Bezirk Reinickendorf

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Wappen von Reinickendorf
Wappen von Berlin
Reinickendorf
12. Bezirk von Berlin
Bezirk MitteBezirk Friedrichshain-KreuzbergBezirk PankowBezirk Charlottenburg-WilmersdorfBezirk SpandauBezirk Steglitz-ZehlendorfBezirk Tempelhof-SchönebergBezirk NeuköllnBezirk Treptow-KöpenickBezirk Marzahn-HellersdorfBezirk LichtenbergBezirk ReinickendorfBrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
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Koordinaten 52° 34′ 0″ N, 13° 21′ 0″ OKoordinaten: 52° 34′ 0″ N, 13° 21′ 0″ O.
Fläche 89,48 km²
Einwohner 265.225 (30. Jun. 2019)
Bevölkerungsdichte 2964 Einwohner/km²
Ausländeranteil 16,2[1] % (31. Dez. 2016)
Arbeitslosenquote 10,0[2] % (30. Okt. 2017)
Postleitzahl 13403, 13405, 13407, 13409, 13435, 13437, 13439, 13465, 13467, 13469, 13503, 13505, 13507, 13509
Vorwahl 030
Adresse der
Verwaltung
Eichborndamm 215–239
13437 Berlin
Website berlin.de/ba-reinickendorf
Durchschnittsalter 44,7 Jahre[1] (31. Dez. 2016)
Gliederung
Bezirksschlüssel 12
Gliederung des Bezirks

11 Ortsteile

Politik
Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU)
Stellvertretender Bezirksbürgermeister Uwe Brockhausen (SPD)
Sitzverteilung (Bezirksverordnetenversammlung)
CDU SPD AfD Grüne FDP Linke
21 13 8 6 4 3
Sitzverteilung in der BVV

Reinickendorf ist der zwölfte[3] Verwaltungsbezirk von Berlin und hatte am 31. Dezember 2018 insgesamt 265.225 Einwohner.

Der flächenmäßig fünftgrößte Bezirk von Berlin ist nach dem Ortsteil Reinickendorf benannt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk befindet sich im Nordwesten Berlins. Die Nachbarbezirke sind im Südwesten Spandau, im Süden Charlottenburg-Wilmersdorf, im Südosten Mitte und im Osten Pankow. Der gesamte Norden grenzt an den brandenburgischen Landkreis Oberhavel.

Siedlungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Charakter ist von Wäldern und Gewässern geprägt, seine südlichen Teile haben aber in der Bebauung viele Ähnlichkeiten mit dem angrenzenden Ortsteil Wedding des Bezirks Mitte. Darüber hinaus liegt in Reinickendorf die zwischen 1929 und 1931 erbaute Siedlung Weiße Stadt und das von 1963 bis 1974 als Großbausiedlung geschaffene Märkische Viertel, in dem über 30.000 Menschen wohnen. In den restlichen Ortsteilen herrscht Einzelhausbebauung vor, die in einigen Bereichen wie Hermsdorf und insbesondere Frohnau auch villenartigen Charakter annimmt.

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dicke Marie, eine Stieleiche im Tegeler Forst, gilt als ältester Baum in Berlin.[4] Ihr Alter wird auf mehr als 900 Jahre geschätzt.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk unterteilt sich in elf Ortsteile:

Einfamilienhaus in Frohnau
Großbausiedlung im Märkischen Viertel
Reiterhof in Lübars
Weiße Stadt in Reinickendorf, UNESCO-Welterbe
Ortsteil
und Ortslagen
Fläche
(km²)
Ein­wohner[5]
30. Juni 2019
Ein­wohner
pro km²
Lage
1201 Reinickendorf 10,5 83.447 7.947
BerlinHeiligenseeKonradshöheFrohnauTegelHermsdorfWaidmannslustLübarsMärkisches ViertelBorsigwaldeWittenauReinickendorfBrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
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1202 Tegel 33,7 36.787 1.092
BerlinHeiligenseeKonradshöheFrohnauTegelHermsdorfWaidmannslustLübarsMärkisches ViertelBorsigwaldeWittenauReinickendorfBrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
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1203 Konradshöhe 2,2 6.029 2.740
BerlinHeiligenseeKonradshöheFrohnauTegelHermsdorfWaidmannslustLübarsMärkisches ViertelBorsigwaldeWittenauReinickendorfBrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
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1204 Heiligensee 10,7 18.085 1.690
BerlinHeiligenseeKonradshöheFrohnauTegelHermsdorfWaidmannslustLübarsMärkisches ViertelBorsigwaldeWittenauReinickendorfBrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
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1205 Frohnau 7,8 16.757 2.148
BerlinHeiligenseeKonradshöheFrohnauTegelHermsdorfWaidmannslustLübarsMärkisches ViertelBorsigwaldeWittenauReinickendorfBrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
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1206 Hermsdorf 6,1 16.593 2.720
BerlinHeiligenseeKonradshöheFrohnauTegelHermsdorfWaidmannslustLübarsMärkisches ViertelBorsigwaldeWittenauReinickendorfBrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
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1207 Waidmannslust
  • Schwarzwald-Siedlung
2,3 10.958 4.764
BerlinHeiligenseeKonradshöheFrohnauTegelHermsdorfWaidmannslustLübarsMärkisches ViertelBorsigwaldeWittenauReinickendorfBrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
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1208 Lübars 5,0 5.174 1.035
BerlinHeiligenseeKonradshöheFrohnauTegelHermsdorfWaidmannslustLübarsMärkisches ViertelBorsigwaldeWittenauReinickendorfBrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
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1209 Wittenau 5,9 24.306 4.120
BerlinHeiligenseeKonradshöheFrohnauTegelHermsdorfWaidmannslustLübarsMärkisches ViertelBorsigwaldeWittenauReinickendorfBrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
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1210 Märkisches Viertel 3,2 40.258 12.581
BerlinHeiligenseeKonradshöheFrohnauTegelHermsdorfWaidmannslustLübarsMärkisches ViertelBorsigwaldeWittenauReinickendorfBrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
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1211 Borsigwalde 2,0 6.826 3.413
BerlinHeiligenseeKonradshöheFrohnauTegelHermsdorfWaidmannslustLübarsMärkisches ViertelBorsigwaldeWittenauReinickendorfBrandenburgOrtsteile des Bezirks Reinickendorf
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Teiche, Becken und Seen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Teiche 2–18 sind Gewässer in Frohnau und liegen im Bereich der dortigen Binnendüne, auf Grund der runden Form werden sie auch die „Blauen Augen von Frohnau“ genannt. Auch in den anderen Ortsteilen finden sich runde und nahezu runde Teiche, teilweise sind Pfuhle in den feuchten Grünflächen eingebettet. Die Becken sind oft Regenrückhaltebecken (RHB) und daher nur zeitweise mit Wasser gefüllt.

01. Hubertussee (Lage) Frohnau

02. Pilzteich (Lage)
03. Scheringteich (Lage)
04. Neubrückerteich (Lage)
05. Mehringteich (Lage)
06. Ludwig-Lesser-Teich (Lage)
07. Neurandteich (Lage)
08. Nibelungenteich (Lage)
09. Eichenpfuhl (Lage)
10. Stolzingteich (Lage)
11. Laurinteich (Lage)
12. Amselteich (Lage)
13. Edelteich (a+b) (Lage und Lage)
14. Dammteich (Lage)
15. Fürstenteich (Lage)
16. Artuspfuhl (Lage)
17. Welfenteich (Lage)
18. Teich im Rosenanger (Lage)
19. Lindengrabenteich (Lage) Heiligensee
20. Ceciliengraben mit Teich (Lage) Hermsdorf
21. Waldsee (Lage) Hermsdorf
22. Sylvesterteich (Lage) Hermsdorf
23. Dominicusteich (Lage) Hermsdorf
24. Golzteich (Lage) Hermsdorf
25. Hohenfeldteich (Lage) Hermsdorf
26. Großer Torfstich(Lage) Hermsdorf
27. Sprintwiesenteich (Lage) Lübars
28. Rathenowbecken (Lage) und daneben

Teich (Lage) Lübars
28a Mäusewinkelbecken (Lage)Lübars

29. Rosenthalbecken (Lage) Lübars
30. Ziegeleisee (Lage), Lübars
31. Lehmgrubenteich (Lage) Lübars
32. Ehemalige Tongruben (Lage und Lage), Hermsdorf
33. Hermsdorfer See (Lage), Hermsdorf
34. Erlengrabenteich (Lage), Heiligensee
35. Ziegeleibecken (Lage), Waidmannslust
36. Langer Deichpfuhl (Lage) Hermsdorf
37. Mittelfeldteich (Lage) Heiligensee
38. Wernickepfuhl (Lage) Hermsdorf
39. Brandpfuhl (Lage) Hermsdorf
40. Gartenteich (Lage) Hermsdorf
41. Wickengartenteich (Lage) Hermsdorf
42. Wolfsteich (Lage) Hermsdorf
43. Albtal-Park Waidmannslust:

Bräuningsbecken (Lage)
Vierrutenteich (Lage)

44. Buchholzendenbecken (Lage /Lage) Waidmannslust
45. Klötzbecken (Lage) Lübars
46. Nieder Neuendorfer See (Havel Lage), Heiligensee
47. Birkholzbecken (Lage) Lübars
48. Mittelfeldbecken (Lage) Märkisches Viertel
49. Seggeluchbecken (Lage) Märkisches Viertel
50. Herrnholzbecken (Lage) Wittenau und dazu

Becken (Packereigraben) (Lage) Waidmannslust
51. Stubbichtbecken (Lage) Waidmannslust

52. Mühlenfeldteich (Lage) Waidmannslust
xx. Becken am Treiberpfad[6] (Lage) Waidmannslust
xx. Teich (Treiberpfad) 3/5 (Lage) Waidmannslust
53. Bumpfuhl (Lage) Heiligensee
54. Heiligensee (Lage) Heiligensee
55. Mühlenteich (Lage) Tegel
56. Steinbergsee (Lage) Wittenau
57. Parkgrabenteich (Lage) Wittenau
58. Tegeler See (Lage) Tegel mit
59. Große (Lage) und kleine Malche (Lage)

Borsighafen (Lage) sowie
RHB Gaswerkhafen (Lage)

60. Achtrutenteich (Lage) Wittenau
61. Feldgrabenteich (Lage) Reinickendorf
62. Koldischteich (Lage) Wittenau
63. Flughafensee (Lage) Tegel mit

Vorbecken (Lage) und
Schwarzer-Graben-Kanalbecken (Lage)

64. Kiesteich am Flughafensee (Lage) Tegel
65. Kleiner Kiesteich am Flughafen (Lage) Tegel
66. Seidelbecken (Lage) Reinickendorf
67. RHB Lienemannbecken (Lage) Reinickendorf
68. Breitkopfbecken (Lage) Reinickendorf
69. Schwanenteich (Lage) Reinickendorf
70. Septimerbecken (Lage) Reinickendorf
71. Schäfersee (Lage) Reinickendorf

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1920–1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Groß-Berlin-Gesetz wurden 1920 die sechs Landgemeinden Reinickendorf, Wittenau, Tegel, Heiligensee, Hermsdorf bei Berlin und Lübars, der westliche Teil der Landgemeinde Rosenthal sowie die Gutsbezirke (bzw. Teile davon) Frohnau, Tegel-Schloss, Jungfernheide-Nord und Tegel-Forst-Nord zum Bezirk Reinickendorf zusammengeschlossen.

1945–1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk Reinickendorf gehörte nach 1945 in der „Vier-Mächte-Stadt“ Berlin zum französischen Sektor und damit zu West-Berlin. 1946 wurde erstmals wieder seit der „MachtergreifungHitlers im Jahr 1933 ein kommunales Parlament in Reinickendorf gewählt.

Seit 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jüngste Entwicklung ist die Ausgestaltung der (Werksarbeiter-)Siedlung Borsigwalde als eigener Ortsteil.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1925 105.467
1933 164.319
1939 200.531
1946 192.201
1950 205.930
1961 215.892
1970 238.736
1987 238.671
2000 245.644
2009 241.065
2016 260.253
2017 263.920
Einwohnerentwicklung von Bezirk Reinickendorf von 1925 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle
Bevölkerungspyramide des Bezirks Reinickendorf 2010

Per 31. Dezember 2018 zählte der Bezirk Reinickendorf 265.225 Einwohner und hat daher nach den Bezirken Spandau und Treptow-Köpenick die drittniedrigste Einwohnerzahl aller Berliner Bezirke. Bedingt durch den Anteil von Wasser- und Waldflächen (Tegeler See und -Forst) an der Gesamtfläche von 89,5 Quadratkilometern[7] in Verbindung mit der lockeren Bebauung vieler Ortsteile lag damit am Stichtag die durchschnittliche Bevölkerungsdichte bei 2.964 Einwohnern pro Quadratkilometer, was ebenfalls den drittniedrigsten Wert aller Berliner Bezirke darstellt.

Siehe hierzu auch: Liste der Bezirke und Ortsteile Berlins.

Am 31. Dezember 2016 lag der Ausländeranteil bei 16,2 %, während der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei 30,6 % lag.[1] Die Arbeitslosenquote bezifferte sich am 30. Juni 2013 auf 12,8 %.[2] Am 31. Dezember 2016 betrug das Durchschnittsalter der Bevölkerung 44,7 Jahre.[1]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 waren im Bezirk Reinickendorf 9168 Unternehmen registriert. Die Branche des verarbeitenden Gewerbes ist besonders stark vertreten. Zu den größten Arbeitgebern (Stand: 2016) im Bezirk gehören unter anderem

Handwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 waren von den 30.862 in Berlin ansässigen Handwerksbetrieben insgesamt 2.279 in Reinickendorf gemeldet.[8]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Individualverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Autobahn A 111 und die Bundesstraße 96 führen durch Reinickendorf.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die U-Bahn-Linien U6 und U8 sowie die S-Bahn-Linien S1, S25, S26 und S85 erschließen den Bezirk für den ÖPNV.

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen Tegel befindet sich im gleichnamigen Ortsteil.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirksverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung 2016[9]
Wahlbeteiligung: 62,8 %
 %
40
30
20
10
0
35,6
21,4
14,4
10,4
6,6
5,4
1,3
4,9
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011[9]
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-6,0
-6,1
+14,4
-2,2
+4,8
+2,6
-4,9
-2,5

Aus der ersten Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) ging die SPD als Wahlsieger mit der absoluten Mehrheit hervor. Ihren Höhepunkt erreichte sie bei der Wahl 1948 mit einem Wahlergebnis von 67,9 % der Stimmen – das höchste Wahlergebnis einer Partei in Reinickendorf seither. Die Mehrheit als stärkste Fraktion konnte sie sich durchgehend bis zur Wahl 1981 in der BVV erhalten.

Die Reinickendorfer CDU schaffte es dann 1981, sich die Mehrheit im Parlament zu sichern, 1985 und 1999 sogar die absolute Mehrheit.

Im Jahr 1989 gelang es dem Sozialdemokraten Detlef Dzembritzki für sechs Jahre Bürgermeister zu werden. Bei der Wahl 1995 scheiterte er jedoch an der Christdemokratin Marlies Wanjura, die als erste Frau zur Bezirksbürgermeisterin Reinickendorfs in dieses Amt gewählt wurde. Mit ihr erzielte die CDU 1999 auch ihr höchstes Ergebnis von 56,5 % der abgegebenen Stimmen. 2009 schied Wanjura mit der Wahl ihres Nachfolgers, dem bisherigen Bezirksstadtrat Frank Balzer, aus dem Amt aus.

Seit 2011 bilden CDU und Grüne eine Zählgemeinschaft in der BVV.

Bei den Bundestagswahlen 2013 erwies sich der Bezirk Berlin-Reinickendorf als der „durchschnittlichste Wahlkreis Deutschlands“. Die Ergebnisse von CDU, SPD, Linkspartei, Grünen, FDP und AfD wichen dort nur unwesentlich vom Bundesergebnis ab – im Schnitt um 0,8 Prozentpunkte und damit so gering wie in keinem anderen Wahlkreis.[10]

Bezirksamt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bezirksamt setzt sich aktuell aus folgenden Stadträten zusammen:[11]

Bezirksstadtrat Partei Ressort
Frank Balzer, Bezirksbürgermeister CDU Finanzen, Personal, Stadtentwicklung und Umwelt
Uwe Brockhausen, stellv. Bezirksbürgermeister SPD Wirtschaft, Gesundheit, Integration und Soziales
Katrin Schultze-Berndt CDU Bauen, Bildung und Kultur
Tobias Dollase parteilos,

für CDU

Jugend, Familie, Schule und Sport
Sebastian Maack AfD Bürgerdienste und Ordnungsangelegenheiten

Vertretung auf Landesebene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk Reinickendorf ist auf Landesebene im Rat der Bürgermeister und in der AG Ressourcensteuerung vertreten.[12][13]

Gerichtszuständigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das allgemeine Zivilrecht des Bezirks Reinickendorf ist das Amtsgericht Wedding zuständig.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coat of arms of borough Reinickendorf.svg

Das heutige Wappen des Bezirks Reinickendorf wurde vom Senat von Berlin am 28. November 1955 verliehen.

Wappenbeschreibung: In schwarzem Schild ein goldener Schrägbalken, belegt mit einem laufenden roten Fuchs und begleitet von sechs (3 : 3) goldenen Ähren. Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit einem kleinen Berliner Wappenschild belegt ist.[14]

Wappenbegründung: Das Motiv des „Reineke Fuchs“ als redendes Wappen, wurde aus dem Wappen Reinickendorfs übernommen. Die goldenen Ähren symbolisieren zum einen die landwirtschaftliche Prägung der ehemaligen selbstständigen Gemeinden des Bezirkes. Zum Anderen symbolisieren sie in ihrer Anzahl die sechs eingemeindeten Gemeinden: Heiligensee, Hermsdorf, Lübars, Reinickendorf, Tegel, Wittenau.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften

Rathaus Reinickendorf

International
FrankreichFrankreich Antony, Frankreich seit 1966
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Royal Borough of Greenwich, England seit 1966
IsraelIsrael Kiryat Ata, Israel seit 1976

National

Freundschaftliche Kontakte

Über die Städtepartnerschaften hinaus pflegt Reinickendorf freundschaftliche Kontakte mit Breslau, Burkina Faso, Dénia, Katalonien, Kiew, Meseritz, Minsk, Orkney, Sankt Petersburg, Zielenzig, Templewo, Washington, D.C., Wolgograd, Woltschja Gora, Lichtenfels (Bayern), dem Landkreis Oberhavel (Brandenburg), dem Landkreis Schmalkalden-Meiningen (Thüringen) und Zeltingen-Rachtig (Rheinland-Pfalz).

Polizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Direktion 1 der Berliner Polizei ist für die Bezirke Reinickendorf und Pankow zuständig. Am Flughafen Tegel übernimmt die Bundespolizei Aufgaben des Grenzschutzes und der Luftsicherheit.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl)

Hochschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Bibliotheken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk verfügt im Bibliothekssystem Stadtbibliothek Reinickendorf über fünf öffentliche Bibliotheken:

  • Humboldt-Bibliothek
  • Bibliothek im Märkischen Viertel
  • Bibliothek am Schäfersee
  • Stadtteilbibliothek Reinickendorf-West
  • Stadtteilbibliothek Frohnau

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handball-Turnier bei den Füchsen Berlin Reinickendorf

Im Bezirk bieten an die 200 Sportvereine eine vielseitige Bandbreite an sportlichen Aktivitäten[15]. Im Bereich des Spitzensports ist eine Reihe von Vereinen im Bezirk ansässig:

Auf dem Gebiet des Breitensports sind die Reitsport- und Wassersportvereine bezirkstypisch. Im nördlich gelegenen Ortsteil Lübars befindet sich eine Vielzahl von Reiterhöfen. Reiten als Freizeitaktivität, Springreiten und Dressurreiten haben hier eine lange Tradition. Auch Turnierveranstaltungen im Reitsport werden in Lübars abgehalten.[16]

Reinickendorf zählt mit seinen vielen Wassergebieten zu den beliebten Zielen für Angler.[17] Zahlreiche Anglervereine sind im Bezirk vertreten.

Im Bezirk Reinickendorf gab es im Jahr 2016 mindestens 14 Fitnessstudios. Muskelaufbauprogramme, Ausdauertrainings aber auch Aerobic- und Pilates-Kurse werden dort angeboten.[18]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tegeler Hafenfest auf der Greenwichpromenade in Tegel

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Bezirk verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Zaremba: Reinickendorf im Wandel der Geschichte. Bezirks-Chronik. Bebra, Berlin 1999, ISBN 3-930863-63-4.
  • Ralf Schmiedecke: Berlin-Reinickendorf. Sutton 2003, ISBN 978-3-89702-587-5 (Reihe Archivbilder).
  • Gerd Koischwitz; Wilhelm Möller oHG (Hrsg.): Sechs Dörfer in Sumpf und Sand – Geschichte des Bezirkes Reinickendorf von Berlin. Der Nord-Berliner, Berlin 1983.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bezirk Reinickendorf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
WiktionaryWiktionary: Reinickendorf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Statistischer Bericht – Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2016. (PDF; 3,1 MB). Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Abgerufen am 26. Juni 2017.
  2. a b Arbeitslosigkeit sinkt – Das Paradoxon des Berliner Arbeitsmarktes. In: Berliner Zeitung, abgerufen am 2. November 2017.
  3. Nummerierung gemäß Bezirksschlüssel
  4. Die Dicke Marie im Tegeler Forst
  5. Melderechtlich registriete Einwohner im Land Berlin am 30. Juni 2019, Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 9. November 2019 (PDF-Datei) (Hilfe dazu).
  6. Das Becken von 380 m² wurde in den 1970er Jahren auf dem Grundstück Treiberpfad 28/30 (vorher Planstraße 7 Nr. 12) angelegt. Ein absperrbarer Graben verbindet mit dem Tegeler Fließ
  7. Fortgeschriebene Bevölkerungszahlen vom 31. Dezember 2018 des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 4. Juli 2019 ([1]) (Hilfe dazu).
  8. Berliner Wirtschaft in Zahlen – Ausgabe 2013. Hrsgg. von der IHK Berlin, abgerufen am 29. Juni 2017.
  9. a b Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen 2016, abgerufen am 28. Oktober 2016
  10. tagesschau.de: Deutschlands ungewöhnlichste Wahlkreise. Abgerufen am 15. Februar 2018 (deutsch).
  11. Mitglieder des Bezirksamtes Reinickendorf von Berlin. 23. Januar 2017, abgerufen am 15. Februar 2017.
  12. Rat der Bürgermeister – abgerufen am 18. Mai 2019
  13. Kleine Anfrage der FDP – abgerufen am 18. Mai 2019
  14. Hoheitszeichen von Berlin – Bezirkswappen
  15. https://www.berlin.de/ba-reinickendorf/politik-und-verwaltung/aemter/schul-und-sportamt/sportamt/artikel.96049.php
  16. Ruhig, Brauner!. In: Der Tagesspiegel, abgerufen am 16. August 2017.
  17. Angelgewässer in Berlin, abgerufen am 1. Juli 2017.
  18. Fitnessstudios in Reinickendorf, Berlin.de, abgerufen am 1. Juli 2017.