Bezdružice

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Bezdružice
Wappen von Bezdružice
Bezdružice (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Plzeňský kraj
Bezirk: Tachov
Fläche: 3198,78[1] ha
Geographische Lage: 49° 54′ N, 12° 58′ OKoordinaten: 49° 54′ 26″ N, 12° 58′ 21″ O
Höhe: 576 m n.m.
Einwohner: 938 (1. Jan. 2018)[2]
Postleitzahl: 349 53
Kfz-Kennzeichen: P
Verkehr
Bahnanschluss: Pňovany–Bezdružice
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 9
Verwaltung
Bürgermeister: Jan Soulek (Stand: 2007)
Adresse: Českloslovenské lidové armády 196
349 53 Bezdružice
Gemeindenummer: 560740
Website: www.bezdruzice.cz

Bezdružice (deutsch Weseritz) ist eine Stadt mit 938 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2018) im Okres Tachov in Tschechien.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortspanorama mit dem Neumarkter Bach im Vordergrund

Die Kleinstadt liegt in Westböhmen, drei Kilometer nördlich von Konstantinovy Lázně (Konstantinsbad). Gegen Osten liegt das Tal des Úterský potok (Neumarkter Bach). Südlich befinden sich der Kurort Konstantinsbad und die ausgedehnte Burgruine Schwannberg (auch Schwamberg), nordöstlich liegt die Stadt Úterý (Neumarkt).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenzug mit Schloss Weseritz im Hintergrund
Kirche zu Mariä Himmelfahrt

Die erste Erwähnung von Weseritz stammt aus dem Jahre 1227. Die Kleinstadt lag im Siedlungsgebiet der Choden und war im Besitz der Adelsfamilien von Kolowrat, Schwanberg und Lewnberg. In Weseritz wirkte der böhmische Gelehrte und Humanist Christoph Harant Freiherr von Polschitz und Weseritz.

1901 erhielt die Stadt durch die Lokalbahn Neuhof–Weseritz einen Eisenbahnanschluss.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Weseritz 1919 Teil der neu geschaffenen Tschechoslowakei. Aufgrund des Münchner Abkommens kam die Stadt 1938 zum Deutschen Reich und gehörte bis 1945 zum Landkreis Tepl, Regierungsbezirk Eger, im Reichsgau Sudetenland.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Großteil der deutschsprachigen Einwohner durch die Beneš-Dekrete enteignet und vertrieben. Infolge des enormen Bevölkerungsverlustes verlor Bezdružice das Stadtrecht.

Seit Oktober 2006 ist Bezdružice wieder eine Stadt.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1785 0 k. A. 72 Häuser[3]
1830 0898 in 116 Häusern[4]
1832 0900 in 120 Häusern[5]
1837 0940 in 121 Häusern, darunter 23 Israelitenfamilien[6]
1900 1025 deutsche Einwohner[7]
1921 1025 davon 992 deutsche Einwohner[8]
1938 1640 in 225 Häusern, darunter etwa 160 Tschechen
Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs
Jahr 2006 20171 20181
Einwohner 981 902 938
1 am 1. Januar

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Bezdružice besteht aus den Ortsteilen Bezdružice (Weseritz), Dolní Polžice (Polschitz), Horní Polžice (Harlosee), Kamýk (Kamiegl), Kohoutov (Kahudowa), Křivce (Krips), Pačín (Patzin), Řešín (Rössin) und Zhořec (Hurz)[9]. Grundsiedlungseinheiten sind Bezdružice, Dolní Polžice, Horní Polžice, Kohoutov, Křivce, Pačín, Řešín und Zhořec[10].

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Bezdružice, Kohoutov u Bezdružic, Křivce, Polžice u Bezdružic, Řešín und Zhořec u Bezdružic[11].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ingild Janda-Busl, Franz Busl: Die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Weseritz / Bezdružice (= Otnant-Gesellschaft für Geschichte und Kultur in der Euregio Egrensis. Quellen und Erörterungen. Bd. 5). Verlag der Buchhandlung Eckhard Bodner, Pressath 2006, ISBN 3-937117-38-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bezdružice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/560740/Bezdruzice
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2018 (PDF; 421 KiB)
  3. Jaroslaus Schaller: Topographie des Königreichs Böhmen. Band 9: Pilsner Kreis, Prag und Wien 1788, S. 139–140, Ziffer 1).
  4. Jahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur. Band 2, Prag 1831, S. 205, Ziffer 8) oben.
  5. Carl E. Rainold: Taschen-Reise-Lexikon für Böhmen. Prag 1833, S. 618, rechte Spalte.
  6. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 6: Pilsner Kreis. Prag 1838, S. 282–283, Ziffer 1).
  7. Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 20, Leipzig und Wien 1909, S. 551.
  8. Genealogie-Netz Sudetenland
  9. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/560740/Obec-Bezdruzice
  10. http://www.uir.cz/zsj-obec/560740/Obec-Bezdruzice
  11. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/560740/Obec-Bezdruzice