Bernhard Winter

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Bernhard Winter (* 14. März 1871 in Neuenbrok; † 6. August 1964 in Oldenburg) war ein deutscher Maler, Graphiker und Fotograf, der vor allem für den Raum Oldenburg bedeutend ist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1887 bis 1891 besuchte Winter die Dresdner Kunstakademie. 1903 erhielt er aufgrund von „hervorragenden künstlerischen Leistungen“ den Professorentitel und war damit der jüngste Professor und der erste Maler mit diesem Titel in der Geschichte der Stadt Oldenburg. Winter malte vor allem Bilder über das bäuerliche Leben der Region Oldenburg, mit denen er in Zeiten des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels das Leben und Arbeiten der bäuerlichen Bevölkerung dokumentieren und bewahren wollte. Er gilt als führender Vertreter der Heimatbewegung im Oldenburger Land. Mehrfach wurde er für seine großflächigen Gemälde mit Goldenen Medaillen auf Kunstausstellungen geehrt, so 1896 in München, 1898 auf der Großen Berliner Kunstausstellung (Kleine Goldmedaille), 1899 in Dresden und 1901 in Oldenburg.

Bernhard Winter schuf aber auch viele Porträts vor allem von Oldenburger Bürgern, von historischen Ereignissen und Genreszenen. Deshalb galt er vor allem in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg als Szenemaler der Oldenburger Bürgerschaft und seine Werke erzielten hohe Preise. Winter machte sich aber auch einen Namen als Buchillustrator, Grafiker, Fotograf und als Sammler bäuerlichen Kulturguts.

Im Ersten Weltkrieg schuf Winter die Vorlagen für mindestens zwei Nagelbilder, Isern Hinnerk für die Stadt Oldenburg und den Rüstringer Friesen für die Stadt Rüstringen.

1931 ehrte die Stadt Oldenburg Bernhard Winter mit einem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt, 1941 erhielt er die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft und 1961 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde der Stadt Oldenburg zuteil. Bernhard Winters Geisteshaltung war von Jugend an konservativ und antisemitisch, später dezidiert völkisch-nationalistisch. Aus der evangelisch-lutherischen Kirche trat er 1910 aus. Sein Antrag auf Mitgliedschaft in der NSDAP wurde 1942 aus Altersgründen des bereits über 70-Jährigen Bewerbers abgelehnt, insbesondere aber wegen dessen von 1910 bis 1914 währenden Zugehörigkeit zur Oldenburger Freimaurerloge "Zum Goldenen Hirsch".[1] Später identifizierte sich Winter mit dem "Tannenbergbund" (seit 1934: "Bund für deutsche Gotterkenntnis") des Ehepaares Erich und Mathilde Ludendorf.[2]

Viele seiner Werke, seine Besitztümer und Sammlungen sowie sein Nachlass werden heute im Stadtmuseum Oldenburg bewahrt, wo auch eine umfangreiche Ausstellung über Bernhard Winter gezeigt wird.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Stedinger. 20 Bilder mit niederdeutschen Texten. Neuausgabe zum 750jährigen Gedenken an die Stedinger Kriege, mit Einleitung von Edo Pille, Niederdeutscher Heimat- und Kulturverein 1984

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans M. Fricke: Das Lebenswerk des Malers Bernhard Winter in Oldenburger Jahrbuch, 1940/41, S. 218ff Digitalisat
  • Ewald Gäßler: Der Maler und Graphiker Bernhard Winter (1871-1964), in: Uwe Meiners (Hrsg.): Suche nach Geborgenheit. Heimatbewegung in Stadt und Land Oldenburg, Oldenburg 2002, S. 136–173.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ewald Gäßler: Der Maler und Graphiker Bernhard Winter (1871-1964). In: Uwe Meiners (Hrsg.): Suche nach Geborgenheit. Heimatbewegung in Stadt und Land Oldenburg. Isensee Verlag, Oldenburg 2002, ISBN 3-89598-834-0, S. 169 f.
  2. Ewald Gäßler: Der Maler und Graphiker Bernhard Winter (1871-1964). In: Uwe Meiners (Hrsg.): Suche nach Geborgenheit. Heimatbewegung in Stadt und Land Oldenburg. Isensee, Oldenburg 2002, S. 163.