Bernhard Rohleder

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Bernhard Rohleder (* 12. April 1965 in Neunkirchen/Saar) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Verbandsfunktionär. Seit der Gründung des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) im Oktober 1999 ist er dessen Hauptgeschäftsführer. Bitkom vertritt nach eigenen Angaben mehr als 2.700 Unternehmen der digitalen Wirtschaft.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rohleder schloss 1984 die Schule mit dem Abitur am Leibniz-Gymnasium in St. Ingbert ab. Später studierte er Politikwissenschaft an der Universität des Saarlandes und am Pariser Institut d'Etudes Politiques. Dort schloss er sein Studium 1991 mit einem Diplôme d’Etudes Approfondies (DEA) mit einer Arbeit zum Einfluss der Umweltproblematik auf die internationalen Beziehungen ab.[2] Er promovierte 1996 an der Freien Universität Berlin mit einer Dissertation zur internationalen Sonderabfallwirtschaft zum Dr. rer. pol.[3] Rohleder lebt in Berlin, ist verheiratet und hat ein Kind.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine berufliche Laufbahn begann Rohleder 1987 bei der ZF Friedrichshafen GmbH in der Niederlassung Saarbrücken. Nach kurzen Stationen beim Presseverlag Ploetz in Berlin und dem brandenburgischen Wirtschaftsministerium in Potsdam wechselte Rohleder 1994 zum Fachverband Informationstechnik im VDMA und ZVEI in Frankfurt/Main, wo er zunächst als Pressesprecher und Assistent der Geschäftsführung tätig war. 1997 übernahm Rohleder dort die Position des Stellvertretenden Geschäftsführers und kurz darauf jene des Geschäftsführers.

1997 wurde Rohleder parallel zum Generalsekretär des europäischen Spitzenverbands der IT-Branche, Eurobit, bestellt.[4] Unter seiner Leitung wurde Eurobit im Jahr 2000 mit dem europäischen Verband der kommunikationstechnischen Industrie Ectel zur neuen Spitzenorganisation Digital Europe fusioniert. Anschließend vertrat Rohleder die deutsche Digitalbranche im dortigen Vorstand und schied 2006 turnusgemäß aus. Von 1997 bis 1998 führte er das rollierende Generalsekretariat des Weltverbands der IT-Industrie International Information Industry Congress (IIIC). Von 1997 bis 2005 leitete Rohleder als Geschäftsführer das Marktforschungsinstitut European Information Technology Observatory (EITO/EEIG). Im Oktober 1999 wurde der Digitalverband Bitkom als Zusammenschluss von vier Branchenverbänden in Berlin gegründet. Seitdem ist Rohleder Hauptgeschäftsführer des Bitkom.

Rohleder setzt sich u. a. gegen ein Leistungsschutzrecht für Verlage[5] und gegen Upload-Filter ein[6]. Er plädiert für die Abschaffung des NetzDG, für mehr internationale Zusammenarbeit in Fragen der Cybersicherheit[7] und den Einsatz digitaler Medien in der Bildung.[8]

Weitere Aktivitäten und Ehrenämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mitglied der Plattform Innovative Digitalisierung der Wirtschaft und Co-Vorsitzender der Fokusgruppe Digitale Souveränität des Digitalgipfels der Bundesregierung[9]
  • Aufsichtsratsmitglied der Berliner Verkehrsbetriebe BVG[10]
  • Mitglied des Beirats des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (Divsi)[11]
  • Mitglied des Kuratoriums der Weissen Liste[12]
  • Mitglied des Rats der Agora Verkehrswende[13]
  • Mitglied der Arbeitsgruppe 1 der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität[14]
  • sachverständiges Mitglied der Enquête-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages in der 17. Legislaturperiode[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über uns. Bitkom, abgerufen am 17. März 2021.
  2. Revue française de science politique. Band 42, Nr. 4. Paris 1992.
  3. Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Abgerufen am 26. Februar 2019.
  4. The European Union encyclopedia and directory 1999. 3rd edition Auflage. Europa Publications, London 1999, S. 392.
  5. Bernhard Rohleder (BITKOM): Verlage sollten ihre Defensivstrategie überwinden. Abgerufen am 26. Februar 2019.
  6. Friedhelm Greis: Urheberrecht: EU-Kommission fordert Uploadfilter für alle Plattformen. In: Die Zeit. 2. März 2018, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 26. Februar 2019]).
  7. Internet-Experte fordert im BILD-Interview – Wir brauchen eine Cyber-NATO gegen Hacker. Abgerufen am 26. Februar 2019.
  8. Lisa Becker: Digitalisierung in der Schule: Wenn Lehrer mit der Internetverbindung kämpfen. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 26. Februar 2019]).
  9. Struktur der Plattform „Innovative Digitalisierung der Wirtschaft“. Abgerufen am 26. Februar 2019.
  10. Aufsichtsrat der Berliner Verkehrsbetriebe. 29. Januar 2019, abgerufen am 26. Februar 2019.
  11. Beirat. In: DIVSI. Abgerufen am 26. Februar 2019.
  12. Gremien. Weisse Liste, abgerufen am 26. Februar 2019.
  13. Rat. In: Agora Verkehrswende. 25. Februar 2019, abgerufen am 26. Februar 2019.
  14. Zukunft der Mobilität: Nach Tempolimit-Forderungen: Scheuer holt Digitalexperten in Kommission. Abgerufen am 26. Februar 2019.
  15. Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft. In: Wikipedia. 24. Februar 2019 (Spezial:Permanenter Link/185992119 [abgerufen am 26. Februar 2019]).