Berthold Grosse

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Berthold Grosse (* 2. Juni 1863 in Welsleben; † 7. Oktober 1927 in Hamburg) war ein Tischler, Gewerkschafter, Präsident der Hamburgischen Bürgerschaft (1919–1921) und Senator im Hamburger Senat.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Besuch der Volksschule machte Grosse ab 1877 eine Lehre zum Tischler in Schönebeck (Elbe). Als Tischlergeselle war Grosse viel unterwegs, 1883 erfolgte der Eintritt in die Gewerkschaft der Holzarbeiter. 1888 wurde Grosse Vorsitzender des Tischler-Fachverein Hannovers, 1890 Mitglied des Hamburger Tischlerverbandes, im selben Jahr wurde er auch Delegierter im Hamburger Gewerkschaftskartell, einer Art Dachverband der Sozialistischen Gewerkschaften. Um 1900 wurde Grosse Angestellter bei der Ortskrankenkasse in Altona. Bis 1906 Delegierter, wurde er in diesem Jahr zum Vorsitzenden des Gewerkschaftskartells für Hamburg und Umgebung gewählt, ein Amt das er bis 1911 innehatte. 1907 wurde er in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt, der er bis 1927 angehörte.

Grosse war seit 1884 Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und neben Otto Stolten eine der bestimmenden Persönlichkeiten der Hamburger Sozialdemokratie. Dass die Novemberrevolution in Hamburg weitgehend friedlich ablief, ist auch ihm zu verdanken. Grosse wurde im November 1918 für die Gewerkschaften in den Arbeiter- und Soldatenrat für Hamburg gesandt.[1] Er wurde im Rat zum Stellvertreter des „Roten DiktatorsHeinrich Laufenberg gewählt. Im Januar kam es im Rat zu Spannungen über die politische Ausrichtung. In dessen Verlauf protestierten revolutionäre Werftarbeiter gegen die Politik der SPD und besetzten am 9. Januar 1919 in Hamburg das Gewerkschaftshaus. Am selben Tag ließ Laufenberg die Verbandsbüros der Gewerkschaften besetzen und deren Kasse beschlagnahmen. In den folgenden Tagen demonstrierten die der SPD nahestehenden Arbeiter und setzten Neuwahlen des Arbeiter und Soldatenrates durch. Am 20. Januar musste Laufenberg zurücktreten und Grosse wurde zusammen mit Karl Hense Vorsitzende des Arbeiter- und Soldatenrates. Damit war der Weg in Richtung parlamentarische Demokratie frei und eine Neuwahl der Bürgerschaft wurde angesetzt. Nach der Neuwahl im März 1919 wurde Grosse der erste Präsident der frei gewählten Bürgerschaft. Am 7. September 1921 wurde Grosse für den verstorbenen Senator Max Hegemann Mitglied des Hamburger Senats. Bis zu seinem Rücktritt aus Krankheitsgründen am 9. März 1925 vertrat er vor allem das Ressort Jugend.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ursula Büttner: Hamburg zur Zeit der Weimarer Republik, Sechs Abhandlungen. Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg 1996, S. 59.