Bezirk Bergedorf

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Hamburger Bezirk Bergedorf; zum gleichnamigen Stadtteil siehe Hamburg-Bergedorf.
Bergedorf
Bezirk von Hamburg
Bezirk Harburg Bezirk Altona Bezirk Eimsbüttel Bezirk Hamburg-Nord Bezirk Wandsbek Bezirk Bergedorf Bezirk Hamburg-Mitte Niedersachsen Schleswig-Holstein Neuwerk (zu Bezirk Hamburg-Mitte)Lage des Bezirks in Hamburg
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Koordinaten 53° 29′ 0″ N, 10° 12′ 0″ OKoordinaten: 53° 29′ 0″ N, 10° 12′ 0″ O
Höhe 10 m ü. NHN
Fläche 154,8 km²
Einwohner 126.395 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte 817 Einwohner/km²
Postleitzahlen 21029, 21031, 21033, 21035, 21037, 21039, 22113, 22115
Vorwahl 040
Adresse der
Verwaltung
Bezirksamt Bergedorf
Wentorfer Straße 38
21029 Hamburg
Website www.hamburg.de/bergedorf
Politik
Bezirksamtsleiter Arne Dornquast (SPD)
Sitzverteilung (Bezirksversammlung)
SPD CDU Grüne Linke AfD
19 14 6 4 2
Verkehrsanbindung
Autobahn A1 A25
Bundesstraße B5 B207
Regionalverkehr RE 1
S-Bahn Hamburg S2Hamburg S2.svg S21Hamburg S21.svg
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Memento vom 31. Januar 2012 im Internet Archive)
Bezirk Hamburg-Mitte Niedersachsen Schleswig-Holstein Hamburg Altengamme Curslack Neuengamme Kirchwerder Ochsenwerder Spadenland Tatenberg Moorfleet Allermöhe Neuallermöhe Reitbrook Billwerder Lohbrügge BergedorfGliederung des Bezirks Bergedorf
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Der Bezirk Bergedorf (niederdeutsch Bardörp) ist der südöstliche der sieben Bezirke in Hamburg.[1] Im Vergleich zu den anderen Bezirken zählt er die wenigsten Einwohner auf größter Fläche und verfügt über die umfangreichsten Grün- und Ackerflächen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seitdem das Gesetz über die Bezirksverwaltung in der Freien und Hansestadt Hamburg vom 21. September 1949 am 11. Mai 1951 in Kraft trat, ist der Bezirk Bergedorf einer von insgesamt sieben Bezirken in der Einheitsgemeinde Hamburg.

Neben der ehemaligen Stadt, dem heutigen Stadtteil Bergedorf, wurde der Bezirk gebildet aus den Gebieten der seit 1395 zu Hamburg gehörenden Marschlande, der seit 1868 zu Hamburg gehörenden Vierlande, dem seit 1768 hamburgischen Reitbrook und dem bis 1938 preußischen Dorf Lohbrügge.

Geschichte der Eisenbahn im Gebiet des Bezirks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Eröffnung der ersten Bahnlinie Norddeutschlands, der Hamburg-Bergedorfer Eisenbahn, im Jahre 1842 wurde 1846 als erste überregionale Strecke die Berlin-Hamburger Eisenbahn eingerichtet. Die am Anfang des 20. Jahrhunderts gegründeten Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn (1906) und Vierländer Eisenbahn nach Zollenspieker (1912) mussten 1953 wieder eingestellt werden. Stattdessen wurde 1959 (1958) die S-Bahn-Strecke (Gleichstrom-Betrieb) zwischen Bergedorf und (Berliner Tor) Hamburg-Hauptbahnhof und 1969 die Strecke von Bergedorf bis nach Aumühle eröffnet. 1996 schließlich wurde die Strecke Hamburg–Bergedorf–Berlin elektrifiziert. Seit 1975 führt die Arbeitsgemeinschaft Geesthachter Eisenbahn e. V. an mehreren Betriebstagen im Jahr einen Museumsbahn-Betrieb auf der Strecke der Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn durch.

Wahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirksversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirksamtsleiter Bergedorfs ist seit Juli 2011 Arne Dornquast (SPD)[2], der im Juni 2017 im Amt bestätigt wurde.[3]

Wahlbeteiligung: 37,8 %
 %
40
30
20
10
0
39,3
28,5
12,3
9,2
4,5
2,2
2,0
1,3
0,7
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-8,6
+0,1
+2,8
+2,7
+4,5
-1,4
-0,7
+1,3
-0,7
Sitzverteilung in der
Bezirksversammlung Bergedorf 2014
     
Von 45 Sitzen entfallen auf:

Nach der Wahl der Bezirksversammlung im Mai 2014 wurde Werner Omniczynski zum Vorsitzenden der Bezirksversammlung gewählt.[4]

Bürgerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem 2009 geänderten Wahlrecht für die Hamburgische Bürgerschaft und die Bezirksversammlung Bergedorf ist der Bezirk zum Wahlkreis Bergedorf zusammengefasst.

Die Wahlbeteiligung bei der Bürgerschaftswahl 2015 war landesweit 56,5 %, im Bezirk Bergedorf lag sie bei 52,7 %. Die fünf Mandate in der Bürgerschaft werden von folgenden Personen bekleidet:[5]

Bundestag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wahl zum Deutschen Bundestag gehört der Bezirk seit 2002 zum Bundestagswahlkreis Hamburg-Bergedorf – Harburg, zuvor zum Bundestagswahlkreis Bergedorf, für den von 1969 bis 1983 Helmut Schmidt im Bundestag saß. Von 2002 bis 2013 wurde das Mandat von Hans-Ulrich Klose wahrgenommen. Bei der Bundestagswahl 2013 löste Metin Hakverdi (SPD) diesen als Kandidaten der Sozialdemokraten ab und erhielt 40,4 % der Erststimmen.[7] Hakverdi verteidigte das Direktmandat bei der Bundestagswahl 2017 mit 34,8 % der Erststimmen.[8]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk war bis zur Auflösung der Ortsamtsbereiche am 1. März 2008 in das Kerngebiet (mit Bergedorf und Lohbrügge) und in den Ortsamtsbereich Vier- und Marschlande (mit Allermöhe, Altengamme, Billwerder, Curslack, Kirchwerder, Moorfleet, Neuengamme, Ochsenwerder, Reitbrook, Spadenland und Tatenberg) unterteilt. Seit dem 1. Januar 2011 gehört der neue Stadtteil Neuallermöhe zum Bezirk.

Zeitpunkt der Zugehörigkeit zu Hamburg: Die Marschlande sind bereits 1395 von Hamburg aufgekauft worden. Reitbrook stieß erst 1768 hinzu. Die beiderstädtische Verwaltung für Bergedorf und in der Folge für die Vierlande endete 1868; seitdem gehören diese Gebiete ausschließlich zu Hamburg. Lohbrügge trat erst 1938 im Rahmen des Groß-Hamburg-Gesetzes dem Hamburgischen Staatsgebiet bei.
Stadtteil Fläche in km² Einwohner
(2009)[9][10]
Karte
Allermöhe 8,7 km² 15.388 Lage von Hamburg-Allermöhe
Altengamme 15,6 km² 2.192 Lage von Hamburg-Altengamme
Bergedorf 11,3 km² 40.638 Lage von Hamburg-Bergedorf
Billwerder 9,5 km² 1.318 Lage von Hamburg-Billwerder
Curslack 10,6 km² 3.742 Lage von Hamburg-Curslack
Kirchwerder 32,4 km² 9.023 Lage von Hamburg-Kirchwerder
Lohbrügge 13,0 km² 38.657 Lage von Hamburg-Lohbrügge
Moorfleet 4,3 km² 1.129 Lage von Hamburg-Moorfleet
Neuallermöhe 4,2 km² 23.539 Lage von Hamburg-Neuallermöhe
Neuengamme 18,6 km² 3.462 Lage von Hamburg-Neuengamme
Ochsenwerder 14,1 km² 2.303 Lage von Hamburg-Ochsenwerder
Reitbrook 6,9 km² 480 Lage von Hamburg-Reitbrook
Spadenland 3,4 km² 494 Lage von Hamburg-Spadenland
Tatenberg 3,1 km² 512 Lage von Hamburg-Tatenberg

Krankenhäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk Bergedorf hatte bis 2000 drei Krankenhäuser:

  1. Bethesda Krankenhaus Bergedorf, gebaut 1898 in Hamburg-Hamm, wurde im Zweiten Weltkrieg durch die Bombardierungen zerstört.[11] 1953 errichtete die Bethesda-Stiftung am Glindersweg in Bergedorf ein neues Krankenhaus Im November 1954 besuchte Haile Selassie Bonn und Hamburg. Empfangen wurde er von Kurt Sieveking und Adolph Schönfelder.[12] Als er ein modernes Krankenhaus sehen wollte, zeigte man ihm das Bethesda. In der Folge entstand ein baugleiches Krankenhaus in Addis Abeba.[13] Für Bergedorf war der Besuch des Negus das größte Ereignis seiner Geschichte.
  2. Das Allgemeine Krankenhaus Bergedorf entstand 1912 als „Staatskrankenhaus“ am Gojenbergsweg. Es wurde 1938 in „Allgemeines Krankenhaus Bergedorf“ umbenannt und zwischen 1952 und 1954 erheblich erweitert.[14] Auf Druck der Hamburger Gesundheitsbehörde fusionierte es 2000 mit dem Bethesda zum „Bethesda-Allgemeines Krankenhaus Bergedorf“. Seit 2004 heißt es „Bethesda Krankenhaus Bergedorf“.[15]
  3. BG Klinikum Hamburg, gegründet 1959 in Boberg

Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Naturschutzgebiet Boberger Niederung[16]
  2. Naturschutzgebiet Die Reit[17]
  3. Naturschutzgebiet Kirchwerder Wiesen[18]
  4. Naturschutzgebiet Zollenspieker[19]
  5. Naturschutzgebiet Kiebitzbrack[20][21]
  6. Naturschutzgebiet Borghorster Elblandschaft[22]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lichtwark-Heft – Das Kultur-Magazin aus Bergedorf, Lohbrügge, den Vier- und Marschlanden. Verlag HB-Werbung, Hamburg-Bergedorf. ISSN 1862-3549.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bezirk Bergedorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bezirksverwaltungsgesetz (BezVG) vom 6. Juli 2006. Freie und Hansestadt Hamburg. Abgerufen am 9. Oktober 2014.
  2. Sophie Laufer: Arne Dornquast: Verwaltungsprofi und Lokalpatriot. Hamburger Abendblatt. 15. Juli 2011. Abgerufen am 26. September 2015.
  3. Eklat bei Wahl von Bergedorfs Bezirkschef. In: ndr.de. 2. Juni 2017, abgerufen am 14. Juni 2017.
  4. Sitzungsdienst Bergedorf, abgerufen am 26. September 2015
  5. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein:Analyse der Wahl zur Bürgerschaft in Hamburg am 15. Februar 2015 (PDF) abgerufen am 26. September 2015
  6. Peter Ulrich Meyer, Andreas Dey, Sascha Balasko: Auch die Grünen haben ein Problem mit den Frauen. Hamburger Abendblatt. 10. April 2015. Abgerufen am 11. April 2015.
  7. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein:Analyse der Bundestagswahl am 22. September 2013 in Hamburg Endgültige Ergebnisse (PDF) abgerufen am 26. September 2015
  8. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein 2017: Vorläufiges Ergebnis der Bundestagswahl 2017 in den Wahlkreisen im Vergleich zur Bundestagswahl 2013;Wahlkreis 23 Hamburg-Bergedorf-Harburg - Erststimmen. 24. September 2017, abgerufen am 26. September 2017 (PDF; 7,4 kB).
  9. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
  10. Statistik Nord
  11. An das Haus in Hamm erinnert die Bethesdastraße.
  12. Negus-Besuch. Hoheit lassen bitten. In: Der Spiegel. Nr. 47, 1954 (online).
  13. Ein Kaiser besucht Bergedorf (Bergedorfer Zeitung vom 21. August 2010)
  14. Das erste Krankenhaus (Bergedorf Blog)
  15. Bethesda Krankenhaus Bergedorf
  16. Naturschutzgebiet Boberger Niederung
  17. Naturschutzgebiet Die Reit
  18. Naturschutzgebiet Kirchwerder Wiesen
  19. Naturschutzgebiet Zollenspieker
  20. Naturschutzgebiet Kiebitzbrack
  21. Das Kiebitzbrack
  22. Naturschutzgebiet Borghorster Elblandschaft