Beuel-Ost

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Beuel-Ost
Bundesstadt Bonn
Koordinaten: 50° 44′ 31″ N, 7° 8′ 7″ O
Einwohner: 2210 (31. Dez. 2014)[1]
Eingemeindung: 1. August 1969
Postleitzahlen: 53227, 53229
Vorwahl: 0228
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Lage des Ortsteils Beuel-Ost im Stadtbezirk Beuel
St. Paulus Beuel

Beuel-Ost ist der mittlere Teil des Bonner Stadtbezirks Beuel.

Es ist ein typischer Wohnstadtteil mit Eigenheimen und Mehrfamilienhäusern, der sich in seinen Ausläufern der Siegburger Straße in Höhe in den 1960er Jahren erstellten Hochhausbauten in den letzten 25 Jahren zunehmend zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt hat. Vor allem Aussiedler aus den ehemaligen Sowjetrepubliken besiedeln den Straßenabschnitt, sowie zunehmend Menschen mit Migrationshintergrund aus der Türkei und Rumänien. Der südöstliche Bereich des Stadtteils wird durch ein Gewerbegebiet dominiert. Im Schwarzen Weg südlich der Maarstraße, die das Gewerbegebiet von Ost nach West in zwei Hälften teilt, liegt in einem Wohngebiet eine Moschee. An der Königswinterer Straße war das für Bonn-Beuel zuständige Polizeirevier ansässig, im Herbst 2006 zog es in das neue Polizeipräsidium in Ramersdorf an der Anschlussstelle zur A 562. Zu Beginn der Maarstraße liegt die einzige rechtsrheinische Wache der Berufsfeuerwehr Bonn, die Feuerwache 2.

In Höhe der St.-Paulus-Kirche am Anfang der Königswinterer Straße stellt sich traditionell am Karnevalssonntag während der rheinischen Straßenkarnevalsession der „LiKüRa“-Zug auf, der über die Königswinterer Straße hier im südlichen Stadtteil weiter durch die Beueler Ortschaften Limperich, Küdinghoven und Ramersdorf verläuft, wo er sich dann auflöst. Die Siegburger Straße führt zur B 56, einer unfallträchtigen Verbindungsstraße der Kreisstadt Siegburg mit Bonn, Hangelar und St. Augustin. Die Gesamtschule Bonn-Beuel hat sich zwischen Beuel-Ost und Pützchen angesiedelt. Sie hat sich seit den 1990er Jahren durch die Integration unterschiedlicher Nationalitäten und Behinderter zu einer regional renommierten Schulform entwickelt. Neben der Gesamtschule Beuel-Ost befindet sich ein integratives Rehabilitationszentrum, das Schwerstbehinderte betreut.

Die Schauspielhalle Beuel erfreut sich eines steten Besucherkerns. Sie ist ebenfalls Anlaufstelle für Laienschauspiel-Interessierte und befindet sich im Anfangsabschnitt der Siegburger Straße gegenüber der Pauluskirche. Das Gebäude wurde aus Teilen der ehemaligen Jutespinnerei errichtet. Der traditionsreiche Eisladen Pino, der sich Ecke Maarstraße und Siegburger Straße befand, existiert nicht mehr. Die Maarstraße gehörte zu Teilen zu einem ehemaligen Beueler Arbeiterwohnviertel. Die Nougatfirma Kessko überzieht Beuel-Ost mit einem süßlichen Schokoladenduft, der je nach Windrichtung bis nach Beuel-Mitte weht. Die Firma ist ein wichtiger Arbeitgeber für Menschen mit Beeinträchtigungen. Durch das Gewerbegebiet in Beuel-Ost verlaufen die Schienen des ehemaligen Bröltalbähnchens und führen im Süden zum ehemaligen kleinen Transport- und Umschlagbahnhof am Rheinufer von Beuel-Mitte, der seit Jahrzehnten zum beliebten Gastronomiebetrieb umfunktioniert wurde, in das traditionsreiche „Bahnhöfchen“. Im nördlichen Teil Beuel-Osts verlaufen Teile der Schienen weit hinaus hinter Hennef. Die Infrastruktur in Beuel-Ost ist gut ausgebaut.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Bonn aus ist Beuel-Ost entweder über die Kennedybrücke und Beuel-Mitte oder über die A 565 Richtung Autobahndreieck Bonn-Beuel, dann über die A 59 Ausfahrt Pützchen zu erreichen.

Die Buslinien 529, 538, 603, (des VRS) durchqueren Bonn-Beuel im nordwestlichen Teil, die Linien 537, 608, 609 im südöstlichen Teil. Fast alle Busse passieren die zentrale Haltestelle Schauspielhalle Beuel.

Geschichte der Beueler Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beuel gehörte im 19. Jahrhundert zu den bedeutendsten Industriestandorten im Rheinland. Die starken Veränderungen seit den 1970er Jahren haben dazu geführt, dass Traditionsfirmen ihren Betrieb einstellen mussten. Heute zeugen in weiten Teilen nur noch die historischen Fabrikgebäude, wie z.B. der ehemaligen Rheinischen Tapetenfabrik von dieser Epoche. Das Herz der Beueler Industrie liegt in Beuel-Ost, zwischen der Königswinterer Straße, Marquartstraße, Auguststraße, Siegburger Straße und der Maarstraße.

Die Beueler Jutespinnerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Jutespinnerei Beuel und Halle Beuel

Zu den größten Industrieunternehmen in Beuel-Ost gehörte die „Vereinigte Jutespinnerei und Weberei AG“. Sie beschäftigte zeitweise über 1000 Mitarbeiter. Das Beueler Werk wurde 1868 von dem Unternehmer Alfred Hieronymus gegründet. Kurze Zeit nach Gründung ging das Werk in den Besitz der Firma „Rheinische Jutespinnerei Solf, Daverport & Co“ über. Als erste Fabrik in Deutschland verarbeitete sie die angelieferte Jute von der Rohfaser bis zum fertigen Gewebe. In der Fabrik wurde aus den Jutefasern ein grober Stoff hergestellt. Dieser wurde zur Herstellung von Säcken und als Trägermaterial für Linoleumböden verwendet. Infolge der Wirtschaftskrise (1873) sanken die Produktionszahlen, bis die Rheinische Jutespinnerei schließlich Mitte der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts Konkurs anmelden musste. Im Jahr 1887 kam es zu einer Neugründung unter dem Namen „Westdeutsche Jutespinnerei und Weberei“. Auch in dieser Zeit gab es Krisen durch starke Preisschwankungen. Trotzdem entwickelte sich das Werk sehr gut. Im Ersten Weltkrieg musste die Produktion aufgrund des Ausbleibens der Rohstoffe eingestellt werden. 1924 konnte die Jutespinnerei als Teil der Firma „Vereinigte Jutespinnereien und Webereien AG, Hamburg“ ihren Betrieb wieder eröffnen.

Im Zweiten Weltkrieg produzierte das Werk fast ausschließlich für militärische Zwecke. Den Betrieb hielten Zwangsarbeiter aufrecht, die hauptsächlich aus Polen und der Sowjetunion rekrutiert wurden. Bei einem Luftangriff am 4. Februar 1944 wurde das Werk bis auf die Umfassungsmauern zerstört.

1945 wurde die Produktion in provisorischen Hallen wieder aufgenommen. Allerdings wurden keine Juteerzeugnisse mehr hergestellt, sondern Bodenbeläge. Nach 1966 wechselte das Werk an die Firma Dynamit Nobel. 1981 erwarb die Stadt Bonn das Grundstück. Die ehemaligen Produktionshallen dienen heute dem Schauspiel der Stadt Bonn als Probebühne und Spielstätte. Zudem sind hier die Theaterwerkstätten der Stadt untergebracht.

Die imposanten Backsteingebäude mit ihren geschmückten Ziergiebeln und zum Teil hohen Rundbogenfenstern stammen im Wesentlichen aus zwei Bauphasen. Das Zentrum der Anlage bildet der große Spinn- und Webraum aus dem Jahre 1868, der 1898 nach Osten hin um etwa das Doppelte vergrößert wurde. Zu den ursprünglichen Gebäuden gehören weiterhin das Kesselhaus mit dem 46 Meter hochaufragenden Kamin, das Maschinenhaus sowie ein kleineres Werkstattgebäude. Auf der gegenüberliegenden Seite der Siegburger Straße befindet sich die ehemalige Direktorenvilla.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Beuel-Ost – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistik – Bevölkerung in Bonn – Stichtag: 31.12.2014, Bundesstadt Bonn, Statistikstelle, April 2015