Bichelsee

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Bichelsee
Wappen von Bichelsee
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Münchwilen
Politische Gemeinde: Bichelsee-Balterswili2w1
Postleitzahl: 8363
Koordinaten: 711966 / 256493Koordinaten: 47° 26′ 59″ N, 8° 55′ 24″ O; CH1903: 711966 / 256493
Höhe: 601 m ü. M.
Burghügel der Burg Bichelsee

Burghügel der Burg Bichelsee

Karte
Bichelsee (Schweiz)
Bichelsee
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Bichelsee ist eine Ortschaft der Gemeinde Bichelsee-Balterswil des Bezirks Münchwilen des Kantons Thurgau in der Schweiz. Am 1. Januar 1996 wurde die ehemalige Ortsgemeinde zur politischen Gemeinde Bichelsee-Balterswil fusioniert.[1]

Die Ortsgemeinde Bichelsee war ein Teil der Munizipalgemeinde Bichelsee. Zu Bichelsee zählten die an der Strasse von Turbenthal nach Wil gelegene Haufensiedlung Bichelsee, die Weiler Höfli und Niederhofen am Bichelsee sowie Itaslen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche

Bichelsee 894 erstmals Pichelense erwähnt. Im Frühmittelalter gelangte Bichelsee durch Schenkung der Udalrichinger an das Kloster St. Gallen. Im Hochmittelalter liessen sich die im Dienste des Klosters stehenden Herren von Bichelsee auf der Feste (Alt-)Bichelsee nieder. Im frühen 13. Jahrhundert erbauten sie Neu-Bichelsee, das bereits 1274 von den Habsburgern zerstört wurde. 1358 erwarb Hermann IV. von Landenberg-Greifensee Alt-Bichelsee sowie sämtliche Rechte und Besitzungen inklusive die Vogtei Balterswil. 1407 wurde Alt-Bichelsee von den Appenzellern niedergebrannt. Nach dem Wiederaufbau kaufte die Abtei Fischingen 1419 bis 1421 Burg, Herrschaft und Pfarrei (Inkorporation), so dass Bichelsee bis 1798 zum alten Fischinger Gericht gehörte ― jedoch ohne das im Tannegger Amt gelegene und bis 1812 selbstständige Itaslen.

Evangelische Kirche, erbaut nach dem Proportionssystem Le Corbusiers
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 1996

Die ab 1275 belegte Pfarrei sowie die Nikolaus- und spätere St.-Blasius-Kirche entstanden vermutlich im 12. Jahrhundert unter Führung des Klosters Fischingen, das die Gemeinde bis 1769 kirchlich versorgte. 1529 wurde Bichelsee reformiert, ab 1542 aber wieder rekatholisiert. Die evangelische Kirchgemeinde ist seit 1550 Filiale von Dussnang. Die Blasiuskirche blieb aber, auch nach dem Neubau von 1864, bis zur Auflösung des Simultanverhältnisses 1954 in simultanem Gebrauch. 1960 wurde die evangelische Kirche gemäss dem Proportionssystem Le Corbusiers erbaut.

Landwirtschaft und Kleingewerbe prägten noch am Ende des 20. Jahrhunderts das Erwerbsleben. Acker- und Obstbau wurden Ende des 19. Jahrhunderts von der Milchwirtschaft abgelöst; 1979 begannen in der Munizipalgemeinde umfangreiche Güterzusammenlegungen. Hausweberei bzw. Stickerei boten im frühen 19. Jahrhunderts bzw. um 1900 Nebenverdienst. 1899 gründete Johann Traber in Bichelsee die erste schweizerische Raiffeisenkasse. Grösster Arbeitgeber ist die aus einer Stickerei (gegründet 1908) hervorgegangene Strickwarenfabrik Traxler AG. Mit der nach 1970 einsetzenden Zuwanderung und zahlreichen neuen Einfamilienhäusern wurde Bichelsee zur ländlichen Wohngemeinde. Due Ortsgemeinde Bichelsee hatte 1990 62 % Wegpendler.[2]

Bevölkerungsentwicklung Bichelsee[2]
Jahr 1850 1870 1900 1910 1950 1970 1990
Einwohner 1071 953 1205 1442 1417 1554 2065

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bichelsee ist ein flacher See mit etwa 300 Meter Durchmesser.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bichelsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 2000 T4 Wohnbevoelkerung ab 1850.xlsx. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019. Fussnote 41
  2. a b c Gregor Spuhler: Bichelsee. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.