Beutersitz

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51.577513.36305555555684Koordinaten: 51° 34′ 39″ N, 13° 21′ 47″ O

Beutersitz
Höhe: 84 m
Fläche: 7,76 km²
Einwohner: 277
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner je km²
Eingemeindung: 27. September 1998
Eingemeindet nach: Wahrenbrück
Postleitzahl: 04924
Vorwahl: 035341

Beutersitz war bis 1998 eine eigenständige Gemeinde. Seit dem 27. September 1998 ist es ein Ortsteil der Stadt Uebigau-Wahrenbrück.[1] Von 1952 bis 1993 gehörte Beutersitz zum Kreis Bad Liebenwerda.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Beutersitz liegt nördlich der Stadt Wahrenbrück an der Fernverkehrsstraße B 101. Westlich des Ortes fließt die Schwarze Elster.

Beutersitz hat die Ortsteile: Beutersitz (Ort), Beutersitz (Bahnhof) und Beutersitz (Neumühl).

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten]

Beutersitz
Beutersitz um 1900

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

1300/1311 wird der Ort als Bitirscheit bezeichnet. Der Name bedeutet "bei der Grenze gelegen". Er hatte Mahlfreiheit in den Mühlen zu Wahrenbrück. Beutersitz war Ileburgischer Besitz und wurde 1384 mit der Herrschaft Wahrenbrück an die Herren v. Köckeritz verpfändet. 1423 war das Dorf im Besitz der Familie Freiberg, die den Ort von Rodolf v. Sachsen erworben hatte. Später kaufte es Hans von Gleichen und nach ihm besaß es Baltasar von Harras. 1485 kam es an die Familie Mönch auf Martinskirchen. Im Jahre 1504 stand noch eine Kapelle auf einer zum Dorf gehörenden Wiese an der Elster.

1591 kaufte Sigmund von Brandenstein das Dorf, das zuvor im sächsischen Amt Liebenwerda lag und eine Kirchenfiliale von Wahrenbrück war. Wohl im 16. Jahrhundert fiel Beutersitz wieder an das Amt Liebenwerda zurück, mit dem es 1815 an das Königreich Preußen gelangte.

1835 zählte das Dorf 21 Wohnhäuser mit 128 Einwohnern. An Vieh wurden 30 Pferde, 171 Stück Rindvieh, 257 Schafe und 52 Schweine gezählt.[2]

Mit Beginn der Industrialisierung fanden viele Einwohner Arbeit in den umliegenden Kohlegruben. Mit der Errichtung des Beutersitzer Bahnhofs 1871 an des nördlichen Grenze des Ortes zu Langennaundorf an der Bahnstrecke Halle–CottbusGuben, konnten zahlreiche Erzeugnisse der Kohlegruben befördert werden.[3][4][5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die größten Einwohnerzahlen für Beutersitz wurden in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts mit mehr als 350 registriert.

  • 1589: 18 "besessene Mann", eigener Dingstuhl und freies Erbrichtergut
  • 1672: 3 wüste Güter mit 18 "besessenen" Männern und 13 Hufen.
  • 1816: 97 Einwohner
  • 1910: 269 Einwohner
  • 1929: 270 Einwohner
  • 1933: 272 Einwohner
  • 1939: 306 Einwohner
  • 1992: 339 Einwohner
  • 1993: 334 Einwohner
  • 1994: 345 Einwohner
  • 1995: 320 Einwohner
  • 1996: 328 Einwohner
  • 2007: 331 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Ortsbürgermeister von Beutersitz ist Ronny Laake.

Fußnoten und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  • Größe der Gemarkungsfläche (Stand: 1995) aus  Autorenkollektiv des MUG Brandenburg e.V.: Heimatbuch Landkreis Elbe-Elster. Herzberg 1996, S. 120.
  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  2.  „Übersicht der Bevölkerung und des Viehstandes im Jahre 1835“ in „Die Schwarze Elster-Unsere Heimat in Wort und Bild“. Nr. 596, Bad Liebenwerda 1985, S. 8 bis 10.
  3. Die Ortsnamen des Kreises Bad Liebenwerda Emilia Crome, Akademie-Verlag Berlin, 1968
  4. Geschichte des Kreises LiebenwerdaGeschichten der Territorien und Kreise der Provinz Sachsen, Band 1: Geschichte des Kreises Liebenwerda, Heinrich Nebelsieck
  5. Heimatkunde für den Kreis Liebenwerda O. Bornschein, O.F. Gandert 1929 Verlag C. Ziehlke

Gewerbe und Wirtschaft[Bearbeiten]

In Beutersitz sind folgende Firmen und Gastronomen ansässig:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Beutersitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien