BiCoNi-Formation

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Die BiCoNi-Formation ist eine hydrothermale Gangformation, in der Wismut-, Kobalt-, Nickel- und Uranerze miteinander verwachsen sind. Sie tritt hauptsächlich im Erzgebirge auf und ist die jüngste Formation in der hydrothermalen Abfolge (kb-Formation, eba-Formation, eb-Formation, fba-Formation, BiCoNi-Formation). Wegen der Verknüpfung mit Uran wird sie gelegentlich auch als Wismut-Kobalt-Nickel-Uran-Formation bezeichnet.

Genese[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die BiCoNi-Formation entstand während der kontaktmetamorphen Umbildung der sedimentären Schiefer infolge varistischer Granitintrusionen während des subherzyn-austrischen Zyklus’ vor etwa 100–80 Millionen Jahren.[1] Sie ist das Produkt einer intrakrustalen, epithermalen Paragenese. Sie führt in quarziger Gangart als Haupterze Kobalt und Nickel, die meist in Verbindung mit Arseniden auftreten, sowie gediegen Wismut und Pechblende.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die BiCoNi-Formation war seit dem Spätmittelalter Ziel eines intensiven Bergbaus zunächst auf Wismut, später Kobalt und Nickel und seit dem Ende des 19. Jahrhunderts auch auf Uran, das in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Gegenstand des intensiven Bergbaus der SDAG Wismut wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oscar Walter Oelsner: Die erzgebirgischen Granite, ihre Vererzung und die Stellung der BiCoNi-Formation innerhalb dieser Vererzung (= Geologie. Jg. 7, Nr. 3–6). Berlin 1958, S. 682–701.
  • G. Leithold et al.: Taschenbuch Bergbau. Tiefbau. Hrsg.: Kammer der Technik, Fachverband Bergbau. Band III. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1962, S. 30–35.
  • U. Lipp, S. Flach: Wismut-, Kobalt-, Nickel- und Silbererze im Nordteil des Schneeberger Lagerstättenbezirkes. Hrsg.: Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (= Bergbau in Sachsen. Band 10). (publikationen.sachsen.de [abgerufen am 26. Februar 2014] mehrere Teile, verlinkt).
  • Axel Hiller, Werner Schuppan: Geologie und Uranbergbau im Revier Schlema-Alberoda. Hrsg.: Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (= Bergbau in Sachsen. Band 14). 1. Auflage. 31. Dezember 2007 (publikationen.sachsen.de [PDF; 6,3 MB; abgerufen am 26. Februar 2014]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. U. Lipp, S. Flach: Übersicht zum zeitlichen Ablauf der Mineralabscheidungen und der Bildung der Paragenesen. In: Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (Hrsg.): Wismut-, Kobalt-, Nickel- und Silbererze im Nordteil des Schneeberger Lagerstättenbezirkes (= Bergbau in Sachsen). Band 10, Beilage 1 Abbildung 90, S. 1 (publikationen.sachsen.de [PDF; 7,0 MB; abgerufen am 26. Februar 2014]).