Bernhard Sturtzkopf

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Bernhard Sturtzkopf (* 12. Dezember 1900 in Wellerode; † 26. März 1972 in Bückeburg; vollständiger Name: Bernhard Ludwig Karl Franz Joachim Sturtzkopf) war ein deutscher Architekt.[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sturtzkopf war um 1920/1922 Student unter Walter Gropius am Bauhaus in Weimar. Außerdem nahm er an künstlerischen Projekten von Theo van Doesburg teil. Im September 1922 war er mit dem Ehepaar von Doesburg und weiteren Künstlern Teilnehmer am Internationalen Kongress der Konstruktivisten und Dadaisten in Weimar.[2] Ab 1924 war er Mitarbeiter im privaten Architekturbüro von Walter Gropius und wirkte u. a. als einer der Entwurfsverfasser am neuen Bauhausgebäude, den Meisterhäusern und öffentlichen Bauten in Dessau mit.[3] 1928 trat er eine Stelle in Zwickau an und war als Architekt und Bauleiter für den Schocken-Konzern tätig.

Unter seiner Leitung wurden u. a. die Kaufhäuser in Waldenburg (poln. Wałbrzych), Niederschlesien und Crimmitschau (1928) ausgeführt. Der Erweiterungsbau des Schocken-Kaufhauses in Oelsnitz/Erzgeb.[4] ist von seinen Entwürfen am konsequentesten nach den Leitbild des Bauhauses ausgeführt und zählt zu den am besten erhaltenen Bauhaus-Gebäuden in Sachsen. Sturtzkopf war auch an der Errichtung des Schocken in Chemnitz unter Leitung des deutsch-jüdischen Architekten Erich Mendelsohn beteiligt. Vermutlich beschränkten sich seine Arbeiten hierbei auf die Innenarchitektur und -ausstattung. Auch am großen Kaufhaus in Waldenburg (heute Dom Handlowy Chełmiec w Wałbrzychu) ist die Zusammenarbeit mit Erich Mendelsohn ablesbar. Sturtzkopf war ein Vertreter des Neuen Bauens.

ehemaliges Kaufhaus Schocken in Waldenburg (Foto 2010)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://rkd.nl/en/explore/artists/463920
  2. Gerda Wendermann: Der Internationale Kongress der Konstruktivisten und Dadaisten in Weimar im September 1922. Versuch einer Chronologie der Ereignisse. Schriftliche Fassung eines Vortrages vom 29. Juli 2007 im Rahmen des internationalen Symposions „Kurt Schwitters und die Avantgarde“ im Sprengel Museum Hannover. 2007, abgerufen am 7. Mai 2015 (S. 7–9).
  3. https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/18979/1/Text_Diss_Schmitt_Uta.pdf
  4. J. Dietrich: Das ehemalige Kaufhaus Schocken. In: Oelsnitzer Stadtteilschriften, Ausgabe 2012, S. 16 ff.