Bernstein (Burgenland)

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Bernstein
Wappen Österreichkarte
Wappen von Bernstein
Bernstein (Burgenland) (Österreich)
Bernstein (Burgenland)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 38,96 km²
Koordinaten: 47° 24′ N, 16° 15′ OKoordinaten: 47° 24′ 18″ N, 16° 15′ 20″ O
Höhe: 619 m ü. A.
Einwohner: 2.156 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 55 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7434
Gemeindekennziffer: 1 09 02
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktgemeinde Bernstein
7434 Bernstein
Website: www.bernstein.gv.at
Politik
Bürgermeisterin: Renate Habetler (SPÖ)
Gemeinderat: (2017)
(23 Mitglieder)
14
6
3
14 
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Bernstein im Bezirk Oberwart
Bad Tatzmannsdorf Badersdorf Bernstein Deutsch Schützen-Eisenberg Grafenschachen Großpetersdorf Hannersdorf Jabing Kemeten Kohfidisch Litzelsdorf Loipersdorf-Kitzladen Mariasdorf Markt Allhau Markt Neuhodis Mischendorf Neustift an der Lafnitz Oberdorf im Burgenland Oberschützen Oberwart Pinkafeld Rechnitz Riedlingsdorf Rotenturm an der Pinka Schachendorf Schandorf Stadtschlaining Unterkohlstätten Unterwart Weiden bei Rechnitz Wiesfleck Wolfau BurgenlandLage der Gemeinde Bernstein (Burgenland) im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Burg Bernstein
Burg Bernstein
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Felsenmuseum Bernstein
Skulptur aus Edelserpentin

Bernstein ist eine Marktgemeinde im Bezirk Oberwart im Burgenland in Österreich. Der Name des Ortes leitet sich von der Bernsteinstraße ab, von der ein Seitenarm als „Via Magna“ im Tauchental vorbeiführte. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Borostyánkő.

Der Ort ist vor allem durch seine Burg und den dort zu findenden grünen Edelserpentin bekannt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Südburgenland auf 619 Meter Seehöhe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Bernstein, Dreihütten, Redlschlag, Rettenbach und Stuben.

Deutscher Ortsname Ungarischer Ortsname Roman Ortsname
Bernstein Borostyánkő Boroschtschaja
Dreihütten Háromsátor -
Redlschlag Újvörösvágás -
Rettenbach Mencsér -
Stuben Edeháza Schtumo

Das Wahrzeichen von Bernstein ist die im 14. Jahrhundert erstmals erwähnte Burg Bernstein; sie ist die höchstgelegene Burg des Burgenlandes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von und um Bernstein war Jahrhunderte vor Christi Geburt von Keltischen Stämmen bewohnt. Im Bereich von Bernstein befinden sich etwa 40 norisch-pannonische Hügelgräber des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr. (Ried Bienenhiate, Braunriegel, Hohentann-Langleiten, Hirschwiese, Kreuzriegel, Lange Risten, Pechgraben, Siebenhölzer).

Erstmals wurde der Ort 1388 als Dorf unter der Burg Porostyan gelegen urkundlich erwähnt. Seit dem 12. Jahrhundert wurde Bergbau betrieben. Zuerst wurde nur Eisen gefördert, ab dem 16. Jahrhundert ebenso Schwefel, Kupfer, Kupfervitriol, Silber und sogar Gold. Das Wappen von Bernstein stammt aus dieser Zeit; es zeigt einen Hauerbrunnen (Förderschacht) mit zwei Bergknappen. Anfang des 19. Jahrhunderts fand der Bergbau vorerst ein Ende.

Bernstein ist der Fundort des hell- bis dunkelgrünen Edelserpentins, einer besonders reinen Varietät, der hier zu Schmuck und anderen Kunstgegenständen verarbeitet wird. Der Holzdrechsler Josef Höfer und Pfarrer Ratz entdeckten 1860, dass sich der in den Adern des gemeinen Serpentinits eingeschlossene Edelserpentin – nach der Mohsschen Härteskala weist dieser eine Härte von etwa 2,5 bis 3,5 auf – leicht bearbeiten lässt. Daraus entwickelte sich in der folgenden Zeit ein neues Handwerk, dessen Tradition bis zur Gegenwart erhalten blieb. Für die Gewinnung von einem Kubikmeter Edelserpentin müssen etwa 2000 Kubikmeter gemeinen Serpentinits, der im Straßenbau und in der Kunststeinindustrie Verwendung findet, abgebaut werden.

Wie das gesamte Burgenland gehörte der Ort bis 1921 zu Ungarn. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon Österreich zugesprochen und im Herbst 1921 in das neu gegründete Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes) eingegliedert.

1970 wurden die Gemeinden Dreihütten, Redlschlag, Rettenbach und Stuben mit Bernstein zusammengelegt.

Marktgemeinde ist Bernstein seit 1973 (durch „VO 5“ erfolgte Weiterverleihung, Marktrecht seit 1602).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
60
50
40
30
20
10
0
58,46 %
(-1,03 %p)
25,41 %
(-7,51 %p)
16,14 %
(+8,55 %p)
2012

2017


Der Gemeinderat hat 23 Mitglieder.

Bürgermeister
  • 2002–2011 Robert Marth (SPÖ)
  • seit 2011 Renate Habetler (SPÖ)[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesem Steinbruch wird neben dem gemeinen Serpentin auch der begehrte Edelserpentin abgebaut
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bernstein (Burgenland)
  • Burg Bernstein: im 13. Jahrhundert erstmals erwähnt
  • Evangelische Pfarrkirche
  • Katholische Pfarrkirche
  • Felsenmuseum
  • Edelserpentinschleifereien
  • Madonnenschlössl ('Trutzschlössl'): Das Madonnenschlössl ist ein um die Jahrhundertwende erbautes Gebäude, welches inmitten eines Parks liegt. Von hier aus hat man eine gute Aussicht. Das Erdgeschoss ist aus Serpentin gemauert. Die beiden Obergeschosse sind durch eine Holzbalkenkonstruktion getrennt, welche aufwendige Schnitzereien zeigt. Auf dem Dach befinden sich zwei Wasserspeier.
  • Pranger
  • norisch-pannonische Hügelgräber mit Schaugrab[3]
  • Planetenwanderweg[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde
Personen mit Bezug zur Gemeinde
  • Eric W. Gritsch (1931–2012), amerikanischer lutherischer Theologe und Autor, aufgewachsen in Bernstein
Bernstein (rechts unten) um 1878 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bernstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Bernstein: Frau an der Spitze ORF Burgenland, 21. August 2012
  3. a b Website der Marktgemeinde Bernstein, Abgerufen am 1.Mai 2017.