Bestensee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bestensee
Bestensee
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bestensee hervorgehoben
Koordinaten: 52° 15′ N, 13° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Höhe: 36 m ü. NHN
Fläche: 38,04 km2
Einwohner: 7367 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 194 Einwohner je km2
Postleitzahl: 15741
Vorwahl: 033763
Kfz-Kennzeichen: LDS, KW, LC, LN
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 020
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Eichhornstr. 4-5
15741 Bestensee
Webpräsenz: www.bestensee.de
Bürgermeister: Klaus-Dieter Quasdorf (Wählervereinigung Quasdorf für Bestensee)
Lage der Gemeinde Bestensee im Landkreis Dahme-Spreewald
Alt Zauche-Wußwerk Bersteland Bestensee Byhleguhre-Byhlen Drahnsdorf Eichwalde Golßen Groß Köris Halbe Heideblick Heidesee Jamlitz Kasel-Golzig Königs Wusterhausen Krausnick-Groß Wasserburg Lieberose Lübben Luckau Märkisch Buchholz Märkische Heide Mittenwalde Münchehofe Neu Zauche Rietzneuendorf-Staakow Schlepzig Schönefeld Schönwald Schulzendorf Schwerin Schwielochsee Spreewaldheide Steinreich Straupitz Teupitz Unterspreewald Wildau Zeuthen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Bestensee ist eine Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald im Land Brandenburg der Bundesrepublik Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Bestensee – circa 35 Kilometer südlich des Berliner Stadtzentrums gelegen – erstreckt sich von Königs Wusterhausen im Norden bis zum Amt Schenkenländchen im Süden. Im Osten grenzt die Gemeinde Bestensee an die Gemeinde Heidesee und im Westen an die Stadt Mittenwalde. Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 3748 Hektar.

Innerhalb des Gemeindegebietes befinden sich 11 Seen. Das sind: Kleiner (Freudenthaler) Tonsee, Großer (Kameruner) Tonsee, Pätzer Tonsee, die aus Tongruben entstanden, in denen bis in die 1920er Jahre Ton für die Ziegelproduktion abgebaut wurde. Die drei Kiesseen im Westen der Gemeinde entstanden nach Einstellung des Kiesabbaus ebenfalls in den 1920er Jahren durch natürliche Grundwasserflutung. Todnitzsee, Seechen, Klein Bestener See und Bauernsee sowie Pätzer Vorder- und Hintersee bildeten sich nach der letzten Eiszeit.

Der Glunz-Graben (Glunze), der auf 1,2 Kilometer Länge durch ein Auwaldgebiet fließt, verbindet Pätzer Vordersee und Todnitzsee.

Die höchste Erhebung innerhalb des Gemeindegebietes ist der Kahlkopf am Ostufer des Pätzer Hintersees mit rund 77 Metern über NHN.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Gemeinde besteht laut ihrer Hauptsatzung aus Bestensee und dem Ortsteil Pätz.[2]

Hinzu kommen die bewohnten Gemeindeteile Glunzbusch, Groß Besten, Hintersiedlung, Klein Besten und Vordersiedlung sowie die Wohnplätze Ausbau, Liepe, Marienhof und Neu Kamerun [3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort und sein Name lassen sich auf die slawische Siedlung „Bestwin“ zurückführen, welche laut einer Urkunde 1375 gegründet wurde. Der slawische Gründungsname kann als „guter Holunder“ gedeutet werden. Noch heute prägen Holundersträucher das Ufer des Klein Bestener Sees.

Per Erlass des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg vom 7. Januar 1938 wurde die Gemeinde Klein Besten am 1. April 1938 in die Gemeinde Groß Besten eingegliedert. Zunächst sollte die neu gebildete Gemeinde den Namen Groß Besten führen. Für die neu gebildete Gemeinde wurde jedoch der Name Bestensee festgelegt.[4]

Am 26. Oktober 2003 wurde die Gemeinde Pätz nach Bestensee eingemeindet.[5]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1939 2 802
1946 3 378
1950 3 269
1964 3 349
1971 3 428
1981 3 557
1985 3 882
1989 5 215
1990 5 189
Jahr Einwohner
1991 5 226
1992 5 374
1993 5 462
1994 5 400
1995 5 354
1996 5 292
1997 5 303
1998 5 406
1999 5 480
Jahr Einwohner
2000 5 549
2001 5 522
2002 5 523
2003 6 290
2004 6 534
2005 6 669
2006 6 601
2007 6 666
2008 6 651
Jahr Einwohner
2009 6 672
2010 6 732
2011 6 597
2012 6 740
2013 6 860
2014 7 125
2015 7 367

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[6][7] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bestensee bestehen Kirchengemeinden evangelischer, katholischer und neuapostolischer Konfession. Im Ortsteil Groß Besten gibt es eine evangelische Feldsteinkirche nebst Alt-Friedhof. Circa einen Kilometer westlich davon befindet sich der heutige Groß Bestener Friedhof. Ein weiterer, im Jahr 1892 angelegter Friedhof befindet sich im Ortsteil Klein Besten.[4] Im Ortsteil Pätz steht eine evangelische Kapelle mit Friedhof.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht neben dem hauptamtlichen Bürgermeister aus 18 Mitgliedern.[8] Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:

3
1
10
1
3
10 
Von 18 Sitzen entfallen auf:
  • Linke: 3
  • SPD: 1
  • Vereinigung Unabhängige Bürger Bestensee/Pätz (UBBP): 10
  • Einzelwahlvorschlag Anja Kolbatz: 1
  • CDU: 3
Kommunalwahl 2014[8]
Wahlbeteiligung: 47,2 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,8 %
19,8 %
16,1 %
9,2 %
4,0 %

Seit der Aufspaltung der Fraktion UBBP am 23. November 2016 gibt es eine neue Sitzverteilung in der Gemeindevertretung. 3 Mitglieder der UBBP-Fraktion sowie der Fraktionslose Wolfgang Krüger haben die Fraktion „Plan Bestensee“ gegründet. Die Einzelbewerberin Anja Kolbatz ist der Fraktion UBBP beigetreten. Somit ergibt sich eine neue Sitzverteilung.[9]

3
8
4
3
Von 18 Sitzen entfallen auf:
  • Linke/SPD: 3
  • Vereinigung Unabhängige Bürger Bestensee/Pätz (UBBP): 8
  • Plan Bestensee: 4
  • CDU: 3

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterwahl 2017 (Wahlbeteiligung: 74,9 %)
Kandidaten Prozent
Klaus-Dieter Quasdorf (UWV Quasdorf)
  
56.1 %
Jürgen Ostländer (Wählergruppe Plan Bestensee 2025)
  
28,7 %
Thomas Irmer (SPD)
  
15,2 %

Erster Bürgermeister nach der Wende war Gerd Kruligk (SPD).[10] Zu seinem Nachfolger wurde 1993 der parteilose Klaus-Dieter Quasdorf gewählt. Er wurde 2001 und 2009 wiedergewählt.[11] Am 24. September 2017 wurde Quasdorf mit 56,1 % der gültigen Stimmen für weitere acht Jahre in seinem Amt bestätigt.[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet und am 1. September 1995 genehmigt.

Blasonierung: „Von Gold und Blau durch Schräglinkswellenschnitt geteilt; oben ein grünes Kastanienblatt, unten ein schräglinks gestürzter silberner Fisch.“[13]

Der goldene Teil symbolisiert den Märkischen Sand und der blaue die vielen Seen; das Kastanienblatt ist ein Hinweis auf die zum Teil vergleichsweise alten Kastanien. Der silbern schräglinks gestürzte Fisch steht für die vielen Angelmöglichkeiten.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde unterhält partnerschaftliche Beziehungen zur Gemeinde Havixbeck in Nordrhein-Westfalen und zur Gmina Przemęt im Powiat Wolsztyński (Polen).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feldsteinkirche in Groß Besten
Ehemalige Dorfschule („Rote Schule“) in Groß Besten
Ehemaliges Königliches Forsthaus in Bestensee

In der Liste der Baudenkmale in Bestensee und in der Liste der Bodendenkmale in Bestensee stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die historischen Ortskerne (Dorfauen) der beiden Alt-Dörfer Groß Besten und Klein Besten sind sehr gut erhalten.

Die Dorfkirche im Ortsteil Groß Besten entstand vermutlich Ende des 14. Jahrhunderts. In den Jahren 1883 bis 1884 erweiterte die Kirchengemeinde das Bauwerk in Richtung Westen um den Turm sowie eine Vorhalle an der Südseite der Kirche. 1975 bis 1980 wurde sie umfangreich restauriert. Im Innern des flach gedeckten Bauwerks befinden sich ein schlichter Altaraufsatz sowie eine Fünte aus dem 17. oder 18. Jahrhundert.

Der Bahnhof im Ortsteil Groß Besten wurde 1878 errichtet.

Die Landkost-Arena entstand 2007. Hier werden die Heimspiele des Volleyball-Bundesligisten Netzhoppers KW-Bestensee ausgetragen.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. April 2006 wurden die ersten Bäume für den Generationenwald gepflanzt. Bestenseer können anlässlich verschiedener Jubiläen (runde Geburtstage, Hochzeiten, Geburten, aber auch zum Andenken an Personen) einen Baum im Wald der Generationen pflanzen.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bestensee kreuzen sich die Bundesstraßen 179 zwischen Königs Wusterhausen und Märkisch Buchholz sowie die Bundesstraße 246 zwischen Zossen und Storkow. Nach Königs Wusterhausen sind es etwa 7 km, nach Märkisch Buchholz 20 km, nach Zossen 17 km und nach Storkow 22 km.

Bestensee hat seit dem 15. Juni 2009 eine Anschlussstelle an der Bundesautobahn 13 Berlin–Dresden. Sie befindet sich an der Kreuzung der Autobahn mit der Bundesstraße 246. Der südliche Berliner Ring (Bundesautobahn 10) mit der Anschlussstelle Königs Wusterhausen ist etwa zehn Kilometer entfernt.

Bestensee verfügt über einen Bahnhof, an dem die Regionalbahn der Linie RB 24 (EberswaldeBerlin OstkreuzSenftenberg; Stand 10/16) im Stundentakt hält. In den Nachtstunden wird die Linie RB 24 durch den Regional-Express der Linie RE 2 (Cottbus – Berlin – Wismar; Stand 10/16) ersetzt. Von Mai 2010 bis zum 1. September 2011 wurde ein Teilstück der Bahnstrecke Berlin–Görlitz zwischen Königs Wusterhausen und Lübbenau erneuert. Hierbei bekam auch der Bahnhof Bestensee neue, barrierefreie Bahnsteige.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[14] 3 602 3 677 3 708 3 840 3 905 3 937 4 035
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 540 553 556 570 592 584 588

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestensee verfügt über zwei Kindergärten: das Kinderdorf in der Zeesener Straße in Groß Besten und den Waldkindergarten im Ortsteil Pätz.

Die Bestenseer Grundschule (ehemalige Gesamtschule) im Ortsteil Groß Besten in der Goethestraße 15 wurde im Jahre 2003 grundsaniert und erweitert. Das eingeschossige Nebengebäude wurde um eine Etage aufgestockt, wird im 21. Jahrhundert überwiegend von den Klassenstufen 1 und 2 genutzt und beherbergt die Mensa. Mit Schuljahresbeginn 2010 wurde das Nebengebäude um einen Kinderhort erweitert.

Die Bestenseer Bibliothek befindet sich in der Waldstraße 31.[15]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bestensee existieren sechs Angelvereine, ein Reiterhof, eine Sporthalle, zwei Bowlinganlagen. Der VSG 1990 Bestensee e. V. bietet zahlreiche Sportarten an. Fußballfreunde können im SV Grün-Weiß Union Bestensee spielen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Mauersberger (1909–1982), Erfinder des Nähwirkverfahrens Malimo, lebte seit 1967 in der Gemeinde, 2009 Ehrenbürger von Bestensee
  • Siegfried Streller (1921–2015), Literaturwissenschaftler, lebte in Bestensee
  • Harry Schäffer (1930–2013), Lehrer und bis 1989 Ortschronist, in Bestensee geboren
  • Harald Effenberg (* 1957), Schauspieler, in Pätz geboren

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Bestensee (Hrsg.): Bestensee – Wo wir sind, ist Ruhe, ohne Datumsangabe, S. 32

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bestensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Bestensee (PDF; 33 kB)
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Bestensee
  4. a b Ortschronik von Bestensee In: mediapur.de, abgerufen am 18. Februar 2017.
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003 In: destatis.de, abgerufen am 18. Februar 2017.
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Dahme-Spreewald, S. 14–17 (PDF; 376 kB)
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7 (XLSX-Datei; 176 kB)
  8. a b Gemeinde Bestensee: Gemeindevertretung Bestensee 2014 In: wahlen.bestensee.de, abgerufen am 18. Februar 2017.
  9. Gemeindevertretung Bestensee 2016, abgerufen am 18. Februar 2017.
  10. Ortschronik von Bestensee 1990–1995 In: mediapur.de, abgerufen am 27. September 2017.
  11. Ortschronik von Bestensee 1990–1995 In: mediapur.de, abgerufen am 18. Februar 2017.
  12. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 24. September 2017
  13. Wappen Gemeinde Bestensee In: Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg, abgerufen am 18. Februar 2017.
  14. Übersicht Statistiken Fz3 In: Kraftfahrt-Bundesamt
  15. Gemeindebibliothek In: bestensee.de, abgerufen am 18. Februar 2017.