Beteiligungen der Axel Springer SE

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Dieser Artikel enthält eine Übersicht über die Beteiligungen des deutschen Medienkonzerns Axel Springer SE. Weitere Informationen über den Konzern finden sich im Hauptartikel.

Für die Publikationen der Axel Springer SE siehe: Publikationen der Axel Springer SE.

Regionalzeitungen[Bearbeiten]

Bis Februar 2009 hielt der Konzern eine langjährige Beteiligung an der Leipziger Volkszeitung (50 %), den Lübecker Nachrichten (49 %) und den Kieler Nachrichten (24,5 %), die er an die Verlagsgesellschaft Madsack verkaufte. Im Rahmen der Veräußerungen wurde auch der Springer-Anteil an der Rostocker Ostsee-Zeitung (50 %) an die Lübecker Nachrichten übergeben.

Im März 2009 verkauft die damalige Axel Springer AG dann ihre bis dahin gehaltenen Anteile am Pinneberger Tageblatt (23,44 %) und den Elmshorner Nachrichten (100 %) an den Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag.

Im September 2013 wurden die Harburger Anzeigen und Nachrichten eingestellt, an denen Axel Springer mit 24,8 % beteiligt war.

Zum 1. Januar 2014 verkaufte die umfirmierte Axel Springer SE die Regionalzeitungen Berliner Morgenpost, Hamburger Abendblatt und Bergedorfer Zeitung an die Funke Mediengruppe. Außerdem übernahm Funke die Anteile der Axel Springer SE an den Anzeigenblättern Berliner Woche, Spandauer Volksblatt, Hamburger Wochenblatt, Elbe Wochenblatt, Niendorfer Wochenblatt, Bille Wochenblatt und Echo Wochenblatt.

Druckereien[Bearbeiten]

Zum Konzern gehören Offset-Druckereien in Berlin-Spandau, Ahrensburg bei Hamburg und Essen-Kettwig.

Am 1. Januar 2005 wurde die Axel Springer Tiefdruck GmbH & Co. KG gegründet, um in einem Joint Venture mit der Bertelsmann AG (mittels arvato und Gruner + Jahr) zusammenzuarbeiten. An diesem sind arvato und Gruner und Jahr zu je 37,45 Prozent und die Axel Springer AG mit 25,1 Prozent beteiligt.

In der Gesellschaft wurden die Tiefdruckereien in Ahrensburg und Darmstadt zusammengefasst. Zwischen dem 23. Dezember 2004 und dem 3. Mai 2005 wurde dieses Vorhaben von der EU-Kommission wettbewerbsrechtlich überprüft und trotz des geschätzten Marktanteils von fast 50 Prozent genehmigt.

Künftig werden die Tiefdruckereien der genannten Konzerne mit den Standorten Itzehoe, Ahrensburg, Dresden, Darmstadt, Nürnberg und die im Bau befindliche Druckerei in Liverpool (Großbritannien) unter dem Namen Prinovis mit Sitz in Hamburg agieren.

Digitale Medien[Bearbeiten]

finanzen.net[Bearbeiten]

Mit finanzen.net betreibt Axel Springer ein großes deutsche Börsenportal. Auch wallstreet:online gehörte zeitweise zum Springer-Konzern. Die Axel-Springer-Tochter Smarthouse Media GmbH liefert die redaktionellen Inhalte für beide Websites.[1] Außerdem entwickelt und betreibt sie Webseiten und Webapplikationen von Banken wie der BNP Paribas, der The Royal Bank of Scotland und der Deutschen Bank.[2]

Visual Meta[Bearbeiten]

Axel Springer erwarb am 16. Dezember 2011 hat die Mehrheit der Anteile an der Visual Meta GmbH. Die beiden Unternehmensgründer der Visual Media Robert M. Maier und Johannes Schaback blieben als geschäftsführende Gesellschafter im Unternehmen.[3]

autohaus24.de durch Tochtergesellschaft[Bearbeiten]

Der Axel Springer Auto Verlag erhöhte am 20 Juni 2012 seinen Anteil am Neuwagenportal autohaus24.de von zuvor 19,9 % auf 50 %. Der Betreiber des redaktionellen Autoportals autobild.de übernahm den zusätzlichen Anteil in Höhe von 30,1 % vom Sixt-Tochterunternehmen Sixt e-ventures, das dann ebenfalls 50 % der Anteile an autohaus24.de hielt.[4]

meinestadt.de[Bearbeiten]

Axel Springer und General Atlantic übernahmen am 21. August 2012 100 % der Aktien an der Allesklar.com AG (meinestadt.de). meinestadt.de bot Informationen zu mehr als 11.000 deutschen Städten und Gemeinden. Georg Konjovic wurde neuer Vorstandsvorsitzender.[5]

Ozy.com[Bearbeiten]

Die Axel Springer SE baute am 6. Oktober 2014 ihren Anteil am US-amerikanischen Online-Magazin Ozy.com auf 16 % gegen eine Investition von 20 Millionen US-Dollar aus. Davor hielt sie bereits einen Anteil von 0,6 %. Der Wert von Ozy.com stieg auf ca. 120 Millionen US-Dollar.[6]

Weitere Ausrichtungen[Bearbeiten]

Neben Verlagsbeteiligungen in Deutschland (Axel Springer Auto Verlag) hält die Axel Springer AG Anteile an Fernseh- und Rundfunksendern, Vertriebsgesellschaften und Pressegrossisten, Online-Portalen und Verlagen im europäischen Ausland. Die folgende Auflistung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Gesellschaft Anteil (%) Hinweis
94,3 rs2 in Berlin 100
Amiado AG 100
Anima Publishers s.r.o. 100
Antenne 1 100 direkte Beteiligung
Antenne Bayern 16 direkte Beteiligung
AS Content GmbH 100 aufgelöst Ende 2004
AS TV-Produktions- und Vertriebsgesellschaft mbH 100
AS Venture GmbH 100 z. B. Schwartzkopff TV-Productions
auFeminin.com S.A. 100
autohaus24 GmbH, Pullach 50
Axel Springer Digital TV 100
Axel Springer Digital TV Guide 100
Axel Springer Mediasales & Service GmbH 100
BILD digital GmbH & Co. KG 100
Celepedia – Room49 GmbH 100
Eurobridge Inc. (New York, USA) 100
Hamburg.de 100
Idealo Internet GmbH 74,9
Immonet GmbH 88,7
kaufda – Juno Internet GmbH 74,9
LadenZeile.de – Visual Meta GmbH 78
Sparheld.de GmbH 30 über Idealo Internet GmbH; Umbennennung von meingutscheincode.de in sparheld.de im November 2013[7]
Melosch GmbH 50
Motor-Talk.de 20
N24 100
PACE Paparazzi Catering & Event GmbH, Berlin 100
Radio FFH 15 direkte Beteiligung
Radio ffn 7,62 direkte Beteiligung
Radio Hamburg 35 direkte Beteiligung
Radio NRW 100 direkte Beteiligung
Schwartzkopff TV-Productions GmbH & Co. KG 100 über Axel Springer TV Productions GmbH
Smarthouse Media GmbH 91 mehrheitlich, seit 2000
Sohomint GmbH 72,6 seit 2010
StepStone Deutschland AG 100
Transfermarkt.de 51
zanox.de AG 52,5
zuio.tv – Zuio GmbH 100

Beteiligungen an Verlagen im Ausland (Auswahl)[Bearbeiten]

Gesellschaft Anteil (%) Hinweis
Axel Springer France S.A.S. 100 Frankreich
Axel Springer Polska Sp.z o.o. 100 Polen
Axel Springer Praha a.s. 100 Tschechische Republik
Axel Springer Schweiz AG 100 Schweiz
Axel Springer-Ungarn GmbH ~94 Ungarn
Doğan TV A.Ş. 19,9 Türkei
Handelszeitung Fachverlag AG 100 Schweiz, über Handelszeitung und Finanzrundschau AG
HOBBY PRESS S.A. 100 Spanien
Népújság GmbH 94 Ungarn
Petöfi Zeitungs- und Buchverlag GmbH 94 Ungarn
ZAO Axel Springer Russia 95 Russland, über AS Osteuropa GmbH

Am 23. März 2010 gaben die Axel Springer AG und das größte Schweizer Medienhaus Ringier AG die Absicht zur Gründung einer gemeinsamen Holding-Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich bekannt, an der beide Unternehmen zu je 50 Prozent beteiligt sind. Die Axel Springer AG leistet in das Joint Venture eine Bareinlage in Höhe von 50 Mio. Euro und zahlt zudem rund 125 Mio. Euro Ausgleich an Ringier. In dieser Holding, die in drei bis fünf Jahren an die Börse gehen soll, werden künftig die Osteuropa-Aktivitäten der beiden Konzerne gebündelt. Die Axel Springer AG bringt das Geschäft seiner Tochtergesellschaften in Polen, Tschechien und Ungarn ein, Ringier sein Geschäft in Serbien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn. Die beiden Unternehmen haben in Osteuropa zusammen bereits über 100 Printtitel (34 Zeitungen, 73 Zeitschriften) und über 70 Online-Angebote auf dem Markt (Stand März 2010). Mit dem Gemeinschaftsunternehmen entsteht somit auf einen Schlag eines der größten Medienunternehmen in Osteuropa, das auf das Gesamtgebiet gesehen deutlicher Marktführer bei Boulevardzeitungen und einer der größten Anbieter im Zeitschriftensegment ist. Es käme auf Basis der Geschäftszahlen von 2009 auf einen Umsatz von etwa 414 Mio. Euro (601 Mio. Schweizer Franken) und ein EBITDA von 62 Mio. Euro (89 Mio. SFr) und eine Zahl von rund 4.800 Mitarbeitern. CEO der Holding wird am 1. Februar 2010 Florian Fels, der erst zum Jahresanfang 2010 von seinem Posten als CEO und Vorsitzender der Geschäftsführung von Axel Springer Polska zu Ringier gewechselt war und in der Konzernleitung CEO des neuen Konzernbereichs Mitteleuropa wurde.[8][9] Vorsitzender des paritätisch besetzten Verwaltungsrats wird Ralph Büchi, Präsident von Axel Springer International.[10][11][12] 2002 war der Axel Springer AG ein Interesse am Kauf der Ringier AG nachgesagt worden.[13] Zum 1. Juli 2007 hatte Springer über die Schweizer Tochtergesellschaft Jean Frey AG die deutschsprachigen TV-Programmzeitschriften TELE, TV4 und TV2 von Ringier erworben.[14]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • 7 Grosso-Gesellschaften
  • Immobilien-Fonds-Beteiligungen
  • PIN AG (Postdienstleister, gemeinsam mit der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck) nicht mehr existent
  • PIN Group SA, nicht mehr existent
  • PPS Presse-Programm-Service GmbH
  • Runtastic
  • VVDG Verlags- und Industrieversicherungsdienste GmbH
  • Vertriebsgesellschaften

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Axel Springer Finanzen Verlag übernimmt wallstreet:online Gruppe. In: finanzen.net. 7. März 2007, abgerufen am 8. Juli 2015.
  2. Smarthouse Media entwickelt und betreibt Webseiten und Webapplikationen für die größten Finanzinstitute weltweit. In: Website Smarthouse GmbH. Abgerufen am 8. Juli 2015.
  3. Axel Springer erwirbt Mehrheit an Visual Meta GmbH Axel Springer SE. In: Website Axel Springer SE. 16. Dezember 2011, abgerufen am 8. Juli 2015.
  4. Axel Springer Auto Verlag erhöht Anteil an autohaus24.de Axel Springer SE. In: Website Axel Springer SE. 20. Juni 2012, abgerufen am 8. Juli 2015.
  5. Axel Springer Digital Classifieds erwirbt meinestadt.de Axel Springer SE. In: Website Axel Springer SE. 21. August 2012, abgerufen am 8. Juli 2015.
  6. Germany’s Axel Springer Invests In US Online Magazine Ozy. In: wsj.com. 6. Oktober 2014, abgerufen am 8. Juli 2015 (englisch).
  7. Sparheld.de, Linguee, Elite Singles, tutoria, Doolao. In: deutsche-startups.de. 11. Dezember 2013, abgerufen am 8. Juli 2015.
  8. Ringier beruft Florian Fels in die Konzernleitung. In: Website Ringier Group Communications. 4. Januar 2010, abgerufen am 8. Juli 2015.
  9. Ringier-CEO Unger: «Ein Verkauf ist nicht geplant». In: kleinreport.ch. 4. Januar 2010, abgerufen am 8. Juli 2015.
  10. Medienmitteilung der Axel Springer AG, 23. März 2010
  11. Medienmitteilung der Axel Springer AG, 24. März 2010
  12. Medienmitteilung der Ringier AG, 23. März 2010
  13. Springer will offenbar Ringier kaufen, Spiegel Online, 19. September 2002
  14. Axel Springer kauft Schweizer Programmzeitschriften von Ringier, Medienmitteilung der Axel Springer AG, 21. Juni 2007