Beutellohe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Beutellohe
Gemeinde Weihenzell
Koordinaten: 49° 22′ 28″ N, 10° 38′ 29″ O
Höhe: 430 m ü. NHN
Einwohner: 61 (1. Jan. 2017)[1]
Postleitzahl: 91629
Vorwahl: 09824

Beutellohe (umgangssprachlich: Baidllṓ[2]) ist ein Ortsteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dorf entspringt ein rechter Zufluss des Thierbachs, der ein rechter Zufluss des Mettlachbachs ist, der wiederum ein linker Zufluss des Haselbachs ist. Ca. 0,5 km östlich liegt das Waldgebiet Heegstall. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Thierbach (0,4 km nordwestlich) bzw. zu einer anderen Gemeindeverbindungsstraße (2 km südlich) zwischen Weihenzell (0,6 km westlich) und Petersdorf (1,3 km östlich).[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals namentlich erwähnt wurde der Ort 1281 als „Bůteloch“. Das Grundwort des Ortsnamens „-lō(c)h“ (mhd.) bedeutet Hain, das Bestimmungswort „biute“ (ahd.) bezeichnet einen Bienenstock. Der Ortsname verweist also auf eine Lage in der Nähe eines Bienenwäldchens. Nach der Ortslage und dem Ortsnamen ist Beutellohe eine Rodungssiedlung des hohen oder späten Mittelalters.[2]

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Beutellohe 8 Mannschaften verzeichnet: 4 Anwesen unterstanden dem Hofkastenamt Ansbach, 1 Anwesen dem Stiftsamt Ansbach, 1 Anwesen einem Herren von Mohr und 2 Anwesen dem Geheimen Rat Förster. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Beutellohe mit Thierbach eine Gemeinde. In Beutellohe gab es weiterhin 8 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 2 Halbhof, 1 Gut, 1 Wirtschafts- und Schmiedgut; Stiftsamt Ansbach: 1 Gut) und Ansbacher Eigenherren (von Förster: 1 Gut, 1 Halbgut; von Mohr: 1 Gütlein).[5] Es gab zu dieser Zeit 9 Untertansfamilien, von denen 6 ansbachisch waren.[6][7] Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Beutellohe dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Weihenzell zugeordnet. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Weihenzell an.[8] Ein Gesuch um Bildung einer eigenen Gemeinde zusammen mit Zellrüglingen wurde am 27. August 1833 abgelehnt.[9]

Baudenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haus Nr. 14: eingeschossiges Wohnstallhaus, Halbwalm, Fachwerkgiebel, 1755

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Weihenzell#Beutellohe

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 001999 002011 002017
Einwohner 74 71 92* 81 65 71 80 89 68 65 63 56 59 61
Häuser[10] 12 12 14 15 15 13 14 14
Quelle [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [1]
* inklusive Thierbach

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist seit der Reformation protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession werden von St. Mauritius (Warzfelden) versorgt, das eine Filiale von St. Martin (Kleinhaslach) ist. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Christ König (Ansbach) gepfarrt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b www.weihenzell.de
  2. a b E. Fechter, S. 49f.
  3. Beutellohe im BayernAtlas
  4. Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 127, 219. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 679.
  5. M. Jehle, Bd. 2, S. 838 f.
  6. Johann Bernhard Fischer: Beutellohe. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, S. 16 (Digitalisat).
  7. J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 372.
  8. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 961.
  9. Konrad Rosenhauer u. a. (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach. Vergangenheit und Gegenwart. Verlag für Behörden und Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf 1964, DNB 450093387, S. 11.
  10. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude.
  11. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 9 (Digitalisat).
  12. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 46 (Digitalisat).
  13. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 986, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  14. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1152, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1092 (Digitalisat).
  16. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1157 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1194 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1032 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 759 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 172 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 332 (Digitalisat).
  22. Günther Roesner: Weihenzell, S. 152.