröffnete. An zahlreichen Grabungen in der Stadt war er beteiligt. Außerdem engagierte er sich für die sachgerechte Restaurierung der von Verfall, Verunstaltung und Vernichtung bedrohten historischen Altstadt Ladenburgs. In Heidelberg war er 1973 Mitgründer der Schutzgemeinschaft Heiligenberg, der er bis 1997 vorstand.

Zu Heukemes wichtigsten Funden zählen das Gräberfeld der Neckarsueben in Ladenburg, das Sol-Mithras-Relief, das Schauspieltheater, das Grab Bischofs Ludwig Anton von Pfalz-Neuburg in der Sebastianskapelle, die Jupitergigantensäule, der 54-teilige Bronzeschatz, der Burgus und die keltische Viereck-Schanze und in Heidelberg das Grab Kurfürst Friedrichs des Siegreichen in der Jesuitenkirche und das mit 1400 Gräbern größte zusammenhängende Gräberfeld in Süddeutschland (bis 1970 als Grabungsleiter).

Heukemes wurde vielfach geehrt. Bereits 1952 erhielt er die Medaille des Universitätspreises der Universität Heidelberg, Ladenburg ernannte ihn 1984 zum Ehrenbürger, 1985 erhielt er die Medaille der Dombauhütte Speyer, 1986 das Bundesverdienstkreuz am Bande, 1989 die Heimatmedaille des Landes Baden-Württemberg, 1990 den Oberrheinischen Kulturpreis der Goethe-Stiftung Basel und 1994 die Bürgermedaille der Stadt Heidelberg. Im Dezember 2012 wurde die Dr. Berndmark Heukemes-Anlage nahe dem Lobdengau-Museum in Ladenburg als Erinnerungsstätte für den ehemaligen Museumsleiter, Archäologen und Ladenburger Ehrenbürger eröffnet und eine Gedenktafel enthüllt[1].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Burger: Dr. Berndmark Heukemes, in: Jahrbuch des Stadtteilvereins Handschuhsheim 2009, S. 99–100.
  • Ladenburg-Lexikon. Norderstedt 2007, ISBN 978-3-8334-6799-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gelände am Lobdengau-Museum in Ladenburg führt jetzt den Namen Dr. Berndmark Heukemes-Anlage