Biathlon-Weltmeisterschaften 2021

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Biathlon

Biathlon-Weltmeisterschaften 2021

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Herren Damen
Sieger
Sprint
Verfolgung
Einzel
Massenstart
Staffel
Single-Mixed-Staffel
Mixed-Staffel

Die 52. Biathlon-Weltmeisterschaften sollen vom 10. bis 21. Februar 2021 im slowenischen Pokljuka stattfinden.[1] Als Veranstaltungsort wurde ursprünglich die russische Stadt Tjumen ausgewählt, aber im Zuge der Erkenntnisse aus dem McLaren-Report wurde der russische Biathlonverband von der IBU aufgefordert, die Weltmeisterschaft zurückzugeben. Da dies nicht geschehen ist, hat die IBU Russland die Weltmeisterschaft wieder entzogen.

Veranstaltungsort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang September 2016 hatten die Delegierten des Biathlon-Weltverbandes IBU auf ihrem Treffen in der moldawischen Hauptstadt Chișinău über die Vergabe sowohl der Weltmeisterschaft 2020 als auch 2021 zu entscheiden.[2] Beworben hatten sich zunächst fünf Orte. Oberhof in Thüringen zog die Bewerbung für 2021 zurück, nachdem die Nordischen Skiweltmeisterschaften 2021 im Juni 2016 nach Deutschland vergeben worden waren, da nach Ansicht des Deutschen Skiverbandes bei zwei unmittelbar aufeinander folgenden Großveranstaltungen im gleichen Land viele positive Effekte verpuffen würden.[3] Die Bewerbung von Antholz in Südtirol wurde obsolet, nachdem sich dieses bei der Vergabe für 2020 durchgesetzt hatte. Von den verbliebenen drei Kandidaten setzte sich Tjumen bereits im ersten Wahlgang mit 25 Stimmen gegen Pokljuka in Slowenien mit 13 und Nové Město in Tschechien mit 10 Stimmen durch.[4]

Wahlergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ergebnis der Wahl des Austragungsortes 2021
Ort Land Stimmen
Tjumen RusslandRussland Russland 25
Pokljuka SlowenienSlowenien Slowenien 13
Nové Město TschechienTschechien Tschechien 10

Entzug der Weltmeisterschaften und erneute Vergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entscheidung für Tjumen löste Verwunderung aus, da es im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des ersten McLaren-Reports im Sommer 2016 zu schweren Vorwürfen wegen organisierten Dopings gegen russische Sportverbände gekommen war. Infolgedessen hatte das Internationale Olympische Komitee den ihm angeschlossenen sieben Wintersportverbänden empfohlen, bis auf Weiteres keine Großveranstaltungen mehr an Russland zu vergeben.[4] Nachdem der IBU im Dezember 2016 eine Liste mit insgesamt 31 dopingverdächtigen Biathleten aus Russland vorgelegt worden war, forderte sie den russischen Biathlonverband RBU Anfang Februar 2017 auf, bis zum 24. des Monats freiwillig auf die Durchführung der Weltmeisterschaft zu verzichten, anderenfalls werde Tjumen die Veranstaltung entzogen.[5] Die RBU ließ umgehend verlautbaren, dass eine freiwillige Rückgabe nicht in Frage käme. Gegen einen zwangsweisen Entzug werde man rechtliche Schritte prüfen.[6] Anfang März 2017 gab die IBU bekannt, dass die Weltmeisterschaft Russland entzogen wurde und auf einem Kongress 2018 neu vergeben wird.[7]

Für die erneute Vergabe der Weltmeisterschaften hatte sich ausschließlich Pokljuka beworben. Nové Město, welches sich ursprünglich auch für diese Weltmeisterschaften beworben hatte, bewarb sich stattdessen für die Austragung der Weltmeisterschaften 2023.[8] Am 9. September 2018 vergab die IBU die Titelkämpfe auf ihrem Kongress im kroatischen Poreč an Pokljuka.[9]

Razzia im Hauptquartier der IBU und Vorwurf des Stimmenkaufs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundeskriminalamt durchsuchte am 10. April 2018 die Geschäftsräume der IBU in Salzburg. Die Razzia, die in Koordination mit der norwegischen Polizei sowie mit Interpol durchgeführt wurde, steht laut Auskunft der Welt-Anti-Doping-Agentur im Zusammenhang mit Doping. Ermittelt wird insbesondere gegen den Präsidenten Anders Besseberg sowie die Generalsekretärin Nicole Resch.[10]

Die WADA wirft Besseberg unter anderem vor, er „soll sich mit bezahlten Jagdausflügen nach Russland und der Vermittlung von Prostituierten bestechen lassen haben“, um sich für eine Vergabe der Biathlon-Weltmeisterschaften 2021 an Tjumen einzusetzen. Für den Stimmenkauf zugunsten der Weltmeisterschaft sollen bis zu 100.000 Euro an Mitglieder des IBU-Ausschusses geflossen sein.[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biathlon-WM in Oberhof vom 8. bis 19. Februar 2023. In: augsburger-allgemeine.de. dpa, 11. Juni 2019, abgerufen am 11. Juni 2019.
  2. Congress Closes in Chisinau. (Memento des Originals vom 14. Februar 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.old.biathlonworld.com Pressemitteilung der IBU vom 4. September 2016 auf deren Website, abgerufen am 12. Februar 2017 (englisch)
  3. Antholz und Tjumen erhalten Zuschlag für Biathlon-WM 2020 und 2021 – Oberhof geht leer aus! Biathlon-News, 4. September 2016, abgerufen am 12. Februar 2017
  4. a b IBU vergibt WM 2021 nach Russland. Sport1.de, 4. September 2016, abgerufen am 12. Februar 2017
  5. 2021 keine Biathlon-WM in Russland. Spiegel Online, 8. Februar 2017, abgerufen am 12. Februar 2017
  6. Russischer Verband will Biathlon-WM 2021 nicht freiwillig zurückgeben. Spiegel Online, 9. Februar 2017, abgerufen am 12. Februar 2017
  7. Doping-Skandal: Russen wird Biathlon-WM 2021 entzogen. (Nicht mehr online verfügbar.) Handelsblatt, archiviert vom Original am 4. März 2017; abgerufen am 3. März 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.handelsblatt.com
  8. IBU Congress: Executive Board Nominations and IBU World Championships Bids Released. biathlonworld.com, 11. Juni 2018, abgerufen am 13. Juni 2018
  9. WM 2021 an Pokljuka, WM 2023 an Oberhof vergeben. In: tt.com. Austria Presse Agentur, 9. September 2018, abgerufen am 9. September 2018.
  10. Ermittlungen gegen Biathlon-Chef und IBU-Generalsekretärin auf sueddeutsche.de, abgerufen am 11. April 2018
  11. Doping und Prostitution: Biathlon-Verband im Kreuzfeuer (Memento des Originals vom 17. April 2018 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sport.de auf sport.de, abgerufen am 16. April 2018