Biesfeld

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Biesfeld
Gemeinde Kürten
Koordinaten: 51° 1′ 10″ N, 7° 14′ 39″ O
Postleitzahl: 51515
Vorwahl: 02207
Biesfeld (Kürten)
Biesfeld

Lage von Biesfeld in Kürten

Biesfeld, Kirche Zur schmerzhaften Mutter
Biesfeld, Kirche Zur schmerzhaften Mutter

Biesfeld ist ein Ortsteil von Kürten im Rheinisch-Bergischen Kreis.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vorsilben bies oder bees weisen auf eine negative Eigenschaft hin: hier also schlechtes Feld oder Feld mit geringem Ertrag. Wenn man von Biesfeld als Standort spricht, sagt man mundartlich om Beesfeil.[1]

Die Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Steinbach, belegt, dass der Wohnplatz bereits 1715 unter dem Namen Beesfeld Standort einer Kapelle war. Carl Friedrich von Wiebeking benennt den Ort auf seiner Charte des Herzogthums Berg 1789 als Bestfeld. Aus ihr geht hervor, dass der Ort zu dieser Zeit Teil der Honschaft Engelsdorf im bergischen Landgericht Kürten war.[2]

1822 lebten 32 Menschen im als Hof kategorisierten Ort. Für das Jahr 1830 werden für Biesfeld 33 Einwohner angegeben.[3] Der 1845 laut der Uebersicht des Regierungs-Bezirks Cöln als Weiler mit Kapelle kategorisierte Ort besaß zu dieser Zeit neun Wohngebäude mit 84 Einwohnern, davon 83 katholischen und einer evangelischen Bekenntnisses.[4] Die Gemeinde- und Gutbezirksstatistik der Rheinprovinz führt Biesfeld 1871 mit 15 Wohnhäusern und 88 Einwohnern auf.[5]

In der Aufstellung des Königreichs Preußens für die Volkszählung 1885 wurde Biesfeld als Wohnplatz der Landgemeinde Kürten im Kreis Wipperfürth aufgeführt.[6] Zu dieser Zeit wurden 21 Wohnhäuser mit 98 Einwohnern gezählt. 1895 besitzt der Ort 19 Wohnhäuser mit 94 Einwohnern,[7] 1905 werden 17 Wohnhäuser und 98 Einwohner angegeben.[8]

Kirchengemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1693 wird eine Wallfahrtskapelle Zur schmerzhaften Mutter Gottes (Mater Dolorosa) erwähnt. Sie gehörte zur Pfarre Kürten. 1906 wurde die Pfarrei eigenständig. 1909 errichtete man eine neue Kirche im neugotischen Stil. Eine Chorerweiterung erfolgte 1959 durch Bernhard Rotterdam[9] Biesfeld ist ein Wallfahrtsort zur Verehrung der schmerzhaften Mutter.[10] Die Kirche ist als Denkmal unter Nr. 114 in der Liste der Baudenkmäler in Kürten eingetragen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Haaß: Geschichte der Gemeinde Kürten, Auszug aus dem Buch Geschichte der Pfarreien der Erzdiözese Köln, Kürten o.J Peter Opladen: Die Pfarre Biesfeld in: Geschichte der Pfarreien der Erzdiözese Köln Bd. II, Siegburg 1955

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Strassennamen der Gemeinde Kürten – Herkunft und Bedeutung (PDF; 137 kB) abgerufen am 29. März 2013
  2. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898
  3. Friedrich von RestorffTopographisch-statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830
  4. Uebersicht der Bestandtheile und Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften und einzeln liegenden benannten Grundstücke des Regierungs-Bezirks Cöln : nach Kreisen, Bürgermeistereien und Pfarreien, mit Angabe der Seelenzahl und der Wohngebäude, sowie der Confessions-, Jurisdictions-, Militair- und frühern Landes-Verhältnisse. / hrsg. von der Königlichen Regierung zu Cöln [Köln], [1845]
  5. Königliches Statistisches Bureau Preußen (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staats und ihre Bevölkerung. Die Rheinprovinz, Nr. XI. Berlin 1874.
  6. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1888.
  7. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1897.
  8. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1909.
  9. Arbeitsgruppe Geschichte/Kulturhistorie Leitbild Kürten 2020: Kulturhistorische Zeugnisse in der Gemeinde Kürten Kürten 2009, S. 46
  10. Herbert Stahl: Moitzfeld, Durch das Leben, durch das Jahr „om Platz“, Bergisch Gladbach 2009, S. 105 f. ISBN 3-932326-56-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]