Bertram Fleck

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Bertram Fleck (* 25. September 1949 in Mainz) ist ein deutscher Politiker der CDU. Er war vom 3. Mai 1989 bis 28. April 2015 Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bertram Fleck absolvierte 1968 das Abitur am Bischöflichen Willigis-Gymnasium in Mainz und leistete von 1968 bis 1970 Wehrdienst. Von 1970 bis 1975 studierte er Jura in Mainz und Freiburg und machte 1970 das erste und 1979 das zweite juristische Staatsexamen. Ab 1980 arbeitete Fleck in der Finanzverwaltung des Landes Rheinland-Pfalz und war Ende der 1980er Jahre als Referent des damaligen rheinland-pfälzischen Finanzministers und späteren Ministerpräsidenten Carl-Ludwig Wagner tätig. Daneben war er kommunalpolitisch im Ortsbeirat Mainz-Drais und in einem Ausschuss der Stadt Mainz aktiv. Zudem ist er stellvertretender Vorsitzender des Zweckverbands Welterbe Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal.

Am 3. Mai 1989 wurde Fleck erstmals zum Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises gewählt und von dem damaligen Ministerpräsidenten Carl-Ludwig Wagner in sein Amt eingeführt. 1998 gewann er seine Wiederwahl gegen Norbert Neuser (SPD) und wurde am 17. September 2006 als einziger Bewerber mit 84,71 Prozent in seine dritte Amtszeit gewählt. 2013 gab er bekannt zur Wahl im Herbst 2014 nicht mehr antreten zu wollen. Sein Nachfolger, Marlon Bröhr, wurde am 28. April 2015 vereidigt.[1][2]

Bertram Fleck ist geschieden und hat drei Kinder.

Positionen und politisches Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Beginn seiner Amtszeit an setzte Fleck auf dezentrale Stromerzeugung in seinem Landkreis. 1999 begann der Landkreis mit der Ausbauung erneuerbarer Energien. Heute decken in dieser Region 1500 regenerative Energieanlagen fast 60 Prozent des Strombedarfs.[3]

Mit Ende des Kalten Krieges und dem Abzug der US-amerikanischen Truppen aus dem Hunsrück, zogen 15.000 Migranten aus den ehemaligen Sowjetrepubliken in die Region. Deren Integration wurde von Fleck beispielsweise mit Aussiedlerschulmodellen in Sohren und Boppard oder dem Projekt „Arbeit und Bildung statt Sozialhilfe“ mitgestaltet. Zudem entstanden auf Initiative des Landkreises unter Fleck aus dem Bildungsprojekt „Ost-West-Integration“ des Deutschen Volkshochschulverbandes, das Aussiedler-Lotsenprojekt und das Begegnungshaus Büchenbeuren, das 1997 einen Preis beim Bundeswettbewerb „Vorbildliche Integration von Aussiedlern in die BRD“ gewann.

Fleck richtete 1991 die Interessengemeinschaft Hunsrückbahn ein, die das Ziel verfolgte, die Hunsrückbahn auf der Strecke von der Ortsgemeinde Langenlonsheim zum Flughafen Hahn zu reaktivieren.[4]

Bei der Suche nach einer Region im Hunsrück zur Schaffung eines Nationalparks durch das Umweltministerium Rheinland-Pfalz sprach Fleck sich für die Region Soonwald aus, die hierfür neben dem im Landkreis Birkenfeld gelegenen Hochwald zur Option steht. Da sich der Soonwald jedoch sowohl über den Landkreis Rhein-Hunsrück als auch den Landkreis Bad Kreuznach erstreckt, benötigt das Vorhaben die Unterstützung beider Landkreise. Auf Grund der kritischen Haltung des Landkreises Bad-Kreuznach betrachtete Fleck das Vorhaben 2012 als gescheitert und kritisierte dabei vor allem die ablehnende Haltung des dort zuständigen Landrats Franz-Josef Diel.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rhein-Hunsrück-Kreis: Wer wird Nachfolger von Bertram Fleck?, Rhein-Zeitung vom 9. November 2013
  2. Landkreistag Sammelrundschreiben 11 vom 13. Mai 2015
  3. Kommunale Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien (Memento des Originals vom 29. September 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.unendlich-viel-energie.de Agentur für erneuerbare Energien
  4. Rhein-Hunsrück-Kreis: Rhein-Hunsrück-Kalender, Heimatjahrbuch 2015, 71. Jahrgang
  5. Nationalpark: Landrat Fleck sieht für den Soonwald kaum noch Chancen Rhein-Zeitung vom 18. Mai 2012