Bertolt-Brecht-Platz

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Bertolt-Brecht-Platz
Coat of arms of Berlin.svg
Platz in Berlin
Bertolt-Brecht-Platz
Platzansicht mit Berliner Ensemble
und Brecht-Denkmal
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Mitte
Angelegt 20. Jahrhundert
Einmündende Straßen
Schiffbauerdamm (Süd),
Am Zirkus (Ost),
namenloser Fußweg (Nord),
Zufahrtsstraße zum Bertolt-Brecht-Platz (West)
Bauwerke Berliner Ensemble
Nutzung
Nutzergruppen Fußgänger
Platzgestaltung 1988, nach 1990
Technische Daten
Platzfläche 3000 m²

Der Bertolt-Brecht-Platz ist ein 3.500 m² großer Stadtplatz im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks und gehört zum historischen Stadtteil Friedrich-Wilhelm-Stadt. Seit 1963 trägt er den Namen Bertolt Brechts.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bertolt-Brecht-Platz wird im Westen begrenzt durch das Berliner Ensemble, im Norden durch das Appartementhaus Am Zirkus 1, im Osten durch die Straße Am Zirkus, und im Süden durch den Schiffbauerdamm.

Namenserläuterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. Februar 1963 wurde der Platz feierlich nach dem Dichter Bertolt Brecht (1898–1956) benannt. Im angrenzenden Berliner Ensemble hatte Brecht seine Wirkungsstätte von 1954 bis zu seinem Tod.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Platzfläche war bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges bebaut. Etwa in der Mitte verlief die Straße Am Zirkus bis zu ihrer Einmündung am Schiffbauerdamm. Das 1892 nach Plänen von Heinrich Seeling[3] errichtete Neue Theater, Schiffbauerdamm 4a, erreichte man über eine Zufahrt zwischen dem Haus Schiffbauerdamm Nr. 5. und Nr. 3, dem Hotel Hermes.[4] Die Eckbauten trugen die Hausnummern 2/3, 4a/5, 6/7 sowie 8/9.[5]

Nach der Beräumung der Ruinengrundstücke wurden diese nicht wieder bebaut und mit dem dem Umbau des Theatergebäudes zum Berliner Ensemble (BE) im Jahr 1954 wurden der Vorplatz des Theaters ausgeweitet, die Straße Am Zirkus neu trassiert, eine Rasenfläche angelegt und einige Bäume gepflanzt.[6] Bertolt Brecht, Schriftsteller und jahrelang Regisseur am BE, wurde auf Beschluss des Ost-Berliner Magistrats einige Jahre nach seinem Tod mit der Vergabe seines Namens für den Platz vor seiner Wirkungsstätte geehrt.

Zu dieser Zeit befand sich an der Nordseite des Platzes noch der Friedrichstadtpalast, ursprünglich eine 1868 von Hitzig errichtete Markthalle, die 1873 zum Zirkusgebäude mit 5000 Plätzen umgebaut wurde, ab 1919 unter dem Regisseur Max Reinhardt zum Großen Schauspielhaus wurde, 1934 den Namen Theater des Volkes erhielt und für Operettenaufführungen diente. Ab 1947 war es das Revuetheater Friedrichstadtpalast bis zur Schließung 1980 wegen Gebäudeschäden. 1985 erfolgte der Abbruch.

1988 wurde die Denkmalanlage für Bertolt Brecht aus Anlass des 90. Geburtstages von Brecht nach einem Entwurf von Peter Flierl auf dem hinteren Platzteil eingeweiht. Das Bronzedenkmal schuf Bildhauer Fritz Cremer, die Stelen der Steinmetze Carl Wloch.[7] Eine kleine dreieckige Rasenfläche und auf drei Seiten gepflanzte Bäume bilden die Grünanlagen des Platzes. Unter der Platzfläche zwischen Brecht-Denkmal und Theater verläuft die Südpanke und mündet am Schiffbauerdamm in die Spree.

An Stelle des Friedrichstadtpalastes wurde 2011 das zehngeschossige Apartmenthaus Yoo Berlin nach Plänen von BRT Architekten Bothe Richter erbaut.[8] An der westlichen Platzecke, im Haus Schiffbauerdamm 5, befindet sich das 1931 gegründete das Restaurant Ganymed. Insgesamt haben sich bis zum Jahr 2016 mehr als neun Unternehmen mit der Adresse Bertolt-Brecht-Platz angesiedelt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bertolt-Brecht-Platz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bertolt-Brecht-Platz. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
  2. Berlin ehrt Bertolt Brecht. In: Berliner Zeitung, 11. Februar 1963, S. 1
  3. Webseite BE, abgerufen am 1. Oktober 2019
  4. Die Straßensituation und Bebauungsübersicht am Ort des späteren Bertolt-Brecht-Platzes im Straube-Plan anno 1910. abgerufen am 13. Juli 2016.
  5. Schiffbauerdamm. In: Berliner Adreßbuch, 1911, III, S. 749.
  6. Berliner Stadtplan 1954@1@2Vorlage:Toter Link/www.alt-berlin.info (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. mit einer sichtbar eingetragenen Grünfläche zwischen dem Theater am Schiffbauerdamm (= Th. im Kreis) und dem Alten Friedrichstadtpalast.
  7. abgerufen 1. Oktober 2019
  8. Dorothee Dubrau: Architekturführer Berlin-Mitte, Band 2, Berlin 2009, (ISBN 978-3-938666-07-4), S. 702

Koordinaten: 52° 31′ 19,8″ N, 13° 23′ 11,9″ O