Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen

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Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen
(BDP)
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Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 5. Juni 1946
Sitz Berlin
Zweck berufsständische Vertretung der Psychologinnen und Psychologen in Deutschland
Vorsitz Meltem Avci-Werning[1]
Geschäftsführung Gita Tripathi-Neubart
Mitglieder rd. 11.000
Website www.bdp-verband.de

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e. V. (BDP) vertritt die beruflichen Interessen der niedergelassenen, selbstständigen und angestellten/beamteten Psychologen und Psychologinnen aus allen Tätigkeitsbereichen in Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband wurde auf Initiative einiger Psychologen in Hamburg am 5. Juni 1946 gegründet. Er ist einer der ältesten Berufsverbände Deutschlands. Zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) bildet der BDP die Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen. Er war Gründungsmitglied der Europäischen Föderation Psychologische Berufsverbände (EFPA) und ist heute gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, der Wissenschaftsgesellschaft, im Rahmen der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen dort Mitglied. Bis 1995 die Psychologinnen in den Verbandsnamen aufgenommen wurden, nannte sich der Berufsverband noch "Berufsverband Deutscher Psychologen".

Struktur des Verbands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute werden rund 11.000 Mitglieder,[2] etwa 1/4 aller deutschen Diplom-Psychologinnen und -Psychologen bzw. Master in allen berufs- und bildungspolitischen Angelegenheiten durch den BDP vertreten.

Organe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand wird von der Delegiertenkonferenz für die Dauer von drei Jahren in geheimer Wahl gewählt. Er vertritt den Verband nach außen und führt die Verbandsgeschäfte.

Präsidentin des BDP ist Meltem Avci-Werning, die Vizepräsidenten sind Annette Schlipphak und Gunter Nittel.

Das Präsidium wird vom Vorstand und den Vorsitzenden der Sektionen gebildet. Ihm obliegen die überregionalen und fächerübergreifenden Aufgaben. Vorstand und Präsidium legen hierüber der Delegiertenkonferenz Rechenschaft ab.

Die Delegiertenkonferenz (DK) ist das zentrale legislative Organ des BDP. Sie bestimmt die Leitlinien der Verbandsarbeit durch Grundsatz- und Rahmenbeschlüsse und wählt die Mitglieder des Vorstands. Die Delegiertenkonferenz tritt mindestens zweimal jährlich zu einer ordentlichen Sitzung zusammen. Sitzungen der Delegiertenkonferenz sind verbandsöffentlich.

Geschäftsstelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus der Psychologie in Berlin-Mitte; seit 2009 Sitz der Bundesgeschäftsstelle des BDP

Seit Sommer 2001 hat der Berufsverband seinen Sitz in Berlin und seine Bundesgeschäftsstelle in Berlin-Mitte. Gleichzeitig fungiert diese als Geschäftsstelle für einzelne Landesgruppen und Sektionen – andere unterhalten eigene Geschäftsstellen.

Im Februar 2009 wurde die Bundesgeschäftsstelle ins neue Haus der Psychologie am Köllnischen Park in Berlin-Mitte verlegt; im Haus befindet sich auch die Psychologische Hochschule Berlin, deren Lehrbetrieb zum Wintersemester 2010/2011 gestartet ist.

Untergliederungen des BDP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mitglieder sind in 13 Landesgruppen[3] und 11 Sektionen organisiert[4]. Die Sektionen sind:

Aufgaben und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Aufgabe versteht der Verband darin, das Wissen über den Menschen zu mehren und diese Kenntnisse und Fähigkeiten zum Wohle des Einzelnen und der Gesellschaft einzusetzen. Würde und Integrität des Individuums sollen besonders geachtet werden. Übergeordnetes Ziel ist die Erhaltung und der Schutz fundamentaler menschlicher Rechte.

Der Verband betreibt Öffentlichkeitsarbeit zu psychologischen und psychotherapeutischen Themen, u. a. durch Veranstaltungen, Pressemitteilungen sowie dem Report Psychologie. Der BDP organisiert Weiterbildungen und vertritt die Mitglieder zu gesellschaftlichen und politischen Themen rund um die Fragen der Psychologie und Psychotherapie.

Er äußert sich regelmäßig zu berufspolitischen[5] und gesellschaftlich relevanten Themen[6] und veröffentlicht Publikationen.[7]

Journalisten vermittelt die Pressestelle kostenlos Expertinnen und Experten zu psychologischen Fragen.

Tochtergesellschaften des BDP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da der BDP als Verband gemeinnützig ist, wurden Aufgaben mit kommerziellem Hintergrund in GmbHs ausgegliedert, die sich zu 100 % im Eigentum des BDP befinden.

Deutscher Psychologen Verlag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deutsche Psychologen Verlag (DPV) ist der Verlag des BDP und wurde 1984 gegründet. 4 Fachzeitschriften, Bücher und weitere Medien gehören zum Verlagsprogramm.

Deutsche Psychologen-Akademie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Psychologen Akademie ist die Bildungseinrichtung des BDP und bietet psychologische Aus-, Fort- und Weiterbildungen in Deutschland an.[8] Diese ging 1988 aus dem Bildungswerk des BDP hervor. Seit Dezember 1993 ist die sie eine Tochtergesellschaft des Berufsverbandes. Zunächst mit Sitz in Bonn befindet sich die Geschäftsstelle seit 2009 im Haus der Psychologie in Berlin.[9]

Die Berliner Akademie für Psychotherapie (BAP) und der Psychotherapie-Informationsdienst (PID) sind Einrichtungen der Deutschen Psychologen Akademie. Die BAP ist als staatlich anerkanntes Ausbildungsinstitut für die Ausbildung von Diplom-Psychologen zu Psychologischen Psychotherapeuten zuständig.[10]

Die Deutsche Psychologen Akademie hat für diverse Zertifizierungen des BDP sowie der Föderation Deutscher Psychologen Vereinigungen (BDP mit der DGPs) das Antragsverfahren übernommen.[11] Ergänzend dazu werden Expertenregister geführt.[12]

Psychologische Hochschule Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Psychologische Hochschule Berlin wurde 2010 durch den Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen gegründet. An der PHB dreht sich alles um Psychologie und Psychotherapie – genauer gesagt: um erstklassige universitäre Ausbildung in diesen Bereichen. Vom Psychologiestudium bis hin zur Psychotherapieausbildung in vier Richtungen: die PHB bietet eine einzigartige Bandbreite psychologischer Ausbildung auf höchstem wissenschaftlichen Niveau unter einem Dach.[13]

Psychotherapie-Informations-Dienst (PID)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Psychotherapie-Informationsdienst (PID) ist ein Dienstleistungsangebot der Deutschen Psychologen Akademie des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP). Menschen, die kompetente Beratung zur Wahl der geeigneten Therapeutin oder des geeigneten Therapeuten benötigen, können entweder über die kostenlose Therapeutensuche in der Online-Datenbank selbst suchen oder die kostenlose Telefonberatung in Anspruch nehmen.

Anerkennungsaufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gütesiegel „Geprüfte Psychologische Online-Intervention“ und "Geprüfte Psychologische App"

Die Zertifizierung bestätigt die Wirksamkeit einer App-gestützten psychologischen Intervention und zusätzlich die Qualitätsaspekte Transparenz, Datenschutz, Nutzerfreundlichkeit und die Professionalität involvierter Personen einschließlich einer ethischen Verpflichtung. Für den Prüfungsprozess in Frage kommen digitale psychologische Gesundheitsangebote, die in qualifizierter Weise das psychische Wohlbefinden positiv beeinflussen sowie Transparenz und Sicherheit für Patienten gewährleisten.[14]

Gütezeichen für Onlineberatung

Der BDP hat ein Gütezeichen für Onlineberatung entwickelt. Damit wird ein Mindestmaß an Qualität bei der psychologischen Beratung im Internet garantiert. Dazu gehören Fragen der Aus- und Weiterbildung, der Supervision und Fragen von Datenschutz und Datensicherheit bei Onlineberatung.

Staatliche Beleihung

Mit Einführung der Fahrerlaubnisverordnung im Jahr 1999 erfolgte eine staatliche Beleihung des BDP mit der Aufgabe der amtlichen Anerkennung verkehrspsychologischer Berater (geregelt in § 71 FeV, vgl.[15]). Die Anerkennungsaufgabe liegt bei der Sektion Verkehrspsychologie.

Europäische und internationale Vernetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Programm EuroPsy wurde ein einheitlicher europäischer Ausbildungsstandard für die akademische Psychologieausbildung geschaffen.

Im Rahmen der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen, gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Psychologie als der Wissenschaftsgesellschaft, ist der BDP Mitglied in den entsprechenden internationalen Gremien, so z. B. der International Union of Psychological Science (IUPsyS) und der Europäischen Föderation der Psychologenverbände (EFPA).

Hugo-Münsterberg-Medaille[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1981 und 2007 verlieh der BDP die Hugo-Münsterberg-Medaille für „besondere Verdienste um die Angewandte Psychologie“.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Präsidium. Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen, abgerufen am 13. November 2020.
  2. Eigenangabe der Mitgliederzahl auf Homepage, abgerufen am 30. Oktober 2019
  3. BDP-Landesgruppen. Abgerufen am 14. Juli 2020.
  4. Berufsverband deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V.: Sektionen des BDP. In: bdp-verband.de. BDP, abgerufen am 10. Mai 2020.
  5. BDP: Berufspolitik
  6. BDP: Pressemitteilungen
  7. BDP: Publikationen
  8. Fort- und Weiterbildungen des BDP – Website des Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Abgerufen am 30. Oktober 2019.
  9. Das Haus der Psychologie in Berlin-Mitte – Website des Haus der Psychologie. Abgerufen am 18. Februar 2014.
  10. G. Koch, S. Preiser: Psychologische Hochschule Berlin (PHB): Brückenbildung zwischen Forschung und Anwendung. In: M. Krämer, S. Preiser, K. Brusdeylins (Hrsg.): Psychologiedidaktik und Evaluation. VIII, Shaker, Aachen 2011, ISBN 978-3-8440-0006-1, S. 3–10.
  11. Zertifizierungen der Deutschen Psychologen Akademie – Website der Deutschen Psychologen Akademie. Abgerufen am 18. Februar 2014.
  12. Expertenregister der Deutschen Psychologen Akademie – Website der Deutschen Psychologen Akademie. Abgerufen am 18. Februar 2014.
  13. Psychologische Hochschule Berlin. Abgerufen am 14. Juli 2020.
  14. Gütesiegel „Geprüfte Psychologische Online-Intervention“ und "Geprüfte Psychologische App". Abgerufen am 14. Juli 2020.
  15. M. Kögel: Die Sektion Verkehrspsychologie im BDP e. V.: neues gesetzliches Beispiel eines „beliehenen Unternehmers“ (§ 71 der Fahrerlaubnisverordnung - FeV) 2002.