Beschneidung

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Beschneidung bezeichnet verschiedene chirurgische Veränderungen der Geschlechtsorgane bei Männern und Frauen.

Bei Jungen und Männern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste künstlerische Darstellung einer Zirkumzision im Alten Ägypten (Relief um 2300 v. Chr.)

„Zirkumzision“ ist die Fachbezeichnung für die männliche Beschneidung: eine religiös, medizinisch (etwa bei pathologischer Phimose) oder kosmetisch begründete Kürzung oder Entfernung der Vorhaut des Penis. Dazu gibt es unterschiedliche rechtliche Situationen zur Zirkumzision in einzelnen Staaten sowie Kontroversen um die Beschneidung Minderjähriger.

Religiöse und andere Traditionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits bei der Beschneidung im Alten Ägypten (viertes Jahrtausend vor bis 400 n. Chr.) wurde die Penisvorhaut entfernt; von 2300 v. Chr. ist die älteste Darstellung bekannt, auf der erwachsene Männer beschnitten werden.

Der Historiker Herodot bekundet die Beschneidung als uralten Gebrauch der zuerst bei den Ägyptern oder Äthiopiern, dann bei den Phöniziern, bei Syrern, bei den Kolchern und deren westlichen Nachbarn, den Makronern (Volksstamm im Nordosten des Schwarzen Meeres[1]) ausgeübt wurde.[2]

Die Entfernung der Vorhaut nach jüdischem Ritus wird Brit Mila genannt, die Entfernung der Vorhaut nach islamischem Ritus Chitan (Khitan).

Im Christentum wird das Kirchenfest „Beschneidung des Herrn“ (Beschneidungsfest) am 1. Januar gefeiert. Verschiedene Legenden behandeln die Reliquie der „Heiligen Vorhaut“ des Jesus von Nazaret.

Beschneidung aus medizinischen Gründen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine medizinische Beschneidung (Zirkumzision) ist beispielsweise angezeigt, wenn die Vorhaut sich nicht oder nur zum Teil zurückziehen lässt (Phimose) und die Erektion mit Schmerzen verbunden ist. Eine Beschneidung ist nur dann notwendig, wenn andere Methoden wie eine Behandlung mit Kortisoncreme oder Dehnen erfolglos waren. Es gibt eine Teilbeschneidung und eine komplette Beschneidung. Die Durchführung einer Zirkumzision erfolgt im Allgemeinen durch einen Urologen.[3]

Bei Mädchen und Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionelle Durchführung einer weib­lichen Beschneidung (Ubangi-Schari, Zentralafrika, vor 1936)

Die Entfernung der Klitoris heißt fachsprachlich Klitoridektomie, das Einschneiden oder Einritzen der äußeren Genitalien Exzision, das Abtrennen der äußeren Genitalien und anschließende Zusammennähen der Wunde Infibulation.

Moderne Formen

Aus ästhetischen und kosmetischen Gründen wird eine Kürzung oder Entfernung der Klitorisvorhaut vorgenommen (Klitorisvorhautreduktion) oder Schamlippen werden verkleinert oder entfernt (Schamlippenverkleinerung).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Männliche Beschneidung (circumcision) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Beschneidung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Folker Siegert (Hrsg.): Flavius Josephus: Über die Ursprünglichkeit des Judentums (Contra Apionem). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, Band 2, S. 85.
  2. Julius Rosenbaum: Beschneidung. In: Geschichte der Lustseuche im Altertume nebst ausführlichen Untersuchungen über den Venus- und Phalluskultus, Bordelle, Νοῦσος ϑήλεια der Skythen, Paederastie und andere geschlechtliche Ausschweifungen der Alten als ‚Beiträge zur richtigen Erklärung ihrer Schriften‘ dargestellt. 7. Auflage, Barsdorf, Berlin 1904, S. 336–343, hier: S. 336 f.
  3. Karin Janke, Claudia Krallmann: Urologenportal: Die Beschneidung beim Mann (Zirkumzision). In: UrologenPortal.de. 21. April 2020, abgerufen am 26. Mai 2020 (erstveröffentlicht am 23. November 2006).