Bertram Brenig

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bertram Brenig (* 18. Dezember 1959 in München) ist ein deutscher Veterinärmediziner, Molekulargenetiker und Biotechnologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brenig studierte von 1979 bis 1984 Veterinärmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Veterinärmedizinischen Universität Wien. 1987 wurde er in München mit der Arbeit Klonierung mikroinjizierbarer Genkonstrukte und deren Nachweis in transgenen Tieren zum Dr. med. vet. promoviert. 1993 habilitierte er sich ebendort. Im selben Jahr erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Molekularbiologie der Nutztiere an die Georg-August-Universität Göttingen, zudem Direktor des Tierärztlichen Instituts der Georg-August-Universität Göttingen. 2001 erhielt er die Fachtierarztanerkennung für Molekulargenetik und Biotechnologie.

Er ist Sohn des Physikers Wilhelm Brenig und Bruder des Physikers Wolfram Brenig.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationale Aufmerksamkeit erlangte Brenig u. a. durch die Entdeckung spezifischer Nukleinsäuren im Serum von BSE (bovine spongiforme Enzephalopathie) erkrankten Rindern und dem daraus entwickelten ersten Lebendtest für BSE (GLT, Göttinger Lebendtest). 2016 konnte er außerdem zwei bedeutende tödliche Gendefekte beim Holstein Friesian Rind aufklären[1][2]. 2017 gelang Brenig die Aufklärung der genetischen Ursache des Morgagni-Katarakts[3]. Brenig ist weiterhin international ein gefragter Spezialist für forensische Veterinärmedizin[4].

Seit 2005 ist er Mitherausgeber und seit 2008 Associate Editor der wissenschaftlichen Zeitschriften BMC Genetics (BioMed Central), BMC Veterinary Research und Genetics and Molecular Biology (GMB). Darüber hinaus seit 2008 Mitglied des Editorial Board des International Journal of Zoology.

Von 2001 bis 2005 war er Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Brenig war außerdem von 2003 bis 2009 Senator der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und Mitglied des Bewilligungs- und Hauptausschusses der DFG. An der Georg-August-Universität Göttingen wirkte Brenig u. a. als Mitglied in der Haushalts- und Planungskommission, im Senat und in der Zeit von 1997 bis 2000 und 2008 bis 2011 erneut als Dekan der Fakultät für Agrarwissenschaften. Brenig war Mitgründer der Biotechnologie Firma Eurofins Medigenomix GmbH.

Daneben ist oder war Brenig Mitglied vieler nationaler und internationaler Organisationen und Kommissionen, z. B. Mitglied der Expertenkommission der Organisation for Economic Co-operation and Development OECD (Biotechnologie in der Nutztierzucht, 1989–1993), Mitglied des Technologierats der Bundesregierung (1996), Schatzmeister der International Society for Animal Genetics[5] (ISAG 2000–2006), Schatzmeister der Gesellschaft für Tierzuchtwissenschaften (GfT, 2000–2003), Mitglied des International Research Advisory Committee (IRAC) der Alberta Prion Research Initiative (APRI, Canada) von 2005 bis 2008, Mitglied des College of External Review (CER) des Prion Institute (Alberta, Canada) seit 2008, Präsident der International Society for Animal Genetics[5] (ISAG 2006–2010). Seit 2012 ist er Fachexperte und seit 2015 stellvertretender Vorsitzender der wissenschaftlichen Kommission der Einstein Stiftung Berlin[6].

Mehrere seiner akademischen Schüler wurden zu Professoren in den Bereichen der Lebenswissenschaften, Molekulargenetik und Veterinärmedizin berufen, u. a. Tosso Leeb[7], Stephan Neumann[8], Christoph Knorr[9], Kesinee Gatphayak[10], Rifat Morina[11], Artur Luiz da Costa da Silva[12] und Ekkehard Schütz[13].

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ekkehard Schütz, Howard B. Urnovitz, Leonid Iakoubov, Walter Schulz-Schaeffer, Wilhelm Wemheuer, Bertram Brenig: Bov-tA short interspersed nucleotide element sequences in circulating nucleic acids from sera of cattle with bovine spongiform encephalopathy (BSE) and sera of cattle exposed to BSE. In: Clin. Diagn. Lab. Immunol. 12. 2005, 814–20.
  • P.M. Gordon, E. Schütz, J. Beck, H.B. Urnovitz, C. Graham, R. Clark, S. Dudas, S. Czub, M. Sensen, B. Brenig, M.H. Groschup, C.B. Church, C.W. Sensen: Disease-specific motifs can be identified in circulating nucleic acids from live elk and cattle infected with transmissible spongiform encephalopathies. In: Nucleic Acids Research. 2008, 1-7.
  • R.T. Radulescu, B. Brenig: Infectious nucleic acids in prion disease: halfway there. In: Trends in Biochemical Sciences doi:10.1016/j.tibs.2008.10.003.
  • Julia Beck, Howard B. Urnovitz, Martin H. Groschup, Ute Ziegler, Bertram Brenig, Ekkehard Schütz: Serum Nucleic Acids in an Experimental Bovine Transmissible Spongiform Encephalopathy Model. In: Zoonoses and Public Health. 2009 May 20.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tödlicher Gendefekt bei Schwarzbunten identifiziert. In: agrarheute.com. 9. Mai 2016 (agrarheute.com [abgerufen am 21. März 2017]).
  2. Georg-August-Universität Göttingen - Öffentlichkeitsarbeit: Georg-August-Universität Göttingen - Presseinformationen. Abgerufen am 21. März 2017.
  3. Bernd Schlegel: Göttinger Forscher: Gendefekt kann zum grauen Star führen. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine. 12. Juli 2017 (Online [abgerufen am 29. Juli 2017]).
  4. SPIEGEL ONLINE, Hamburg Germany: Tier soll Frau getötet haben: Halterin von Kuh "Verona" erneut vor Gericht - SPIEGEL ONLINE - Panorama. Abgerufen am 21. März 2017.
  5. a b History of the International Society for Animal Genetics (General Information)
  6. Wissenschaftliche Kommission der Einstein-Stiftung Berlin
  7. Institut für Genetik (Universität Bern)
  8. StudIP Georg-August Universität Göttingen
  9. StudIP Georg-August Universität Göttingen
  10. [1]
  11. Archivlink (Memento des Originals vom 22. Mai 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/fxm.uni-pr.edu
  12. Dr. Artur Luiz da Costa da Silva. Abgerufen am 7. Februar 2017 (brasilianisches Portugiesisch).
  13. ResearchGate
  14. http://webdoc.sub.gwdg.de/edoc/a/spektrum/2001_3/spektrum_2001_3.pdf
  15. Mitgliedseintrag von Bertram Brenig bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 10. August 2015.
  16. Pressemitteilung der Nationalen Akademie der Wissenschaften, Leopoldina Halle/Saale
  17. Pressemitteilung der Georg-August-Universität Göttingen
  18. Newsletter der Fakultät für Agrarwissenschaften agrar aktuell Ausgabe 8 (Mai 2012)
  19. Ehrenprofessur für Bertram Brenig. In: Website der Leopoldina. Abgerufen am 25. Oktober 2016.
  20. Bertram Brenig erhält Ehrenprofessur der Moskauer Staatlichen Akademie für Veterinärmedizin und Biotechnologie. In: Website der Leopoldina. Abgerufen am 7. Mai 2018.