Bernhard IV. zur Lippe

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Bernhard zur Lippe († 14. April 1247) war von 1228 bis 1247 als Bernhard IV. Bischof von Paderborn.

Bernhard entstammt der Familie des Edelherren Bernhard II. zur Lippe und dessen Frau Heilwig von Are und hatte insgesamt 10 Geschwister. Die Kinder wurden fast ausnahmslos für geistliche Ämter vorgesehen. Aus dieser Familie entstammten allein 4 Bischöfe und mehrere Klosterfrauen. Aber selbst der Vater Bernhard ging im hohen Alter „mit Zustimmung der Mutter“[1] in ein Kloster.[2] Sein Bruder Gerhard war erst Dompropst von Paderborn und wurde 1219 zum Erzbischof von Bremen. Bernhard war zunächst Prälat in Utrecht. Sein Bruder Otto zur Lippe war zu der Zeit Otto II. Bischof von Utrecht. Am 1. August ereignete sich ein Meuchelmord an Bernhards Brüdern. Bischof Otto II. und Dietrich von Deventer wurden durch den Burggrafen von Coevorden in einen Hinterhalt gelockt und in einem Sumpf verstümmelt und getötet. In der Folge wechselte der Paderborner Bischof Wilbrand in das bedeutendere Bistum Utrecht und ließ den Weg frei für Bernhard, das höchste Kirchenamt in Paderborn zu übernehmen. Geweiht wurde Bernhard 1228 in Bremen durch den Erzbischof Gebhard, der ebenfalls ein Bruder von Bernhard war.

In seinem neuen Paderborner Bistum konnte Bernhard sehr schnelle Erfolge vorweisen. So widmete er sich insbesondere der Stärkung der Klöster in der Region. Unter anderem zog er die ersten Franziskaner an die Pader.

Während seines Pontifikats stürzte wohl im dritten Jahrzehnt der Domturm ein und zerschlug 14 Gewölbejoche. Bernhard IV. musste zur Begleichung der Wiederaufbaukosten Grundbesitz der Bischofskirche veräußern. Bernhard konnte den Wiederaufbau sicherlich auch zur Verwirklichung seiner Vorstellungen nutzen.

Bernhard modernisierte auch die Verfassungsstruktur des Bistums. Durch die Auflösung des Domklosters und die Einführung der bereits in anderen Bistümern üblichen Kurien und Präbenden für die Domherren, wurde die Attraktivität der Domkapitels für Bewerber aus anderen Teilen des Reiches erhöht. Allerdings wurde mit dem neuen System auch der Pfründenwirtschaft Vorschub geleistet.

Auch wurde das Bistum unter Bernhard IV. neu gegliedert. Er schuf die acht Archidiakonatsbezirke Horhusen/Marsberg, Warburg, Driburg/Brakel, Höxter, Steinheim, Lemgo und die Archidiakonate des Dompropstes und des Busdorfstiftes. Er war auch an der Gründung der Städte Nieheim und Bielefeld beteiligt.

Bernhard starb am 14. April 1247 und wurde im Dom zu Paderborn begraben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brandt/Hengst 1984: 124
  2. Er ging mit 70 Jahren zur Livlandmission und wurde 1210 Abt in Dünamünde und Bischof von Semgallen; vgl. Brandt/Hengst 1984: 124
VorgängerAmtNachfolger
Wilbrand von OldenburgBischof von Paderborn
1228–1247
Simon I. von Lippe