Bernhard Kempa

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Bernhard Kempa im August 2011 beim Schlecker Cup
Bernhard Kempa bei der Feldhandball-Weltmeisterschaft 1952

Bernhard Kempa (* 19. November 1920 in Oppeln, Oberschlesien; † 20. Juli 2017 in Bad Boll[1][2]) war ein deutscher Handballspieler und -trainer. Er wurde 1952 und 1955 als Nationalspieler Weltmeister im Feldhandball.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kempa begann im Alter von 14 Jahren das Handballspielen in seiner Geburtsstadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte Kempa in München, wo er anfangs für den TSV 1860 München spielte.[3] Im Jahr 1947 zog er nach Göppingen und lief für Frisch Auf Göppingen auf, wo sich ab 1948 die ersten Erfolge einstellten. Das Sportjahr 1954 wurde das erfolgreichste in der bisherigen Vereinsgeschichte von Frisch Auf und brachte den überregionalen Durchbruch: Der neue württembergische Meister wurde direkt auch erstmals süddeutscher Meister in der Halle, damit war Göppingen für die Endrunde zur Deutschen Handballmeisterschaft qualifiziert. Kempa als Spielertrainer gelang dort mit seiner jungen Mannschaft („Kempa-Buben“) im Finale die große Überraschung: Der Serienmeister der vergangenen vier Jahre, der SV Polizei Hamburg, wurde besiegt und Frisch Auf war Deutscher Handballmeister in der Halle. Noch im Sommer desselben Jahres wiederholte der Rückraumspieler dieses im damals wesentlich populäreren Feldhandball, Göppingen wurde Doppelmeister.

In den nächsten Jahren prägte Göppingen den Handball in Deutschland, wozu Bernhard Kempa als der überragende Spieler erheblich beitrug.[4] Bis zu seinem Karriereende als Spieler 1957 holte Kempa noch je ein weiteres Mal in der Halle (1955) und auf dem Feld (1957) die Meisterschaft nach Göppingen. Als Göppinger Trainer gelang ihm dies im Hallenhandball weitere fünf Mal (1958–1961, 1970), außerdem holte Kempa den Europapokal 1960.[5]

In die Geschichtsbücher des Handballsports ist er mit seinem Kempa-Trick eingegangen, einer Wurfkombination, bei der ein Spieler angespielt wird, während er in den Kreis springt; der in den Kreis springende Spieler fängt den Ball in der Luft und wirft noch während des Sprungs auf das Tor.

Nach Kempa ist auch die Sportartikelmarke Kempa benannt, unter der die Herstellerfirma Uhlsport Sportartikel rund um den Handballsport vertreibt.

Zu seinen Hobbys gehörte neben Skifahren auch Tennis, worin er es zum Welt- und Europameister der Senioren brachte. Nach einem Sturz im Alter von 90 Jahren musste er das Tennisspielen aufgeben.[6]

Im Jahr 2011 wurde Bernhard Kempa in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.

Kempa war zuletzt als Dialysepatient schwerkrank und lebte in Bad Boll im Landkreis Göppingen, wo er im Juli 2017 im Alter von 96 Jahren starb.[7]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Kießling, Michael Tilp: Monsieur Handball. Bernhard Kempa, die spannende Geschichte der Handball-Legende. Tilp, Eislingen 2007, ISBN 978-3-00-023365-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bernhard Kempa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Handball-Legende Bernhard Kempa ist tot, zeit.de, 21. Juli 2017, abgerufen am 21. Juli 2017.
  2. Handball-Legende Bernhard Kempa ist tot, swr.de, 21. Juli 2017.
  3. handball-world.news: Nachruf auf "Monsieur Handball": Bernhard Kempa verstorben, abgerufen am 22. Juli 2017.
  4. Erik Eggers (Hrsg.): Handball. Göttingen 2004, ISBN 3-89533-465-0, S. 125.
  5. Erik Eggers (Hrsg.): Handball. Göttingen 2004, ISBN 3-89533-465-0, S. 132.
  6. Erfinder des "Kempa-Tricks": Handball-Legende Bernhard Kempa ist gestorben, rp-online.de, 21. Juli 2017
  7. Kreis Göppingen: Trauer um Bernhard Kempa – den „Monsieur Handball“, Südwestpresse, 21. Juli 2017