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Bezirk Mödling

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Bezirk Mödling
Lage im Bundesland Niederösterreich
Lage des Bezirks Mödling im Bundesland Niederösterreich (anklickbare Karte)Bezirk AmstettenBezirk Baden (Niederösterreich)Bezirk Bruck an der LeithaBezirk GänserndorfBezirk GmündBezirk HollabrunnBezirk HornBezirk KorneuburgKrems an der DonauBezirk KremsBezirk LilienfeldBezirk MelkBezirk MistelbachBezirk MödlingBezirk NeunkirchenSt. PöltenBezirk St. PöltenBezirk ScheibbsBezirk TullnBezirk Waidhofen an der ThayaWaidhofen an der YbbsWiener NeustadtBezirk Wiener NeustadtBezirk Zwettl
Lage des Bezirks Mödling im Bundesland Niederösterreich (anklickbare Karte)
Basisdaten
Bundesland Niederösterreich
NUTS-III-Region AT-127
Verwaltungssitz Mödling
Fläche 276,99 km²
(1. Jänner 2024)
Einwohner 121.525 (1. Jänner 2025)
Bevölkerungsdichte 439 Einw./km²
Kfz-Kennzeichen MD
Bezirkskennzahl 317
Bezirkshauptmannschaft
Bezirkshauptmann Philipp Enzinger
Webseite www.noel.gv.at/Bezirke/
BH-Moedling
Karte
Lage der Gemeinde Bezirk Mödling im Bezirk Mödling (anklickbare Karte)AchauBiedermannsdorfBreitenfurt bei WienBrunn am GebirgeGaadenGießhüblGumpoldskirchenGuntramsdorfHennersdorfHinterbrühlKaltenleutgebenLaab im WaldeLaxenburgMaria EnzersdorfMödlingMünchendorfPerchtoldsdorfVösendorfWiener NeudorfWienerwaldNiederösterreich
Lage der Gemeinde Bezirk Mödling im Bezirk Mödling (anklickbare Karte)

Der Bezirk Mödling ist ein Verwaltungsbezirk des Landes Niederösterreich, in dessen Industrieviertel und Wiener Becken.

Die Spinnerin am Kreuz mit Aussicht gegen das Mödlinger Gebirge, 1831 (für eine ähnliche Perspektive mit Beschriftung von 1855 siehe dieses Bild).

Der Bezirk Mödling wurde 1896 aus den Gerichtsbezirken Mödling (zuvor Bezirk Baden) und Ebreichsdorf (zuvor Bezirk Wiener Neustadt) gebildet.[1] 1904 wurden die Gemeinden Kaltenleutgeben, Perchtoldsdorf, Siebenhirten, Rodaun und Vösendorf dem Bezirk Hietzing-Umgebung (heutiger Bezirk Liesing) angegliedert.[2] Eine Gebietsveränderung gab es 1932, als die Gemeinden Achau und Hennersdorf vom Bezirk Bruck an der Leitha an Mödling fielen.[3] 1938 wurde der Bezirk aufgelöst; der Gerichtsbezirk Mödling wurde nach Groß-Wien als 24. Wiener Gemeindebezirk eingemeindet, der Gerichtsbezirk Ebreichsdorf wurde zum Großteil dem Bezirk Baden zugeordnet, mit Ausnahme der Gemeinden Münchendorf (ebenfalls zum Wiener Gemeindebezirk Mödling), Gramatneusiedl, Moosbrunn, Velm (alle zum 23. Wiener Gemeindebezirk Schwechat) sowie Au am Leithaberge und Hof am Leithaberge (beide zum Bezirk Bruck an der Leitha).[4]

Der Bezirk Mödling blieb bis 1954 mit allen anderen 1938 in Wien integrierten Teilen auf Wunsch der Alliierten Kommission Teil von Groß-Wien, obwohl bereits 1946 der Nationalrat das Gebietsänderungsgesetz zur weitgehenden Rückstellung beschloss. Diese Rechtslage von 1946–1954 verunmöglichte in allen Teilen Groß-Wiens Bezirksvertretungswahlen, bzw. jegliche Kommunalwahlen.[5] In dieser Zeit fungierte ein provisorischer Mödlinger Gemeindeausschuss[6] und später Gemeinderat,[7] mit Stimmverhältnissen lokaler Landtagswahlergebnisse, als 24. Bezirksvertretung.[8] Der designierte Mödlinger Bürgermeister wurde 1946–1954 vom Wiener Bürgermeister zu einem Ortsvorsteher ernannt und mit kommunaler Funktion eines Bezirksvorsteher betraut.[9]

Als niederösterreichischer Bezirk wurde der Bezirk Mödling 1954 wiedererrichtet. Neben dem gleichnamigen Wiener Gemeindebezirk wurden ihm auch jene Gemeinden zugeordnet, die zuvor Teil des Bezirks Liesing waren.[10]

Liste der Bezirkshauptleute und Leiter des Magistratischen Bezirksamtes des 24. Bezirkes von Groß-Wien

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Bezirkshauptleute
  • 1897–1899: Alfred Freiherr Glanz von Eicha
  • 1899–1909: Otto Breyer
  • 1909–1918: Joseph Fuchs
  • 1918–1923: Max Hillinger
  • 1923–1924: Adolf Pilz
  • 1924–1938: Adalbert Pamperl
Leiter des Magistratischen Bezirksamtes des 24. Bezirkes von Groß-Wien
  • 1938: Ferdinand Christallon
  • 1938–1945: Adalbert Pamperl
  • 1945: Otto Petznek
  • 1945–1952: Erich Liemert
  • 1952–1954: Hugo Goldberger
Bezirksvorsteher des 24. Bezirkes von Groß-Wien
  • 1945–1946: Josef Harth (SPÖ)
  • 1946–1951: Ferdinand Buchberger (SPÖ)
  • 1951–1954: Josef Deutsch (SPÖ)
Bezirkshauptleute
  • 1954–1961: Josef Holzapfel
  • 1961–1980: Robert Böhm
  • 1981–2000: Heinz Eischer
  • 2000–2010: Hannes Nistl
  • seit 2010: Philipp Enzinger

Der Bezirk liegt auf 276,99 km² südlich angrenzend an Wien. Der Bezirk wird durch die Thermenlinie geteilt, wobei die östliche Hälfte im Wiener Becken, die westliche im Wienerwald liegt.

Er liegt im Industrieviertel und ist auch in der Raumplanung der Hauptregion Industrieviertel zugeordnet.

Weinbau und der Wienerwald mit dem Naturpark Föhrenberge bestimmt die Landschaft. Ein besonderes Kleinod ist das Naturschutzgebiet Eichkogel, ein Hügel mit Trockenrasen, das viele seltene Tier- und Pflanzenarten beheimatet.

Der Bezirk Mödling ist zwar flächenmäßig einer der kleinsten, aber wirtschaftlich einer der stärksten Österreichs. Er hat auch das höchste Steueraufkommen. Während die meisten Betriebe im flachen Osten liegen, sind die Waldgemeinden hauptsächlich Wohngemeinden, wo auch viele Zweitwohnsitze der Wiener Bevölkerung sind. Der bekannteste Betrieb ist die Shopping City Süd (SCS), eines der größten Einkaufszentren Europas.

Der Bezirk Mödling ist, mit dem Bezirk Korneuburg, einer von zwei Bezirken in Österreich, in dem vier verschiedene Autobahnen bzw. Schnellstraßen verlaufen, nämlich die Süd Autobahn A 2, die Wiener Außenring Autobahn A 21, sowie die Wiener Außenring Schnellstraße S 1 und die Südost Autobahn A 3. Weitere wichtige Straßenzüge sind die ehemaligen Bundesstraßen Wiener Neustädter Straße B 17 (tw. auch Triester Straße), sowie die Ödenburger Straße B 16.

Die Südbahn der ÖBB ist die wichtigste Nord-Süd-Verbindung. Außerdem gibt es noch die Pottendorfer Linie, die Aspangbahn sowie die Badner Bahn.

Bezirk St. Pölten Gemeindebezirke Favoriten und Liesing (Wien)
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Bezirk Bruck an der Leitha
Bezirk Baden

Angehörige Gemeinden

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Der Bezirk Mödling umfasst zwanzig Gemeinden, darunter eine Stadt und zwölf Marktgemeinden.

Gemeinden des Bezirks Mödling
Regionen in der Tabelle sind Kleinregionen in Niederösterreich
Gemeinde Lage Ew km² Ew / km² Gerichts­bezirk Region Typ

Foto
Achau


1.727 11,88 145 Mödling Mödling Gemeinde

Biedermannsdorf


3.137 8,95 350 Mödling Mödling Markt-
gemeinde

Breitenfurt bei Wien


5.998 27,00 222 Mödling Markt-
gemeinde

Brunn am Gebirge


12.310 7,26 1695 Mödling Mödling Markt-
gemeinde

Gaaden


1.595 24,78 64 Mödling Gemeinde

Gießhübl


2.433 3,90 625 Mödling Mödling Gemeinde

Gumpoldskirchen


4.022 8,11 496 Mödling Markt-
gemeinde

Guntramsdorf


9.450 14,86 636 Mödling Mödling Markt-
gemeinde

Hennersdorf


1.526 5,44 280 Mödling Mödling Gemeinde

Hinterbrühl


3.895 16,94 230 Mödling Markt-
gemeinde

Kaltenleutgeben


3.299 17,51 188 Mödling Markt-
gemeinde

Laab im Walde


1.093 7,15 153 Mödling Gemeinde

Laxenburg


3.091 10,61 291 Mödling Mödling Markt-
gemeinde

Maria Enzersdorf


8.802 5,27 1669 Mödling Mödling Markt-
gemeinde

Mödling


20.662 10,04 2058 Mödling Mödling Stadt-
gemeinde

Münchendorf


3.242 20,00 162 Mödling Gemeinde

Perchtoldsdorf


14.960 12,60 1188 Mödling Mödling Markt-
gemeinde

Vösendorf


7.706 10,48 736 Mödling Mödling Markt-
gemeinde

Wiener Neudorf


9.647 6,06 1593 Mödling Mödling Markt-
gemeinde

Wienerwald


2.930 48,17 61 Mödling Gemeinde

Gebietsänderungen

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1. Jänner 1972

Bevölkerungsentwicklung

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Mödling: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
  
28.916
1880
  
34.284
1890
  
44.257
1900
  
54.621
1910
  
64.696
1923
  
62.849
1934
  
67.756
1939
  
72.054
1951
  
68.247
1961
  
68.114
1971
  
80.484
1981
  
92.183
1991
  
100.456
2001
  
106.374
2011
  
114.086
2021
  
119.600
2025
  
121.525
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021
Einwohner pro Quadrat­kilometer[14]
1783/86 1846 1869 1991
60 82 104 363
Häuser / Gebäude pro Quadrat­kilometer[14]
1590 1783/86 1869 1991
5,6 8,1 12,6 98,2

Bezirksorganisationen

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Commons: Bezirk Mödling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Mödling – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. Reichsgesetzblatt für das Kaisertum Österreich, Jahrgang 1896, Nr. 202, S. 593, abgerufen am 10. November 2025
  2. Gebiets- und Namensänderungen der Stadtgemeinden Österreichs seit der Mitte des 19. Jahrhunderts = Forschungen der Städte und Märkte Österreichs II Hrsg. Wilhelm Rausch, Bearbeiter Hermann Rafetseder (Linz, 1989), S. 312ff.; siehe auch RGBl. Nr. 187/1901.
  3. Aus der Geschichte des Ortes Hennersdorf bei Wien im Heimatbuch des Bezirkes Mödling, 1958, S. 62, sowie LGBl Nr. 178/1931
  4. Verordnungsblatt für den Amtsbereich des Landeshauptmannes von Niederdonau, Jahrgang 1938, Nr. 37, S. 34, abgerufen am 19. November 2025
  5. Bezirksvertretungen im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
  6. Provisorischer Gemeindeausschuß Mödling. In: Österreichische Volksstimme. Organ/Zentralorgan der Kommunistischen Partei Österreichs, 12. Februar 1946, S. 5 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ovs
  7. Der Bürgermeister von Mödling 80 Jahre alt. In: Wiener Zeitung, 6. August 1946, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wrz
  8. Galbavy, Teresa: Der 24. Bezirk Mödling. In: Universität Wien (Hrsg.): Diplomarbeit. 2012, S. 115 f., doi:10.25365/thesis.23178 (univie.ac.at [abgerufen am 14. Februar 2020]).
  9. Galbavy, Teresa: Der 24. Bezirk Mödling. In: Universität Wien (Hrsg.): Diplomarbeit. 2012, S. 115 f., doi:10.25365/thesis.23178 (univie.ac.at [abgerufen am 14. Februar 2020]).
  10. Landesgesetzblatt für das Land Niederösterreich, Jahrgang 1954, Nr. 72 S. 82, abgerufen am 20. November 2025
  11. Book Viewer. In: Phaidra. Abgerufen am 25. Januar 2024.
  12. NÖ Landesbibliothek: Niederösterreichkarte von Georg M. Vischer. In: Land Niederösterreich. Abgerufen am 25. Januar 2024.
  13. Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3  MB; Inhalt PDF); abgerufen am 25. August 2020.
  14. a b Kurt Klein: Bevölkerungs- und Häuserzahlen für Politische Bezirke und größere Gemeinden Niederösterreichs vor 1859. In: Verein für Landeskunde von Niederösterreich (Hrsg.): Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich. Nr. 63/64 (zobodat.at [PDF; 2,6 MB]).

Koordinaten: 48° 5′ N, 16° 18′ O