Beyerberg

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Beyerberg
Gemeinde Ehingen
Koordinaten: 49° 6′ 44″ N, 10° 30′ 16″ O
Höhe: 515 (497–525) m
Einwohner: 400 (1987)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91725
Vorwahl: 09835
Beyerberg (Bayern)
Beyerberg

Lage von Beyerberg in Bayern

Beyerberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Ehingen im Landkreis Ansbach in Mittelfranken (Bayern).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich des Pfarrdorfs verläuft der Löchergraben, der mit weiteren Bächen zu einem linken Zufluss der Wörnitz zusammenfließt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1188 wird ein predium in Burberch in einem Vertrag zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und König Alfons VIII. von Kastilien, in dem die Ehe zwischen Friedrichs Sohn Konrad und Alfons Tochter Berengaria vereinbart wurde, erwähnt. Dieses Landgut, das in Beyerberg vermutet wird,[1] gehörte mit weiteren 29 staufischen Gütern zur Morgengabe der Braut. Allerdings wurde diese Ehe niemals in die Praxis umgesetzt.

1448/55 kaufte das Kloster Heilsbronn mehrere Güter von Otthansen, von Wilhelm, Ulrich und Peter Feyrer, alle zu Beyerberg gesessen. Im Jahr 1483 kaufte das Kloster dort einen Hof von Erhard von Schlierberg und Hainz Heußner von Matzmannsdorf, 1512 einen weiteren Hof von Stephan Walther, 1516 einen Hof von Georg Hammer und 1517 zwei Güter von Michael Hammer. Die schrecklichen Bevölkerungsverluste durch den Dreißigjährigen Krieg halfen zahlreiche Exulantenfamilien aus Österreich auszugleichen, die als Glaubensvertriebene hier eine neue Heimat fanden.[2]

1799 gab es in dem Ort 59 Haushalte, von denen 50 dem Ansbachischen Kameralamt Wassertrüdingen und 9 dem Hochstift Eichstätt untertan waren.

Mit dem Gemeindeedikt wurde Beyerberg zur politisch eigenständige Gemeinde, zu der die Orte Brunn, Ehrenschwinden, Friedrichsthal, Hüttlingen und Kaltenkreuth gehörten. Im Zuge der Gebietsreform (1. Juli 1972) wurde diese nach Ehingen eingemeindet.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1910: 649 Einwohner[4]
  • 1933: 595 Einwohner
  • 1939: 588 Einwohner[5]
  • 1987: 400 Einwohner (nur B.)[6]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehinger Straße 2: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche, ehemals St. Walburga und Nikolaus, unverputzte spätromanische Chorturmanlage mit angefügtem Langhaus von 1849/52, 14. Jahrhundert, Turmoktogon mit Zeltdach 1781/83; mit Ausstattung; Friedhofsmauer aus Werkstein.
  • Ehinger Straße 3: Ehemalige Brauerei, zweigeschossiges verputztes Satteldachhaus zu sechs Achsen, giebelständig, 1. Hälfte 18. Jahrhundert
  • Ehinger Straße 8: Ehemaliges Forsthaus, zweigeschossiges Walmdachgebäude mit spätbarocker Putzgliederung, 1. Viertel 19. Jahrhundert
  • Grüber Straße 2: Wohnstallhaus, ehemals erdgeschossiger verputzter Walmdachbau, 18. Jahrhundert, Aufstockung 1892; Scheune, Massivbau mit tief heruntergezogenem Satteldach, gleichzeitig.[7]

Kindergarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort hat einen Kindergarten mit einer Gruppe für bis zu 25 Kinder, dessen Träger die evangelisch-lutherische Kirche ist.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße 2248 verbindet Beyerberg mit Burk und Ehingen. Die Kreisstraßen AN 50 und AN 51 verlaufen nach Ammelbruch und Kaltenkreuth bzw. nach Grüb. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Schlierberg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Geographisches statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 1. Stettinische Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, Sp. 324.
  • Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. C. H. Beck, Nördlingen 1879, DNB 940177943, S. 500.
  • Gottfried Stieber: Beyerberg. In: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach. Johann Jacob Enderes, Schwabach 1761, S. 252 (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Wanner: Der staufisch-kastilische Ehepakt des Jahres 1188. Erkenntnisse aus Anlass einiger "kleiner" Stadtteils- und Gemeindejubiläen 2013. In: Christhard Schrenk/Peter Wanner (Hrsg.): heilbronnica 6. Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte. Heilbronn 2016, S. 453-460, hier: S. 458-459. PDF 366 KB.
  2. Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Wassertrüdingen (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 28). GFF, Nürnberg 2014, ISBN 978-3-929865-61-5.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 448.
  4. http://www.ulischubert.de/geografie/gem1900/gem1900.htm?mittelfranken/dinkelsbuehl.htm
  5. http://geschichte-on-demand.de/bay_dinkelsbuehl.html
  6. http://gov.genealogy.net/ShowObjectSimple.do?id=BEYERG_W8821
  7. Baudenkmäler in Ehingen (PDF; 138 kB)