Berwang

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Berwang
Wappen Österreichkarte
Wappen von Berwang
Berwang (Österreich)
Berwang
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Reutte
Kfz-Kennzeichen: RE
Fläche: 42,72 km²
Koordinaten: 47° 24′ N, 10° 45′ OKoordinaten: 47° 24′ 28″ N, 10° 44′ 51″ O
Höhe: 1342 m ü. A.
Einwohner: 597 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 14 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6622
Vorwahl: 05674
Gemeindekennziffer: 7 08 02
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Berwang 82
6622 Berwang
Website: www.berwang.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Dietmar Berktold (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(11 Mitglieder)

4 Gemeinsam fürs Berwangertal, 4 Bürgerliste, 3 Lebenswerte Heimat

Lage von Berwang im Bezirk Reutte
BachBerwangBiberwierBichlbachBreitenwangEhenbichlEhrwaldElbigenalpElmenForchachGränGramaisHäselgehrHeiterwangHinterhornbachHöfenHolzgauJungholzKaisersLechaschauLermoosMusauNamlosNesselwänglePfafflarPflachPinswangReutteSchattwaldStanzachSteegVorderhornbachTannheimVilsWängleWeißenbach am LechZöblenTirolLage der Gemeinde Berwang im Bezirk Reutte (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick auf Berwang mit dem Thaneller
Blick auf Berwang mit dem Thaneller
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Berwang im Sommer

Berwang ist eine Gemeinde mit 597 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Reutte in Tirol (Österreich). Ortsteile sind Brand, Bichlbächle, Gröben, Kleinstockach, Mitteregg, Rinnen, Tal. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Reutte.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haufendorf liegt am Abhang der Kuppe, die das Berwanger Tal (von Bichlbach aus zu erreichen) mit dem Rotlechtal verbindet. Kleinstockach und Bichlbächle sind bergbäuerlich geprägte Orte im Berwanger Tal. Brand, Mitteregg und Rinnen liegen im Rotlechtal.

Das Berwanger Tal wird durch den aus dem Gebirge oberhalb von Gröben kommenden Älpelesbach entwässert, das Rotlechtal durch die Rotlech.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende acht Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2021[1]):

  • Berwang (379)
  • Bichlbächle (5)
  • Brand (50)
  • Gröben (33)
  • Kleinstockach (8)
  • Mitteregg (18)
  • Rinnen (102)
  • Tal (2)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reutte Heiterwang Bichlbach
Nachbargemeinden Lermoos
Namlos Tarrenz Nassereith

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname leitet sich von ber (Bären) und wang (Wiesenhang) ab. Die Besiedelung erfolgte im 12. Jahrhundert durch die Herren von Starkenberg, indem sie Schwaighöfe anlegten. Um 1266 kaufte Meinhard II. von Tirol das Gebiet. Zu Berwang gehörten damals auch die Orte Kelmen, Namlos, Fallerschein und ein Teil von Stanzach.

Das pfarrliche Zentrum von Berwang war ursprünglich Dormitz, später wurde es Imst und ab 1438 gehörte Berwang zur Pfarre Lermoos. In dieser Zeit wurde auch die erste Kirche gebaut und Berwang wurde zur Kuratie erhoben.

Ebenfalls im 15. Jahrhundert rebellierten die Herren von Starkenberg gegen Herzog Friedrich IV. Sie wurden jedoch besiegt, ihre Festungen besetzt oder zerstört und ihre Besitzungen fielen an die örtlichen Pächter.

Die Kirche im Kleinstockertal wurde 1680 errichtet und dem hl. Antonius geweiht. Sie wurde 1844 von einer Lawine zerstört, wieder aufgebaut, dann jedoch dem Hochfest Mariä Heimsuchung geweiht.

In der Zeit von 1865 bis 1930 kam es wegen der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse in Tirol zu mehreren Auswanderungswellen nach Amerika. Auch Berwanger war davon betroffen und einige fanden im Dorf Tirol in Brasilien eine neue Heimat.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts führte der aufkommende Fremdenverkehr zu neuen Einnahmequellen. Im Jahr 1914 wurde der erste Schikurs abgehalten, 1949 der erste Schilift errichtet.

Im gleichen Jahr entstand durch die Vereinigung mit den Weilern Kelmen und Namlos die heutige Gemeinde.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Berwang
  • Katholische Pfarrkirche Berwang hl. Jakobus der Ältere mit ersten Ursprüngen aus dem Jahr 1430
  • Pension Bergheim in Berwang, projektiert und gebaut durch den Architekten Siegfried Mazagg im Jahr 1932, mit sehr gelungener Restaurierung und Umnutzung seit 2015[2]
  • Dorfbrunnen in Berwang aus dem Jahr 1988/89
  • die Filialkirchen in den Ortschaften Bichlbächle (18. Jh.) und Kleinstockach (19. Jh.)
  • sechs Kapellen und ein Bildstock

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Tourismus änderte sich die Struktur der ehemals armen Gemeinde, viele Landwirtschaftsbetriebe wurden aufgegeben.

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 40 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren nur zwei Haupterwerbsbetriebe, der Großteil wurde von Nebenerwerbsbauern geführt. Die neun Betriebe, die von juristischen Personen geführt wurden, bewirtschafteten mehr als achtzig Prozent der Flächen. Im schwach ausgeprägten Produktionssektor waren vier Personen mit der Herstellung von Waren und drei im Baugewerbe beschäftigt. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche Beherbergung und Gastronomie (80) und soziale und öffentliche Dienste (32 Erwerbstätige).[3][4][5]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 40 45 8 7
Produktion 4 3 7 11
Dienstleistung 88 84 159 220

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Fremdenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde zählt jährlich rund 250.000 Übernachtungen. Dabei entfallen etwa gleich viele auf die Sommer- und die Wintersaison. Die Wintersaison ist mit den Monaten Dezember bis März jedoch deutlich kürzer als die Sommersaison, die von Mai bis Oktober dauert.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berwang ist über die Berwang-Namloser Straße (L 21) angebunden, die in Bichlbach von der Fernpassstraße (B 179) abzweigt und über Berwang und Namlos ins Lechtal führt, wo sie bei Stanzach in die Lechtalstraße (B 198) mündet. Rund 5 km entfernt im Gemeindegebiet von Bichlbach liegt der Bahnhof Bichlbach-Berwang der Außerfernbahn.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Gemeinderat werden elf Mandatare gewählt.

Partei 2016[7] 2010[8]
Prozent Mandate % Mandate
Gemeinsam fürs Berwangertal 36,80 4 55,33
Bürgerliste 30,27 4 44,67
Lebenswerte Heimat 32,93 3

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • seit 2004 Dietmar Berktold (ÖVP)[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1955 verliehene Gemeindewappen zeigt auf grünem Schildfuß in Silber einen aufgerichteten schwarzen Bären. Es symbolisiert als redendes Wappen den Ortsnamen („Bärenwiese“).[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Berwang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Berwang – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  2. Franziska Leeb: 87 und kein bisschen alt, in: Die Presse, 2. Februar 2019. 87 und kein bisschen alt. Abgerufen am 4. April 2019.
  3. Ein Blick auf die Gemeinde Berwang, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 23. März 2021.
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Berwang, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 23. März 2021.
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Berwang, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 23. März 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Berwang, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 23. März 2021.
  7. Land Tirol - Wahlen 2016. Abgerufen am 23. März 2021.
  8. Land Tirol - Wahlen 2010. Abgerufen am 23. März 2021.
  9. Gemeinde Berwang - Gemeinderat. Abgerufen am 23. März 2021.
  10. Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 63.
  11. Ök.-Rat Berktold Erich. In: https://tirol.gv.at. Abgerufen am 17. Oktober 2021.