Betul (Distrikt)

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Distrikt Betul
(Hindi बैतूल ज़िला)
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Madhya Pradesh
Division: Narmadapuram
Verwaltungssitz: Betul
Fläche: 10043 km²
Einwohner: 1.575.362 (2011)
Bevölkerungsdichte: 157 Ew./km²

Der Distrikt Betul (Hindi बैतूल ज़िला) ist ein Distrikt des zentralindischen Bundesstaats Madhya Pradesh. Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum ist die ca. 115.000 Einwohner zählende Stadt Betul.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt Betul grenzt im Südwesten an den Distrikt Khandwa, im Nordwesten an den Distrikt Harda; im Norden wird der Distrikt begrenzt durch den Distrikt Hoshangabad; im Osten grenzt der Distrikt Chhindwara an und im Süden der zum Bundesstaat Maharashtra Distrikt Amravati.[1]

Der Distrikt Betul gliedert sich in acht Verwaltungsbezirke (Tehsils oder Subdivisions): Amla, Athner, Betul, Bhainsdehi, Chicholi, Ghoda Dongri, Multai und Shahpur mit insgesamt etwa 1350 Dörfern und – neben der Stadt Betul – nur fünf mittelgroßen bzw. kleineren Städten: Amla (ca. 32.000), Athner (ca. 15.000), Bhainsdehi (ca. 15.000), Multai (ca. 35.000) und Sarni (ca. 90.000).[2][3]

Der gesamte Distrikt liegt in Höhen von 600 bis 750 m im Satpuragebirge, das innerhalb der Distriktsgrenzen eine Maximalhöhe von ca. 850 m erreicht. Hier befindet sich die Quelle des Tapti, der in westliche Richtung fließt und nach ca. 720 km im Bundesstaat Gujarat in die Arabische See mündet.[4] Die durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmengen liegen bei ca. 950 mm/Jahr, wovon jedoch ca. 90 % auf die sommerlichen Monsunmonate entfallen.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infolge des anhaltenden Bevölkerungswachstums in weiten Teilen Nordindiens und durch Zuwanderung ist die Einwohnerzahl des Distrikts in den letzten Jahrzehnten enorm angestiegen:[6]

Jahr 1991 2001 2011
Einwohner 1.181.501 1.395.175 1.575.362

Hindus dominieren in den Dörfern auf dem Lande (etwa 98 %); etwa 10 bis 15 % der städtischen Bevölkerung sind Moslems. In der Dekade zwischen 2001 und 2011 wuchs die Bevölkerung um knapp 14 % auf etwa 1,58 Millionen an, wobei der männliche Bevölkerungsanteil den weiblichen deutlich übersteigt. Knapp 80 % der Bevölkerung lebt in den Dörfern auf dem Lande; mehr als ein Drittel der Menschen (zumeist Frauen) gelten als Analphabeten. Man spricht Hindi und verschiedene Bhil-Dialekte.[7][8]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tempel am Fluss Tapti bei Multai
Balaji-Tempel bei Betul (2001)

Der Distrikt Betul gehört laut einer Statistik zu den 250 rückständigsten von den insgesamt 640 Distrikten Indiens. Er ist in sehr hohem Maße landwirtschaftlich geprägt, wobei auch Wanderarbeiter bis in die heutige Zeit eine nicht unwichtige Rolle spielen. Lediglich in den wenigen Städten gibt es einige größere Geschäfte und Handwerksbetriebe sowie Banken, Hospitäler und weiterführende Schulen. Die meisten Dörfer sind über Buslinien an das regionale Verkehrsnetz angeschlossen; eine überregionale Bahnstrecke führt durch Betul.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von den großen Ereignissen der Geschichte Indiens kaum berührte Region gehörte im Mittelalter zu den Königreichen der Gonds und kam im 15. Jahrhundert unter die Herrschaft des Sultanats Malwa mit der Hauptstadt Mandu. Im Jahr 1531 wurde die Region vom Sultanat Gujarat erobert, doch bereits 30 Jahre später fiel sie an das Mogulreich; im Jahr 1740 kam sie an das Marathen-Reich und wurde von der Holkar-Dynastie beherrscht. Seit dem Jahr 1818 stand das Gebiet unter britischer Kontrolle. Nach der Unabhängigkeit Indiens (1947) bzw. nach der Gebietsreform des Jahres 1956 kam das Gebiet zum damals neu geschaffenen Bundesstaat Madhya Pradesh.[9]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region um Betul gehörte zu den zahlreichen Stammesregionen Indiens, in denen sich der Hinduismus erst sehr spät etablieren konnte; mittelalterliche Steintempel und Skulpturen sind infolge dessen nicht vorhanden. Lediglich nahe der Tapti-Quelle bei der Stadt Multai gibt es einen größeren Tempelbezirk mit Bauten aus dem 17./18. Jahrhundert. Ein Komplex von 52 neuzeitlichen Jain-Tempeln befindet sich im waldreichen äußersten Südwesten des Distrikts (Digamber Muktagiri Jain Temples).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Betul district – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Distrikt Betul – Karte etc.
  2. Distrikt Betul – Städte
  3. Distrikt Betul – Dörfer
  4. Distrikt Betul – Karte mit Höhenangaben
  5. Multai/Betul – Klimatabellen
  6. Distrikt Betul – Einwohnerzahl 1991–2011
  7. Distrikt Betul – Bevölkerung
  8. Distrikt Betul – Bevölkerung
  9. Distrikt Betul – Geschichte