Bevagna

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Bevagna
Wappen
Bevagna (Italien)
Bevagna
Staat: Italien
Region: Umbrien
Provinz: Perugia (PG)
Koordinaten: 42° 56′ N, 12° 37′ OKoordinaten: 42° 56′ 0″ N, 12° 37′ 0″ O
Höhe: 210 m s.l.m.
Fläche: 56 km²
Einwohner: 5.161 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einw./km²
Stadtviertel Capro, Gaglioli, Cantalupo, Castelbuono, Torre del colle
Angrenzende Gemeinden Cannara, Foligno, Gualdo Cattaneo, Montefalco, Spello
Postleitzahl: 06031
Vorwahl: 0742
ISTAT-Nummer: 054004
Volksbezeichnung: Bevanati
Schutzpatron: San Vincenzo (6. Juni)
Website: Gemeinde Bevagna
Panorama von Bevagna
Panorama von Bevagna

Bevagna (lateinisch: Mevania) ist eine seit der Antike bestehende Stadt in Umbrien.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevagna liegt in der umbrischen Provinz Perugia, in der Valle Umbra am Fluss Topino. Es liegt 150 km nördlich von Rom, 37 km südöstlich von Perugia und 10 km westlich von Foligno. Der Ort erhebt sich 225 m s.l.m.. Der Clitunno fließt ebenfalls durch das Gebiet der Gemeinde. Bevagna hat im Ortskern, das heißt innerhalb der historischen Stadtmauer gut 1000 Einwohner, zusammen mit den eingemeindeten umliegenden Weilern (frazioni) sind es 5161 Einwohner (Stand 31. Dezember 2013).

Die Ortsteilen sind Cantalupo, Capro, Castelbuono, Gaglioli und Torre del Colle.

Die Nachbargemeinden sind Cannara, Foligno, Gualdo Cattaneo, Montefalco und Spello.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Besiedlungsspuren finden sich im Gebiet Bevagnas aus der Eisenzeit, in der Antike war die Gegend von den Umbrern besiedelt. Im Jahr 310 v. Chr. brach der Konsul Quintus Fabius Maximus Rullianus hier deren Macht. Der Ort hatte (wohl seit 89 v. Chr.) den Rang eines Municipiums. Seine Weiden in Flussnähe und seine weißen Ochsen werden von Properz erwähnt, dessen Familie aus Asisium (heute Assisi) stammte, und nach ihm von Silius Italicus, Lucan und Statius.

Die Stadt wird danach erst wieder im 1. Jahrhundert erwähnt: im Vierkaiserjahr 69 erwartete hier Kaiser Vitellius den Vormarsch der Truppen Vespasians, der allerdings nicht gestoppt werden konnte.[2] Durch seine wichtige Lage an der Via Flaminia erlangte der Ort eine gewisse Blüte, bis im 3. Jahrhundert die Trasse der Flaminia über Terni und Spoleto verlegt wurde. In dieser Zeit drang auch das Christentum in die Stadt, vermutlich durch ihren ersten Bischof und heutigen Stadtpatron, den Heiligen Vinzenz von Bevagna.

Bevagna wurde im frühen Mittelalter Teil des Herzogtums Spoleto und 774 dem Kirchenstaat einverleibt. Nach der Jahrtausendwende erlangte Bevagna kommunale Autonomie unter der Regierung von Konsuln und kam unter die Herrschaft verschiedener Signorie, auch der Nachbarstadt Perugia. In der Stadt wirkte im späten 13. Jahrhundert der Dominikaner (und Selige) Giacomo Bianconi, ein Schüler des Albertus Magnus, heute der zweite Stadtpatron Bevagnas. Bevagna wurde 1439 wieder Teil des Kirchenstaats, wo es bis zur Einigung Italiens verblieb.

Eine wichtige Rolle in der Geschichte der Stadt spielt die Entsumpfung der Valle Umbra, ein Prozess, der im 15. Jahrhundert beginnt, in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erste Erfolge zeitigt und im Verlauf des 19. Jahrhunderts durch Entwässerungssysteme der Region ihre heutige Gestalt verleiht.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reste des röm. Tempels

In der Stadt gibt es Reste eines römischen Tempels sowie eines römischen Theaters, das heute von mittelalterlichen Häusern überbaut ist. Die heute verschwundenen Wälle aus römischer Zeit waren - Plinius (Hist. Nat. xxxv. 173) folgend – aus ungebrannten Ziegeln errichtet. Weiters wird in der Stadt das Mosaik mit Meeresgetier aus einer römischen Thermenanlage gezeigt.

Das Bild der von mittelalterlichen Mauern umgebenen Altstadt ist recht einheitlich romanisch geprägt. Die Piazza F. Silvestri gilt nicht nur als eine der schönsten Plätze in Umbrien sondern ist auch berühmt für ihre originelle asymmetrische städtebauliche Lösung.

  • Der Palazzo dei Consoli, in dem sich das Teatro F. Torti aus dem Jahr 1886 befindet, ist einer der wenigen erhaltenen Kommunalpaläste aus dem 13. Jahrhundert.
San Michele
  • San Michele aus dem späten 12. Jahrhundert wurde  1741 barockisiert, jedoch in den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts teilweise rekonstruiert. Besonders sehenswert sind die zweigeschossige Apsis und das mittlere Portal an der Front. Dessen Seitenwände bestehen aus römischen Spolien, die mit Motiven des Mittelalters (Bischofsstab, Flecht- und Rankenwerk) verziert wurden. Auf den beiden Kämpfern ist der Erzengel Michael dargestellt, links als Drachentöter. Die lateinische Inschrift darunter bezeugt „Rodolfus“ und „Binellus“ als Baumeister, die auch die gegenüber stehende,
San Silvestro
  • kleinere Kirche San Silvestro „im Jahre des Herrn 1195“ errichtet haben. Die Fassade ist im oberen Teil unvollständig erhalten. In die Kirche führt nur ein dreibogiges Portal, dessen innerer Bogen mit Reliefs verziert ist. Darüber sitzt ein Drillingsfenster inmitten zweier tiefer gelegter Biforien. Dies entspricht der Staffelung des dreischiffigen Inneren: Das Mittelschiff ist tonnengewölbt, die Seitenschiffe sind mit einer Halbtonne versehen. Wie in San Michele ist das Presbyterium erhöht, darunter befindet sich die kreuzgratgewölbte Krypta. Beide Räume schließen nach außen mit der Apsis ab.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Properz (ca. 48 v. Chr.–15 v. Chr.), ein Vertreter der römischen Liebeselegie

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bevagna – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Tacitus, Historien 3,55,3 und 3,59,1.
  3. I borghi più belli d’Italia zu Bevagna, abgerufen am 29. Juli 2015 (italienisch)