Biesiekierz

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Biesiekierz
Wappen von Biesiekierz
Biesiekierz (Polen)
Biesiekierz
Biesiekierz
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Koszalin
Geographische Lage: 54° 8′ N, 16° 2′ OKoordinaten: 54° 8′ 0″ N, 16° 2′ 0″ O
Höhe: 38 m n.p.m.
Einwohner: 940 (31. Dez. 2004[1])
Postleitzahl: 76-039
Telefonvorwahl: (+48) 94
Kfz-Kennzeichen: ZKO
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Koszalin - Stettin
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Sołectwo
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 19 Ortschaften
10 Schulzenämter
Fläche: 116,87 km²
Einwohner: 6458
(30. Jun. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 55 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3209022
Verwaltung (Stand: 2008)
Gemeindevorsteher: Marian Hermanowicz
Adresse: Biesiekierz 103
76-039 Biesiekierz
Webpräsenz: biesiekierz.eu



Biesiekierz (deutsch Biziker, früher auch Bitzicker) ist eine Ortschaft im Powiat Koszaliński (Kösliner Distrikt) der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Sie ist zugleich Sitz der gleichnamigen Landgemeinde (gmina wiejska).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt in Hinterpommern, etwa zwölf Kilometer südwestlich der Stadtgrenze von Köslin (Koszalin).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biziker (Bitziker) südwestlich von Köslin auf einer Landkarte von 1910.
Ehemalige evangelische Dorfkirche (Aufnahme 2008)
Ehemaliges Herrenhaus des Guts Bizziker (Aufnahme 2012)

Die beiden Lehen Bitzicker und Crazig hatten sich im 14. Jahrhundert im Besitz der Familie v. Kranksporn befunden und wurden von dieser zusammen mit dem Schloss Nassow und einigen anderen Gütern an den Camminer Bischof Philipp Lumbach von Rehberg († 1385) verkauft.[3][4] 1766 kam das Dorf an die Familie v. Kameke; 1861 erbte es Otto Bonaventura v. Kameke.[4] Ende des 19. Jahrhunderts war das Dorf Eigentum der Familie von Kameke, letzter Gutsherr war Ewald Friedrich Graf von Hertzberg, der das um die Jahrhundertwende erbaute Gut bewohnte und eine Brennerei betrieb.[5]

Im Jahr 1945 gehörte Biziker zum Landkreis Köslin im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde Biziker zusammen mit ganz Hinterpommern von der Sowjetunion unter polnische Verwaltung gestellt. Es begann nun die Zuwanderung polnischer Zivilisten im Dorf, die sich der Behausungen und Anwesen der eingesessenen Dorfbewohner bemächtigten und die Einwohner daraus verdrängten. Soweit sie nicht geflohen waren, wurden die Alteinwohner Bizikers in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Seit 1945 ist die Ortschaft Sitz der Gmina Biesiekierz im Powiat Koszaliński in der polnischen Woiwodschaft Westpommern (bis 1998 Woiwodschaft Köslin).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1816 365 [6]
1864 587 [7]
1905 325 im Gutsbezirk, in 41 Haushaltungen[8]
1910 296 im Gutsbezirk[8]
1925 634 davon 632 Evangelische und zwei Katholiken[9]
1933 600 [10]
1933 575 [10]

Die Ortschaft hat derzeit etwa 970 Einwohner. Die Altersstruktur Biesiekierz wird von Jahr zu Jahr immer höher, da die Jugend den Ort durch Landflucht in die umliegenden größeren Städten verlässt.

Pflanzenzuchtstation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kartoffel-Monument im Ortszentrum

Ihren Bekanntheitsgrad in neuerer Zeit erlangte die Ortschaft durch die hier gezüchteten Kartoffelsorten. In der Pflanzenzuchtstation des Dorfes wurden in den 1980er/1990er Jahren neun neue Sorten Kartoffeln gezüchtet. Seitdem ist das Symbol des Ortes die Kartoffel welche sich auch im Wappen der Landgemeinde wiederfindet. Im Ortskern steht zwischen Kapelle, Gemischtwarenladen und ehemaliger Diskothek eine Plastik, die eine überdimensionale Kartoffel darstellt (geschaffen vonWiesław Adamski).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gmina Biesiekierz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landgemeinde Biesiekierz umfasst eine Fläche von 116,87 km² und zählt 5.546 Einwohner. Bei 114 Gemeinden der Woiwodschaft Westpommern steht sie flächenmäßig an 88. Stelle, einwohnermäßig an 73. Stelle. Die Gemeindefläche macht 7 % der Fläche des Powiat Koszaliński aus.

Alle Orte der Gemeinde haben die einheitliche Postleitzahl 76-039.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile (Schulzenämter):

  • Biesiekierz (Biziker)
  • Gniazdowo (Plümenhagen)
  • Kraśnik Koszaliński (Kratzig)
  • Laski Koszalińskie (Latzig)
  • Nowe Bielice (Neu Belz)
  • Parnowo (Parnow)
  • Parsowo (Parsow)
  • Stare Bielice (Alt Belz)
  • Świemino (Schwemmin)
  • Warnino (Warnin)

Andere Ortschaften:

  • Cieszyn (Tessin)
  • Kotłowo (Kothlow)
  • Nosowo (Nassow)
  • Parnówko
  • Rutkowo
  • Starki
  • Świeminko
  • Tatów
  • Witolubie (Knisterkathen)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 2: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Cößlin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 548–549, Absatz 3.
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. Teil III, Band 1, Anklam 1867, S. 304–305.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. mapa.szukacz.pl, „Biesiekierz - Informacje dodatkowe“, abgerufen am 20. Juni 2008
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  3. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 2: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Cößlin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 548–549, Absatz 3.
  4. a b Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. Teil III, Band 1, Anklam 1867, S. 304–305.
  5. Andrzej Świrko: Pałace, dwory i zamki w dorzeczu Parsęty. POT, 2005, ISBN 83-7263-900-0.
  6. Alexander August Mützell: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Band 1, Halle 1821, S. 122, Nr. 2817.
  7. Preußisches Finanzministerium: Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin (4.Kreis Fürstenthum). Berlin 1867, S. 2.
  8. a b http://wiki-de.genealogy.net/GOV:Object_325862
  9. Die Gemeinde Biziker im ehemaligen Kreis Köslin in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft)
  10. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/koeslin.html#ew39kslnhbizike