Bienenbüttel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Ort siehe Bienenbüttel (Ort).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bienenbüttel
Bienenbüttel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bienenbüttel hervorgehoben
53.14333333333310.49027777777830Koordinaten: 53° 9′ N, 10° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Uelzen
Höhe: 30 m ü. NHN
Fläche: 99 km²
Einwohner: 6568 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29553
Vorwahl: 05823
Kfz-Kennzeichen: UE
Gemeindeschlüssel: 03 3 60 004
Gemeindegliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
29553 Bienenbüttel
Webpräsenz: www.bienenbuettel.de
Bürgermeister: Dr. Merlin Franke (CDU)
Lage der Gemeinde Bienenbüttel im Landkreis Uelzen
Sachsen-Anhalt Landkreis Celle Landkreis Gifhorn Landkreis Harburg Landkreis Lüchow-Dannenberg Landkreis Lüneburg Wriedel Wriedel Landkreis Heidekreis Altenmedingen Bad Bevensen Bad Bodenteich Barum (Landkreis Uelzen) Bienenbüttel Ebstorf Ebstorf Gerdau Eimke Emmendorf Gerdau Gerdau Hanstedt (Landkreis Uelzen) Himbergen Jelmstorf Lüder (Lüneburger Heide) Natendorf Oetzen Rätzlingen (Niedersachsen) Römstedt Rosche Schwienau Soltendieck Wrestedt Stoetze Suderburg Suderburg Suhlendorf Uelzen Uelzen Weste (Niedersachsen) Wrestedt Wrestedt WriedelKarte
Über dieses Bild

Bienenbüttel ist eine Einheitsgemeinde inmitten der Lüneburger Heide im Norden des Landkreises Uelzen, Niedersachsen, an der Grenze zum Landkreis Lüneburg zwischen Hamburg und Hannover.

Geografie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Einheitsgemeinde Bienenbüttel besteht aus dem Kernort Bienenbüttel und den folgenden Ortsteilen (seit 1972):[2]

Der Verwaltungssitz befindet sich im Ortsteil Bienenbüttel.

Fließgewässer[Bearbeiten]

Durch die Gemeinde fließen der mit Abstand größte Heidefluss, die Ilmenau, sowie der Bienenbütteler Mühlenbach, der Eitzener-Bach, der Varendorfer Bach, der Krumbach, der Forellenbach (ausgewiesenes Naturschutzgebiet),[3] der Riester Bach sowie der Vierenbach (ausgewiesenes Naturschutzgebiet).[4] Die Gewässergüte beträgt überwiegend Klasse II (gering belastet), ausgenommen hiervon sind ein Abschnitt des Mühlenbaches sowie der gesamte Varendorfer Bach, der in die Klasse III (stark verschmutzt) eingeteilt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Siedlungsraum ist der Bereich der Einheitsgemeinde aufgrund archäologischer Funde seit etwa 8000 v. Chr. belegt. Mehrere Hügelgräber bei Eitzen I, Hohenbostel sowie zwischen Hohnstorf und Wichmannsburg zeugen von einer Besiedlung in der Bronzezeit. Etwa 1,2 Kilometer südlich von Edendorf befindet sich ein Großsteingrab (Hügelgrab). Bei Rieste wurde 1890 eine Grabanlage mit rund 1000 Urnen aus der Zeit der Langobarden gefunden.

Bienenbüttel selbst schaut auf eine urkundlich belegte 1000-jährige Geschichte zurück.

Der Dreißigjährige Krieg wütete auch in Rieste. Die schwedischen Soldaten plünderten und verwüsteten den Ort („Rystede“) 1634/35. „Hühner haben sie gefressen“, lautet eine Eintragung für das ganze Dorf. Am schlimmsten traf es die Höfe des Hans Rademacher und Hans Meyer. Die Eintragung im Register hinter diesen beiden Höfenamen lautet: „Sind alle ihre Schafe von den Schwedischen abgenommen und ist dazu von ihnen jämmerlich abgebrannt.“[5]

Bereits im 19. Jahrhundert kam es zur Zusammenlegung von Orten zu größeren Einheiten. So wurden am 6. Mai 1884 Grünewald in den Gemeindebezirk Beverbeck, Bardenhagen nach Eitzen I und Wichmannsdorf nach Bornsen eingegliedert. Die Belange eines Gemeindebezirkes wurden von einem eingesetzten Ortsvorsteher geregelt. 1966 schlossen sich die Gemeinden Bargdorf, Beverbeck, Edendorf, Eitzen I, Hohnstorf und Wichmannsburg mit Bienenbüttel zur Samtgemeinde Bienenbüttel zusammen. 1967 kam Steddorf dazu.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Bargdorf, Beverbeck, Bornsen, Edendorf, Eitzen I, Grünhagen (bis dahin im Landkreis Lüneburg), Hohenbostel (ebenso), Hohnstorf, Niendorf, Rieste, Steddorf, Varendorf, Wichmannsburg und Wulfstorf eingegliedert. Grünhagen, Hohenbostel, Niendorf und Wulfstorf gehörten zum Landkreis Lüneburg.[6]

Ortsname[Bearbeiten]

Frühere Ortsnamen von Bienenbüttel waren in den Jahren 1004 Biangibudiburg und 1288 Binebutle. Der zweite Teil im Ortsnamen "Büttel" kommt von "butli" und bedeutet "Siedlung, Wohnstelle". Der erste Teil ist ein alter Kurzname "Bio" oder "Biho". Er ist dem Stamm "bih" beziehungsweise "bi", altsächsisch "bina" zuzurechnen und bedeutet Biene.[7]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindewahl 2011[8][9]
Wahlbeteiligung: 59,7 % (2006: 62,4 %)
 %
50
40
30
20
10
0
40,53 %
26,24 %
16,47 %
15,23 %
1,53 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-2,29 %p
-6,45 %p
+12,02 %p
-2,52 %p
+1,53 %p
-2,28 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Kommunalpolitische Alternative Bienenbüttel
e EBW Gäthje

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Bienenbüttel setzt sich aus dem Bürgermeister und weiteren 18 Abgeordneten zusammen.

CDU SPD GRÜNE KA Gesamt
2011 7 3 3 5 19 Sitze

Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011

KA: Kommunalpolitische Alternative

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • vom 1. November 2006 bis 31. März 2013 Heinz-Günter Waltje (CDU), gewählt mit 52,4 % der abgegebenen Stimmen.
  • seit dem 1. April 2013 Dr. Merlin Franke (CDU), gewählt am 20. Januar 2013 mit 42,2 % der abgegebenen Stimmen.[10] Er setzte sich gegen vier Mitbewerber durch. Die Amtsdauer beträgt acht Jahre.

Ortsvorsteher[Bearbeiten]

Es werden keine Ortsräte gebildet. Nach jeder Kommunalwahl wird für jeden Ortsteil ein ehrenamtlicher Ortsvorsteher bestimmt.

Wappen[Bearbeiten]

In Grün eine eintürmige silberne Burg, oben - auf der Turmspitze stehend eine goldene Waage und unten von einem ihr mit dem Rücken zugewandten goldenen Fisch begleitet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bienenbüttel ist Sitz der Almased-Wellness-GmbH, bekannt durch ihre Fernsehwerbung für ein Mahlzeitenersatz-Produkt.[11]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Einheitsgemeinde liegt an der Bahnstrecke Hannover–Hamburg (Haltebahnhof des metronom). Ferner liegt Bienenbüttel an der Bundesstraße 4.

Außerdem durchzieht die Gemeinde im Osten der Elbe-Seitenkanal (Bootsanleger Wulfstorf).

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Für die vorschulische Erziehung sind drei Kindergärten und eine Krippe vorhanden.
  • Grundschulkinder besuchen die Schule in Bienenbüttel.
  • Für sportliche Betätigungen sind das Waldbad und mehrere Sportstätten nutzbar.
  • Leseratten können sich in der Gemeindebücherei am Marktplatz bedienen.
  • Bestattungen finden auf den Friedhöfen in Bienenbüttel, Niendorf, Bornsen und Wichmannsburg statt.
  • Der Brandschutz ist durch mehrere Freiwillige Ortsfeuerwehren sichergestellt.

Religionen[Bearbeiten]

  • Ev.-luth. Kirchengemeinde Bienenbüttel
  • Ev.-luth. Kirchengemeinde Wichmannsburg

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Eberhard Behnke, Heinrich Porth: Die Familien und Einwohner des Kirchspiels Wichmannsburg. Ortsfamilienbuch 1663–1920, Untersuchung zur Bevölkerungsgeschichte, Besitzerfolgen der Höfe und Adressbücher 1907–1978. Zu den Orten Bargdorf, Edendorf mit Hönkenmühle, Hohnstorf, Solchstorf und Wichmannsburg (= Quellen und Darstellungen zur Geschichte von Stadt und Kreis Uelzen. Bd. 9). Museums- und Heimatverein des Kreises Uelzen, Uelzen 2009, ISBN 3-929864-16-9.
  • Hans-Cord Sarnighausen: Zur 700-jährigen Baugeschichte der Kirche in Bienenbüttel. In: Jahrbuch der Gesellschaft für niedersächsische Kirchengeschichte. Bd. 104, 2006, ISSN 0072-4238, S. 309–318; Heimatkalender für Stadt und Kreis Uelzen. 2007, ISSN 0937-3748, S. 41–45.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bienenbüttel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Zur Gebiets- und Verwaltungsreform vgl. Matthias Blazek: Von der Landdrostey zur Bezirksregierung. Die Geschichte der Bezirksregierung Hannover im Spiegel der Verwaltungsreformen. ibidem-Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-89821-357-9.
  3. Verordnungstext zum Naturschutzgebiet „Schierbruch und Forellenbachtal“.
  4. Verordnungstext zum Naturschutzgebiet „Vierenbach“.
  5. Matthias Blazek: Das Löschwesen im Bereich des ehemaligen Fürstentums Lüneburg von den Anfängen bis 1900. Eigenverlag, Adelheidsdorf 2006, ISBN 3-00-019837-7, S. 94.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 237.
  7. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  8. Gemeindewahl Bienenbüttel 2011. Gemeinsame kommunale Anstalt IT-Verbund Uelzen, abgerufen am 21. Dezember 2012.
  9. Gemeindewahl 06 – (Bienenbüttel). wahl.luenecom.de, abgerufen am 21. Dezember 2012.
  10. Amtliche Bekanntmachung des Gemeindewahlleiters vom 20. Januar 2013
  11. http://www.welt.de/print/wams/wirtschaft/article117370294/Das-Wunder-von-Bienenbuettel.html