Beutolomäus

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Beutolomäus (Beutolomäus Sack, aus Beutel und Bartholomäus; Spitzname: Beuto) ist eine fiktive Weihnachtsfigur, die im Kinderfernsehkanal KiKA im Vorweihnachtsprogramm auftritt. Die Serie Beutolomäus sucht den Weihnachtsmann wurde 2006 mit dem Robert-Geisendörfer-Preis der Evangelischen Kirche ausgezeichnet.[1] Laut Aussage des KiKA stellen die Geschichten mit Beutolomäus die erfolgreichsten eigenproduzierten Serien im Kinderkanal dar. [2] Die Geschichten werden von der Studio.TV.Film produziert.

Über die Figur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beutolomäus Sack ist ein Jutesack mit einem Gesicht und einer großen Knollennase. Auf seinem Sack-„körper“ hat er einen X-Flicken, der wie das X im ehemaligen KiKA-Logo aussieht. Er ist der „einzig wahre Sack des Weihnachtsmannes“. Als im Mittelalter die Bevölkerungszahl stieg und dadurch der Weihnachtsmann (gespielt von Achim Wolff) immer mehr Geschenke an die Kinder ausliefern musste, brauchte dieser neue Säcke, in die alle Geschenke passten. Der Schneidermeister Johann (Wilfried Hochholdinger) schuf ihm einen Sack, der so außergewöhnlich war, dass eine Trödlerin (Carola Regnier) ihm für seine Arbeit zwei magische Knopfaugen schenkte. Durch diese Augen wurde Beutolomäus lebendig. Das durfte aber Johanns Frau Auguste (Theresa Hübchen) nicht erfahren, die ihm aufgetragen hatte, 10 einfache Jutesäcke für den Weihnachtsmann zu nähen. Beutolomäus ist ein meist herzensguter, wenn auch sehr skeptischer Charakter. Er zeigt Mut, z. B. als er einen Räuber in die Flucht schlägt, der den Barden Wilhelm Wohlklang ausrauben wollte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwickelt wurde die Figur Beutolomäus 1997 für das Kinderprogramm im KiKA. Seit der Gründung des Kinderkanals tritt Beutolomäus dort im vorweihnachtlichen Programm auf. Die Figur wurde als weihnachtliche Identifikationsfigur für den Sender und als Gegengewicht zu amerikanischen Santa-Claus-Filmen entwickelt. Der Kinderkanal wollte eine Figur schaffen, die auf dem europäischen Weihnachtsmann-Mythos basiert, daher werden amerikanische Elemente wie Rudolph das Rentier, helfende Elfen oder ein Wohnsitz am Nordpol aus der Serie herausgehalten. Ursprünglich reiste der Weihnachtsmann auch nicht mit dem Rentierschlitten, sondern mit einem geheimen Rohrsystem. Zuerst sollte die Figur den Namen Bartholomäus tragen. Die Idee wurde jedoch verworfen und ein neuer Name entwickelt, um für Kinder die Identifikation mit Beutolomäus einfacher zu gestalten. Im Jahr 2011 wurden einige Serien auch im Ersten Programm gekürzt in Spielfilmlänge ausgestrahlt. Zudem fand hier die Premiere des Spielfilms Beutolomäus und die Wunderflöte statt.

Gespielt wird Beutolomäus Sack seit 2005 von dem Puppenspieler und Sprecher Alexis Krüger, davor von Siegfried Böhmke, Martin Paas und Thomas Rohloff. Der Puppenspieler sitzt verkabelt auf einem Gummiball und lässt den Sack hüpfen. Die Bewegungen kann er dabei über einen Monitor verfolgen, den er sich ans Bein bindet.

Die Puppe wird seit 2004 durch Hagen Tilp umgesetzt und betreut.

Serien/Spielfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es entstanden mehrere Serien und Spielfilme mit Beutolomäus in der Hauptrolle:

  • KI.KA-Adventskalender (24 Folgen; Erstausstrahlung: 2000, aufgrund der Umstrukturierung im Jahr 2005 nicht mehr im Programm)

Beutolomäus, der einzig wahre Geschenkesack des Weihnachtsmanns, hüpft und stolpert auch in diesem Jahr wieder von einem Abenteuer in das andere. Tatkräftige Unterstützung erhält er beim Öffnen der Adventskalender-Türchen von beliebten ARD- und ZDF-Figuren wie Rabe Rudi und Tabaluga sowie den prominenten Politikern Johannes Rau und Gerhard Schröder. Zu seinen Fans gehören aber seit kurzem auch die Popgrößen Elton John und die Backstreet Boys.

  • Beutolomäus und der Weihnachtsmann (24 Folgen; Erstausstrahlung: 2001, aufgrund der Umstrukturierung im Jahr 2005 nicht mehr im Programm)

In der Wohngemeinschaft der KiKA-Moderatoren Singa Gätgens, Karsten Blumenthal und Juri Tetzlaff zieht Beutolomäus ein. Er erlebt zusammen mit dem Weihnachtsmann und seinen Freunden aus der Wohngemeinschaft viele turbulente Abenteuer.

Der Weihnachtsmann (Achim Wolff) wird vom Weihnachtshasser Pit Piestig (Martin Glade) entführt. Dieser hatte sich als Kind jedes Jahr einen weißen Hund gewünscht, doch weil er eine Hundehaarallergie hat, bekam er vom Weihnachtsmann nur Stoffhunde und ähnliche Ersatzgeschenke. Nach mehreren Anläufen gelingt es Beutolomäus, den Weihnachtsmann zu befreien und Pit wieder mit Weihnachten zu versöhnen. Unterstützt wird Beutolomäus bei seiner Suche von Kalle (Daniela Preuß).

  • Beutolomäus kommt zum Weihnachtsmann (13 Folgen; Erstausstrahlung: 2006; gekürzte Spielfilmlänge: 60 Minuten)

Da der Weihnachtsmann wegen der immer zahlreicher auf der Welt lebenden Kinder Transportprobleme hat, entwickelt der Schneider Johann einen neuen Geschenksack, in den alle Geschenke auf einmal hineinpassen. Dieser Sack wird dann Beutolomäus genannt.

In Johanns Dorf steht die Welt Kopf: Die verwöhnte und stets gelangweilte Prinzessin Eleonore (Josefine Preuß) verlangt nach Amüsement. Deshalb verfügt sie über ihren Minister (Klaus Schindler), dass Weihnachten im Sommer gefeiert werden soll und alle eine Weihnachtssteuer zu entrichten haben.

  • Beutolomäus und der doppelte Weihnachtsmann (11 Folgen; Erstausstrahlung: 2007; gekürzte Spielfilmlänge: 60 Minuten)

Gerlach der Kräutergreis will als Doppelgänger des Weihnachtsmannes den Kindern ihre Geschenke zeigen – aber nicht geben! Der Grund: Gerlach, der noch nie glücklich war, benötigt die Tränen aller Kinder, um endlich seine Glückssuppe vollenden zu können.

  • Beutolomäus' Adventskalender (24 Teile als Lückenfüller; Erstausstrahlung: 2007)

Die Zuschauer begleiten Beutolomäus und den Weihnachtsmann mit Winter- und Weihnachtsliedern, ihren Lieblingsgedichten und weihnachtlichen Kurzgeschichten.

  • Beutolomäus und die vergessene Weihnacht (24 Folgen; Erstausstrahlung: 2009)

Der skrupellose Verkaufsmanager Richie Raff (Simon Licht) setzt den Weihnachtsmann mit einem „Tee des Vergessens“ außer Kontrolle. Die Kinder sollen ihre Geschenke künftig nicht mehr vom Weihnachtsmann, sondern von seinem Konzern GameToy bekommen. Doch Beutolomäus entdeckt zusammen mit der Kräuterfrau Koranda (Andreja Schneider) und Kalle, dass es ein Gegenmittel gibt.

  • Beutolomäus und die Wunderflöte (Länge: 60 Minuten; Erstausstrahlung: 2011)

Die achtjährige Pina läuft wegen eines Streits mit ihrem Vater (Steffen Münster) von zu Hause weg. Sie lernt die Schaustellerin Miranda (Jasmin Tabatabai) kennen, die sie überredet, mit ihr durch die Lande zu ziehen. Zum Glück erkennt Beutolomäus rechtzeitig, dass Miranda verbrecherische Absichten verfolgt und kann Pina retten.

  • Beutolomäus und der falsche Verdacht (Länge: 60 Minuten; Erstausstrahlung: 2012)

Shows mit Beutolomäus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beutolomäus’ Adventsklatsch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Beutolomäus’ Adventsklatsch, der jeweils an den Adventssonntagen und am Heiligen Abend um 15:00 Uhr ausgestrahlt wird, erwartet Beutolomäus prominente Musikgäste im Erfurter Studio, um dann zusammen mit den KiKA-Moderatoren Andree Pfitzner, Angela Furtkamp, Singa Gätgens, Juri Tetzlaff und Karsten Blumenthal ein richtig schönes Adventskränzchen abzuhalten. (Ausgestrahlt in den Jahren 2001 und 2002)

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Flicken in den einzelnen Serienstaffeln sind unterschiedlich angeordnet.
  • Zu Beginn der 4. Folge von Beutolomäus kommt zum Weihnachtsmann wird Beutolomäus vom Weihnachtsmann mit seinem Namen, der allerdings erst am Ende der Folge bestimmt wird, angesprochen.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert-Geisendörfer-Preis
  2. Kika-Adventsprogramm

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]