Bestensee

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bestensee
Bestensee
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bestensee hervorgehoben
Koordinaten: 52° 15′ N, 13° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Höhe: 36 m ü. NHN
Fläche: 38,04 km²
Einwohner: 7367 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 194 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15741
Vorwahl: 033763
Kfz-Kennzeichen: LDS, KW, LC, LN
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 020
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Eichhornstr. 4-5
15741 Bestensee
Webpräsenz: www.bestensee.de
Bürgermeister: Klaus-Dieter Quasdorf (Wählervereinigung – Quasdorf für Bestensee e.V.)
Lage der Gemeinde Bestensee im Landkreis Dahme-Spreewald
Alt Zauche-Wußwerk Bersteland Bestensee Byhleguhre-Byhlen Drahnsdorf Eichwalde Golßen Groß Köris Halbe Heideblick Heidesee Jamlitz Kasel-Golzig Königs Wusterhausen Krausnick-Groß Wasserburg Lieberose Lübben Luckau Märkisch Buchholz Märkische Heide Mittenwalde Münchehofe Neu Zauche Rietzneuendorf-Staakow Schlepzig Schönefeld Schönwald Schulzendorf Schwerin Schwielochsee Spreewaldheide Steinreich Straupitz Teupitz Unterspreewald Wildau Zeuthen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Bestensee ist eine Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald im Land Brandenburg der Bundesrepublik Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Bestensee – circa 35 Kilometer südlich von Berlin gelegen – erstreckt sich von Königs Wusterhausen im Norden bis zum Amt Schenkenländchen im Süden. Im Osten grenzt die Gemeinde Bestensee an die Gemeinde Heidesee und im Westen an die Stadt Mittenwalde.

Innerhalb des Gemeindegebietes befinden sich 12 Seen. Das sind: Kleiner (Freudenthaler) Tonsee, Großer (Kameruner) Tonsee, Pätzer Tonsee, die aus Tongruben entstanden, in denen bis in die 1920er Jahre Ton für die Ziegelproduktion abgebaut wurde. Die drei Kiesseen im Westen der Gemeinde entstanden nach Einstellung des Kiesabbaus ebenfalls in den 1920er Jahren durch natürliche Grundwasserflutung. Todnitzsee, Seechen, Klein Bestener See und Bauernsee sowie Pätzer Vorder- und Hintersee bildeten sich nach der letzten Eiszeit.

Der Glunz-Graben (Glunze), der auf 1,2 Kilometer Länge durch ein Auwaldgebiet fließt, verbindet Pätzer Vordersee und Todnitzsee.

Die höchste Erhebung innerhalb des Gemeindegebietes ist der Kahlkopf am Ostufer des Pätzer Hintersees mit rund 77 Metern über NN.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klein Besten und Groß Besten; seit 1. April 1938 Gemeinde Bestensee[2]

Ortsteil Pätz; eingemeindet am 26. Oktober 2003[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort und sein Name lassen sich auf die slawische Siedlung „Bestwin“ zurückführen, welche laut einer Urkunde 1375 gegründet wurde. Der slawische Gründungsname kann als „guter Holunder“ gedeutet werden. Noch heute prägen Holundersträucher das Ufer des Klein Bestener Sees. Per Erlass vom 7. Januar 1938 des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg wurde die Gemeinde Klein Besten am 1. April 1938 in die Gemeinde Groß Besten eingegliedert. Zunächst sollte die neu gebildete Gemeinde den Namen Groß Besten führen. Auf Anordnung des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg wurde für die neu gebildete Gemeinde jedoch der Name Bestensee festgelegt. Die historischen Ortskerne (Dorfauen) der beiden Alt-Dörfer Groß Besten und Klein Besten sind sehr gut erhalten.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bestensee arbeiten Kirchen-Gemeinden evangelischer, neuapostolischer und katholischer Konfession. Im Ortsteil Groß Besten gibt es eine evangelische Feldsteinkirche nebst Alt-Friedhof. Circa ein Kilometer westlich davon befindet sich der heutige Groß Bestener Friedhof. Ein weiterer, im Jahr 1892 angelegter Friedhof befindet sich im Ortsteil Klein Besten.[2] Im Ortsteil Pätz befindet sich eine evangelische Kapelle mit Friedhof.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1939 2 802
1946 3 378
1950 3 269
1964 3 349
1971 3 428
1981 3 557
1985 3 882
1989 5 215
1990 5 189
Jahr Einwohner
1991 5 226
1992 5 374
1993 5 462
1994 5 400
1995 5 354
1996 5 292
1997 5 303
1998 5 406
1999 5 480
Jahr Einwohner
2000 5 549
2001 5 522
2002 5 523
2003 6 290
2004 6 534
2005 6 669
2006 6 601
2007 6 666
2008 6 651
Jahr Einwohner
2009 6 672
2010 6 732
2011 6 597
2012 6 740
2013 6 860
2014 7 125

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[4][5], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht neben dem hauptamtlichen Bürgermeister aus 18 Gemeindevertretern.[6] Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:

3
1
10
1
3
10 
Von 18 Sitzen entfallen auf:
  • Linke: 3
  • SPD: 1
  • Vereinigung Unabhängige Bürger Bestensee/Pätz (UBBP) : 10
  • Einzelwahlvorschlag Kolbatz : 1
  • CDU: 3
Kommunalwahl 2014[7]
Wahlbeteiligung: 47,2 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,8 %
19,8 %
16,1 %
9,2 %
4,0 %
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Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterwahl 2009 Wahlbeteiligung: 72,4 %[8]
Kandidaten Prozente
Klaus-Dieter Quasdorf (UWV Quasdorf)
  
67,4 %
Kerstin Rubenbauer (LINKE)
  
20,1 %
Heinz Marek Wegener (Wegener)
  
11,0 %
Klaus Beier (NPD)
  
1,6 %

Klaus-Dieter Quasdorf ist seit 1993 parteiloser Bürgermeister der Gemeinde Bestensee, nachdem zuvor Gerd Kruligk (SPD) abgewählt wurde.[9] Bei der Bürgermeisterwahl am 27. September 2009 konnte sich der bisherige Amtsinhaber Klaus-Dieter Quasdorf von der Unabhängigen Wählervereinigung - Quasdorf für Bestensee e.V. (UWV Quasdorf) gegen 3 Konkurrenten behaupten und wurde erneut wiedergewählt.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 1. September 1995 genehmigt.

Blasonierung: „Von Gold und Blau durch Schräglinkswellenschnitt geteilt; oben ein grünes Kastanienblatt, unten ein schräglinks gestürzter silberner Fisch.“[11]

Der goldene Teil symbolisiert den Märkischen Sand und der blaue die vielen Seen. Weil es viele (und alte) Kastanien in Bestensee gibt, ist ein Kastanienblatt vorhanden. Der silbern schräglinks gestürzte Fisch steht für die vielen Angelmöglichkeiten

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde unterhält partnerschaftliche Beziehungen zur Gemeinde Havixbeck in Nordrhein-Westfalen und zur Gmina Przemęt im Powiat Wolsztyński (Polen).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feldsteinkirche in Groß Besten
Ehemalige Dorfschule („Rote Schule“) in Groß Besten
Ehemaliges Königliches Forsthaus in Bestensee

In der Liste der Baudenkmale in Bestensee und in der Liste der Bodendenkmale in Bestensee stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dorfkirche im Ortsteil Groß Besten entstand vermutlich Ende des 14. Jahrhunderts. In den Jahren 1883 bis 1884 erweiterte die Kirchengemeinde das Bauwerk in Richtung Westen um den Turm sowie eine Vorhalle an der Südseite der Kirche. In den Jahren 1975 bis 1980 wurde sie umfangreich restauriert. Im Innern des flach gedeckten Bauwerks befinden sich ein schlichter Altaraufsatz sowie eine Fünte aus dem 17. oder 18. Jahrhundert.

Der Bahnhof im Ortsteil Groß Besten wurde 1878 errichtet.

Die Landkost-Arena wurde 2007 errichtet. Hier werden die Heimspiele des Volleyball-Bundesligisten Netzhoppers KW-Bestensee ausgetragen.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. April 2006 wurden die ersten Bäume für den Generationenwald gepflanzt.

Bestenseer können anlässlich verschiedener Jubiläen (runde Geburtstage, Hochzeiten, Geburten, aber auch zum Andenken an Personen) einen Baum im Wald der Generationen pflanzen.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestensee befindet sich im Schnittpunkt der Bundesstraßen 179 und 246. Nach Königs Wusterhausen sind es etwa sieben Kilometer, nach Lübben 55 Kilometer, nach Storkow 22 Kilometer und nach Zossen 17 Kilometer. Berlin ist etwa 35 Kilometer entfernt.

Bestensee hat seit dem 15. Juni 2009 eine Anschlussstelle zur Bundesautobahn 13 (Berlin–Dresden). Diese befindet sich an der Kreuzungsstelle der Autobahn mit der Bundesstraße 246. Der Berliner Ring (Bundesautobahn 10) ist etwa zehn Kilometer entfernt.

Bestensee verfügt über einen Bahnhof, an dem die Regionalbahn der Linie RB 24 (Senftenberg – Berlin Ostkreuz – Eberswalde; Stand 12/15) im Stundentakt hält. In den Abendstunden wird die Linie RB 24 durch den Regional-Express der Linie RE 2 (Cottbus – Berlin – Wismar; Stand 12/15) ersetzt. Von Mai 2010 bis zum 1. September 2011 wurde ein Teilstück der Bahnstrecke Berlin–Görlitz zwischen Königs Wusterhausen und Lübbenau erneuert. Hierbei bekam auch der Bahnhof Bestensee neue, barrierefreie Bahnsteige.[12]

Motorisierung in Bestensee 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[13] 3 602 3 677 3 708 3 840 3 905 3 937 4 035
PKW je 1.000 Einwohner (31.12.Vj.) 540 553 556 570 592 584 588

Kindergarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestensee verfügt über zwei Kindergärten: das Kinderdorf in der Zeesener Straße in Groß Besten und den Waldkindergarten im Ortsteil Pätz.

Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bestenseer Grundschule (ehemalige Gesamtschule) im Ortsteil Groß Besten in der Goethestraße 15 wurde im Jahre 2003 grundsaniert und erweitert. Das eingeschossige Nebengebäude wurde um eine Etage aufgestockt, wird heute überwiegend von den Klassenstufen 1 und 2 genutzt und beherbergt die Mensa. Mit Schuljahresbeginn 2010 wurde das Nebengebäude um einen Kinderhort erweitert.

Bibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bestenseer Bibliothek befindet sich in der Waldstraße 31.[14]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harry Schäffer (* 1930, † 2013), gebürtiger Bestenseer, Lehrer und bis 1989 Ortschronist
  • Harald Effenberg (* 1957), Schauspieler
  • Heinrich Mauersberger (* 1909, † 1982), Erfinder, Ehrenbürger von Bestensee, wo er ab 1967 lebte

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bestensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. a b http://www.mediapur.de – Ortschronik von Bestensee
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Dahme-Spreewald. S. 14–17
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  6. Gemeindevertretung Bestensee 2014
  7. http://www.wahlen.bestensee.de/gw2014.html
  8. <http://www.wahlen.brandenburg.de/bmwahlen/1206102000/h>
  9. Ortschronik von Bestensee
  10. Bürgermeisterwahl in Bestensee 2009
  11. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  12. Wieder Zugverkehr auf Bahnstrecke Berlin-Cottbus
  13. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3
  14. http://www.bestensee.de/index.php?id=444