Berylliumborhydrid

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Strukturformel
Strukturformel von Berylliumborhydrid
Allgemeines
Name Berylliumborhydrid
Andere Namen
  • Berylliumtetrahydridoboranat
  • Berylliumtetrahydroboranat
Summenformel Be[BH4]2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 30374-53-9
PubChem 6101896
Wikidata Q4675673
Eigenschaften
Molare Masse 36,68 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

91,3 °C (sublimiert)[1]

Löslichkeit

reagiert heftig mit Wasser und Salzsäure[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[2]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 350i​‐​330​‐​301​‐​372​‐​319​‐​335​‐​315​‐​317​‐​411
P: ?
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Berylliumborhydrid ist eine chemische Verbindung des Berylliums aus der Gruppe der Borhydride.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berylliumborhydrid kann durch Reaktion von Berylliumchlorid mit Lithiumborhydrid gewonnen werden. Die Verbindung wurde zuerst 1940 von Burg und Schlesinger synthetisiert.[4] Sie kann auch durch Reaktion von Diboran mit Dimethylberyllium gewonnen werden.[1]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berylliumborhydrid ist ein Feststoff, der heftig mit Wasser reagiert. Er sublimiert bei 91,3 °C und zersetzt sich bei Temperaturen über 123 °C.[1] Er besitzt eine tetragonale Kristallstruktur mit der Raumgruppe I41cd (Raumgruppen-Nr. 110)Vorlage:Raumgruppe/110. Die polymere Struktur besteht aus BH4Be und BH4 Einheiten.[4]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Etherat Komplex vom Berylliumborhydrid (Be[BH4]2·(C2H5)2O) kann zur Herstellung von Berylliumhydrid verwendet werden.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Dale L. Perry: Handbook of Inorganic Compounds. CRC Press, 1995, ISBN 0-8493-8671-3, S. 20 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Eintrag zu Berylliumverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 23. August 2021. (JavaScript erforderlich)
  3. Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Berylliumverbindungen, ausgenommen Beryllium-Tonerdesilikate, und ausgenommen die namentlich in diesem Anhang bezeichneten im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 23. August 2021. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  4. a b Dennis S. Marynick, William N. Lipscomb: Crystal structure of beryllium borohydride. In: Inorganic Chemistry. 11, 1972, S. 820, doi:10.1021/ic50110a033.
  5. Hans Zimmer: Annual Reports in Inorganic and General Syntheses-1976. Elsevier, 2016, ISBN 978-1-4832-8159-9, S. 2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).