Berufshaftpflichtversicherung

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Die Berufshaftpflichtversicherung ist eine Haftpflichtversicherung für bestimmte Berufe, die durch mögliche Fehlberatung ein erhöhtes Risiko, Vermögensschäden anzurichten, aufweisen. Dazu gehören etwa Rechtsanwälte (Berufshaftpflichtversicherung für Rechtsanwälte), Steuerberater, Architekten und Ingenieure, Treuhänder und Ärzte, sowie Dolmetscher/Übersetzer. Deshalb müsste in diesem Zusammenhang statt von einer Berufshaftpflicht- eigentlich von einer Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung die Rede sein.

Eine Betriebshaftpflichtversicherung kann sowohl allein als auch ergänzend zu einer „echten Berufshaftpflichtversicherung“ abgeschlossen werden. Eine Betriebshaftpflichtversicherung ist jedoch im Gegensatz zur Berufshaftpflichtversicherung lediglich für den Schutz eines Betriebes sinnvoll. Sie versichert das Unternehmen vor Vermögensschäden, welche aufgrund von Personen- oder Sachschäden verursacht wurden. Darüber hinaus sind Schäden, welche durch das alleinige Verschulden eines einzelnen Mitarbeiters entstehen, abgedeckt. Eine Betriebshaftpflichtversicherung bietet daher finanziellen Schutz vor Personen- und Sachschäden als auch vor Vermögensschäden (Bsp. Erwerbsausfall).[1]

Zur Unterscheidung[Bearbeiten]

Berufs- bzw. Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung[Bearbeiten]

Ein Anwalt enthält einem Mandanten aus Unwissenheit wichtige Details vor. Anschließend erleidet dieser einen Vermögensschaden und macht hierfür die Rechtsberatung verantwortlich. In diesem Fall würde die gesetzlich vorgeschriebene Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung einspringen.

Berufs- bzw. Betriebshaftpflichtversicherung[Bearbeiten]

In einer Kanzlei rutscht ein Mandant auf dem frisch gereinigten Marmorboden aus und erleidet eine Verletzung. Nach §823 BGB wäre der Anwalt auch hierfür in der Haftung. Falls vorhanden, würde die Betriebshaftpflichtversicherung des Anwalts den Schaden abwehren oder übernehmen.

Überschneidungen in den Tarifbedingungen der Versicherer[Bearbeiten]

In der Praxis kommt es häufig zu einer Vermischung der Begrifflichkeiten: Im Gegensatz zu einem umfangreichen Handwerksbetrieb könnte ein einzelner selbständiger Handwerker einen solchen Versicherungsschutz umgangssprachlich dennoch als Berufshaftpflichtversicherung bezeichnen wollen. Teilweise nehmen die Versicherer aus dieser Problematik heraus nicht einmal selbst eine korrekte Unterscheidung vor. Häufig bezeichnet sich eine Betriebshaftpflichtversicherung in den Versicherungsbedingungen selbst als Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung.

Im Vergleich zu Sachversicherungen, bei welchen man oftmals frei entscheiden kann, ob man sie abschließt, unterliegen spezielle Berufsgruppen der Pflichtversicherung. Somit darf ein Anwalt nicht seiner Berufung nachgehen ohne vorher eine Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen zu haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Beruf als Teilzeit- oder Vollzeittätigkeit ausgeführt wird.

Quelle[Bearbeiten]

  • Musterbedingungen vom GDV
  • Versicherungsbedingungen

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Unterschied Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung