Bernhard Kempen (Jurist)

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Bernhard Kempen (* 31. Januar 1960 in Saarbrücken) ist ein deutscher Jurist und Professor für Staatsrecht, Völkerrecht und Internationales Wirtschaftsrecht. Kempen ist seit 2004 Präsident des Deutschen Hochschulverbandes.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kempen studierte Rechtswissenschaften an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Während Erster (1983) und Zweiter Juristischer Staatsprüfung (1986) war Kempen im Referendariat bei dem Oberlandesgericht Saarbrücken und Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Staatsrecht, Verwaltungsrecht und Völkerrecht der Universität des Saarlandes bei Wilfried Fiedler. 1986 bis 1994 war Kempen Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Völkerrecht und ausländisches öffentliches Recht der Universität zu Köln bei Hartmut Schiedermair.

1988 wurde Bernhard Kempen an der Universität zu Köln mit der Arbeit Die Formenwahlfreiheit der Verwaltung: die öffentliche Verwaltung zwischen öffentlichem und privatem Recht und dem Prädikatsexamen summa cum laude promoviert. Die Dissertation wurde 1988 mit dem Kölner Universitätspreis ausgezeichnet. 1994 habilitierte sich Kempen an der Juristischen Fakultät der Universität zu Köln. Es folgte die Erteilung der venia legendi für die Fächer Öffentliches Recht und Völkerrecht.

1994 folgte eine Lehrstuhlvertretung als Professur für Rechtsphilosophie, Staats- und Verwaltungsrecht an der Juristischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg; 1995 eine Vertretungsprofessur für Staats- und Verwaltungsrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Konstanz. 1995 folgte die Berufung auf eine ordentliche Professur für Öffentliches Recht und Völkerrecht der Universität Würzburg. 2001 folgte Kempen einem Ruf an den Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Völkerrecht der Universität zu Köln. Bernhard Kempen ist zugleich mit Einsetzung in das Amt des Professors auch geschäftsführender Direktor des Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht der Universität zu Köln und geschäftsführender Direktor des Instituts für deutsches und europäisches Wissenschaftsrecht der Universität zu Köln.

1995/96 war Kempen Mitglied einer vierköpfigen internationalen Kommission (Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Deutschland) zur Evaluierung des Eurofaculty-Programms der Ostseestaatenkonferenz in Litauen, Lettland und Estland.

Seit Februar 2000 ist Kempen Herausgeber der Schriftenreihe Kölner Schriften zu Recht und Staat und seit 2005 Mitherausgeber der Zeitschrift Wissenschaftsrecht, Wissenschaftsverwaltung, Wissenschaftsförderung.

Bernhard Kempen ist Mitglied des Direktoriums des investitionsschutzrechtlichen Forschungszentrums “International Investment Law Center Cologne (IILCC)” an der Universität zu Köln.

Bernhard Kempen wurde 2004 Präsident des Deutschen Hochschulverbandes in Nachfolge von Hartmut Schiedermair. Als solcher setzt er sich kritisch mit dem Bologna-Prozess auseinander.[1]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Eingriff des Staates in das Eigentum: Voraussetzung, Ausgleich und Abwehr durch den Bürger. Heymann, München 1991, ISBN 3-452-22199-7.
  • Die deutsch-polnische Grenze nach der Friedensregelung des Zwei-plus-Vier-Vertrages. Lang, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-631-31975-4.
  • Bodenreform 1945–1949: eine verfassungsrechtliche Neubewertung. Lang, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-631-52669-5.
  • mit Christian Hillgruber: Völkerrecht. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-54904-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Für die Bologna-Ziele kämpfen wir. Aber wie Deutschland sie derzeit verfolgt, sind sie nicht zu erreichen, bedauert Bernhard Kempen, Chef des Hochschulverbandes“, Interview in NRZ Am Sonntag (9. November 2008); DSW-Journal (22. April 2008) auf studis-online.de