Betriebsstoff

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Betriebsstoffe sind im Rechnungswesen Material, das in der Bilanz zum Umlaufvermögen gehört und bei der Produktion nicht direkter Bestandteil der Produkte wird.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betriebsstoffe gehören wie die Rohstoffe und Hilfsstoffe zu den Werkstoffen.[1] Die Grenzen insbesondere zwischen Hilfs- und Betriebsstoffen sind fließend und nicht immer scharf voneinander zu ziehen. Güter, die in einem Unternehmen Betriebsstoffe sind, können in einem anderen Betrieb Hilfsstoffe sein. Das Kompositum „Betriebsstoffe“ erklärt den Zweck dieser Stoffe, nämlich den Betrieb von Maschinen zu ermöglichen. Entscheidend für ihre Zuordnung als Betriebsstoffe ist, dass es sich bei ihnen um Materialien handelt, die sowohl der Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft als auch der Produktion dienen und deshalb nur indirekt zum Bestandteil der Produkte werden.

Sie werden bei der Fertigung oder in anderen betrieblichen Bereichen verbraucht, werden jedoch nicht substanzieller Bestandteil des Produktes. Während Rohstoffe in ein Produkt eingehen (etwa Glas in einem Kraftfahrzeug), werden Betriebsstoffe für Produktionszwecke verbraucht (Produktionsenergie) oder dienen der Betriebsbereitschaft. Da sie den Verbrauchsgütern zuzuordnen sind, zählen sie zu den Repetierfaktoren.

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu unterscheiden sind Betriebsstoffe danach, ob sie der Betriebsbereitschaft oder der mittelbaren Produktion dienen.

Betriebsstoffe sind bis auf die Brennstoffe Bestandteil der Maschinen bzw. Anlagen.

Der Verbrauch der Betriebsstoffe kann eindeutig der Betriebsbereitschaft oder Produktion zugeordnet werden. Er führt deshalb sowohl zu Fixkosten (Energiekosten der Betriebsbereitschaft) als auch zu variablen Kosten (Produktionsenergie), meist werden die Kosten für Betriebsstoffe aus wirtschaftlichen Gründen insgesamt der Kostenart variable Gemeinkosten zugeordnet.

Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zum Bilanzstichtag nicht verbrauchten Betriebsstoffe werden nach § 266 bs. 2 B I Nr. 1 HGB aktiviert und bilden deshalb als Vorräte einen Teil des Umlaufvermögens. Dieses unterliegt nach § 253 Abs. 4 HGB dem strengen Niederstwertprinzip, bei dem die Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder der niedrigere Börsen- oder Marktpreis bei der Bewertung zugrunde zu legen sind. Eine Bewertung im Rahmen des Festwertverfahrens ist möglich, wenn gleichartige Betriebsstoffe zusammengefasst werden können.[2] Die Bewertung der Betriebsstoffe unterliegt ferner dem Verbrauchsfolgeverfahren, bei dem die zeitliche Abfolge zwischen Lagerung und Produktion fingiert wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sven Fischbach, Grundlagen der Kostenrechnung, 2013, S. 34
  2. Klaus Bertram, Haufe-HGB-Kommentar, 2009, S. 138